Suicide Squad

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Suicide Squad

Suicide Squad Kritik

Suicide Squad Kritik
0 Kommentare - 20.10.2017 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio wie gut Suicide Squad wirklich ist.
Suicide Squad

Bewertung: 2 / 5

Nach dem Tode Supermans in „Batman v Superman“ steht die Welt ohne Beschützer da. Wie soll man auf eine neue Bedrohungen durch Metawesen reagieren? Regierungsagentin Amanda Waller hat eine Idee: man nehme Superbösewichte, die irgendwo in Louisiana im Gefängnis versauern, mache sie mit einer in den Hals injizierten Minibombe gefügig, biete ihnen Hafterleichterungen an und schicke sie die Drecksarbeit machen. Der Suicide Squad hat auch gleich seinen ersten Einsatz, als die böse Hexe Enchantres in Midway City ihren Bruder befreit und die Menschheit versklaven will.

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Man nehme eine Portion „Die Klapperschlange“, gebe eine Prise „Das dreckige Dutzend“ hinzu und packt das Ganze mit dem Superheldentrend in einen Mixer und es entstehe „Suicide Squad“. In der Theorie ist das auch eine gute Mischung, doch rausgekommen ist ein äußerst widersprüchlicher Film. Gleichzeitig überstilisiert und unterentwickelt, vordergründig „anders“, aber doch eigentlich nur wiedergekäuten Genrekonventionen verhaftet. Das ist schade, denn an den Kanten blitzt immer mal wieder Potential hervor und der Cast ist sichtlich gut aufgelegt. Aber dieser Enthusiasmus will sich nie so recht auf den Zuschauer übertragen. Doch woran liegt das?

Nun, man könnte dabei erst mal die strukturellen Probleme ins Auge fassen. Ein großer Teil des ersten Aktes wird auf eine Sequenz verschwendet, die uns den Squad vorstellen soll, dabei jedoch Informationen wiederholt, bis der Zuschauer nur noch mit den Augen rollen kann. Waller sitzt mit ein paar nicht näher beschriebenen Militärs an einem Tisch und gibt ein Briefing über die verschiedenen Mitglieder, die ihr für ihre „Task Force X“ vorschweben. Dabei kriegt der Zuschauer für die vorgestellten Charaktere jeweils eine mehr oder weniger informative Sequenz präsentiert, die Backstory und Expertise beschreiben soll. So weit, so gut. Nur entscheidet man sich, das Ganze noch wesentlich schneller mit Texteinblendungen voranzustellen. Und währenddessen hören wir auch noch Waller, die per Voice Over zusätzlich erklärt, was gerade passiert. Die gleiche Information, dreimal mitgeteilt. Wirklich visuelles Geschichtenerzählen oder gar Vertrauen an den Zuschauer werden hier vergeblich gesucht.
Das wäre vielleicht noch zu vergeben, wenn die direkt darauffolgende Sequenz nicht den gleichen Zweck hätte. Wieder erklärt Waller das Konzept der Task Force, wieder kriegt der Zuschauer Backstory per Voice Over und Bild mitgeteilt. Der Film hält seine Geschichte an, um einen zwanzig minütigen Vortrag zu halten. Ökonomisches Erzählen sieht anders aus.

Das wäre vielleicht nicht so schlimm, wenn der Plot nicht so unausgegoren wäre. Da werden Charakterentwicklungen angedeutet, die der Film nicht unterstützt, oder sie werden gar ohne Vorwarnung rückgängig gemacht. Symptomatisch dafür dürfte wohl der Charakter Diablo stehen, der bis zur Barszene nichts, aber auch wirklich gar nichts, mit dem Squad oder seinen Mitgliedern zu tun haben will, im Finale dann aber von einer Ersatzfamilie spricht. Warum er plötzlich die Verbundenheit zu seinen Kameraden fühlt, bleibt im Dunkeln. Aber auch Harley Quinn, deren Emanzipation vom Joker in einer toll inszenierten und gespielten Szene gezeigt wird, behandelt der Film nicht besser. Am Ende landet sie doch wieder in Jared Letos Armen, was uns auch noch als Happy End verkauft wird. Aber immerhin muss weiterhin Joker & Harley-Merchandise verkauft werden, also können wir die beiden nicht trennen.
Solche Logikfehler nagen an „Suicide Squad“ im Ganzen, aber auch in einzelnen Szenen kann der Film nicht anders, als sich zu widersprechen. Deadshot, der der ganzen Selbstmordkommando-Idee verständlicherweise eher abgeneigt ist, will in einer Szene Rick Flag umbringen, um abhauen zu können. In der direkt darauffolgenden Szene will er Flag nicht von der gegnerischen Armee umbringen lassen, da dies den Tod des Squads bedeuten würde. Woher der plötzliche Sinneswandel kommt, da kann der Zuschauer nur raten.

Inszenatorisch ist der Film allerdings auch nicht unbedingt das gelbe vom Ei. Als Beispiel soll hier der Shoot Out im nach „Suicide Squad“-Erfinder benannten Ostrander-Gebäude herhalten. Statt hier eine klare Geographie zu etablieren, damit der Zuschauer der Action folgen und sie adäquat verstehen kann, bricht hier nahezu sofort die Hölle los. Man bekommt nie einen Sinn dafür, wo welche Charaktere sich in Relation zu anderen Charakteren im Raum befinden, noch dafür, wie die Gegenspieler aufgestellt sind. Übrig bleibt eine Szene ohne Rhythmus, ohne klar folgbarer Linie, Dinge geschehen einfach nur.
Dazu gesellen sich wirklich massenhaft größere und kleinere Kontinuitätsfehler, die den Eindruck entstehen lassen, man hätte den Film sorglos zusammengeschludert. So hat Rick Flag zu Anfang und zum Ende hin längeres Haar, während er in Midway City einen Militärschnitt hat, und Scott Eastwoods Vollbart weicht in Midway City irgendwann einem Dreitagebart. Bei so was muss zumindest ich unweigerlich an Josh Tranks „Fant4stic“ denken.

Es ist natürlich nicht alles schlecht, gerade der bereits erwähnte Cast gibt sein bestes. Jai Courtney beweist mal wieder, dass er weniger Leading Man ist, als ein toller Nebendarsteller, der unsympathische Typen drauf hat. Das rettet „Suicide Squad“ aber nicht vor seinen vielen Schwächen. „Worst.Heroes.Ever“? Nicht unbedingt, aber unterdurchschnittlich sind sie allemal.

Suicide Squad Bewertung
Bewertung des Films
410
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