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Atomic Blonde

Die Antwort auf 96 Hours und John Wick

Atomic Blonde Kritik

2 Kommentar(e) - 07.09.2017 von TiiN
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von TiiN.
Filmkritik

Atomic Blonde Bewertung: 4/5

Atomic Blonde ist ein US amerikanischer Actionfilm aus dem Jahr 2017 und wurde von Regisseur David Leitch inszeniert. Die nachfolgende Kritik ist spoilerfrei.

Story

Berlin im November 1989. Die geteilte Stadt ist in Aufruhe, viele Demonstranten ziehen durch die Straßen und es bahnt sich ein historisches politisches Ereignis an. Neben dieser politischen Geschichte ist die Stadt voller Agenten. Egal ob Frankreich, Großbritannien, USA oder die Sowjetunion. Einer dieser Agenten landet in einer Kühltruhe und Lorraine Broughton reist von London in die geteilte Stadt, um sich der Sache anzunehmen.

Kritik

Es gibt sie immer wieder mal, diese kleinen Actionperlen, welche fast unerkannt im Kinojahr auftauchen. Liam Neeson stellte in 96 Hours Paris auf dem Kopf. Keanu Reeves rächte als John Wick seinen Hund und nun nimmt sich Charlize Theron Berlin vor.

Der Film ist im Jahr 1989 angesiedelt, eine Zeit in der Berlin noch in West und Ost durch die Berliner Mauer geteilt war. Atomic Blonde ist sehr von seiner Zeit geprägt und präsentiert sich detailverliebt. Ständig hört man Lieder aus eben dieser Zeit und auch das Szenenbild hat sich reichlich Mühe gegeben. Alte Werbungen, alte Beschriftungen, alte Autos. Rein optisch und musikalisch ist Atomic Blonde eine perfekte Zeitreise in die späten 80er Jahre nach Berlin.

Regisseur David Leitch war zuvor überwiegend als Stuntman tätigt und hatte Auftritte in Filmen wie 300 oder V wie Vendetta. Weiterhin unterstützte er die Regie von John Wick. Atomic Blonde ist quasi sein Debütfilm und dieser ist Leitch gelungen.

In Sachen Actioninszenierung steht Atomic Blonde seinen anderen Genrevertretern wie 96 Hours oder John Wick in nichts nach. Wir bekommen knallharte Action serviert die hervorragend inszeniert ist. Man reizt das FSK 16 voll aus und hat sicher schon etwas zur 18er Freigabe geschielt. Falls sich jemand im Vorfeld gefragt hat, ob eine Frau so eine Rolle einnehmen kann: Ja, sie kann es! Charlize Theron ist zu 100 % authentisch. Sie hält keine Fahne für Frauenrechtler hoch, der Film stellt diese Genderfrage gar nicht erst. Aus dieser selbstbewussten Herangehensweise bezieht Atomic Blonde seine Authentizität.
Typische Filmklischees werden ebenfalls gekonnt ignoriert. Statt einer klassischen Filmromanze mit einem Schönling, lässt sich Lorraine beispielsweise auf eine leidenschaftliche Affäre mit einer Konkurrentin ein.

Neben Charlize Theron bietet der Film James McAvoy. Dieser hat kürzlich in Split sein schauspielerisches Talent zeigen dürfen und auch Atomic Blonde bietet dem Briten genug Freiraum, sich zu entfalten und seine Figur lebendig werden zu lassen. Weitere bekannte Darsteller sind Sofia Boutella sowie John Goodman. Til Schweiger reiht sich ebenfalls in die Cast-Liste ein. Zur Beruhigung vieler hat dieser jedoch eine eher kleinere Rolle und stört den Film mit seiner Präsenz in keinster Weise.

Neben der einwandfreien Actioninszenierung beweist David Leitch jedoch auch ein Gespür für die ruhigeren Momente, welche mit tollen Kameraeinstellungen und Farbenspielen eingefangen werden.

Die Agenten kämpfen sich nicht nur die 115 Minuten durch den Film, die Action wird von einer Agentenstory mit Potential getragen und vorangetrieben. Leider wird dieses Potential nicht immer voll ausgeschöpft und hin und wieder hat man den Eindruck, dass man aus der Hintergrundgeschichte noch mehr hätte machen können. Sowohl vom Drehbuch, wie auch von der Regie.

Fazit

Atomic Blonde ist eine ganz klare Empfehlung für alle Leute, welche gerne gute und hart inszenierte Action mögen. Wer darüber hinaus noch etwas für die 80er Jahre übrig hat und die Stadt Berlin ein bisschen kennt, der wird zusätzlich Gefallen an diesen Streifen finden. Atomic Blonde hebt sich in gewisser Weise von Klischees ab, wirkt dabei aber trotzdem vertraut. Neben Action werden auch die Genres Agententhriller und Erotik bedient. Das alles in einem historischen Kontext verpackt und musikalisch authentisch getragen. Lediglich die Agentenhandlung hat etwas Potential liegen lassen.

8 von 10 Punkten für Atomic Blonde und damit eine klare Kinoempfehlung



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Atomic Blonde Bewertung
Bewertung des Films
810
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2 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
sublim77
Moviejones-Fan
Geschlecht | 07.09.2017 | 19:32 Uhr07.09.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 07.09.2017 19:34 Uhr editiert.

@TiiN:

Eine sehr schöne Kritik. Vorallem der Teil mit Til Schweiger hat mir ein amüsiertes Grinsen abgerungen^^

Grundsätzlich ziehen ja Filme mit 80er Jahre Setting bei mir ganz gut. Berlin kenne ich auch ganz gut (war in den Neunzigern ein echter Loveparade-Jünger und kenne deshab auch ein paar Ecken die nicht jeder Tourist kenntwink). Von daher könnte Atomic Blonde interessant für mich sein. Allerdings gibt es auch ein paar Dinge (Gegebenheiten) die mich bisher eher von diesem Film fern gehalten haben. Ich will ihn mir aber erst einmal selbst ansehen, bevor ich noch weitere Äußerungen dazu machen kann. Für das Kino wird es wohl nichts mehr, aber für das Heimkino auf jeden Fall interessant.

Danke für diese informative und auch lustige Kritik.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

TiiN
Pirat
Geschlecht | 07.09.2017 | 18:09 Uhr07.09.2017 | Kontakt
Jonesi
1

Ich möchte zusätzlich anmerken, dass ich selbst Berliner bin und so einen Film in der Heimat zu sehen, das hat schon was.