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The Wolverine - Weg des Kriegers

Mutierte Charakterstudie

The Wolverine - Weg des Kriegers Kritik

26 Kommentar(e) - 20.07.2013 von Moviejones
Filmkritik

Wolverine - Weg des Kriegers Bewertung: 3/5

Es beginnt mit einer Katastrophe: Während des Atombombenabwurfs über Nagasaki rettet Logan (Hugh Jackman) dem Japaner Yashida (Hal Yamanouchi) das Leben, dann trennen sich ihre Wege. Jahrzehnte vergehen und Logan hat inzwischen sein Leben als Wolverine hinter sich gelassen. Er lebt zurückgezogen im Wald, Alpträume plagen ihn des Nachts, in denen die Dämonen seiner Vergangenheit ihn nicht ruhen lassen. Vor allem die Erinnerung an Jean Grey (Famke Janssen) lässt ihn nicht los.

Eines Tages bittet ihn die junge Japanerin Yukio (Rila Fukushima), sie mit nach Japan zu begleiten. Yashida hat dort inzwischen ein gigantisches Firmenimperium gegründet, liegt aber im Sterben. Dem Tode nahe, möchte er sich bei seinem einstigen Retter bedanken, indem er Logan Erlösung von seinem Leid verspricht: Das Geschenk der Sterblichkeit. Dann kommt alles auf einmal, Logan verliebt sich in Yashidas Enkelin Mariko (Tao Okamoto), findet in Yukio eine neue Verbündete und muss sich plötzlich mit der eigenen Verletzlichkeit auseinandersetzen, zudem sind Freunde und Feinde nicht mehr so leicht auseinanderzuhalten...

Um gleich Fragen nach der Qualität von The Wolverine - Weg des Kriegers und den Vergleich zu X-Men Origins - Wolverine vorwegzunehmen: Beide Filme könnten unterschiedlicher nicht sein. Wer auf Bombastaction steht und viele Mutanten, wird mit The Wolverine - Weg des Kriegers nicht glücklich werden. Wer von den gängigen Comicverfilmungen jedweder Couleur gelangweilt ist, bekommt jedoch mit Wolverines neuen Abenteuern ein Kinoerlebnis geliefert, welches mehr mit dem Nolanschen Batman gemein hat, ohne aber ganz an dessen Bedeutungsschwere heranzureichen. The Wolverine - Weg des Kriegers ist mehr Charakterdrama als Actionfilm, ungewohnt, aber gerade deswegen zu begrüßen.

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Mit The Wolverine - Weg des Kriegers erwartet uns nun schon die dritte große Comicverfilmung in diesem Jahr. Doch wo Iron Man 3 und Man of Steel vor allem darauf ausgelegt waren, mit möglichst viel Bombast die Story zu kaschieren, geht Regisseur James Mangold einen für eine Comicverfilmung ungewöhnlichen Weg. Die Actionsequenzen wurden soweit geerdet, wie es in einer Comicverfilmung möglich ist, überhaupt wird die Action zugunsten der Figuren weit zurückgefahren. Im Zentrum der Handlung steht Logans/Wolverines Kampf mit seinen inneren Dämonen und wie es sich für einen Unsterblichen anfühlt, plötzlich sterblich zu sein. Wer dabei wie in früheren X-Men-Filmen die Abwechslung sucht, dürfte enttäuscht werden. Mangold inszeniert seinen Wolverine wie eine Comicverfilmung, die eigentlich fast keine mehr ist. Die Darsteller sorgen für den Rest. Hugh Jackman ist aus der Rolle des Wolverines inzwischen nicht mehr wegzudenken und verkörpert diesen präsent wie am ersten Tag. Der ansonsten fast durchgehend japanische Cast mag einige Zuschauer abschrecken, dem Handlungsschauplatz geschuldet ergibt sich hier jedoch eine erfrischend andere Darbietung, wie sie in viel mehr Filmen vorkommen sollte.

Der einzige direkte Verweis darauf, dass es sich um einen X-Men-Film handelt, ist der Einbau einer zweiten Mutantin namens Viper (Svetlana Khodchenkova). Überhaupt wird an vielen Stellen der Fokus genau auf Wolverine gerichtet. Mit vier Filmen im Rücken ist die Hintergrundgeschichte - The Wolverine - Weg des Kriegers spielt nach X-Men - Der letzte Widerstand - von Wolverine weitestgehend bekannt. Dadurch muss nicht erneut im Urschleim gewühlt werden, sondern kann die ganze Zerrissenheit der Hauptfigur in den Mittelpunkt gerückt werden. Über weite Strecken funktioniert dies auch ganz gut, nur im Mittelteil, als er sich in Mariko verliebt, hätte das Tempo ruhig etwas angezogen werden können. Auch sonst leidet der Film unter dem Eindruck, die Macher wollten etwas mehr Komplexität einbauen, als es gut tut. Vor allem die Motivation der einzelnen Hauptfiguren, die auch gern die Seiten wechseln, ist nicht immer ganz nachvollziehbar. Hier hätte entweder etwas gekürzt werden müssen oder diese Charaktere hätten ein wenig mehr Hintergrundgeschichte auf den Weg gebraucht.

Obwohl es in The Wolverine - Weg des Kriegers dieses Mal weitestgehend ruhig zugeht, kommt natürlich auch diese Comicverfilmung nicht ohne Effekte aus. Diese sind durchaus sehenswert, aber oft auch einen Tick zu zahm. Vor allem schleppt der Film das Manko der Reihe mit sich herum, dass wie in früheren X-Men-Filmen die Effektqualität nie auf dem Stand der gegenwärtigen Technik ist. Es sieht gut aus, aber ist nicht wegweisend. Es lohnt sich übrigens, den Abspann noch einige Minuten an sich vorbeiziehen zu lassen, schon um einen kleinen Vorgeschmack auf X-Men - Days of Future Past zu bekommen. Hier wird der Anfang vom Ende der X-Men eingeleitet, wie wir ihn kennen, stellt doch der nächste Film ein Finale aller bisher bekannten X-Men-Filme dar. Danach würde uns ein Neustart nicht wundern, der direkt mit den Fantastic Four verknüpft ist.

Mit The Wolverine - Weg des Kriegers ist James Mangold ein interessanter Beitrag zur X-Men-Reihe gelungen, der den schwachen X-Men Origins - Wolverine weit hinter sich lässt und glücklicherweise auch ignoriert. Es ist ein Film geworden, der sich nicht nur auf bunte Bilder verlässt und der es vermutlich deswegen es auch etwas schwerer in den Kinos haben wird. Der ganz große Wurf ist The Wolverine - Weg des Kriegers nicht geworden, dafür konnten leider nicht alle in ihn gesteckten Hoffnungen erfüllt werden, doch wer eine Comicverfilmung sucht, in der nicht die Standardroutine abgespielt wird, kann sich auf einen guten Film freuen.



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The Wolverine - Weg des Kriegers Bewertung
Bewertung des Films
610
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