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Die Hüter des Lichts

Fabelwesen, vereint Euch!

Die Hüter des Lichts Kritik

1 Kommentar(e) - 25.11.2012 von FBW - Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
Filmkritik

Die Hüter des Lichts Bewertung: 3.5/5

The Avengers mal anders: Während sich im großen MARVEL-Blockbuster Iron Man, Captain America & Co. zu einem schlagkräftigen Superheldenteam zusammenschließen, liefert Dreamworks mit Die Hüter des Lichts eine Variante für Kinder ab. Hier heißt es nicht "Wir haben den Hulk!", sondern "Wir haben den Weihnachtsmann!" Der 3D-Animationsfilm versammelt Osterhase & Co. und lässt sie als Beschützer der Kinder dieser Welt gegen eine dunkle Bedrohung ankämpfen: Der Schwarze Mann zieht um die Häuser! Also, spricht der Mann im Mond, Fabelwesen, vereint euch!

Die Hüter des Lichts sind der Sandmann, die Zahnfee, der Osterhase und der Weihnachtsmann. Sie sind die Beschützer aller Kinder dieser Welt. Im Gegenzug verleiht ihnen der kindliche Glaube Macht. Das funktioniert so gut, dass niemand mehr Angst vor dem Schwarzen Mann namens Pitch hat. Albträume und Angst aber sind sein Quell der Macht. Also beschließt er, den Hütern ein Ende zu setzen, und einen nach dem anderen auszuschalten.

Es ist diese dunkle Bedrohung, die den Mann im Mond dazu veranlasst, einen neuen Hüter zu benennen: Jack Frost (mit der Stimme von Schauspieler Florian David Fitz), der ewige Kindskopf. Er soll Verantwortung übernehmen? Das sieht er aber ganz anders! Sollen doch die anderen das Leben ernst nehmen, er will Spaß haben. Erst als Pitch seine Armee fieser Gedanken auf die Welt losjagt und die Hüter nahe an den Rand der Aufgabe bringt, steht Jack der Entscheidung für Gut oder Böse gegenüber.

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Es ist ja ein sehr charmanter Gedanke die - zugegeben etwas angestaubten - Fantasiewesen unserer Zeit als kampflustige, behutsam modernisierte Hüter der heilen Kinderwelt in einen Film zu packen. Und die Seite der Helden ist auch gelungen. Der Weihnachtsmann, der die Worte "Naughty" (etwa: ungezogen) und "Nice" (nett) auf die Arme tätowiert hat. Der flinke Osterhase aus Australien mit Bumerang, der von Komiker Matze Knop gesprochen wird. Und die zierliche Zahnfee, der Schauspielerin Hannah Herzsprung ihre Stimme leiht, mit ihren vielen Helferlein - das sind witzige, starke Charaktere.

Die Hüter des Lichts krankt eher ein wenig an dem blassen Bösewicht. So richtig wird nie klar, was Pitch denn eigentlich will - außer den Glauben an die Hüter zu zerstören. Klar, die Kinder sind müde und traurig, weil Albträume sie auf einmal plagen - und das ist schlimm, keine Frage, aber Pitch ist eben keine Cruella de Vil aus 101 Dalmatiner, kein Scar aus Der König der Löwen, nicht der Jäger, der Bambis Mutter erschießt - eben kein echter Disney-Bösewicht. Dadurch wirkt die ganze Wandlung, die Jack Frost vom Kindskopf zum Hüter durchmacht, etwas flach, fast schon zu sehr aus dem Lehrbuch. Das ist sicherlich kindgerecht, schafft aber eben nicht den Spagat, den Pixar immer wieder hinlegt: Erwachsene und Kinder gleichermaßen anzusprechen.

Dafür unterhät das Trio um Weihnachtsmann, Zahnfee und Osterhase immerhin prächtig: Kleine Streitereien darüber, wer denn nun den schwierigsten Job hat, liefern schön durchtriebene Gespräche. Es muss ja schon ausdiskutiert werden, was schwieriger ist: Weihnachten oder Ostern an einem Tag bewältigen oder die vielen Milchzähne Nacht für Nacht abholen? Oh, und den Sandmann nicht vergessen, der redet zwar nicht, hat mit der Erschaffung traumhafter Schlafwelten aber alle Hände voll zu tun. Und die sind wahrlich großartig: Sie werden in fantasievollen, spektakulären Animationen auf die Leinwand gebannt.

Das ist alles wunderbar, verursacht aber ein weiteres Problem: Jack Frost gerät im Laufe des Films zusehends in den Hintergrund. Wenn die Nebenpersonen interessanter als der Protagonist werden, wirken viele Szenen mit ihm behäbig. Zumal Jack Frost, die spaßige Seite des Winters, in Deutschland nicht so bekannt ist.

Die Hüter des Lichts ist letztlich ein Film, den man gerne als solide bezeichnet und der auf jeden Fall auch funktioniert. Er verbindet wilde Actionszenen mit ruhigeren Passagen mühelos und baut nebenbei noch schöne Welten auf. Aber es bleibt nach dem Abspann wenig hängen. Das ist schade, denn diese Superhelden mag man eigentlich gern haben.

Die Hüter des Lichts bekommt 3,5 von 5 Hüten.


(Quelle: teleschau - der mediendienst | Sebastian Srb)



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Die Hüter des Lichts Bewertung
Bewertung des Films
710
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