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Nocturnal Animals

Parasozialer Thriller

Nocturnal Animals Kritik

0 Kommentar(e) - 08.12.2016 von eli4s
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von eli4s.
Filmkritik

Nocturnal Animals Bewertung: 5/5

Nocturnal Animals erzählt dem Zuschauer zwei Geschichten zum Preis von einer. Beide Handlungsstränge haben eine gemeinsame Schnittmenge, funktionieren aber auch unabhängig von einander. Dreh- und Angelpunkt ist die deprimierte Kuratorin Susan. In ihrer Arbeit sieht sie keinen Wert, in Ihrer Ehe ist die Kommunikation längst gestört und Schlaf findet sie schon lange keinen mehr. In jedem Blick kann man Schauspielerin Amy Adams dabei die Leere und Melancholie von den Augen ablesen. Als sie von ihrem Ex-Mann Edward (Jake Gyllenhall) einen selbstverfassten Roman mit dem Titel "Nocturnal Animals" geschickt bekommt, holen sie alte Wunden aus der Vergangenheit ein...

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Susans Leben ist eine tragische Geschichte über Liebe, Verlust und Glück. Adams meistert es darin, mit wenigen Mitteln viel zu transportieren und das Innenleben der in sich gekehrten Susan sichtbar zu machen. Wie die Figur fühlt sich der Zuschauer in diesem Zustand gefangen. Nocturnal Animals ist aber noch weit mehr. Präsentiert wird uns in Nocturnal Animals nämlich auch "Nocturnal Animals", der "fiktive" Roman von Edward Sheffield. Es ist allein diese Erzählung innerhalb der Geschichte, die einen zufriedenstellenden Film hätte darstellen können. Was Susans Ehemann im Film zu Papier gebracht hat, ist ein packender Thriller, der direkt und in höchster Intensität auf der Leinwand in Bilder übersetzt wird. Jake Gyllenhall übernimmt dabei auch die Rolle der Buchfigur Tony Hastings, der Opfer eines entsetzlichen Verbrechens wird. Hilfe findet er bei einem texanischen Sheriff, der nichts mehr zu verlieren hat. Gespielt wird er brillant von Michael Shannon. Ebenso wie er, geben Gyllenhall und Adams einige der beeindruckendsten Performances des Jahres ab.

Außergewöhnlich an Nocturnal Animals, dem Film, ist viel mehr aber noch, wie unscheinbar und clever Tom Ford beide narrativen Ebenen ineinander verschwimmen lässt. Mit viel Liebe zum Detail konstruiert er Verknüpfungspunkte, die beide Geschichten zusammen in einen neuen Bedeutungsrahmen stellen. Handlungen und Gefühle werden rekontextualisiert. Körper, Figuren und Rollen werden geschickt verschoben, um sowohl bei den Figuren, als auch beim Zuschauer Perspektivwechsel zu erzeugen und die Figuren und Emotionen erfahrbar zu machen. Der perfekt inszenierte Film und seine Geschichten ziehen einen dabei von Beginn an in seinen Bann. Das Entstehen der beidseitigen Beziehung und Verbindung zwischen Zuschauer und Figur durch Identifikation und Mitfühlen mit den Figuren in einer Art parasozialen Interaktion wird vom Film in doppelter Weise instrumentalisiert, um auch seinen eigenen Figuren Entwicklungen zu eröffnen und deren emotionale Reise dramaturgisch noch greifbarer zu machen. Beide Handlungsstränge münden so in ein bitterböses Ende, das dem Zuschauer und der Figur Susans Schicksal vor Augen führt.

Ästhetisch atemberaubend inszeniert von Regisseur Tom Ford, der bereits mit seinem Debüt "A Single Man" viele Kritiker beeindrucken konnte, entpuppt sich der Film als vielschichtiges, intelligent verwobenes Drama, das auch eine ganz elementare Kraft des Geschichtenerzählens zelebriert.



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Nocturnal Animals Bewertung
Bewertung des Films
1010
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