KritikFilmdetailsTrailer (5)Bilder (32)News (6)Filmabo
Film »News (6)Trailer (5)
Arrival

Esoterische Gefühlsverwirrung mit intellektueller Sprachverwurstung

Arrival Kritik

18 Kommentar(e) - 05.03.2017 von Nietsewitch
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von Nietsewitch.
Filmkritik

Arrival Bewertung: 1/5

Der Titel meiner Rezension liest sich fast wie: Chefsalat mit Fleischeinlage.

Aber was soll’s, ich sah den Film, ich fand ihn bescheuert, und ich schreibe eine Rezension dazu, und deswegen auch der Titel:

Esoterische Gefühlsverwirrung mit intellektueller Sprachverwurstung.

Zunächst Mal soll diese Kritik nur eine Zusammenfassung sein, von dem was ich bereits in User-Kommentaren zur Moviejones-Filmkritik geschrieben hatte.

Wer sich nicht spoilern lassen will, sollte jetzt aufhören zu lesen.

Die guten Seiten des Films:

Symphatische Schauspieler die es schaffen, Längen des Films souverän zu überspielen. Eine schöne Kameraführung, insgesammt gute Spezialeffekte, die Aliens sind vielleicht ein wenig zu abstrakt gehalten, passen aber sehr gut zu dem was der Film sagen will. Atmospärisches und musikalisches Beiwerk ist auf hohem Niveau, wird allerdings nur manipulativ verwendet, um Schwächen im Plot zu überdecken.

Und nun das Schlechte:

Dabei ist eben der Plot oder die Prämise die dem Film zu Grunde liegt, der große Reinfall des Films, welcher wäre: Sprache als Mittel der Zukunftschau und Schicksalsbewältigung.

Da reisen also Aliens durch Raum und Zeit oder was auch immer, überbrücken riesige Distanzen, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schon andere Zivilisationen kennengelernt, dann stranden sie schließlich bei uns und das Unglaublichste passiert: Sie können unsere Sprache nicht, und erst die Menschen selber, also nicht die hyperintelligenten Aliens, nein, die Menschen selber müssen eine funktionierende Kommunikation aufbauen, um in Erfahrung zu bringen was denn diese Viecher hier wollen.
Als zweites dann die Symbolhaftigkeit, die einem ständig ums Gesicht schlägt: das Raumschiff, im Form eines Eis. (Was war zuerst? Das Ei oder das Huhn?) Quasi die Frage nach dem Anfang. Dann die Kreisform der geschriebenen Sprache als Hinweis auf Ewigkeit, oder als sich immer wiederholende Gegebenheit.
Und dann der quasi Aufstieg der Menschen, zum transzendalen Wesen durch das Lernen der Aliensprache. (Der Mensch ist für mich schon ein transzendales Wesen, er braucht nicht noch mal veredelt zu werden, er kann schon sprechen. Das aber nur nebenbei.) Und die anschließende Bewältigung des früheren Schicksalschlages durch die Sprache, quasi rückwirkend durch die Zeit. Ein lineares Medium, sprechen, welches rückwärts durch die Zeit wirkt, und einen quasi spirituellen Blick auf die Lebensereignisse möglich macht. So einen hanebüchenen Unsinn hab ich schon lange nicht mehr gesehen, denn in welche spirituellen Sphäre sollen wir da aufsteigen? Sprache erleuchtet nicht, Sprache beleuchtet. Sprache gibt den Dingen nicht den Sinn, Sprache erklärt den Sinn. Sprache ist ein Mittel, ein Werkzeug nicht der Zweck.
Um einen weiteren unsinnigen Punkt des Films aufzugreifen: Der Film gibt vor, dass er sich für das Thema Sprache interessiert, ignoriert allerdings die Verschiedenheiten der verschiedenen Erdsprachen, so dass wirklich jedes Land der Erde im entscheidenden Moment aus dem Geschwurbel der Aliens eine Kriegserklärung entnimmt. Wäre nicht eher hier der entscheidende Ansatz für eine Lösung des Filmkonflikts zu finden gewesen?
Stattdessen muss man sich esoterischen Unsinn und pseudowissenschaftlichen Quatsch über eine Maschine mit Zeitreisen anhören, welches dann auch noch mit der Sprache der Aliens in Verbindung steht, dass zeigt für mich, dass der Film überhaupt kein Interesse an dem Thema "sprachliche Missverständnisse" hatte, sonderen das Thema nur missbrauchte, um etwas von geistigem Aufstieg und der Veredelung der menschlichen Rasse zu faseln. Von einer wirklichen Debatte um Sprache keine Spur, da täuschen auch Fakten zur Sprache, welche ja hier und da im Film vorhanden sind, nicht hinweg.
Dass die Aliens schließlich vorgeben die Hilfe der Menschheit zu brauchen, weil sie ja die Zukunft sehen, und in 3000 Jahren einem Problem gegenüber stehen, ist genauso auch nur ein Vorwand des Films, um die sich ergebenen Erreignisse zu rechtfertigen. Die Erklärung warum die Aliens hier sind, verkommt danach wieder zur Nebensächlichkeit, die zwar dem Filmbetrachter eine oberflächlich zufriedenstellende Antwort liefert und dadurch den Schein der Ganzheitlichkeit des Films aufrechterhält, daraufhin allerdings verliert sich diese Tatsache, dass die Aliens in 3000 Jahren Hilfe benötigen, in vollkommene Boden- und Bedeutungslosigkeit, und der Film widmet sich dann wieder diesem diffusem (esoterischem) Gefühl.
Der Film ist im wesentlichen ein Feuerwerk, zu dem Mann "AH und OH" sagt, und wir verlassen danach das Kino mit dem Gefühl etwas gelernt zu haben. Was dieses Etwas sein soll, wissen wir nicht, weil es dieses Etwas auch nicht gibt, aber das Gefühl etwas gelernt zu haben ist trotzdem da. Dieses ist in der Tat eine Kunst und zwar eine der Manipulation, welches ich in anderen Filmen schätze, wenn sie einem etwas geschickt vorgauckelt, ich aber zutiefst verabscheue, wenn das Werk sich als menschliches Lehrstück versteht, aber im wesentlichen keine Substanz beinhaltet.

