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Jason Bourne

„Ich erinnere mich. Ich erinnere mich an alles.“

Jason Bourne Kritik

3 Kommentar(e) - 03.09.2016 von MarieTrin
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von MarieTrin.
Filmkritik

Jason Bourne Bewertung: 4/5

Jason Bourne (Matt Damon) war einige Zeit – nach der Aufdeckung des Blackbriar-Programms (Bourne Ultimatum, 2007) – von dem Bildschirm der CIA und der internen Behörden der USA verschwunden. In der Zwischenzeit versuchte Jeremy Renner als Aaron Cross in die Fußstapfen von Matt Damon zu treten, doch trotz passabler Story ohne Erfolg an den Kinokassen. Nun ist Matt Damon in seiner Paraderolle unter der Regie von Paul Greengrass wieder zurück und wir schauen gespannt, ob sich seine Rückkehr lohnt.

Trailer zu Jason Bourne
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Bourne hatte zuletzt alle seine Erinnerungen zurückerlangt und muss nun damit leben, dass er sich vor vielen Jahren freiwillig zum Treadstone-Programm angemeldet hat. Er gab freiwillig seine frühere Identität als David Webb auf, um vollkommen Jason Bourne zu werden, ein eiskalter Auftragsmörder im Auftrag der CIA. Er schafft es nicht, dieses Wissen zu verarbeiten und flüchtet sich stattdessen in Griechenland in brutale Untergrundkämpfe. Trotzdem hat er noch Kontakt zu Nicky Parsons (Julia Stiles), seiner einzigen Verbindung zu seinem früheren Leben und der einzigen Person, die ihn wirklich kennt. Nicky war in den letzten Jahren nicht inaktiv und versucht weiterhin, Informationen über illegale Aktivitäten der CIA an die Öffentlichkeit zu bringen. Bei einem riskanten Hackerangriff auf die Server der CIA entdeckt sie die Existenz weiterer Programme und stößt auf neue wichtige Informationen zu Bournes Vergangenheit. Der Angriff bleibt jedoch nicht unentdeckt und Cyberspezialistin Heather Lee (Alicia Vikander) kann den Angriff, unbemerkt von Nicky, zurückverfolgen. Die CIA, unter der Leitung von Direktor Robert Dewey (Tommy Lee Jones), plant daraufhin das weitere Vorgehen…

Kritik

Matt Damon als Jason Bourne ist zurück! Dieses Mal ohne Amnesie, aber mit einem vergleichbaren inneren Konflikt, ausgelöst durch das Wissen, dass er freiwillig zu dem geworden ist, was er heute ist. Diese innere Zerrissenheit wird von Matt Damon in seiner Paraderolle wie gewohnt souverän dargestellt. Bourne ist nicht mehr auf der Suche nach Erinnerungen, sondern möchte nur noch am Leben bleiben und versteckt sich deswegen versteckt im Untergrund. Erst als es persönlich wird, ergreift Bourne erneut die Initiative und die CIA zittert wieder einmal bei der Erwähnung seines Namens.

Denn seltsamerweise scheinen die Verantwortlichen bei den amerikanischen Behörden nichts aus vergangenen Fehlern gelernt zu haben. Der Befehl „Eliminiert ihn!“ ist heute ebenso wenig erfolgversprechend wie früher. Dieses Mal setzt die CIA den Spezialagent The Asset (Vincent Cassel) ein, um die Bedrohung durch Nicky und Bourne zu beseitigen.

Die Gegenspieler Bournes wurden wieder mit hochkarätigen Schauspielern besetzt. Tommy Lee Jones lebt in seiner Rolle des CIA-Direktors auf und Vincent Cassel spielt das böse Spiegelbild von Bourne ebenfalls überzeugend. Auch Alicia Vikander (die zukünftige Lara Croft) als ehrgeizige Cyberspezialistin Heather Lee kann sich in diesem Cast behaupten, auch wenn ihr Charakter offensichtlich an Pamela Landy, deren ungeklärte Abwesenheit etwas irritierend ist, angelehnt zu sein scheint.

Vikanders Charakter steht auch in engem Zusammenhang mit der neuen Ebene an Überwachung, die in Bourne erreicht wird. Erstmals steht auch nicht die Existenz weiterer geheimer und illegaler Ausbildungsprogramme im Vordergrund, sondern ein Projekt zum Sammeln von privaten Daten. Der Konflikt zwischen öffentlicher Sicherheit und Privatsphäre im Internet steht so deutlich wie nie zuvor im Mittelpunkt. Selbst die Affäre um Edward Snowden findet ihre Erwähnung.

