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Jason Bourne

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Jason Bourne Kritik

7 Kommentar(e) - 09.08.2016 von Moviejones
Filmkritik

Jason Bourne Bewertung: 3.5/5

Dreimal war Jason Bourne bereits auf der Flucht, bevor er 2007 mit Das Bourne Ultimatum in den verdienten Ruhestand geschickt wurde. Jeremy Renner sollte als Alex Cross fortan das Franchise ab Das Bourne Vermächtnis übernehmen. Der Erfolg war jedoch bei weitem nicht so groß, wie man sich diesen in der Chefetage von Universal Pictures gewünscht hatte und so wurde Das Bourne Vermächtnis 2 vorerst auf Eis gelegt und man reaktivierte lieber den Mann, der Bourne war und immer ist: Matt Damon. Kann jener nun der Reihe zu alter Größe verhelfen?

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Nach dem öffentlichen Bekanntwerden von Treadstone und Black Briar ist Jason Bourne (Matt Damon) abgetaucht. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los und die Schuld sich einzugestehen, freiwillig Teil des Programms geworden zu sein, plagt ihn bis heute. Als Nicky (Julia Stiles) Dokumente über die geheimen Machenschaften der CIA in ihren Besitz bekommt, scheint sie ein weiteres wichtiges Puzzle über Jason Bourne herausgefunden zu haben und es wird Zeit, dass er erneut auf der Bildfläche erscheint. Doch die CIA von einst hat sich längst gewandelt, verfolgt neue Ziele und neue Programme und ein Mann wie Jason Bourne ist dem Geheimdienst weiter ein Dorn im Auge. Vor allem CIA-Director Robert Dewey (Tommy Lee Jones) und sein Protegé Heather Lee (Alicia Vikander) würden Bourne am liebsten tot sehen - oder für ihre eigenen Zwecke missbrauchen...

Jason Bourne Filmkritik

Jason, schön, dass du wieder da bist, wir haben dich vermisst! Es gibt Darsteller die sind einfach mit ihrer Rolle verwachsen oder haben, anders ausgedrückt, eine Rolle so perfekt verkörpert, dass es immer ein Wiedersehen mit alten Freunden ist, wenn diese Figuren wieder auftauchen. Jason Bourne ist so eine Figur und Matt Damon ist Bourne. Neun Jahre mussten wir auf die Fortsetzung warten und an vielen Stellen bekommt man genau das, was man an der Reihe liebengelernt hat - Geheimdienste, Intrigen, knallharte Action und rasante Verfolgungsjagden. All das bietet der neue Teil, bunt zusammengewürfelt in einer aktualisierten Story, die sich einmal mehr mit der Vergangenheit Bournes auseinandersetzt, andererseits aber moderne Themen wie Sicherheit in einer global vernetzten Welt aufgreift.

Getragen wird das Katz- und Mausspiel wie bei den Vorgängern schon durch eine erstklassige Besetzung. Matt Damon und Julia Stiles sind wir bereits aus der Originaltrilogie gewöhnt, neu hinzu kommen Alicia Vikander und Tommy Lee Jones als Gegenpol bei der CIA sowie Vincent Cassel als tödlicher Agent. Im Hintergrund läuft das übliche vertraute Intrigenspiel, in dem jeder seine eigene Strippen zieht, geheime Programme am Laufen hat und niemand möchte, dass auch nur ein kleines Detail an die Öffentlichkeit dringt. Nur in manchen Belangen schießt Regisseur Paul Greengrass bei der Konzeption des Konflikts über das Ziel hinaus.

Die Bourne Identität bis hin zu Das Bourne Ultimatum funktionierten vor allem deswegen so gut, weil es kompromisslose Actionthriller waren, die im Kern aber eine persönliche Geschichte erzählten. So viel im Rahmen der CIA auch passierte, es war eine überschaubare Geschichte über einen Agenten, der im Rahmen eines Regierungsprogramms konditioniert wurde. In Jason Bourne wird dies nun etwas zu weit auf die Spitze getrieben, wo auf einmal wieder andere Leute die wahren Hintermänner von Black Briar und Treadstone waren und es scheinbar längst Folgeprojekte gibt und jeder hochrangige Mitarbeiter bei der CIA sein eigenes kleines Geheimprogramm am Köcheln hat. Gerade die Glaubwürdigkeit war die große Stärke der Bourne-Reihe, doch genau die bekommt Risse, wenn der neuen - durchaus spannenden - Geschichte die Erdung fehlt.