Der Film will einen etwas sehen lassen, was es einfach nicht da ist, und benutzt dazu die Sprache als Aufhänger. Er lässt ganz bewusst subtil die Grenzen zwischen Sprache und gefühldusliger Esoterik verschwinden, gekonnt auf dem ersten Blick, auf dem zweiten Blick ein löchriger Käse. Einer von Fünf. Basta.



Filmgalerie zu "Arrival"Filmgalerie zu "Arrival"Filmgalerie zu "Arrival"Filmgalerie zu "Arrival"Filmgalerie zu "Arrival"Filmgalerie zu "Arrival"
Arrival Bewertung
Bewertung des Films
210
18 Kommentar(e) / Jetzt kommentieren

Trailer zum Film

Arrival
Der Videoplayer(12385) wird gestartet

Mehr Trailer & Videos zum Film

Weitere spannende Film-Kritiken

KritikKritik
Kritik vom 16.08.2017 von Rubbeldinger
Komm aus dem Kino und muss bevor ich wieder auf n Festival aufbrech, weshalb das hier keine ausführliche Kritik sondern nur eine Teilabschnittsbewertung wird, meine Gedanken loswerden zu Planet der Affen - Survival Aber alles Spoiler! Der Film war einfach Genial, so wie ich es erwartete, wie mir die Vorgänger dahingehend schon gezeigt haben was Sache ist, aber wie beim Vorgänger fand ich den Schluß nicht gelungen, aber di ... die komplette Film-Kritik lesen

KritikKritik
Kritik vom 15.08.2017 von luhp92
Vorab: Lasst euch nicht allzu sehr von den 5/10 Punkten beeinflussen, der Film lohnt sich trotz der nur mittelmäßigen Bewertung. Darauf gehe ich in den letzten beiden Absätzen ein. In "Game of Thrones" trafen Sean Bean und Carice van Houten zwar nie aufeinander, wohl aber im Film "Black Death", der bereits vor der Serie veröffentlicht wurde. Aufgrund dieses Zusammentreffens habe ich mir den Film überhaupt erst angesehen ... die komplette Film-Kritik lesen

Und noch mehr Kritiken

Horizont erweitern

Alle Nicholas Sparks-Filme - Die besten und schlechtestenLass es krachen: Welcher Actionheld steckt tief in dir?Vom Vorgänger gekillt: Geplante Sequels, aus denen nichts wurde

Was denkst du?


Login mit Facebook



Mit meinem Login stimme ich den Anmelderegeln zu.

