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Lockout

Mit One-Linern auf Rettungsmission

Lockout Kritik

10 Kommentar(e) - Do, 29.03.2012 von Moviejones - Wie gut der Film Moviejones gefallen hat, erfährst du in unserer » Lockout « Kritik.

CIA-Agent Snow (Guy Pearce) ist als Verräter gebrandmarkt. Nachdem er einen Kollegen kaltblütig ermordet haben soll, soll er nun im Hochsicherheitsgefängnis MS-One seiner gerechten Strafe zugeführt werden. MS-One ist kein normales Gefängnis: Es ist ein Hochsicherheitstrakt im All für die gefährlichsten Killer der ganzen Welt und 500 Inhaftierte befinden sich dort derzeit. Während die Verhandlungen gegen Snow laufen, besucht die Präsidententochter Emilie (Maggie Grace) besagten Knast, um mehr über die dortigen Haftbedingungen in Erfahrung zu bringen. Plötzlich kommt es während des Aufenthalts zu einem gravierenden Zwischenfall, bei dem die Gefangenen die Station übernehmen und alle Zivilisten mitsamt Emilie als Geisel nehmen. Jetzt gilt es, schnell zu reagieren, um ein Blutbad zu verhindern und vor allem die Präsidententochter sicher zur Erde zurückzuholen. Und wer ist der beste Mann für diesen Job? Snow! Sein Auftrag ist simpel, rauf zur Station, Tochter des Präsidenten retten und wieder zurück zur Erde. Fast ein Spaziergang, wie er treffend bemerkt. Er willigt also ein, wohl wissend, dass an Bord auch ein Gefangener sitzt, der ihm beim Beweis seiner Unschuld helfen kann...

Lockout Trailer
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Als die ersten Meldungen zu Lockout vor einigen Jahren auftauchten, wurde der Film flink als "96 Hours im Weltall" gebrandmarkt. Der Vergleich war passend, auch hier hat Luc Besson seine Finger im Spiel, dazu gibt es konsequente Action und Maggie Grace. Doch das alles sind nur Randnotizen, Nebensächlichkeiten, die von der wahren Qualität des Films ablenken, denn der wahre Grund, warum Lockout angeschaut werden sollte, ist Guy Pearce!

Obwohl Pearce (Memento, L.A. Confidential, Prometheus - Dunkle Zeichen) in der Vergangenheit mehr als einmal sein schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt hat, ist ihm bis heute der große Durchbruch im Filmgeschäft nicht vergönnt. Oft beschränken sich seine Talente nur auf Nebenrollen, welch vergeudetes Potential, das in Lockout endlich mal wieder abgerufen wird. Wäre Pearce nicht dabei, es wäre bestenfalls ein mittelmäßiger Actionfilm herausgekommen. Der Darsteller spielt Snow mit einer derartig frechen und unkorrekten Art, dass man als Actionfan die ganze Zeit fast nur grinst und jubeln möchte. Heraus kommt ein Actionheld, der wie eine Kreuzung zwischen John McClane und Jack Sparrow anmutet und in jeder nur erdenklichen Situation wie in den goldenen 80ern mit One-Linern um sich wirft. Diese einmalige Qualität von Lockout wussten bereits die Trailer gekonnt einzufangen, auch wenn dabei eine Vielzahl von Höhepunkten bereits im Vorfeld verraten wurde.

Das Regieduo James Mather und Stephen St. Leger hat wohl wissentlich den Fokus fast nur auf Snow gerichtet und sorgt mit einem extrem hohen Schnitttempo und ebenso hoher Actionfrequenz dafür, dass der Zuschauer fast keine Gelegenheit hat, über etwas anderes nachzudenken. Das ist auch gut so, denn abseits der Grundidee ist Lockout storymäßig ziemlich flach. Die Verschwörung, die Snow versucht aufzudecken, wird kaum intensiv beleuchtet und ist nur Mittel zum Zweck. Die Wendungen sind für den Zuschauer dabei oft nur schwer begreiflich, Hauptsache die Handlung wird irgend vorwärts gebracht. Für Tiefe bleibt da wenig Zeit. Die hätte auch den Trickeffekten ganz gut getan, denn ob Verfolgungsjagden auf der Erde oder Feuergefechte im All, zeitgemäß sind diese nur in den seltensten Fällen. Hier dürfte das knappe Budget von 30 Mio. $ der Grund sein, auch ein Zeichen für den Retrotrip im All: Zwar spielt Lockout 2076, die Technik und Inneneinrichtung scheinen jedoch in der Gegenwart stehen geblieben zu sein.

Trotz dieser Defizite weiß das Gesamtpaket zu gefallen und mit Snow ist sogar wieder ein Actionheld geboren, der es verdient, dass wir uns an ihn erinnern. Bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht sein letzter Auftritt ist. Die Chancen stehen auf jeden Fall gut, dass Lockout ein finanzieller Erfolg wird und damit den Grundstein für Fortsetzungen legt. Sicherheitshalber haben die Regisseure hier bereits die nötigen Weichen gestellt und Spielraum für einen weiteren Teil geschaffen.

Lockout ist perfekte Actionkost, um das Hirn in den Leerlaufmodus zu schalten. Ein Film, der Spaß bereiten will und Spaß macht, ergo Popcornkino vom Feinsten mit einem grandiosen Guy Pearce. 4 von 5 Hüten.

(AS)

Lockout Bewertung
Bewertung des Films
810
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