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Gangster Squad

Dreckig, düster, topbesetzt

Gangster Squad Kritik

5 Kommentar(e) - 18.01.2013 von Moviejones
Filmkritik

Gangster Squad Bewertung: 3.5/5

Los Angeles, 1949. Der sadistische Gangsterboss Mickey Cohen (Sean Penn) hat die Stadt der Engel fest im Griff und kontrolliert Polizei, Politik und LAs Unterwelt gleichermaßen mit seinen skrupellosen Methoden. Drogengeschäft, Waffenhandel, Prostitution - eigentlich könnte sich der Ex-Boxer aus Brooklyn zurücklehnen und sich in seinem Erfolg sonnen. Doch das reicht Cohen noch lange nicht, denn da wäre noch das lukrative Wettgeschäft der Syndikate aus Chicago und New York...

LAPD-Chief Bill Parker (Nick Nolte) weiß sich nicht mehr anders zu helfen, als eine kleine LAPD-Undercover-Einheit unter der Leitung seines alten Freundes Sgt. John O´Mara (Josh Brolin) auf Cohen anzusetzen, die außerhalb des legalen Rahmens das Imperium des Mafia-Königs zerschlagen soll. O´Mara stellt das Team mit Hilfe seiner schwangeren Frau Connie (Mireille Enos) zusammen, auch wenn diese ihren Ehemann höchst ungern als Helden in die Schlacht ziehen sieht. Und so gesellen sich zu O´Mara und seinem smarten Freund Sgt. Jerry Wooters (Ryan Gosling), der längst ein Auge auf Cohens "Perle" Grace Faraday (Emma Stone) geworfen hat, noch Messer-Spezi Officer Coleman Harris (Anthony Mackie), Pistolenheld Officer Max Kennard (Robert Patrick) und dessen etwas unerfahrener Partner Officer Navidad Ramirez (Michael Peña). Als Technikfreak stößt schließlich noch Officer Conway Keeler (Giovanni Ribisi) hinzu. Die mutige Truppe gibt sich den Namen "Gangster Squad", ihr Motto: "Wir lösen keinen Fall. Wir führen Krieg. Keine Namen. Keine Uniformen. Keine Gnade." Ihre ersten Aktionen gegen Cohen verlaufen erfolgreich - doch bald schon wittert Cohen, woher der scharfe Wind so plötzlich weht, und schlägt knallhart zurück...

Die Geschichte über Mafiaboss Mickey Cohen und die ihn stoppende Gangster Squad beruht zwar auf wahren Begebenheiten, jedoch darf man nun nicht erwarten, einen all zu authentischen Oldschool-Mafiathriller zu sehen. Ruben Fleischers Gangster Squad mag sich zwar von vergangenen Realitäten inspiriert haben lassen, die Inszenierung ist jedoch eher im The Expendables meets Dick Tracy meets Sin City-Style gehalten. Dreckig, brutal, düster, mit viel Liebe zum Detail versetzt ins Jahr 1949, Film Noir lässt grüßen - jedoch als eher Comicversion. Denn das Szenenbild wirkt trotz originalgetreuer Schauplätze, Kostüme und Requisiten durch moderne und comichafte Effekte, Farbfilter sowie dennoch nötige Nachbauten eher "gemacht" als authentisch. Und auch wenn coole Sprüche gut unterhalten und wirklich amüsieren, wirken die Figuren dadurch nun mal überzeichnet.

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Jedoch macht genau dieses sich Bewegen zwischen originalgetreu, handgemacht und künstlich gestylt Gangster Squad sehr originell, man kann auch nicht sagen, ob es eher ein Drama, ein Thriller, ein Actionfilm oder eine Komödie ist - es ist von allem etwas. Selbst das Tempo bewegt sich zwischen sich Zeit für die Figuren, für Stimmung lassen und flotten Actionszenen auf und ab, weder knistert es vor Spannung noch kommt Langeweile auf - es unterhält durchgehend einfach enorm gut. Die Story ist im Ganzen simpel, die großen Wendungen vorhersehbar, die Emotionen flach, Logik außen vor - und dennoch macht es Spaß dem zuzuschauen, zumal dramaturgisch wie auch inszenatorisch Überraschendes und Originelles in den Details und kleineren Wendungen stecken. Hier sind Kamera und Schnitt nur zu loben. Ohne die topbesetzte Darstellerriege liefe Gangster Squad allerdings Gefahr, bei aller Coolness und Originalität doch zu trashig daher zu kommen.

Denn gerade überzeichnete Charaktere und deren Handlungen wirken nur dann nicht albern, wenn ein Darsteller sie als authentische Figur präsentieren kann. Gangster Squad mag sich im Stil nicht immer all zu ernst nehmen, beginnt er doch schon mit einem Dracula-Zitat mitten in einer brutal-blutigen Liquidierungsszene in guter alter Mittelalter-Manier, an der Tarantino seine helle Freude haben dürfte. Allen voran Sean Penn (Mystic River) als wahrlich knallharter, skrupelloser Mafioso Mickey Cohen und Josh Brolin (Men in Black 3) als markiger und verdammt cooler Sgt. John O´Mara, besser hätte man nicht besetzen können. Ryan Gosling (Drive) überzeugt als smarter Gentleman-Typ in schnieken Anzügen und auch die anderen Teammitglieder von O´Mara kommen auf ihre je eigene coole oder schräge Art authentisch und unterhaltsam rüber. Emma Stone (The Amazing Spider-Man ) ist eine hinreißende Augenweide, die vor allem in einer Szene, in der sie ein traumhaftes hüfthoch geschlitztes rotes Kleid trägt, wohl jedem männlichen Wesen den Atem rauben dürfte. Die Einstellung von ihr, bei der sie frontal in diesem Kleid mit dem Rücken lehnend an der Bar aufgenommen wurde, ihr Bein aus dem Schlitz des Kleides etwas herausgeschoben, gäbe ein umwerfendes Porträt in Postergröße ab. Nick Noltes (Warrior) Genuschel ist in der präsentierten Originalfassung von Gangster Squad ohne Untertitel zwar etwas schwer zu verstehen und sein gesetzteres Erscheinungsbild gewöhnungsbedürftig, passt aber prima zur Rolle. Auch die Nebenrollen machen ihre Sache gut; besonders die eher als Serienstar bekannte Mireille Enos (The Killing) als warmherzig besorgte Ehefrau Connie sorgt überzeugend für etwas emotionalen Tiefgang im sonst eher düster-coolen Spektakel. 

Insgesamt ist der Coolness- und Kultfaktor extrem hoch, die Retro-Bildästhetik eine Augenweide, wenn einen das leicht comichafte nicht stört, und auch der tolle Soundtrack, der mit vielen Live-Musikszenen in den Clubs und Bars aufwartet, sorgt für passend kultige Stimmung, aber im Gesamten ist Gangster Squad eben immer etwas "drüber". Eine ergreifendere und mehr Richtung authentisch-dichter Gangsterthriller gehende Verfilmung darf gern noch folgen, doch Gangster Squad erschafft sich durch seinen Stil eine gelungen-zeitlose ganz eigene Interpretation der Geschichte.



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Gangster Squad Bewertung
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710
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