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Der Eid

Ein spannender Island-Thriller

Der Eid Kritik

0 Kommentar(e) - 09.02.2017 von CEl
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von CEl.

Der Eid Bewertung: 4.5/5

Finnur ist Herzchrirurg in Reykjavik. Er geniesst grosses Ansehen in seinem Beruf und wohnt mit seiner Frau Solveig (Margrét Bjarnadóttir) und einer kleinen Tochter in einem Haus am Stadtrand. Was ihm Sorgen macht, ist seine Tochter Anna (Hera Hilmar) aus erster Ehe, die zunehmend abdriftet und Drogen nimmt. In ihrem neuen Freund Óttar (Gísli Örn Garðarsson) sieht er den Verantwortlichen für ihr unstetes Leben. Tun kann er nichts dagegen, denn Anna ist volljährig und kann selbst entscheiden, ob sie ihre Ausbildung an den Nagel hängt und stattdessen lieber Parties feiert. Doch wie weit kann Finnur gehen, um Óttars Einfluss einzudämmen? Finnur verdächtigt ihn, in Drogengeschäfte verwickelt zu sein und beginnt, ihm nachzustellen. Als er zufällig eine Übergabe beobachtet, schaltet er die Polizei ein. Man findet zwar Rauschgift in Óttars Wohnung, doch reichen die Beweise nicht, um ihn festzunehmen. Umgekehrt ist Óttar nun Finnur auf der Spur und setzt ihn unter Druck. Der Arzt gerät immer mehr in die dunklen Machenschaften des Drogendealers und führt bald ein Doppelleben, das selbst seinen medizinischen Eid infragezustellen droht.

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Die in schnellen Schnittsequenzen eingefangenen Actionszenen werden mit eindrucksvollen Panoramaeinstellungen der winterlichen Bergwelt Islands kontrastiert (Kamera: Óttar Gudnason). Dort trainiert Finnur abends mit seinem Mountainbike und zeigt sich als begeisterter Triathlonsportler. Doch auf seinen Fahrten verfolgt er dubiose Ziele und über die Landschaft legt sich eine düstere Spannung, die nichts Gutes ahnen lässt. Die Rolle des Finnur übernahm Baltasar Kormákur selbst. Er spielt den Chirurgen als einen ernsthaften und besonnenen Intellektuellen, der auch in brennenden Situationen Ruhe bewahrt und bei Operationen als verlässlicher Partner gilt. Doch seine Belastung lässt ihn immer nervöser werden und schliesslich Fehler machen.

Mit der Entscheidung, nicht nur Regie zu führen, sondern auch die Hauptrolle zu übernehmen, kehrte Kormákur an den Beginn seiner Karriere zurück. Er hatte 1990 seine Schauspielausbildung in Reykjavik beendet und anschliessend am Theater gearbeitet. 2000 legte er mit dem Thriller "101 Reykjavik" sein Debut als Filmemacher vor. Er gründete eine eigene Produktionsfirma, stieg bei RVK Studios ein und produzierte Filme, die international Beachtung fanden. "The Deep" (Djúpið) wurde 2012 als bester ausländischer Film für den Oscar nominiert und Kormákur begann, in den USA zu arbeiten. Sein 2015 entstandenes Bergsteigerdrama "Everest", für das er renommierte Schauspieler wie Jake Gyllenhaal und Josh Brolin für die Hauptrollen gewinnen konnte, zeigt Kormákurs Begeisterung für Landschaften aus Schnee und Eis. Seinen neuesten Film "Der Eid" (Eiðurinn) drehte er wieder in Island, mit isländischen Schauspielern. Hera Hilmar gilt als Neuentdeckung. Sie war 2015 auf der Berlinale zum European Shooting Star gekürt worden. Gísli Örn Garðarsson lebt inzwischen in London und arbeitet ähnlich vielseitig wie Kormákur als Schauspieler, Regisseur und Produzent.

Sei es nun in den eisigen Höhen des Mount Everest oder vor dem Hintergrund der isländischen Winterlandschaft, immer versteht es Kormákur, den Menschen in seinem Ausgeliefertsein an die Naturgewalten und an das Schicksal in den Fokus zu rücken.

Der Eid Bewertung
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910
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