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Suicide Squad

Die bösen Guten

Suicide Squad Kritik

0 Kommentar(e) - 01.09.2016 von Janosch
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von Janosch.
Filmkritik

Suicide Squad Bewertung: 2.5/5

Suicide Squad ist nach Batman v Superman der zweite Film, der das DCEU mit seiner Anwesenheit zu Erfolg und Ruhm verhelfen soll. Dies tut er auch irgendwie, obwohl mich das Endresultat dann doch etwa so stark überzeugt hat, wie es Batman v Superman tat. Dies hat zum Teil ähnliche Gründe, zum Teil sind es auch andere.

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Story

Die Schlimmsten der Schlimmsten werden nach Supermans Tod versammelt, um die Welt vor dem nächsten Alien zu beschützen, falls dieser keine guten Absichten haben würden. Hierfür fängt sich Amanda Waller ganz nach Collector-Art einfach ein paar Bösewichte.

Im Prinzip klingt die Story ja eigentlich nicht schlecht. Nur ist diese dann so dünn und so schnell erzählt, dass sie mich nicht mitgerissen hat. Das hat auch damit zu tun, dass geschätzt eine Stunde damit verbracht wird, die Charaktere vorzustellen. Für Story bleibt da nicht viel übrig und so geht die Truppe dann auch nur von A nach B, schiesst ein bisschen rum und rettet am Ende die Welt.

Charaktere

Die Charaktere sind für mich so gut wie alle einfach unsympathisch. Da haben wir zum einen die Suicide Squad, die "die Bösen" sind und zum anderen Amanda Waller und Enchantress, die die eigentlichen Bösewichte des Filmes sind. Zudem finden sich einige Szenen, die mit dem gross angekündigten neuen Joker gedreht wurden.

Deadshot (Will Smith) ist der Anführer der Suicide Squad, weil er der einzige ist, der eine normale Konversation halten kann. Die anderen haben entweder nichts zu sagen oder sind Harley Quinn. In den Flashbacks sieht man, wie Deadshot von Batman gefangen wurde und erfährt, dass ein Assassine, der unzählige Männer (der beste Scharfschütze der Welt hat einen Kodex) getötet hat, trotzdem noch ein gutes Herz hat, sobald seine Tochter ihn anfleht, Batman nicht zu töten, obwohl sie gerade noch gesagt hat, dass sie weiss, was er tut und sie ihn trotzdem lieb hat.

Harley Quinn (Margot Robbie) verkommt im Film hingegen zum verrückten Sexobjekt. Die Königin von Gotham wurde ebenfalls von Batman eingelocht und darf seitdem die Wachen verführen. Ihre Fähigkeiten sind für die Gruppe wichtig, da sie es schliesslich mit einem nächsten Kryptonier oder ähnlichem aufnehmen sollen und Harley mit ultra kurzen Shorts, einem Baseballschläger und einer Waffe, auf der man immer wieder "Hate" lesen kann, fantastisch in dieses Team passt.

Captain Boomerang (Jai Courtney) wurde vom Flash (gabs den schon in Batman v Superman?) während eines Banküberfalls eingetütet und so, wie es aussieht, von Flash direkt zu Amanda Waller gebracht. Er versucht während der ganzen Mission eigentlich nur, irgendwie zu entkommen. Als er dann die Chance bekommt, geht er schnell raus und holt sich ein Bier. Danach kommt er aber aus unerklärlichen Gründen trotzdem zurück. Wenn das mal kein Böser ist.

Diablo (Jai Hernandez) hat sich selbst ergeben, nachdem er seine Familie in seiner Wut abgefackelt hatte. Wie er zu Amanda Waller kam, ist dann aber auch irgendwie nicht ganz schlüssig, da er zuerst in einem regulären Gefägnis war und die Behörden wohl erst dort von seinen Fähigkeiten erfahren haben. Sollten dann jedoch nicht alle Metawesen in dem Gefägnis sein, die ebenfalls starke Fähigkeiten haben und für das Team geeignet sein sollten? Waller suchte sich dann aber Diablo aus, der eigentlich gar nicht kämpfen will und sich über grosse Teile des Filmes wohl lieber von den Soldaten töten lassen würde, als etwas anzuzünden.

