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Ghostbusters

Eine Knallbunte Wundertüte voller guter Laune - Ghostbusters 2016

Ghostbusters Kritik

0 Kommentar(e) - 07.08.2016 von ZSSnake
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ZSSnake.
Filmkritik

Ghostbusters Bewertung: 4.5/5

Sonntagabend - OV-Abend. Das war er also, Ghostbusters 2016, der angeblich größte Flop des Jahres - der angeblich schlechteste Film des Jahres - der "Fant4stic Four" des Jahres. Als jemand, der im Vorfeld versucht hat sich von all dem Hate und den miesen Vorabmeinungen nicht zu sehr beeinflussen zu lassen bin ich so offen wie möglich ins Kino gegangen. Vorfreude war da, Interesse und die Hoffnung auf einen gelungenen Film. Ob sich die als berechtigt erwiesen hat, dazu mehr im Folgenden.

Trailer zu Ghostbusters
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Inhalt:
Die ehemaligen Freundinnen und Kolleginnen Dr. Erin Gilbert und Dr. Abby Yates treffen sich Jahre nach der Publikation ihres Buches über das Paranormale wieder, als ein altes Herrenhaus in New York scheinbar von Geistern heimgesucht wird. Erin wird vom Besitzer des Anwesens gebeten sich die Sache einmal anzusehen und wendet sich an Abby, die inzwischen mit Dr. Jilian Holtzmann zusammenarbeitet und weiterhin das Paranormale erforscht. Erin, die sich über die Jahre dem ernsthaften Studium der Physik zugewandt hatte, will die Sache ihrer Freundin überlassen, wird jedoch überredet zumindest mit zum Anwesen zu kommen. Als die drei Frauen dort tatsächlich einem Geist begegnen entscheiden sie ein Team zu gründen und die Existenz von Geistern nachzuweisen. Unterstützt von ihrem spektakulär unterbelichteten Sekretär Kevin und der New York-Expertin Patty Tolan kommen die drei etwas auf die Spur, was viel größer ist als zunächst angenommen...

Kritik:
Was hat Ghostbusters (2016) im Vorfeld nicht an Skepsis, Kritik und Hate eingefahren. Lange bevor den Film überhaupt jemand zu Gesicht bekommen hatte, war für etliche Fans der Originale bereits klar, dass hier Denkmalschändung im großen Stil betrieben wird. Wie konnte Paul Feig sich wagen das Kult-Heiligtum Ghostbusters (1984) anzufassen, geschweige denn so zu beschmutzen? Frauen? Humor? Ein Remake? How dare you, Paul!?

Diese Kontroverse, die vorsichtig ausgedrückt in etwa als "Shitstorm des Jahrzehnts" zu bezeichnen wäre, hat das Internet in zwei Lager gespalten: Die Hater und Leute die dem Film eine faire Chance geben wollten. Und obgleich nicht alle Zeichen unbedingt auf Totalkatastrophe standen, war auch ich skeptisch, wohin die Reise nun gehen würde. Nicht eben der größte Fan von Melissa McCarthy, die im Film die Abby spielt, wirkte nicht jeder Teil des Marketing unbedingt gelungen. Trotzdem versuchte ich dem Film so fair und offen gegenüberzustehen wie irgendwie möglich.

Das fertige Ergebnis sprach dann letztlich zum Glück wie jeder Film immer noch für sich und der Film in seiner Gesamtheit hat wirklich viel Spaß gemacht. Humor ist immer Geschmackssache, so viel ist jedem klar, aber was Feig hier für ein Feuerwerk an Gags abfeiert, von denen auch noch locker 90% wirklich zünden, ist nur noch als Großangriff auf das Zwerchfell zu beschreiben. Der gesamte Saal war die meiste Zeit über herzlich am Lachen, es gab eine gute Mischung aus Wortwitz, Slapstick und schwarzem Humor, stets klasse vermittelt durch das ungleiche Quartett an Darstellerinnen.

Während Holtzmann (Kate McKinnon) eher für trockenenen Sarkasmus zuständig ist und zu keinem Zeitpunkt wirklich als zurechnungsfähig durchgehen würde sind Erin (Kristen Wiig) und Abby (Melissa McCarthy) als wahres Zentrum der Geschichte ein Wunderwerk an Onscreen-Chemie. Die beiden spielen sich die Bälle zu, als hätten sie nie etwas anderes gemacht und obgleich beide auch physische Comedy vermitteln, ist es doch eher Erin die tollpatschig daherkommt und Abby ist vor allem für sarkastische Kommentare zuständig. Patty (Leslie Jones) vertritt den eher derberen Humor, hat einen Hauch von Ghetto und sorgt vorwiegend für Situationskomik durch schlagfertige Kommentare. Alle 4 funktionieren hervorragend und werden zudem von Hemsworth herrlich doofem Kevin unterstützt.

