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The Man with the Iron Fists

Jack Knife trifft auf ein mittelmäßiges "Kill Bill"

The Man with the Iron Fists Kritik

3 Kommentar(e) - Fr, 09.11.2012 von Moviejones - Wie gut der Film Moviejones gefallen hat, erfährst du in unserer » The Man with the Iron Fists « Kritik.

Jungle Village ist ein rauer Ort, in dem sich mehr als zwielichtige Gestalten die Klinke in die Hand geben. Ein Ort voller Sex und Gewalt. Die Story, soweit man sie so nennen kann, beginnt mit der Ermordung von Gold Lion durch seine Untergebenen Silver Lion (Byron Mann) und Bronze Lion (Cung Le). Mit ihrem Clan wollen sie das Gold des Kaisers stehlen, doch sie haben die Rechnung ohne Zen Yi (Rick Yun), den Sohn des Gold Lion gemacht, der Rache schwört. Silver und Bronze Lion schließen sich daraufhin mit dem Giganten Brass Body (David Bautista) zusammen, um Zen Yi zu beseitigen. Dreh und Angelpunkt der Ereignisse ist das Blossom, ein Edelbordell, welches von Madame Blossom (Lucy Liu) betrieben wird, die ebenso ihre eigenen kleinen Geheimnisse hat. Parallel taucht ein merkwürdiger Fremder in Jungle Village auf, Jack Knife (Russell Crowe). Dieser schaut sich die ganzen Ereignisse aus sicherer Entfernung an und scheint selbst noch offene Rechnungen begleichen zu wollen. Zwischen die Fronten der vielen Parteien gerät Blacksmith (RZA), ein Schmied, der bisher die Waffen für die verschiedenen Clans im Dorf fertigte, nur damit er endlich mit der Frau, die er liebt, von hier fliehen kann.

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Gewalt ist keine Lösung, dieser oft zitierte Satz hat in The Man with the Iron Fists keine Gültigkeit. Gewalt und Sex, das am besten kombiniert, sind in Jungle Village die einzige Lösung für ein Problem. Sanftmütige Wesen sollten daher von Vornherein einen großen, wenn nicht sogar gewaltigen Bogen um diesen Film machen. Mit viel Tamtam wurde The Man with the Iron Fists in den letzten Wochen beworben und da er von Quentin Tarantino produziert wurde, weckte er auch die Aufmerksamkeit. Und wirklich, sein Einfluss kann nicht abgesprochen werden, streckenweise fühlt es sich so an, als wäre dies Tarantinos lang angedachter Kung-Fu-Film.

Vieles richtet sich im Film auf die verschiedenen Kämpfe aus, die oft kurzweilig und gut inszeniert sind, jedoch wirken sie besonders zu Beginn ein wenig aus dem Kontext gerissen. Zudem erschließt sich nicht immer sofort, warum gerade wer mit wem kämpft. Dies bessert sich erst deutlich in der zweiten Hälfte, wenn die Motivation der einzelnen Splittergruppen deutlich wird und jeder Protagonist seinen Showdown bekommt.

Zwar ist The Man with the Iron Fists mit seinen 95 Minuten recht kurz ausgefallen, dennoch schleichen sich ob der überschaubaren Rahmenhandlung immer wieder Hänger ein. Dies ist tragischerweise meistens dann der Fall, wenn RZA als Schmied ins Spiel kommt. Während nahezu alle Darsteller overacten, was aber zur Thematik passt und mitunter wirklich amüsant anzuschauen ist (...Silver Lion), bleibt RZAs  Darbietung erschreckend unterkühlt, oft sogar tranig. Während er hinter der Kamera eine recht gute Figur macht, ist dies davor weniger der Fall und hier möchte man ausrufen, Schuster bleib bei deinen Leisten. Selbst Wrestler Dave Bautista spielt ihn locker an die Wand und macht schon körperlich eine ganz andere Figur, hier können wir uns schon jetzt auf Riddick 3 - Dead Man Stalking freuen. Bautista ist vielleicht kein zweiter The Rock, er könnte aber mit seiner Statur diverse Actionfilme in Zukunft aufwerten.

Zum Glück taucht RZA nicht in jeder Szene auf und so wird der Film gerettet von den vielseitigen restlichen Darstellern. Ob Russell Crowe als Jack Knife oder eben Lucy Liu als Madame Blossom, beide geben dem Film ungemein viel. Besonders Crowe scheint bei den Dreharbeiten unheimlich viel Spaß gehabt zu haben, so oft wie der sich mit einer Vielzahl von Bordellmiezen schlüpfrige Wortgefechte liefert, ist ihm dies auch nicht zu verdenken. Durch Lucy Liu und Gordon Liu/Chia Hui Liu kommt sogar ein wenig das Gefühl eines Kill Bill auf, doch dessen Genialität wird nicht erreicht - einen Regisseur wie Quentin Tarantino gibt es eben nur einmal. Das zeigt sich nicht zuletzt auch in der Inszenierung: Wo es Tarantino versteht, Bild, Ton und Dialoge grandios in Szene zu setzen, muss RZA passen und kocht nur mit Wasser. Visuell oft hübsch anzusehen, bleiben die Dialoge oft oberflächlich und klischeebehaftet und die Musik einfach nur Geschmackssache.

The Man with the Iron Fists ist kein Meisterwerk geworden, andererseits aber auch kein Reinfall. Es ist der westliche Versuch eines Eastern, mit einer Menge Schwächen, aber auch vielen Stärken. Es ist kein Film, der sich ernst nimmt, es ist kein Film bei dem es harmlos zur Sache geht. Es sind 90 Minuten nette Unterhaltung für Genrefans, nicht mehr, nicht weniger. Für diese eine Empfehlung, der Rest hält sich von The Man with the Iron Fists lieber fern.



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The Man with the Iron Fists Bewertung
Bewertung des Films
610
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