Der wunderschöne Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) darf in dem Film dann bereits schon ein bisschen weniger machen und steht meist einfach nur im Hintergrund rum. In Kämpfen darf er sich ein wenig mit den Untertanen der Enchantress rumschlagen, wenn die anderen mal einen nicht bereits abgeknallt hatten. Auch bekommt er keine Flashbacks spendiert, sondern das Motto ist: "Er sieht so aus. Sie haben ihn so behandelt. Dann ist er so geworden." Die Welt ist Dreck, nicht?

June Moone / Enchantress (Cara Delevigne) ist der Bösewicht des Filmes. Der einzige Grund, warum es jedoch überhaupt dazu kommt, ist dann wieder die Dummheit der Menschen. Es wäre niemals so passiert, wenn ihr Freund Waller nicht informiert hätte, als Moone wieder zurück in ihrer Wohnung war. Ihr Ziel, von einer U-Bahnstation aus alle Regierungseinrichtungen der Welt zu zerstören, ist dann doch eher wieder seltsam. Schliesslich braucht sie bereits für die Einrichtungen der Staaten Waller. Wie will sie die Einrichtungen der anderen Länder zerstören? Vielleicht ist mit der Welt auch nur die USA gemeint.

Amanda Waller (Viola Davis) ist wohl der böseste Charakter im Film. Entweder wollte man so die anderen Charaktere noch einmal sympathischer wirken lassen, oder Wallers Charakter ist nun halt einmal einfach so und die Regierung der Vereinigten Staaten sind insgeheim genauso schlimm, wie die Schurken, Russen, etc.

Rick Flag (Joel Kinnaman) ist Amanda Wallers Schosshündchen und Babysitter der Suicide Squad. Er ist für die Kommunikation zu Waller und die Kopfsprengung von Deserteuren zuständig. Er macht hierbei jedoch auch nur mit, weil Waller ihm mit der Ermordung seiner Freundin droht. Er darf zudem das leichte Opfer spielen, das von den Kriegern der Enchantress immer wieder gefangen genommen wird, nur um dann im finalen Kampf gegen die Enchantress grösstenteils ignoriert zu werden.

Katana (Karen Fukuhara) darf den weiblichen Quotenasiaten spielen, der für den Film keinerlei Mehrwert liefert und auch ohne Probleme hätte rausgeschrieben werden können. So ist ihre einzige Aufgabe, die Bösewichte im Auge zu behalten. Als Waller, Flag und Katana dann aber dem ganzen Squad den Rücken zudrehen, sollte jedem klar sein, dass Katana vollkommen belanglos ist.

Auch Slipknot (Adam Beach) ist für den Film belanglos und dient nur dem Zweck, Wallers und Flags Skrupellosigkeit dem Squad gegenüber noch einmal zu verinnerlichen.

So kommen wir zum grössten Charakter-Problem des Films: dem Joker (Jared Leto). Dieser hat in dem Film eigentlich überhaupt nichts verloren. Jede Szene, in welcher der Joker vorkommt, muss David Ayer sich und uns beweisen, dass Jared Leto den psychopatischsten und mörderischsten Joker spielt. Ein richtiger Charakter wird der Joker dann aber nie. Er ist nur im Film, um Harley Quinns Vorgeschichte zu erzählen und zu zeigen, dass die beiden sich lieben. Ihre Vergangenheit wird dabei in mehrere Flashbacks zusammengeschnitten und erinnert mich an eine psychopatische Version des "Mad Love" Comics. Ich habe mich jedoch während der Flashbacks gefragt, ob man die Vorgeschichte von Joker und Harley wirklich in einem Film zeigen muss, der noch fünf andere Charaktere mit Flashbacks belohnt. Harley hätte man auch einfach als "vollkommen verrückte Freundin vom Joker, die Batman gefangen hat" vorstellen können und den Joker einfach rausgeschnitten. Mit diesem Film haben sie dem Joker keinen gefallen getan und hätten ihn wohl besser für einen späteren Batman Film aufgespart.

