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Money Monster

Die Investition wert. - Money Monster

Money Monster Kritik

0 Kommentar(e) - 27.05.2016 von ZSSnake
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ZSSnake.
Filmkritik

Money Monster Bewertung: 4/5

Jodie Fosters neuester Film Money Monster ist seit heute in den Kinos. Den Trailern nach ist es ein Thriller mit klarem aktuellen Bezug auf die Finanzsituation, Börsenspekulation und darauf, dass unser Geld in Sekundenbruchteilen verschwinden kann, wenn die falschen Leute aufs falsche Pferd setzen. Ob er dabei als Film bestehen kann? Dazu gleich mehr in "Money Monster".

Trailer zu Money Monster
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Inhalt:
"Money Monster" - so heißt Lee Gates landesweite Erfolgsshow zum Thema Finanzwelt. Der charmante Entertainer gibt 5 Tage die Woche Tips zu Investments und den neuesten Aktientrends. Doch eines Tages taucht ein Fremder in seiner Show auf, ein Mann mit Waffe, der Lee zwingt sich eine Sprengstoffweste umzuschnallen und behauptet er und Millionen andere Investoren haben sehr viel Geld verloren, als am Vortag die Aktien der aufstrebenden Firma IBIS durch einen angeblichen Glitch im Computersystem ins Nichts gefallen sind. 800 Millionen Dollar sind dabei verschwunden und Kyle Budwell möchte eine Antwort auf die Frage wohin das Geld verschwunden und wer dafür verantwortlich ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit und die Antwort auf diese große Frage stehen auf dem heutigen Programm von Money Monster...

Kritik:
Jodie Foster hat in den vergangen Jahren bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie als Regiesserin durchaus Kompetenzen besitzt. Mit Money Monster hat sie nun durch die geballte Starpower von George Clooney und Julia Roberts natürlich sehr viel stärkere Zugpferde als noch vor ein paar Jahren mit dem längst nicht mehr als sichereren Kassenmagneten bekannten Mel Gibson und The Beaver. Doch kann der Film auch auf anderen Ebenen überzeugen?

Zu Beginn quasi als Kammerstück inszeniert finden die ersten 2/3 des Films im Studio der TV-Show Money Monster statt, wodurch der Film zugleich eine gewisse TV-Ästethik bekommt, aber auch die Spannungsschraube der Situation von Beginn an zunehmend anzieht. Foster kombiniert gekonnt die TV-Bilder, die einen weiterhin in der Show "Money Monster" wähnen, mit dem was außerhalb des Studios passiert. Während Clooney als Lee Gates gemeinsam mit Jack O´Connells Kyle hinter verschlossenen Türen zunehmend der Frage auf die Schliche kommen, was mit dem Geld passiert ist ist es Julia Roberts Patty Fenn die sich mit ihrer Crew wirklich auf die Suche nach Antworten begibt. Roberts ist draußen, Clooney ist drinnen und beide machen einen herausragenden Job mit ihren Rollen.

Die Geschichte beginnt mit dem gecancleten Termin eines Studiogastes, IBIS CEO Walt Camby (Dominic West), der seit einigen Tagen scheinbar verschwunden ist und der in der Show hätte auftreten sollen, sanft den Verdacht in eine gewisse Richtung zu lenken und entspinnt sich darüber wie sie dem Zuschauer die Arbeit der Journalisten präsentiert. Die dabei nach und nach aufgedeckten Umstände, die zum Verlust des Geldes führten, sind dabei in erster Linie als Kritik am immer schneller werdenden Finanzwesen zu verstehen, bei dem täglich jede Minute Millionen und Milliarden von Dollars, Pfund oder Euros durch die Glasfaserleitungen heizen ohne jemals wirklich greifbar zu sein.

Die kaum vorhandene Greifbarkeit und Begreifbarkeit des Finanzsystems sind es was Kyle, Spiegel des kleinen Mannes in der Geschichte, einschüchtern, Fragen stellen lässt und was schlussendlich zur Eskalation führte. Dass dabei die Geschichte des Films praktisch in Echtzeit erzählt wird trägt ihren Teil zur Brisanz der Situation bei - sehr schnell, via E-Mail-Verkehr, durch Telefongespräche oder mithilfe von Hackern werden Details enthüllt und Antworten gesucht, zu denen zuvor niemand die Fragen gestellt hatte und die, so wird es im Film impliziert, wohl auch keiner gestellt hätte, wäre Kyle nicht aufgetaucht.

So ist es nicht nur Finanzkritik sondern eben auch Gesellschaftskritik, Kritik an blindem Vertrauen in die Finanzsysteme, das fast kopflose Mitlaufen solange alles läuft. Aber dann auch das schnelle Finden von Feindbildern, wenn Probleme auftreten. Den Menschen wird der gleiche Spiegel vorgehalten wie dem dubiosen Finanzwesen und so erscheint der Film angenehm ambivalent. Er findet keine simplen Lösungen, hat keine Helden sondern nur Menschen. Jede Figur im Film hat ihre dunklen Seiten, ihre Probleme, es gibt keine klaren, eindimensionalen Sympathisanten und genau hier schafft es der Film sehr interessant und persönlich zu bleiben. Man identifiziert sich mit den Figuren, versteht die Motive und selbst Feindbilder bewegen sich, verschwimmen und werden in Frage gestellt. Dabei bleibt Money Monster über die gesamte Laufzeit höchst unterhaltsam, spannend und füllt seine Laufzeit durchgehend mit Fragen, Ideen, Kritik, Denkanstößen und vor allem seinen Charakteren. Die Geschichte ist persönlich, fast intim erzählt und bleibt es auch bis zum Ende.

Schwächen finden sich insbesondere in Form einer wiederkehrenden Figur, die immer wieder platt als "Comedic Relief" im Film fungiert. Diese platten und unangemessenen Auftritte hätte der Film wirklich nicht gebraucht und sie raubten ein ums andere Mal dem Film Gewicht oder brachen den Erzählrhythmus unnötig, wodurch sich der Film mitunter unrund anfühlte.

Fazit:
Money Monster ist kritisch, aktuell, persönlich und spannend. Dabei ist er hervorragend gefilmt, höchst kompetent umgesetzt und absolut großartig gespielt. Der Cast ist das wirkliche Highlight des Films und Jack O´Connell wirkt zwischen den beiden Schauspielgrößen Clooney und Roberts zu keinem Zeitpunkt verloren, sondern trägt seinen Teil zu einem gelungenen Thriller bei. Lediglich die kleineren Pacingprobleme und Stolpersteine des Scripts verhindern hierbei eine hörere Wertung und so bleibt Money Monster eine ausgesprochen unterhaltsame Zeit ohne wirklich großartig zu sein.

4/5 Hüte bzw 8/10 Punkte stehen am Ende unter dem Strich,

dazu eine Empfehlung für alle, die gerne intelligente und charaktergetriebene Thriller sehen.



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Money Monster Bewertung
Bewertung des Films
810
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