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Legend of Tarzan

Eine Kritik von sid

Legend of Tarzan Kritik

0 Kommentar(e) - 15.02.2017 von sid
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von sid.
Filmkritik

Legend of Tarzan Bewertung: 3/5

Wie üblich wird es zu viel Text, um ihn einfach unter die Moviejones-Kritik zu schreiben und da es noch keine User-Kritik zu diesem Film gibt, schreibe ich eben eine.

Handlung: Ende des 19. Jahrhunderts kehrt Tarzan alias der fünfte Earl of Greystoke mit seiner Frau Jane offiziell als Sonderbotschafter des britischen Parlaments an den Kongo zurück. Inoffiziell um mögliche Fälle von wieder aufflammender Sklaverei unter der belgischen Kolonialmacht zu untersuchen.

Kritik: Licht und Schatten, wobei die guten Elemente für mich leicht überwogen haben. Einiges hat meiner Meinung nach sehr gut funktioniert wie etwa die schönen Landschaftsaufnahmen mit dem etwas nebelig-dunstigen Bild und der intensiven, leicht grünlich-gelben Farbgebung.
Alexander Skarsgard als Tarzan fand ich zwar nicht extrem charismatisch, denn dafür war er mir zu brav, zu wenig wild, aber doch eine gute Wahl und Margot Robbie hat mir als Jane besser gefallen als in allen anderen Rollen bisher. Wobei ich zugeben muss, dass mir die taffen Sprüche irgendwann etwas auf die Nerven gingen, denn ohne dass es so im PG-13 Drehbuch gestanden hätte, hätte sie tatsächlich nichts zu lachen gehabt. Auch wie die Figur der Jane ansonsten konzipiert ist, entspricht genau dem, was ich weiter unten in der Kritik dem gesamten Drehbuch vorwerfe, nämlich eine gewisse Unentschlossenheit, um es mal positiv auszudrücken. Natürlich lässt sich Jane in keiner Lebenslage unterkriegen (zumindest nach außen hin), bekommt aber andererseits auch kaum Raum, um selbst aktiv in die Geschichte einzugreifen. Die meiste Zeit wartet sie, hübsch aussehend, ab, was passiert bzw. muss abwarten. Eigentlich stört mich das nicht weiter, es steht nur in deutlichem Kontrast zu ihrer ansonsten (auch in den Rückblenden) unerschrockenen Art. Nicht Fisch, nicht Fleisch wie so vieles in dem Film.
Die Figur des Tarzan ist dieses Mal als integre, freundliche, realistische Person angelegt, die notfalls auch ganz anders kann. Fand ich ok, wenn auch ein bisschen zu zivilisiert für meinen Geschmack. Denn wo kann man sich schon noch so richtig „aufführen“ wenn nicht als Tarzan?
Als Liebespaar wirken die beiden wirklich nett und spielen ihre Rollen auch ansonsten so, dass ich Anteil genommen habe.

Der Kritik an der Story in der MJ-Kritik und in den Kommentaren kann ich mich nur anschließen: Wie schon erwähnt fand ich die beiden recht „niedlich“ als Liebespaar und hätte auch deshalb sehr viel lieber die ursprüngliche Geschichte gesehen. Die guten Rückblenden (mit das Beste am Film, denn die hatten tatsächlich etwas vom gängigen Tarzan-Mythos) haben richtig Lust auf mehr gemacht. Aber anstatt sich an die Geschichte, wie Tarzan aufwächst, schließlich auf die Menschen und vor allem Jane trifft, zu wagen, haben sie sich lieber an eine Fortsetzung gesetzt (obwohl genau damit offenbar fast alle Kinobesucher unzufrieden waren). Und bei der ich bis zum Schluss nicht wusste, was eigentlich die Hauptgeschichte werden soll und damit jedes Mitfiebern im Keim erstickt hat: Eine Sklavenbefreiungsgeschichte, der Kampf gegen den feindlich gesonnenen Stammeshäuptling (der natürlich am Schluss doch seine Gründe hatte, hab ich mir schon gedacht), die Liebesgeschichte + Wurzel(wieder)findung der beiden Hauptfiguren oder die Beziehung zu seiner alten Affenbande? War dann von allem etwas, obwohl jeder einzelne Strang eigentlich mehr Aufmerksamkeit und tiefer gezeichnete Figuren gebraucht hätte. Symptomatisch dafür der überzeugende Häuptling nur in einer Minirolle.
Dafür Christoph Waltz als Oberschurke und fast dritter Hauptdarsteller. War das nun eine eindrucksvolle Vorstellung oder eher eine Farce? Kann er keinen anderen Typus mehr spielen oder wählt er nur die Rollen ungeschickt aus? Höchstwahrscheinlich Letzteres. Mir jedenfalls war er (wieder einmal) viel zu eindimensional. Hat man ihn zwei Minuten lang gesehen, hat man ihn gesehen. Und nach all den Schurkereien darf man dank PG-13 nicht einmal sehen, wie sich... über ihn hermachen.

