KritikFilmdetailsTrailer (6)Bilder (52)News (63)Filmabo
Film »News (63)Trailer (6)
Logan - The Wolverine

Zwiespältiger Abschied

Logan - The Wolverine Kritik

14 Kommentar(e) - 15.07.2017 von luhp92
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von luhp92.
Filmkritik

Logan - The Wolverine Bewertung: 3/5

Was mir an "Logan" gefallen hat:

  1. Der auf persönliche Konflikte heruntergebrochene Plot, der ohne Effektbombast und Overkillfinale auskommt und damit im aktuellen Superheldenkino eine Ausnahme darstellt. Charles, Logan und Laura reisen wie eine aus drei Generationen bestehende Familie quer durch die USA. Die X-Men sind tot, Logan hat dank der DoFP-Zeitreise all seine Freunde zweimal sterben sehen und muss mit seinen schwindenden Reflexen und Selbstheilungskräften fertigwerden. Wozu lohnt es sich noch zu kämpfen, wenn am Ende sowieso alles Aufgebaute zerbricht? Charles hat neben dem natürlichen Alterungsprozess - er ist mittlerweile 90 Jahre alt - mit der Tatsache zu kämpfen, dass ausgerechnet er an einer neurodegenerativen Krankheit erkrankt ist. Laura, die als Militärexperiment jahrelang eingesperrt war und deren bisheriges Leben durch Gewalt und Angst bestimmt wurde, erscheint hier wie ein zweigeteiltes Wesen. Zum Einen ist sie ein Kind mit kindlichem Spaß und großem Abenteuergeist für die Welt da draußen, die sie nie kennengelernt hat. Zum Anderen ist aufgrund des Militärexperiments aber eben auch Wolverines Tochter, die in Momenten der Wut, Angst oder Trauer ihrem tierischen Wesen freien Lauf lässt. Wer in seinem Leben zudem nur Gewalt erfahren hat, wird zur Lösung von Konflikten wahrscheinlich auch selbst Gewalt anwenden.

  2. Die Radikalität und Brutalität, mit denen James Mangold hier zu Werke geht. Ich bin niemand, der unbedingt Gewalt in einem Film fordert und die bisherigen X-Men-Filme als Weichspüler bezeichnet, aber es ist doch ein erfrischendes und angenehmes Gefühl, Wolverine mal aus einer blutigeren Herangehensweise heraus zu betrachten. Zumal dies dem Finale bedeutend mehr Ausdruck und Endgültigkeit verleiht, als es in einem PG-13-Film möglich gewesen wäre. Zum Abschluss und nach 17 Jahren hat es Hugh Jackman mehr als verdient, genau so brutal wie in den Comics auftreten zu dürfen.

  3. Das postapokalyptische und futuristische Westernsetting. Bisher spielten die X-Men-Filme zum Großteil entweder in der Gegenwart oder der Vergangenheit, die Zukunft wurde im Franchise abseits des DoFP-Plots noch nicht beleuchtet und dementsprechend beschreitet "Logan" hier abermals einen neuen und erfrischenden Weg. Das postapokalyptische Westernsetting korreliert mit dem Inhalt. Die Welt geht zu Ende und erscheint leer, ebenso wie Charles und Logans Leben zu Ende gehen und sie darin keinen wirklichen Sinn mehr sehen. Wenn man dies mit der Farbgebung des Films und den Autoverfolgungsjagden kombiniert, könnte "Logan" fast schon im "Mad Max"-Universum angesiedelt sein. Des Weiteren erinnert mich Logans Kampf gegen die sogenannten Reaver an "The Dark Knight Returns" und Batmans Kampf gegen die Mutanten. Logan und Batman sind beides gealterte Veteranen, die im Kampf auf einmal jüngeren und kräftigeren Burschen gegenüberstehen. Als Alphamännchen herrschten sie bisher über ihr Revier, nun wird ihnen diese Position streitig gemacht. Und je abgewrackter Hugh Jackman in dieser postapokalyptischen Westernzukunft aussieht, desto mehr trauere ich der Vorstellung nach, dass er in der kommenden "Der dunkle Turm"-Verfilmung einen perfekten Roland Deschain abgegeben hätte!