Action

Die Action ist recht spärlich gesät. Dies hat damit zu tun, dass in der ersten Hälfte des Filmes die Charaktere vorgestellt werden. in der zweiten Hälfte gibt es dann zwar mehr Action, dafür kämpft die Truppe einfach immer nur gegen mutierte Pocken-Menschen, die auch kein Blut verspritzen dürfen, um ein PG 13 Rating zu erhalten. Der finale Kampf ist dagegen dann jedoch recht ansehnlich, wenn auch nichts besonderes. Die Schlimmsten der Schlimmsten kämpfen in bester PG 13 Manier und das Filmstudio denkt sich, dass es in Ordnung ist.

Flashbacks

Die Flashbacks sind wohl ein Übel, auf welches Warner und Ayer nicht verzichten wollten, um die Charaktere vorzustellen und sympathisch wirken zu lassen. Für mich sind manche dann jedoch wie bereits erwähnt nicht nötig und sollten wegfallen. Auch ist der Zeitpunkt der Flashbacks fragwürdig. Der Film fängt mit Flashbacks von Deadshot und Harley an, stellt aber direkt danach die Charaktere durch Amanda Waller gleich noch einmal vor. Dann aber noch ein neues Flashback in der 90. oder 100. Minute zu zeigen, hat mich persönlich auch eher gestört. Zudem war das letzte Flashback dann auch über einen Charakter, der bis zu diesem Zeitpunkt, nicht sympathisch war. In der 100. Minute dann aber noch einen Charakter zu sympathisieren, ist auch nicht mehr nötig.

Humor

DC und Humor ist etwas, das eigentlich nicht zusammenpasst. Nicht ohne Grund war der Joker schliesslich auch noch nie lustig und die witzigste Person im DCEU war vor diesem Film Jeremy Irons als Alfred. Im neuen Film jedoch wurde mehr Witz eingefügt, als in vorherigen. Obwohl der Film durch den Witz nicht so langweilig rüberkommt, empfand ich ihn dennoch als störend. DC sollte die ernsteren Filme machen, um sich von Marvel abzuheben. Wenn sie jedoch jetzt Marvel zu imitieren versuchen, haben wir in den nächsten Jahren jeweils mindestens fünf lustige Superheldenfilme und dem Mainstream-Publikum gehen die Superhelden noch schneller auf die Nerven. Sie sollten besser aufhören, alles auf PG 13 und lustig zu machen und stattdessen das von Marvel und Fox erschaffene Superheldenbild der lustigen Massenmörder hinter sich lassen und ernste, vielleicht auch düstere, Superhelden zeigen, die in einer schlechten Welt das richtige tun wollen.

Fazit

Der Film hat bestimmt Potenzial. Dieses wird jedoch aufgrund von Zeitmangel nicht gut genug ausgeschöpft. Es harzt an mehreren Ecken doch allen voran daran, dass man den normalen Kinozuschauern die Charaktere vorstellen muss. Die Vorstellung ist zwar nicht so schlimm gemacht, wie die Vorstellung von Flash, Cyborg und Aquaman, die wichtigsten Charaktere müssen dann aber mehrmals vorgestellt werden. Es ist dann auch verständlich, dass der Film Überlänge hat, was nicht hätte sein müssen.

Letztendlich bleibt ein Film, der gut beworben wurde, an sich dann aber nicht mehr als okay und unterhaltend ist. So sticht der Film im Superhelden-Genre nicht hervor und reiht sich einfach nur vor Flauten wie Fantastic Four oder Thor 2 ein. Mir persönlich gefiel er ein wenig besser als noch Batman v Superman, gut empfand ich ihn jedoch für keine Sekunde.



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Suicide Squad Bewertung
Bewertung des Films
510
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