Das zeigt sich dann auch in den spektakulären Actionsequenzen. Diese stehen den Vorgängern in den Schauwerten in nichts nach, sind noch fulminanter und genau hier ist das Problem. Bei Verfolgungsjagden müssen es nun Sport- und gepanzerte Wagen sein. Ganze Straßenzüge müssen mit Autowracks gepflastert werden und das Ganze muss dann natürlich noch in der teilweisen Demolierung von Las Vegas münden. Zwar bleibt vieles noch im Rahmen, aber diese Unterschiede zu den Vorgängern fallen im direkten Vergleich auf und es zeigt sich, dass man sich mit Jason Bourne den aktuellen Gepflogenheiten im Kino angepasst hat. Es reicht nicht, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen, auch hier muss beim Größer, Höher, Weiter mitgemacht werden.

Ebenfalls ist es schade, dass der Film zwar als Fortsetzung von Das Bourne Ultimatum betrachtet werden kann, durch den großen Zeitsprung aber Das Bourne Vermächtnis komplett ignoriert. Vor allem im Hinblick auf das offene Ende von Das Bourne Vermächtnis ist dies mehr als bedauerlich und es bleibt ein fader Beigeschmack nicht zu wissen, was mit den damaligen Hintermännern und Pamela Landy geschehen ist. Dies macht Jason Bourne leider zum schwächsten Teil der Bourne-Filme mit Matt Damon, aber noch immer zu einem überdurchschnittlichen Actionthriller.

Jason Bourne Bewertung

Mehr von dem, was wir kennen, unter diesem Motto wurde Jason Bourne gedreht und Matt Damon und Paul Greengrass liefern Fans genau das, jedoch auch nicht mehr. Die Zeit ist an dieser Reihe ebenfalls nicht vorbeigegangen und um das Publikum zu binden, wird die Action exzessiver und dramatischer als in den Vorgängern dargestellt. Das fühlt sich am Ende noch immer sehr nach Bourne an, das, was die Reihe aber einst zu etwas Besonderem machte, geht zum Teil bei dieser Transformation verloren. Auch wenn viele offene Fragen bleiben (die hoffentlich in Zukunft beantwortet werden), bleibt am Ende doch die Gewissheit, dass man sich daheim fühlt, sobald der Abspann läuft und "Extreme Ways" erklingt.



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Bewertung des Films
710
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luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 20.08.2016 | 02:42 Uhr20.08.2016 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 20.08.2016 02:50 Uhr editiert.

Eure Kritik an der CIA im Film halte ich für überzogen. Die Hintermänner von Treadstone und Blackbriar bleiben wie in den Vorgängern doch die gleichen, hier wird nur ein neuer Name hinzugefügt. Des Weiteren hat auch nicht jedes hochrangige CIA-Mitglied ein kleines Geheimprojekt am Laufen, sondern genau ein einziger: Der von Tommy Lee Jones gespielte, neue CIA-Direktor. Ich persönlich fand es sehr glaubwürdig und geerdet, dass die CIA ein Folgeprojekt entwickelte, als ob sich die Agency von einem sich quer stellenden Agenten so dermaßen einschüchtern lassen würde. Vor allem aber deswegen, weil der CIA-Direktor den Deal mit dem Erfinder dieser Social Media Platform abschließen wollte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die CIA so einen Deal tatsächlich mit Mark Zuckerberg am Laufen hat! Die Einbettung in die reale Welt (Snowden, Griechenland, Syrien, Islamisten ) sorgt für weitere Erdung.

Bezüglich der finalen Actionszene muss ich euch aber recht geben. Die wirkte im Gegensatz zu der atemberaubenden Verfolgungsjagd zu Beginn tatsächlich sehr bombastisch und wollte nur schwerlich zu den Vorgängern passen. Sicherlich eine großartige Actionszene, aber ich fühlte mich da mehr an Michael Bay ohne Explosionen und noch viel mehr an The Dark Knight erinnert. Nur dass Matt Damon eben kein Batmobil fuhr, sondern einen normalen Wagen und daher mehrere Tode hätte sterben müssen.
Generell empfand ich den Bourne-Asset-Handlungsstrang (Vincent Cassel) als etwas misslungen und zu sehr auf große Dramatik ausgelegt. Dass sich Asset an Bourne wegen Blackbriar rächen will, vollkommen in Ordnung! Aber dass ausgerechnet Asset dann auch noch Bournes Vater umgebracht hat, war mir persönlich zu viel des Guten.