Das CGI war für ein 180 (!) Mio. Budget nicht allzu gelungen und im Vergleich zum Dschungelbuch manchmal sogar grottig (teilweise fand ich die Affen gut animiert, dann wieder sehr künstlich).
Auch andere kleine Details waren unfreiwillig komisch bzw. zu unrealistisch: Während ich das Lianengeschwinge und viele andere akrobatische Szenen durchgehen lasse und meistens auch Spaß daran hatte (es ist ja schließlich Tarzan), kann ich mir zum Beispiel beim besten Willen nicht vorstellen, dass man die wuchtigen Schläge eines wütenden Gorillas (hab den genauen Namen der Affenart vergessen) so problemlos wegsteckt (in der Szene, wo er zurückkehrt) , wie dschungelgestählt man auch immer sein mag. Und Jane isst auch im größten Hunger höchstens drei Bissen. Da hatte Elizabeth in Fluch der Karibik aber weniger Selbstbeherrschung...Und warum stellt man sich jemandem einzeln im Faustkampf, der bereits die halbe Kompanie verprügelt hat, anstatt einfach mit den Gewehren, die in der Ecke hängen, zu schießen?

Die Kameraführung (Regie: David Yates) hat mir meistens gefallen, aber keinesfalls immer. Manchmal waren mir die Schnitte zu schnell und die herangezoomten Totalen (fast schon so eine Art „Löffeloptik“, also so, als wenn man sich in einem Löffel berachtet, keine Ahnung, wie man das nennt) einfach nur grotesk, aber glücklicherweise auch ganz selten. Auch ein paar Bilder in „eingefrorener“ Zeitlupe haben mich eher zum Lachen gereizt. Aber insgesamt fand ich mich als Zuschauer recht gut in die Filmwelt einbezogen.

Ob ich das Ende schön oder kitschig fand - da kann ich mich ebenfalls nicht ganz entscheiden. Hätte der Film bis dahin mehr richtig gemacht, wäre ich hier wahrscheinlich gnädiger.

Soundtrack: gut.

Fazit: Insgesamt nicht schlecht, kann man sich ansehen. Einige gute Ansätze. Nur andererseits auch ärgerlich, weil so viel mehr möglich gewesen wäre. Nämlich eine echte, ursprüngliche Tarzangeschichte mit tollem heutigem CGI und überzeugenden Darstellern. Der Name ist, wie schon einige geschrieben haben, eigentlich eine Mogelpackung und „Tarzan Returns“ ( wink) hätte es viel eher getroffen. Aber auch da bitte mit einer besseren, tiefergehenden und vor allem klarer strukturierten Geschichte.
Nachdem ich mir so einige Kritiken durchgelesen habe (nach Filmsichtung und Kritik schreiben), ist mir aufgefallen, dass dem Film sowohl vorgeworfen wird, dass mal wieder ein Weißer (noch dazu "der berühmteste Sohn Afrikas") den schwarzen Kontinent rettet, andererseits aber auch kein einziger Afrikaner „böse“ sein darf (fand ich ebenfalls zu langweilig). Ich werte das einfach mal als plus minus null, denn es ist in Zeiten des Shitstorms wirklich schwer, es allen recht zu machen und man merkt deutlich, wie sehr die Filmmacher sich bemüht haben, eben gerade nicht anzuecken. Nur haben sie sich dafür gründlich die falsche Geschichte ausgesucht. Die gute weltweite Performance an den Kinokassen (230 Mio. ohne USA) trotz den bestenfalls mittelmäßigen Kritiken zeigt, dass The Legend of Tarzan nicht am fehlenden Interesse des heutigen Publikums zumindest teilweise gescheitert ist, sondern an der eigenen Zaghaftigkeit. Ich finde es gut, auch neue Ideen einfließen zu lassen, aber wenn man eine solche Angst hat, das Publikum mit einer zu „rückständigen“ Hauptfigur und klassischen (ich meine damit nahe an der Erwartungshaltung der Zuschauer) Abenteuergeschichte zu verärgern, sollte man sich vielleicht nicht gerade eine Tarzanverfilmug vornehmen.



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