18 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
1
2
Nietsewitch
Moviejones-Fan
Geschlecht | 10.03.2017 | 17:33 Uhr10.03.2017 | Kontakt
Jonesi

In dem Zusammenhang Filmfakt=Argument, wenn es weiterhilft.

Zeit Erwachsen zu werden, und dem Irrsinn den Platz einzuräumen, den er sowieso schon hat.

eli4s
Moviejones-Fan
Geschlecht | 10.03.2017 | 15:47 Uhr10.03.2017 | Kontakt
Jonesi

Fik­ti­on

Bedeutungsübersicht

(bildungssprachlich) etwas, was nur in der Vorstellung existiert; etwas Vorgestelltes, Erdachtes
(Philosophie) bewusst gesetzte widerspruchsvolle oder falsche Annahme als methodisches Hilfsmittel bei der Lösung eines Problems

Synonyme zu Fiktion

Dichtung, Einbildung, Erfindung, Fantasie[gebilde], Illusion, Irrealität, [...]


Wir haben eigentlich ja schon alle Punkte durchgekaut... aber das ist eben ein zentraler Punkt, weshalb ich das ein oder andere Argument von dir nicht nachvollziehen kann... du versuchst einen fiktionalen Film und dessen fantastische Ideen mit faktischer, menschlicher Logik entgegenzutreten, was schlicht kein Argument gegen den Film ist, sondern ein falscher Ansatz. Wenn es dir um Fakten geht, solltest du bei Dokus bleiben.

Nietsewitch
Moviejones-Fan
Geschlecht | 10.03.2017 | 12:50 Uhr10.03.2017 | Kontakt
Jonesi

Jup, dass hier nur einer von den Kommentatoren bei den 3000 Jahren ins stutzen kommt, zeigt schon wieviel ihr von Fakten haltet.

Zeit Erwachsen zu werden, und dem Irrsinn den Platz einzuräumen, den er sowieso schon hat.

Kayin
Moviejones-Fan
Geschlecht | 09.03.2017 | 18:05 Uhr09.03.2017 | Kontakt
Jonesi

Nur weil man viel argumentiert, ist man nicht zwangsläufig objektiv. Aber ich hör hier auf, hab mir ein Bild von dir gemacht und damit Basta!

Nietsewitch
Moviejones-Fan
Geschlecht | 08.03.2017 | 14:42 Uhr08.03.2017 | Kontakt
Jonesi

Ja, ja, und weil ich so unobjektiv bin, hab ich auch soviel argumentiert.

Zeit Erwachsen zu werden, und dem Irrsinn den Platz einzuräumen, den er sowieso schon hat.

Kayin
Moviejones-Fan
Geschlecht | 08.03.2017 | 09:11 Uhr08.03.2017 | Kontakt
Jonesi

Naja man muss zwar deine Meinung akzeptieren aber nicht verstehen. Du hast dich so drauf eingeschossen, dass der Film schlecht ist, dass eine "objektive" Kritik nicht möglich ist.

Nietsewitch
Moviejones-Fan
Geschlecht | 07.03.2017 | 14:53 Uhr07.03.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 07.03.2017 17:45 Uhr editiert.

@Kayin

Klar will der Film sagen, dass wir uns auf die Sprache anderer einlassen müssen. Bis zum dem Punkt wo auf einmal alle verstehen, dass die Aliens Krieg wollen, war der Film auch sehr interessant. Aber der Film gibt sich nicht mal Mühe Unterschiedlichkeit zwischen den Ländern und ihren Sprachen darzustellen. Es wird einfach alles, was bis zu diesem Punkt aufgebaut wurde, wieder kaputt gemacht.

Der Film gibt am Anfang vor wissenschaftlich zu sein, und legt deswegen eine andere Messlatte vor wie der normale Unterhaltungsfilm, gibt mir aber im entscheidenden Moment eine Ohrfeige, indem er alles über Bord wirft worauf er hinausgearbeitet hat, und diese Ohrfeige gebe ich Form einer sechs zurück. Der Schüler hat an sich schon ein Drei verdient, bekommt aber auf Grund seines schlechten Benehmens einfach eine Sechs von mir, so einfach mach ich mir es mit der Bewertung.

Zeit Erwachsen zu werden, und dem Irrsinn den Platz einzuräumen, den er sowieso schon hat.