Die Effekte sind durch die Bank allererste Güteklasse und erinnern vom Look und Feel her absolut an das Original von ´84. Die Geister wirken, obwohl animiert, durchweg angenehm plastisch, hinterlassen immer irgendeine Form von Rückstand und funktionieren immer auch als physisches Objekt in der Welt um sie herum. Dabei ist der Film optisch echte Sahne. Zudem hat der Film vielleicht das beste 3D des Jahres zu bieten und macht in dieser Hinsicht vor allem dadurch Spaß, dass die Effekte immer wieder die schwarzen Bildbalken durchbrechen. Wirklich gelungen und hervorragend in den Comedyaspekt des Films eingebunden.

Überhaupt liegt der Schwerpunkt in der 2016er Version der Ghostbusters eher im Comedy-Bereich. Nicht, dass es nicht auch den einen oder anderen Schreckmoment gäbe oder die Action gegen Ende nicht funktionieren würde. Ganz im Gegenteil, die Actionpieces und vor allem das Finale haben sich absolut gewaschen und explodieren regelrecht aus der Leinwand heraus. Unterhaltung auf höchstem Niveau, tolle Ideen, sehr coole neue Gadgets für die Ghostbusters und alles in allem vollkommen gelungen.

Der Plot ist vielleicht das größte Sorgenkind des Films. Die Geschichte entfaltet sich zwar erst über die Laufzeit nach und nach und es ist klar, dass wir hier vor allem eine Art Origin-Story für das neue Team haben, jedoch ist der Rest der Geschichte im Kern nicht viel anders als das Original, ohne ihm dabei jedoch sklavisch zu folgen. Es gibt einige gelungene Überraschungen und manche Idee läuft dann eben doch erstmal in einen andere Richtung als erwartet, am Ende bleibt es aber eben doch für das erste Outing des neuen Teams erstmal nur ein Vehikel um letztlich um die Zerstörung der Stadt bzw. der Verhinderung dessen zu kämpfen. Funktioniert, reißt jedoch keine Bäume aus.

Der Score hingegen ist wiederum wirklich gut. Das Original-Theme wird genutzt, allerdings weicht es schnell einer moderneren Version, die zum Mitwippen einlädt und für die Ghostbusters 2016 absolut passend ist. Dazu gibt es einige zusätzliche Songs und Variationen des bekannten Themes und ein paar tolle heroische Untermalungen für die Action. Alles in allem sehr gute Unterstützung für das Gesehene und weiterer Pluspunkt für den Spaßfaktor.

Zu guter Letzt ein paar Worte zu den Cameo-Auftritten der alten Castmitglieder:
Es macht Spaß sie im Film zu suchen, es ist herrlich sie im Film zu sehen, nicht jeder Cameo ist perfekt, aber alle haben einen Effekt und funktionieren hervorragend im Rahmen des Films ohne forciert zu wirken. Es ist einfach schön die alte Crew nochmal zu sehen und als Fan war ich damit völlig zufrieden.

Fazit:
Ghostbusters 2016 erfindet das Rad sicherlich nicht neu. Wer allerdings offen an den Film herantritt und ihm nicht unterstellt einen Teil der eigenen Kindheit ruinieren zu wollen, bekommt einen hervorragenden, ausgesprochen unterhaltsamen und wahnsinnig lustigen Film geboten. Es ist ein neuer Ghostbusters für eine neue Generation, der gleichberechtigt neben dem Original stehen kann, ohne dieses in irgendeiner Form zu beschmutzen oder in seinem Kultfaktor zu verringern. Der Cast ist ausgesprochen gut aufgelegt, die Musik passt, das 3D macht eine Menge Spaß, der Humor ist sehr präsent und die Effekte sind absolute Sahne. Und auch wenn der Plot eher funktional als revolutionär ist kann man sagen:
Ghostbusters 2016 ist eine der größten Überraschungen des Jahres, ein herausragendes Remake und hoffentlich der Start in eine Reihe weiterer Filme.

Von mir gibt es


4,5/5 Hüte bzw. 9/10 Punkte


für einen der lustigsten Filme des Jahres, der mich auf fast jeder Ebene völlig überzeugt hat und eine ganz dicke Empfehlung sich eine eigene, offene Meinung zu bilden.



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Ghostbusters Bewertung
Bewertung des Films
910
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