  4. Die schauspielerischen Leistungen. Hugh Jackman und Patrick Stewart spielen so gut wie immer und dank Boyd Holbrook dürfen wir einen fiesen Schurken erleben. Die größte Überraschung und für mich das Highlight des Films: Dafne Keen als Laura Kinney bzw. X-23! Nicht nur die Action beherrscht sie, teilweise lässt sie sogar Jackman und Stewart im wahrsten Sinnes des Wortes alt aussehen.

Was mir an "Logan" nicht gefallen hat:

  1. Der Handlungaufbau und die Laufzeit. Das klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber trotz der oben erläuterten Ausnahmestellung im aktuellen Superheldenkino folgt "Logan" meiner Empfindung nach in früheren Filmen komplett ausgetretenen Pfaden. Die Handlung verläuft größtenteils überraschungsarm und vorhersehbar, was mir dementsprechend leider etwas die Begeisterung nahm. Zudem steht die Laufzeit von 140 Minuten in krassem Kontrast zur eigentlich sehr persönlichen und kleinen Geschichte. Auch auf kleiner, ruhigen Ebene kann ein Film aufgeblasen wirken, "Logan" hätte eine Kürzung von 20 Minuten denke ich sehr gut getan, Längen hätten so vermieden werden können.

  2. Der Abschiedsgedanke und mangelnde Emotionalität. Vorab wurde ja bereits angekündigt, dass mit "Logan" Hugh Jacksam als Wolverine und Patrick Stewart als Charles Xavier aus dem Franchise verabschiedet werden. Ich hätte aber nicht damit gerechnet, dass es Mangold mit diesem Abschiedsgedanken dermaßen übertreiben kann. In jeder Szene wird man daran erinnert und wie ein Witz, den man ständig erzählt bekommt, läuft sich dies irgendwann tot und der Effekt verfehlt sein Ziel. Als es dann schließlich zu den beiden Abschiedsszenen kam, war ich schon so abgehärtet, dass mir die eigentlich sehr emotionalen Momente nicht mehr viel bedeuteten. Nicht nur das, des Weiteren werden die beiden Abschiede mehr oder weniger nebenbei eingefügt. Charles Abschied ist Teil einer Actionszene, in der allerdings Logan im Fokus steht. Und bevor man Logans Abschied wirklich begreifen kann, endet der Film und es folgt ein 08/15-Abspann mit fröhlicher Musik. 17 Jahre Hugh Jackman als Wolverine und dann so ein stinknormaler Abspann? Das hat schon "Harry Potter"-Kaliber!

  3. Der Bruch mit der neuen X-Men-Trilogie (First Class, DoFP, Apocalypse). "Days of Future Past" endet 2023, "Logan" setzt 2029 ein. Sechs Jahre, in denen die Welt vor die Hunde geht, nahezu sämtliche Mutanten sterben und Logan und Charles sich zu körperlichen und geistigen Wracks entwickeln. "Logan" macht dies keineswegs zu einem schlechteren Film, auf das DoFP-Ende wirft diese Entwicklung jedoch ein Licht, welches mir nicht wirklich zusagt. Es fühlt sich einfach falsch an, dass sich bereits sechs Jahre nach dem Happy End alles so zum Negativen entwickelt haben soll. Meiner Meinung nach hätte "Logan" in dieser Hinsicht 20-30 Jahre nach dem DoFP-Ende spielen müssen. Die neue Trilogie gibt mir mit seinen evolutionswissenschaftlichen und politischen Kommentaren bedeutend mehr als "Logan", der sich "nur" bzw. primär auf persönlicher Ebene abspielt. Aufgrunddessen merke ich, wie ich mich innerlich automatisch etwas von diesem Wolverine-Solofilm distanziere.

Alles in allem überwiegen zwar die positiven Aspekte, aber aufgrund der negativen Punkte kann ich nicht komplett in die Lobeshymnen einstimmen. 6-7/10 Punkten.



