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Arrival

Blade Runner Generalprobe gemeistert

Arrival Kritik

2 Kommentar(e) - 11.12.2016 von luhp92
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von luhp92.
Filmkritik

Arrival Bewertung: 4.5/5

2013 wollte ich Prisoners und 2015 wollte ich Sicario im Kino sehen. In beiden Fällen habe ich es aus unterschiedlichen Gründen leider nicht geschafft bzw. es versäumt. Dieses Jahr lief Arrival Gefahr, das gleiche Schicksal zu teilen, ein drittes Mal wollte ich einen Villeneuve-Film allerdings nicht im Kino verpassen. Vor den Weihnachtsferien konnte ich ihn jetzt zum Glück doch noch unterbringen.

Trailer zu Arrival
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Arrival ist ein Science Fiction Film mit Köpfchen, der sich irgendwo zwischen 2001, Interstellar und Contact einordnen lässt. In der zweiten Hälfte stellt Villeneuve die Handlung auf den Kopf und sprengt somit sämtliche Erwartungen, die man als Zuschauer z.B. nach den Trailern eventuell haben könnte. Des Weiteren hat sich Villeneuve glücklicherweise dazu entschlossen, nicht jeden Gedanken auszuformulieren und nicht jede Frage zu beantworten. Dies kann zunächst vielleicht zu einigen Verwirrungen führen, sorgt insgesamt aber für das zufriedenstellende Gefühl, endlich mal wieder von einem Film gefordert zu werden. Während des Abspanns und während der Fahrt zurück nach Hause wird man Arrival definitiv mehrmals gedanklich Revue passieren lassen, in meinem Fall zu den schönen Klängen von Public Service Broadcasting.

Auch wenn Arrival erzähltechnisch sehr ruhig und langsam ausfällt, kommen zu keiner Zeit Längen auf. Anstatt hier jetzt aber näher auf Villeneuve oder Amy Adams einzugehen, möchte ich der Filmcrew in der zweiten Reihe mein Lob aussprechen: dem Kameramann Bradford Young, dem Komponisten Jóhann Jóhannsson, der Sound- und der Effektabteilung. Ihnen gelingt es meisterhaft, der Faszination und der Angst im Angesicht des Fremden (der englische Begriff "alien" in seiner reinsten Bedeutung) sowie der schieren Größe der Raumschiffe Ausdruck zu verleihen. Der ruhige Erzählstil bringt den Vorteil mit sich, den Fokus auf kleine, im allgemeinen Filmverständnis banal erscheinende Dinge zu richten und diese Dinge der Realität entsprechend darzustellen. Wenn Amy Adams im Film in einen Militärhubschrauber steigt, dann werde ich als Zuschauer von gleißendem Scheinwerferlicht geblendet und der Rotorenlärm wummert laut durch den Kinosaal, so wie auch in der Realität der Fall sein würde. Dementsprechend weiß ich als Zuschauer, dass es sich hier um einen einschneidenden Moment handelt und gerade etwas sehr Wichtiges geschieht. Gleiches gilt für Szenen, in denen Panzer und Kriegsschiffe aufgefahren werden oder sich die Raumschiffe bewegen. In lauten Actionfilmen wie Independence Day wird man die Krisensituation nicht so bewusst wahrnehmen wie hier.

Inhaltlich betritt Arrival einen bisher wenig ausgebauten Pfad, indem die Darstellung der Aliens aus dem üblichen Gut-Böse-Schema ausbricht, primär treten die Menschen selbst in Aktion. Im Vordergrund stehen die Kommunikationsprobleme, Villeneuve und Heisserer philosophieren über die Wichtigkeit der Sprache in der Evolution und zeichnen ein realistisches Bild der menschlichen Reaktion auf die andersartigen Fremden. Aufgrunddessen lassen sich aus dem Film auch Kommentare zur aktuellen politischen Lage ziehen. Des Weiteren kann Arrival als Film über das Kino selbst betrachtet werden, wie es schon in 2001 mit dem schwarzen Monolithen der Fall war. Das Innere des Raumschiffs erinnert nicht umsonst an einen Kinosaal mit großer Leinwand. Wer Interesse hat, kann sich gerne das Video von Wolfgang M. Schmitt jun. ("Filmanalyse") ansehen, der das ebenso empfunden hat und den Film sehr schön analysiert. Um Spoiler zu vermeiden, sollte man dies jedoch erst nach der eigenen Sichtung tun.

Mit Arrival ist Denis Villeneuve der nächste tolle Film gelungen und wenn er nicht schon nach Enemy und Sicario zu meinen Regiefavoriten zählte, dann spätestens jetzt. Die Generalprobe für Blade Runner 2049 hat er meiner Meinung nach mit Bravour gemeistert! Im Allgemeinen kann ich Arrival jedem empfehlen, der inhaltlich gerne gefordert werden möchte, insbesondere werden (Hard) Science Fiction Fans hier auf ihre Kosten kommen. Filme solcher Art finden sich in Hollywood heutzutage leider viel zu selten.



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Arrival Bewertung
Bewertung des Films
910
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2 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
HilbertKinolicht
Moviejones-Fan
Geschlecht | 17.12.2016 | 18:55 Uhr17.12.2016 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2016 18:59 Uhr editiert.

Schöne Kritik!

Ich habe den Film gestern gesehen und war sehr begeistert. Ein toller Film, der angenehm anderst ist als die üblichen Genre Kollegen. Er hat mich stark an "Die Begegnung der 3. Art" von Steven Spielberg aus dem Jahr 1977 erinnert. Als besonders angenehm habe ich empfunden, dass der Film den Zuschauer auch mal fordert, und nicht alles vorgekaut auf den Teller wirft. Auch die üblichen Klischees solcher Filme wie: "Die Menschen wollen alles gleich Vernichten was sie nicht verstehen" wurden in diesem Film zwar angedeutet, aber zu keinem Zeitpunkt missbraucht um Spezial Effects im Film unterzubringen. Ein Film den man dank seiner Machart und den guten Schauspielern, eher fühlt als sieht.

Ich kann der Kritik von Luhp92 ansonsten nichts hinzufügen. Ein toller Film!

MrNoname
BOT Gott
Geschlecht | 16.12.2016 | 14:55 Uhr16.12.2016 | Kontakt
Jonesi

schade, den hätte ich wirklich gerne im Kino gesehen, aber ich komm einfach nicht dazu frown