Der aktuelle Bezug durch Snowden und auch durch die Griechenland-Krise gehört zu den wenigen neuen Elementen. So wird wird die in der Bournereihe fast schon typische Wackelkamera wieder von Greengrass in den Verfolgungsjagden eingesetzt. Insbesondere bei der zweiten rasanten Verfolgungsjagd über den berühmten Las Vegas Boulevard ist das fast schon ein zu extensiver Einsatz, auch wenn man nie den Überblick verliert.

Im Vorfeld wurde erwähnt, dass Bourne in diesem vierten Teil so wenig wie nie zu vor spricht. Aber diese Tatsache wird problemlos dadurch aufgefangen, dass sich Bournes Handlungen und Vorgehen wie in den vorherigen Teilen letztendlich durch geschickte Schnitte und kurze Zwischenszenen erklärt. Der Zuschauer muss dennoch zumindest etwas aufmerksam sein, ansonsten entgeht ihm vielleicht das ein oder andere Puzzleteil.

Es kann berechtigterweise kritisiert werden, dass man alles bereits in der Reihe gesehen hat: Die Verfolgungsjagden, die Observierung bestimmter Ziele, die Kämpfe und auch das Intrigenspiel bieten nur wenig Neues. Auch bei der Musik wurde aus dem gesamten bereits bestehenden wundervollen Repertoire aus dem Vollen geschöpft. Allerdings verzichtet Komponist John Powell, trotz Unterstützung von David Buckley, auf die Einführung eines markanten neuen Themas.

Tatsächlich könnte man diesen nunmehr fünften Bourne-Film als Aufguss der bisherigen Filme bezeichnen. Damit würde aber unterschlagen, dass mit Jason Bourne etwas erreicht wird, was Fortsetzungen nicht selten fehlt: der Esprit der Vorgänger. Ab der ersten Minute, wenn die charakteristische Bourne Musik einsetzt, bis zum spannenden (wenn auch relativ absehbaren Ende) ist der Film mit Herz und Seele ein Bourne-Film, nicht mehr und nicht weniger. Es ist keine perfekte Fortsetzung, da es zu wenig neue Ideen gibt, aber Jason Bourne ist alles, was die Bourne Filme ausmacht und damit nicht mehr und nicht weniger, was sich Fans seit Jahren erhofft haben und mit dieser Fortsetzung neun Jahre nach Das Bourne Ultimatum endlich wahr wurde.

In dem Sinne heißt es nicht „Das ist Sparta!“, sondern „DAS IST BOURNE!“



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Jason Bourne Bewertung
Bewertung des Films
810
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3 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
MarieTrin
Linguist
Geschlecht | 05.09.2016 | 10:18 Uhr05.09.2016 | Kontakt
Jonesi

@ZSSnake

Hatte dann doch etwas länger gedauert mit der Kritik, aber jetzt ist sie ja doch noch online gegangen :-)

@luph92

Ich glaube, ich habe deinen Kommentar vll. kurz überflogen. Ich hatte in der letzten Zeit etwas wenig Zeit und war dementsprechend nicht ganz so aktiv.

Ich musste beim Schreiben der Kritik aufpassen, dass ich meinen inneren Fan nicht allzu sehr mit mir durchgehen lasse, obwohl der bestimmt trotzdem an einigen Stellen in der Kritik durchkommt. Daher freut es mich sehr, dass ihr (@ZSSnake und @luph92) mir bei der Kritik und der Punktzahl zustimmt :-)

Que la loi soit avec toi!

luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 05.09.2016 | 00:37 Uhr05.09.2016 | Kontakt
Jonesi

Ich weiß nicht, ob du meinen Kommentar unter der Moviejones-Kritik schon gelesen hast, aber ich kann deiner Kritik in fast allen Punkten zustimmen. Die 4/5 Hüte gehen vollkommen klar, auch bei mir.

Bloodraven: "That face you make... look I so old to young eyes?"
Bran: "No. Of course not."
Bloodraven: "I do. Yes, I do. When 900 years old you reach, look as good you will not, hmm?"

ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 04.09.2016 | 23:30 Uhr04.09.2016 | Kontakt
Jonesi

Mach ich so nen Strich drunter. Aber hatten wir ja schon besprochen, dass wir da ähnlich empfinden. Die 4/5 gehen auch voll i.O.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)