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Die Insel der besonderen Kinder

Burton oder nicht Burton?

Die Insel der besonderen Kinder Kritik

0 Kommentar(e) - 09.10.2016 von Nevermore
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von Nevermore.
Filmkritik

Die Insel der besonderen Kinder Bewertung: 3.5/5

Nun habe auch ich die Insel der besonderen Kinder gesehen und war entgegen der vielen negativ Kritiken mehr als positiv überrascht.

Zur Story sei hier nicht mehr gesagt da diese soweit bekannt sein sollte. Viel mehr möchte ich auf die Frage eingehen wieviel Burton tatsächlich in dem Film steckt nachdem es so oft hieß es wäre kein typischer Burton und fühle sich viel mehr an wie ein X-Men für arme mit Kindern. Fühlt es sich nun an wie Burton? JEIN!

Die eher düstere Thematik über außergewöhnliche Kinder mit besonderen Fähigkeiten, Monster und den jungen typischen Außenseiter Jakob der das Gefühl hat nirgendwo zugehörig zu sein passt zu Burton wie die Faust aufs Auge. Auch der Cast passt überwiegend in Burtons Schema auch wenn man bisher nur seine neue Muse Eva Green in einem seiner bisherigen Filme sah. Neben bekannten Gesichtern wie Johnny Depp, Helena Bonham Carter oder Winona Rider fehlen auch die typischen Klänge von Danny Elfman was jedoch nicht weiter tragisch ist da sein Soundtrack vlt zu überspitzt wäre für diesen Film. Der gewählte Soundtrack passt wunderbar zu den eher düsteren, gruseligeren und teilweise ziemlich schonungslosen Szenen des Films, die nicht unbedingt für Kinder geeignet sind. Die Musik gibt dem Film etwas an Qualität und für einen Burton Film ist dieser unerwartet hochwertig. Dabei sind die Kulissen und CGI Aufnahmen wirklich gelungen und es wird auch auf genügend handgemachte Effekte zurückgegriffen sowie auf eine Stop Motion Szene die nicht nur wegen der nicht von der Hand zu weisenden Hommage an Edward mit den Scherenhänden an Burtons frühe Werke erinnert. Des weiteren erinnert die erste Hälfte des Films mit den Geschichten des Großvaters, wenn auch eher unfreiwillig, an Burtons Big Fish.

Auch wenn sich die Story tatsächlich liest wie ein Abklatsch der X-Men hat man nie das Gefühl solch einen Film zu sehen. Der Vergleich zu den X-Men ist genau so unpassend wie der mit und täglich grüßt das Murmeltier nur wegen der vorhandenen Zeitschleifen Thematik in der sich ein und der selbe Tag immer wieder wiederholt. Und dieser Teil nimmt mehr Zeit des Films in Anspruch als die Fähigkeiten der Kinder. Viel mehr schaut sich gerade die erste Hälfte des Films wie ein klassischer Horrorfilm und spart auch nicht an schonungslosen brutalen Szenen und einigen Schockmomenten. Aber auch die Fantastik kommt nicht zu Kurz und wird in wundervollen wenn auch etwas Farbenkräftigeren Bildern präsentiert. Bilder die vlt zu bunt sind für Burton, aber nur wenn man außer Acht lässt dass Alice im Wunderland, Big Eyes, Big Fish und Pee Wees irre Abenteuer auch nicht gerade düstere Filme und doch von Burton sind.

Warum dann bloß 3,5 Sterne? Zum einen passiert alles ziemlich schnell und so findet sich Jakob in dieser außergewöhnlichen Situation einfach unrealistisch schnell zu recht und entwickelt viel zu schnell Vertrauen und Bindungen zu den einzelnen Charakteren die scheinbar alle ihre dunklen Geheimnisse haben. Zum anderen nimmt der Spannungsbogen in der 2. Hälfte enorm ab und driftet in das vorhersehbare und teilweise, auch wegen Samuel L. Jacksons Darstellung des ständig blöde Sprüche klopfenden Bösewichtes , ins Lächerliche was die bisher mehr als gelungene Atmosphäre komplett zu nichte macht. Für Kinder vlt unterhaltsam, für Erwachsene eher unnötig und fehl am Platze.

Dennoch hat sich der Kinobesuch gelohnt und der Film wusste zu fesseln und zu unterhalten. Sollte der Film finanziel nicht genug einspielen, so dass die Fortsetzung die Stadt der besonderen Kinder realisiert wird, wäre es zwar schade aber im Vergleich zu beispielsweise Warcraft kein Beinbruch da dieser Film auch gut für sich alleine funktioniert da er in sich geschlossen ist.



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