Filmgalerie zu "Logan - The Wolverine"Filmgalerie zu "Logan - The Wolverine"Filmgalerie zu "Logan - The Wolverine"Filmgalerie zu "Logan - The Wolverine"Filmgalerie zu "Logan - The Wolverine"Filmgalerie zu "Logan - The Wolverine"
Logan - The Wolverine Bewertung
Bewertung des Films
610
14 Kommentar(e) / Jetzt kommentieren

Trailer zum Film

Logan - The Wolverine
Der Videoplayer(13359) wird gestartet

Mehr Trailer & Videos zum Film

Weitere spannende Film-Kritiken

KritikKritik
Kritik vom 25.07.2017 von ZSSnake
Valerian hat im Vorfeld doch durchaus einiges an Unzufriedenheit geerntet. Die Reviews waren letztlich auch nicht sonderlich großartig, trotzdem sahen die Trailer durchaus ansprechend aus und auch wenn die Gefahr groß war bloß tolle Bilder ohne viel Substanz zu bekommen wollte ich mir wie gewohnt selbst ein Bild machen. Also dann, schauen wir mal wie genau dieses Bild aussah. Inhalt: Der Planet Mül (gesprochen "Mjuhl") ... die komplette Film-Kritik lesen

KritikKritik
Kritik vom 24.07.2017 von Naasguhl
Sa. 22.07.2017... ca.20:00 Uhr Nach ungefähr 30min Werbung und Trailerprogramm startet Der Film "Valerian",... nach kurzer Einführung zur Entstehung der "Stadt der 1000 Planeten" hätte man sich denken können es wäre NICHT 2017 sondern 1997 und Luc Besson präsentiert uns "Das 5te Element"... "Valerian" wirkt wie herrausgetrennt aus der Welt die Luc Besson und 1997 präsentierte... es hätte mich überhaup ... die komplette Film-Kritik lesen

Und noch mehr Kritiken

Horizont erweitern

Fantasy- und Abenteuerfilme 2017Die besten Filme 2015 der MJ-RedaktionComicverfilmungen im Wandel der Zeit - Teil III - Die Ära 2008-2012

Was denkst du?


Login mit Facebook



Mit meinem Login stimme ich den Anmelderegeln zu.

14 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
1
2
TiiN
Pirat
Geschlecht | 20.07.2017 | 21:22 Uhr20.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Hach luhp92, schade, dass dich Logan in Gänze nicht so abholen konnte. Für mich war er glaub ich ideal, weil mir das ganze X-Men Universum inzwischen zu groß und zu zerfahren geworden ist und Logan sich doch eher als ein Einzelfilm präsentiert hat, der zwar ein paar Andeutungen auf früher hatte, aber nie als große Fortsetzung daher kam.

Daher mag ich auch so diese Szene mit dem Comicheft, wo Logan erzählt, dass die Hälfte davon nicht annäherend so passiert ist. Mit den Comicheften meint er sinnbildlich alle vorherigen Filme und damit nimmt sich der Film die Freiheit, so zu sein, wie er ist.

Als jemand, der die Reihe in Gänze betrachtet ist das evtl. schwer hinzunehmen, kann ich nachvollziehen.

Was die Laufzeit und die mangelnde Emotionalität angeht, da kann ich deine Kritik leider nicht nachvollziehen. Auch wenn nicht viel passiert, so wusste der Regisseur immer, mit der Zeit etwas anzufangen ... und Emotional wurde es vor allem durch Logan und Professor X, welche BEIDE im Vergleich zu ihren Vorgängerfilmen deutlich mehr schauspielerischen Raum hatten und vor allem Patrick Stewart die mit Abstand beste schauspielerische Comic-Franchise-Leistung seit Heath Ledger abgeliefert hat. So sehe ich das zumindest smile

ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 18.07.2017 | 17:42 Uhr18.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 18.07.2017 17:46 Uhr editiert.

@ Luph:

Nene. Pass auf, der Wolverine aus DoFP ist ja am Ende wieder in seinen Körper zurückgekehrt und hatte die "Happy End"-Zukunft mit Jean die noch lebt etc. Und DER hat ja Adamantiumkrallen. Der 70er-Jahre-Logan wird ja von Mystique-Stryker aus dem Fluss gefischt und landet irgendwie am Alkali-Lake, wo er dann von Stryker das Adamantium bekommt und von Scott und Jean (den jungen) während der Handlung von Apocalypse befreit wird, um einen (nicht näher nachvollziehbaren) weiteren Weg zu gehen.