Ansonsten hat mir "Jason Bourne" aber sehr gut gefallen und genau das geliefert, was ich mir von dem Film versprochen habe. Einen hochspannenden, überraschenden und glaubhaften Actionthriller mit einem grandiosen Matt Damon. Als zu Beginn die altbekannte Bourne-Theme erklang, wurde mir schon wohlig ums Herz, und mit Extreme Ways im Abspann fühlt man sich tatsächlich daheim. Besser hättet ihr es nicht ausdrücken können!

Letztendlich wird Matt Damon sogar noch von Alicia Vikander die Show gestohlen. Heather Lee, was für eine miese, kalkulierende Karrieristin! Und das hervorragend gespielt!

Von mir erhält der Film 8-8,5/10 Punkten.

Bloodraven: "That face you make... look I so old to young eyes?"
Bran: "No. Of course not."
Bloodraven: "I do. Yes, I do. When 900 years old you reach, look as good you will not, hmm?"

Batman76
Moviejones-Fan
Geschlecht | 18.08.2016 | 13:33 Uhr18.08.2016 | Kontakt
Jonesi

@ZSSnake

Da stimme ich dir zu, die Routine war ja auch auf höchstem, unterhaltsamen Niveau. Und das Austesten, ob ein klassischer Bourne heute noch funktioniert, verstehe ich ja auch.

Da ich allerdings schon den letzten Damon- Bourne als sehr formelhaft empfunden habe (und der war ja noch zeitnaher zu seinen Vorgängern) hoffe ich wirklich, dass es jetzt nur ein Austesten war.

Auf "Biegen und Brechen" habe ich im Übrigen ebensowenig Lust. Egal was in der Zukunft mit Bourne angestellt wird, seine Grundatmosphäre und die Art der Action sollte man auf jeden Fall beibehalten.

"With great power comes great responsibility!" Ben Parker

"Yes father, i shall become a bat!" Bruce Wayne

ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 17.08.2016 | 18:47 Uhr17.08.2016 | Kontakt
Jonesi

@Batman76:

Naja, der Film war ja jetzt viel Fanservice um zu schauen, ob ein "klassischer" Bourne heute noch so ankommt und die Fanbase noch interesse an der Figur hat, die lange Leinwandabwesenheit kann ja auch schaden. Ich denke bei dem einen Film geht mir ein "Routine auf höchstem Niveau" weniger auf die Eier als ein "Auf Biegen und Brechen was neues versucht und dabei grandios gescheitert".

So sieht man gut, dass sie es noch draufhaben und bei einem weiteren kann man sich dann nochmal etwas mehr trauen.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
Batman76
Moviejones-Fan
Geschlecht | 17.08.2016 | 18:33 Uhr17.08.2016 | Kontakt
Jonesi

Mir hat der Film ganz gut gefallen, sogar besser als "Das Bourne- Ultimatum".

Was ich aber zunehmend schwierig finde, ist, dass man augenscheinlich mit der Figur Jason Bourne nicht wirklich was Neues bringen kann oder will. Es werden brav die Actionszenen gebracht, die schon aus den vorangegangenen Filmen bekannt sind.

Wieder mal verliert Bourne eine Frau, die er beschützen möchte. Wieder mal kämpft er gegen einen Agenten, der aus dem gleichen oder einem ähnlichen Programm stammt wie er und dementsprechend was draufhat.

Ich mag den neuen Film wirklich, aber ich hoffe, dass es bei eventuellen Fortsetzungen auch mal eine andere Machart gibt.

"With great power comes great responsibility!" Ben Parker

"Yes father, i shall become a bat!" Bruce Wayne

sid
Gojira
11.08.2016 | 19:15 Uhr11.08.2016 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 11.08.2016 19:16 Uhr editiert.

Nachdem ich in der Tageszeitung von "extremen Zooms und wagemutigen Schnitten" gelesen habe, hat sich der Kinobesuch für mich leider erledigt. Für meinen Geschmack war die Kameraführung schon bei Teil 3 zu unruhig.
Echt schade, denn ansonsten gefällt mir die Bourne-Reihe eigentlich ganz gut.

tommy666
Moviejones-Fan
11.08.2016 | 18:15 Uhr11.08.2016 | Kontakt
Jonesi

war im Film die Trailer Szene überhaupt drinne, wo Jason mit ner Pumpgun/Schrotflint aus dem Auto schießt ? Verfolgung is klar, nur kann mich an das echt nicht erinnern.