Kayin
Moviejones-Fan
Geschlecht | 06.03.2017 | 23:42 Uhr06.03.2017 | Kontakt
Jonesi
1

Dieser Beitrag wurde am 06.03.2017 23:47 Uhr editiert.

@Nietsewitch. Schade, dass du den Film so schlecht fandest. Dein sprachliches Talent und deine Ausdrucksweise sind mMn prädestiniert dafür, diesen Film großartig zu finden. Was hier nämlich alle vergessen, ist, dass der Film uns was völlig anderes sagen will.

1) Ich sehe den Film als eine Parabel für die Kommunikationsschwierigkeiten der Völker auf unserer Erde. Übersetzung und Interpretation sind nämlich nicht immer so klar, wie die Vokabeln in der Schule. Wer alleine den Unterschied zwischen Deutsch und Englisch betrachtet, der weiß, dass Englisch viel mehr Synonyme verwendet, was die Übersetzung manchmal als etwas schwierig erweist. Die damit verbundenen Bedeutungen können öfters mal differieren. Und das sind Sprachen mit den gleichen Wurzeln, wie sieht es da erst aus mit Arabisch, Chinesisch oder indianischen Sprachen? Du siehst vllt schon worauf ich raus will. Konflikte resultieren aus Missverständnissen und Fehlinterpretationen verschiedener Sprachen, was der Film ja auch andeutet. Wenn alle Menschen die gleiche Sprache sprechen würden, dann würde es zu weniger Konflikten kommen. Das will uns der Film sagen. Können wir Sprachbarrieren überwinden, um den Frieden zu bekommen. Das ist für mich die Aussage des Films.

2) Andererseits geht es um die Frage, wie würden wir handeln, wenn wir wüssten, was auf uns zukommen würde. Die Aliens versuchen ihr Wissen dazu zu nutzen, um die Zukunft zu ändern. Amy Adams unternimmt nichts gegen den Schmerz, den sie in der Zukunft ertragen muss. Nur um die Liebe zu ihrem Kind zu erfahren. Hier wird rationales Denken und emotionales Denken gegenüber gestellt, was durch die Aliensprache und der menschlichen Sprache dargestellt wird.

Alles in allem versteh ich nicht, warum du diesem Meisterwerk 1 Punkt geben konntest. Wenn jmd einen Film nicht mag, aus welchen Gründen auch immer, dann ist das in Ordnung, aber dann sollte man dann doch eine gewisse Objektivität in die Bewertung mit einfließen lassen. Dann ist ein Punkt für diesen Film einfach viel zu wenig und doch eher am Thema vorbei.

Rubbeldinger
Moviejones-Fan
Geschlecht | 06.03.2017 | 22:54 Uhr06.03.2017 | Kontakt
Jonesi

@Nietsewitch

Dann lass den Film unter Sci-Fantasy laufen, das behebt einige deiner Punkte! ^^

Das einzige was etwas merkwürdig war, war das "Hilfe in 3000 Jahren", aber das regt auch zum Nachdenken an, wie das wohl gemeint ist, wenn man ihre jetzigen Möglichkeiten so sieht!

Vielleicht bezogen auf ihre Herkunft, wenn man ihr Aussehen so betrachtet, hätten sie auch direkt zurück in die Ozeane fliegen können! Das hät ich gerne gesehn! laughing

Das Ende hatte schon was von "Interstellar", die Verständigung über Zeitebenen hinweg zur Beeinflussung der Handlungweisen der Charaktere im Jetzt! Aber warum nicht!

Der Film hätte zwar auch wunderbar ohne diese Punkte funktioniert, aber schlecht machen sie das Gesamtbild nicht deshalb!

Bei "Brainfuckfilmen" nicht zu vergessen, David Lynch und frühere David Cronenberg Filme! laughing

All Hail To Skynet!

Nietsewitch
Moviejones-Fan
Geschlecht | 06.03.2017 | 22:38 Uhr06.03.2017 | Kontakt
Jonesi

@ Rubbeldinger

Ja, aber mir hat er nicht gefallen, die Punkte die du genannt und für gut empfunden hast, sind für mich die Punkte die ich am Film schlecht finde.

Klar gibt es gute "Brain-Fuck-Filme" aber Arrival gehört für mich nicht dazu. Prestige gehört definitiv in diese Reihe, Matrix der Erste mit Sicherheit auch und Inception, und viele mehr .

Zeit Erwachsen zu werden, und dem Irrsinn den Platz einzuräumen, den er sowieso schon hat.


1
2