Der Clou ist die Szene nach dem Abspann von The Wolverine, wo Eric und der, nach der Szene nach dem Abspann aus X-Men 3 im Körper seines Zwillingsbruders "wiederauferstandene", Charles ihn am Flughafen abholen/einsammeln. Danach wird er von den beiden offenbar Offscreen für die Ereignisse aus DoFP rekrutiert. Und es ist davon auszugehen, dass Magneto ihm die Krallen wiedergibt. Im, soweit ich mich erinnere, zweiten X-Men-Film erklärt glaube ich Eric, dass außer ihm auf der Welt nur Stryker fähig ist Adamantium zu verarbeiten, weshalb es naheliegend wäre, dass Eric Logan seine Krallen nach dieser Szene nach dem Abspann von The Wolverine wiedergab bevor DoFP startete, denn dort wird auch das Klimbim um Trask und die Sentinels im TV angedeutet. Während der Handlung von The Wolverine verliert Logan nämlich relativ zu Ende seine Adamantium-Klauen, den Rest behält er jedoch im Körper.

Ich hoffe das war halbwegs einleuchtend. So nun nochmal zu Logans Einordnung in die Timeline: ich würde behaupten, dass Logan in der Zukunft des veränderten DoFP-Szenarios spielt, wo er sein Happy End hatte, da dieser Logan sich ja weiterhin an alles erinnert, was vor den Veränderungen passierte - weshalb er ja auch so überrascht war Jean und Scott und alle anderen lebendig zu sehen. Sein Charakter wirkt in Logan nämlich trotzdem wie der, der all diese Verluste durchgemacht hat und entsprechend verbittert ist und nach wie vor niemanden an sich ranlassen will. Der Logan aus den 70ern, der in Apocalypse befreit wird, KANN diese Erfahrungen in der Form ja nicht gemacht haben, wenn sich die Zukunft verändert hat und die Sentinels nicht gebaut werden. "Problem" da wieder - woher kommen die Sentinels im Trainingsraum am Ende von Apocalypse, mit denen die neuen, jungen X-Men nach dem Tod von Apocalypse unter Anleitung von Mystique trainieren? Ich befürchte so 100% hat da niemand die Kontinuität im Auge gehabt wink

Trotzdem macht für mich Logan im Kontext des Logan der Zukunft, der eben X-Men Origins Wolverine, X-Men 1-3, The Wolverine UND DoFP durchgemacht hat, viel mehr Sinn, weil dieser Logan ja auch immer wieder von Verlust spricht und davon gezeichnet ist, dass alle um ihn herum sterben, weshalb er ja auch "Angst" vor der Nähe der Kleinen hat. Alternativ könnte man Logan auch als "What-If" einer Zukunft nehmen, die in einer ganz aneren Timeline spielt als die bisherigen Filme. Ich selbst würde ihn aber eher in der "korrigierte klassische" Timeline nach DoFP sehen als in der "First Class"-Timeline, da für mich Stewart, selbst wenn er die alte Version von McAvoy ist/darstellen soll, immer Indikator für die "klassische" Timeline war.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
Dredania
Moviejones-Fan
18.07.2017 | 17:15 Uhr18.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Endlich mal jemand der meiner Meinung ist laughing

SteveRogers
Moviejones-Fan
Geschlecht | 16.07.2017 | 13:14 Uhr16.07.2017 | Kontakt
Jonesi

@luhp92:

Tatsächlich sagt mir die MJ-Kritik weniger zu, als deine, ist sie mir doch insgesamt zu positiv gestimmt, und wenn MJ von "würdige(m) Abschluss" spricht, kann ich mich dem nicht so ganz anschließen. Ein weiterer Punkt, den ich noch erwähnen möchte, ist, dass ich es einfach schade finde, wie wichtige Ereignisse für die X-Men-Saga wie der Westchester-Vorfall stattfinden und Erwähnung erfahren, sie aber nicht gezeigt oder detailliert beschrieben werden. Somit bleiben sehr viele Fragen offen. Sicher, diese Entscheidung lässt sich als Filmkunst deklarieren, ist es nicht so auch beim (Kriminal-)Theater, dass das Schlimmste im Kopf der Zuschauer stattfinden solle, aber mir als Marvel-Fan und Comicleser, der die Reihe gerne gesehen hat, reicht das einfach nicht.

