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Killing Them Softly

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Killing Them Softly Kritik

2 Kommentar(e) - Mo, 26.11.2012 von FBW - Hierbei handelt es sich um die » Killing Them Softly « Filmkritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW), die wir mit freundlicher Erlaubnis veröffentlichen.

Der Blick hinter die Fassade des Killers auf der Suche nach etwas Menschlichem gehört seit Tarantinos Pulp Fiction zu den Standards im Genre Gangstermovie. Der australische Regisseur Andrew Dominik fügt dem jetzt in Killing Them Softly eine neue Note hinzu und lässt vor allem seine Hauptfigur Jackie Cogan, gespielt von Brad Pitt, wichtig über Politik daherschwafeln. Angesiedelt im Jahr 2008 geht es um den wirtschaftlichen Niedergang der mächtigen Vereinigten Staaten. Und auch in Cogans Business war die Arbeitsmoral und Bezahlung schon mal besser.

Killing Them Softly Trailer
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Killing Them Softly erzählt von einem Überfall, der schiefläuft. Schieflaufen muss, was allen sofort klar ist, nur den beiden Kleinganoven Frankie (Scoot McNairy) und Russell (Ben Mendelsohn) nicht. Letzterer gehört zu den verlumptesten und armseligsten Figuren, die je in einem Gangsterfilm zur Waffe gegriffen haben. Alkohol und Drogen haben ihm das Gehirn zerfressen, was die anfänglichen langen Dialoge zur Planung des Coups entsprechend anstrengend für den Zuschauer machen.

Nachdem die beiden den Pokerfreunden eines illegalen Spielsalons ihr Geld abgenommen haben und damit sogar entkommen konnten, scheint auch der weitere Plan, den ihnen ein Dritter eingeflüstert hat, zu klappen. In Verdacht gerät der Veranstalter der Runde Markie Trattman (Ray Liotta), der sich schon einmal aus der Kasse bedient hatte. In einer extrem brutalen Szene wird Markie niedergeprügelt - entgegen der Prämisse des Films, auf "stylishe Tötung", eben aus der Ferne, und damit "sanft" zu setzen.

Vielleicht war das aber auch nur das Vorspiel, nachdem man sich über den Auftritt von Jackie Cogan (Brad Pitt) mit nach hinten gegeltem Harr und Bart richtig freuen soll. In diesem Universum der Loser, Junkies und Dummköpfe erscheint der Profikiller, der seinen Job beherrscht, wie eine Lichtgestalt. Andrew Dominik auf jeden Fall schätzt Pitt sehr. Mit ihm realisierte er bereits Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (2007). Hier gibt er dem Hollywoodstar wieder eine Art Titelrolle, denn der Film beruht auf dem Roman "Cogans Trade" von George V Higgins aus dem Jahr 1974. In seiner filmischen Umsetzung transportiert Dominik den immer gut kommenden Seventies-Gangster-Style ins Jahr 2008 und untermalt fast penetrant viele seiner Szenen mit Wahlkampfreden der damaligen Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama.

Die Herausforderung mit dieser Rolle hält sich für Brad Pitt in Grenzen. Coolness ausstrahlen, Pseudoweisheiten von sich geben und Leute aus der Distanz erschießen. Für Letzteres ist er sich im Fall des Lumpengauner-Duos sogar selbst zu schade und fordert einen weiteren Killer extra aus New York an. Ex-Soprano James Gandolfini zeigt als Mickie jedoch, wie weit es mit den Mitgliedern seiner Branche schon gekommen ist. Einst als exzellenter Killer gefürchtet, vermasselt er jetzt den Job, weil er nicht von Sex und den Drogen lassen kann.

Cogan muss selbst ran und feststellen, dass nicht nur die Arbeitsmoral, sondern auch die Preise für einen Mord verfallen. Kapitalismus und Kriminalität funktionieren nach dem gleichen Prinzip - wo weniger eingenommen wird, wird auch weniger bezahlt. Cogan resümiert dann auch noch mal für alle, die den Anspruch des Films noch nicht begriffen haben: "Amerika ist kein Land, Amerika ist ein Geschäft."

Killing Them Softly will mehr sein als ein Unterweltkrimi und scheitert an seinem Anspruch. Andrew Dominik trägt dick auf und lässt seine Story während der sich zuspitzenden Finanzkrise in einem aufgrund der Folgen des Hurrikans Katrina besonders brach liegenden New Orleans spielen. Die Wahlkampfparolen im Hintergrund klingen hohl, zeigt doch das Leben - nicht nur der Kriminellen -, dass der Stärkere den Schwächeren am Ende auslöscht. Ein Zynismus, der in seiner filmischen Umsetzung als Geschwafel der wenig zeitgemäßen Figuren wie eine große leere Pose wirkt. Dabei zeigt sich das Hauptproblem des Films, der anscheinend keine genaue Zielgruppe im Visier hat.

Killing Them Softly bekommt 2 von 5 Hüten.


(Quelle: teleschau - der mediendienst | Diemuth Schmidt)

Killing Them Softly Bewertung
Bewertung des Films
410
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