Wegen dem Überschreiben der Zeitlinie; keine Sorge, ich als langjähriger Comic-Konsument habe kein Problem damit, mich in den ganzen Zeitlinien, Paralleluniversen und -dimensionen zurechtzufinden, also keine Bange, das ist bei einer 10-teiligen Filmreihe mit einer(!) Zeitreise in meinem Fall kein Thema ;)

Weswegen das ganze jedoch viel schwerer wiegt, denn "Logan" sieht wirklich ganz danach aus, als wäre die Zeitreise übergangen worden. Woran ich das festmache? Kleine Spoiler voraus: Charles und Logan reden von der "Sache mit der Freiheitsstatue", was darauf schließen lässt, dass zumindest "X-Men" auch in der neuen Zeitlinie im Großen und Ganzen so passiert ist, wie er auch von Bryan Singer inszeniert wurde. Außerdem existiert eine geschnittene Szene, in der, als Charles, Logan und Laura am Tisch bei der freundlichen Familie sitzen, Logan von dieser gefragt wird, ob er verheiratet sei, woraufhin der geistig verwirrte Charles antwortet, dass er tatsächlich eine Frau hatte, diese aber von Logan umgebracht worden sei. Damit meint er selbstverständlich Jean Grey, welche er als große Liebe von Logan im Gedächtnis hat, sie aber wegen seines Zustandes rückblickend als seine Frau interpretiert. Und wo wird Jean von Logan umgebracht? In "X-Men: Der letzte Widerstand", während sie 6 Jahre vor "Logan" quicklebendig und gesund in Charles´ Schule anzutreffen ist. Mangold hat die Szene übrigens nicht herausgeschnitten, um Stirnrunzeln bei den aufmerksamen Zuschauern zu verhindern, sondern einfach nur, weil sie ihm im Kontext der Szene zu düster war, wollte er doch das Abendessen als kleinen Ruhe- und Erholmoment gestalten, bevor das Schicksal wieder hart zuschlägt in der Form von X-24 . Abschließend noch zu "The Wolverine", der ja, wie man beachten muss, der einzige Film der X-Men-Reihe ist, bei dem neben "Logan" James Mangold Regie geführt hat; so hängt das Samurai-Schwert, welchem in "The Wolverine" eine wichtige Rolle zufällt, deutlich sichtbar in Logans Behausung an der mexikanischen Grenze. Ein kleiner Verweis auf Mangolds ersten Film in diesem Franchise, der diesen trotz Zeitreise ebenso nicht vollkommen bedeutungslos werden lässt. Wenn Logan aber über all die Jahre lang Lehrer an Charles´ Schule war, und Jean bis 2023 noch am Leben ist, wie sollen die Ereignisse von "The Wolverine" denn dann überhaupt stattgefunden haben? Diese Tatsachen verleiteten mich zu meiner von dir zitierten Aussage, dass es scheint, als würde Mangold DoFP mit Füßen treten oder gar nicht kennen.

"But the price of freedom is high. It always has been. And it’s a price I’m willing to pay. And if I’m the only one, then so be it. But I’m willing to bet I’m not." -Steve Rogers in "Captain America: The Winter Soldier"
Samurai
Moviejones-Fan
16.07.2017 | 12:49 Uhr16.07.2017 | Kontakt
Jonesi

@Luhp92

Bryan Singer hatte das damals so erklärt. Sprich, dass Logan seine Adamantiumkrallen Off-Screen von Magneto erhalten hat. Magneto kann nämlich auch Adamantium manipulieren und rekonstruierte Logans Krallen entsprechend.

luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 16.07.2017 | 11:44 Uhr16.07.2017 | Kontakt
Jonesi

@ZSSnake

Wurde das in den Filmen einmal erwähnt oder hast du das aus den Comics? "The Last Stand" und "The Wolverine" habe ich noch nicht gesehen, falls es dort erwähnt wurde. Das würde jedenfalls erklären, warum Logan in der DoFP-Zukunft wieder Adamantiumkrallen besitzt.

Aber sein Bewusstsein wurde ja in den Körper seines 70er-Jahre-Ichs transferriert, der dann die Zeit bis zum 2023-Happy-End überdauerte. Es kann sich bei seinem Körper also nicht um den aus "The Wolverine" handeln.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 16.07.2017 | 06:37 Uhr16.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Die Sache mit den Krallen hab ich mir allerdings so erklärt, dass Logan sie von Magneto off-Screen nach der After-Credits-Szene aus Weg des Kriegers ersetzt bekam, da der ja Adamantium verarbeiten kann.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 16.07.2017 | 02:19 Uhr16.07.2017 | Kontakt
Jonesi

@SteveRogers

Dass du dich extra wegen meiner Kritik wieder eingeloggt hast, ehrt mich smile

"Nichtsdestotrotz steht dem die Tatsache gegenüber, dass der Film einfach nicht so recht zur X-Men-Filmreihe passen will."

Dann müsste die Moviejones-Kritik dir doch eigenlich zumindest zum Großteil zusagen, oder?

"Es scheint fast so, als hätte James Mangold DoFP ignoriert und nur die Trilogie und The Wolverine fortgesetzt"

Meinst du damit jetzt die alte Trilogie, also "X-Men 1-3"? Diese Filme wurden jedenfalls mitsamt "The Wolverine" durch die DoFP-Handlung überschrieben. Der Wolverine in "Logan" ist der zeitreisende Wolverine aus DoFP, dementsprechend besitzt er auch noch seine Adamantiumkrallen. Weil "The Wolverine" in der neuen Zeitlinie eben nie stattgefunden hat. Hier ein Video dazu:

Zu Johnny Cash:
Zu seiner Musik habe ich keinen großen Bezug, aber der "Logan"-Trailer war dank ihm eben eine absolut emotionale Wucht! Das hätte ich mir gerne auch für den Film gewünscht, aber in diesem Ausmaß ist das leider nicht eingetreten. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich "Hurt" ebenfalls als Musikstück im Film verwendet, es hätte so gut gepasst!

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

SteveRogers
Moviejones-Fan
Geschlecht | 15.07.2017 | 23:54 Uhr15.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 15.07.2017 23:57 Uhr editiert.

@luhp92:

Da logge ich mich nach Jahren des stillen Mitlesens mal wieder ein, weil ich erstaunt bin, doch einmal eine Kritik zu "Logan" zu lesen, die weitgehend meinem Empfinden dem Film gegenüber entspricht. Auch mich ließ er eher mit einem gemischten Gefühl zurück, hauptsächlich wegen den oben von dir genannten Gründen. Ich empfand ebenfalls die Abgänge der beiden Figuren, die seit dem ersten Teil diese Filmreihe trugen und gestalteten, als durchaus unzufriedenstellend, sie holten mich einfach nicht ab. Die einzigen Punkte, in denen ich dir widerspreche, sind der der Laufzeit und der den Abspann betreffend; so empfand ich die Länge als passend, um dem dialogstarken und ruhig erzählten Film seine Zeit zu lassen und nichts ungezeigt oder ungesagt zu lassen, die Wirkung musste einfach treffen. Nichtsdestotrotz steht dem die Tatsache gegenüber, dass der Film einfach nicht so recht zur X-Men-Filmreihe passen will. Es scheint fast so, als hätte James Mangold DoFP ignoriert und nur die Trilogie und The Wolverine fortgesetzt, demzufolge empfand ich nicht so, als würde mir der Abschied genau der langjährig begleiteten und ins Herz geschlossenen Figuren gezeigt werden. Zum Abspann muss ich jedoch sagen, dass mir Johnny Cashs "The Man comes around" in Bezug auf den Film und direkt an das Ende angeschlossen unfassbar unter die Haut ging. Eines der letzten Lieder von Johnny Cash, dazu ein solch persönliches mit dem Jüngsten Gericht als Thema, eine perfekte musikalische Untermalung für das Ende einer Ära, welches leider nicht perfekt war, aber persönlich, kompromisslos und ruhig. Auch wenn ich schade finde, dass die Chance vertan wurde, dem Film zu einer unvergesslichen, deprimierenden, emotionalen Wucht zu verhelfen, wie ich im Vorfeld erhofft hatte. Das X-Men-Universum und Logans Reise vom Eintritt seiner Mutation im Elternhaus bis zum hölzernen X hätte sich so viel runder und stimmiger anfühlen können. Ebenfalls 7/10.

"But the price of freedom is high. It always has been. And it’s a price I’m willing to pay. And if I’m the only one, then so be it. But I’m willing to bet I’m not." -Steve Rogers in "Captain America: The Winter Soldier"
luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 15.07.2017 | 23:26 Uhr15.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 15.07.2017 23:28 Uhr editiert.

@Tequila
"Also findest du hirnlose Spektakel besser als Filme, die es mal ruhiger angehen lassen?"

Nein, das kommt auf den Film an.

Hier meine Meinung zu Apocalypse.
Und ansonsten erläutere ich in der obigen Kritik, warum ich das so sehe.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"


1
2