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The Big Short

Kurz-Kritik: An den eigenen Ansprüchen gescheitert

The Big Short Kritik

3 Kommentar(e) - 03.06.2016 von luhp92
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von luhp92.
Filmkritik

The Big Short Bewertung: 2/5

"The Big Short" ist mit seinen 130 Minuten ein oftmals langweiliger und vor allem sehr nerviger Film, der an seinen eigenen Ansprüchen scheitert. Adam McKay möchte die Finanzkrise 2008 erläutern und dies geschieht mehr oder weniger vergeblich auf drei verschiedenen Niveaustufen.

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  • Die niedrigste Stufe beinhaltet Informationen solcher Art, die man bereits aus den Zeitungs- oder TV-Berichten der letzten Jahre kennt, und daher keinen wirklichen Mehrwert besitzt.
  • Die mittlere Stufe dringt tiefer in die Finanzhintergründe ein und veranschaulicht diese anhand vereinfachter Modelle. Dafür hat Adam McKay mit Christian Bale, Ryan Gosling und Brad Pitt ein paar Schauspieler engagiert, die mit ihren Charakteren eindeutig unterfordert sind - einzige Ausnahme: der von Steve Carell großartig gespielte Mark Baum - und im Prinzip nichts anderes machen müssen, als ihre bekannten Gesichter vor die Kamera zu halten und den Erklärbär zu geben. So weit, so gut, diesen Job machen sie hervorragend und auch wenn das Drehbuch dem Großteil seiner Charaktere nur wenig Tiefe verleiht, können Bale, Gosling und Pitt diesen doch Leben einhauchen. Nervig wird es jedoch dann, wenn sich McKay zur Erläuterung des Geschehens dem Durchbrechen der vierten Wand verschreibt, egal wie deplatziert dieses Stilmittel auch ausfallen mag. Albern wird es obendrein, wenn z.B. eine nackte Margot Robbie oder eine sexy geschminkte Selena Gomez mit Ankündigung als sie selbst auftreten und erklärend direkt zum Zuschauer sprechen.
  • Die höchste Stufe beschäftigt sich mit dem Kern der Finanzthematik und haut dementsprechend mit fachchinesischen Begriffen um sich, die ein Otto-Normal-Kinogänger wie ich niemals verstehen wird. Da frage ich mich dann schon, was das soll. Aber vielleicht hat das ja auch etwas Gutes an sich, mit einer Intention nach dem Motto: "Kauft euch ein Buch, wenn ihr wirklich alles über die Finanzkrise verstehen wollt!"

Neben dem Durchbrechen der vierten Wand setzt McKay auf einen äußerst hektischen Schnitt und auf semi-dokumentarische Kameraarbeit, wobei mich speziell die Hektik ebenfalls sehr genervt hat. Für die eigentliche Erklär-Intention ist die Hektik sogar mehr schädigend als hilfreich. Ich hätte mir gewünscht, dass Adam McKay die Thematik mehr auf der Dramaebene und weniger durch technische Spielereien diskutieren würde. Das hätte "The Big Short" zu einem erträglicheren und spannenderen Film gemacht, in dem man zu mehr Charakteren als nur zu Steve Carells Mark Baum eine Bindung aufbauen könnte. Eines muss man dem Film allerdings definitiv zu Gute halten: McKay erzählt hier keine Heldengeschichte, die Abzocker der Abzocker sind eben auch nur Abzocker.



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The Big Short Bewertung
Bewertung des Films
410
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3 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
Andra
Moviejones-Fan
Geschlecht | 06.06.2016 | 16:36 Uhr06.06.2016 | Kontakt
Jonesi

Ich kann diese doch schlechte Wertung selbst gar nicht nachvollziehen. Der Film hat Schwachstellen, ja, aber er ist auch unterhaltsam und bereitet dieses komplexe Thema erschreckend unausweichlich auf. Ich bin gar nicht rangegangen mit der Erwartung, alles verstehen zu können/zu müssen. Dahingehend hat mich das weniger gestört, sondern nur die undurchsichtigen Zustände der Finanzwelt noch deutlicher gemacht. Aber jeder halt wie er es empfindet, ich kann dagegen nur sagen: Daumen hoch für den Film.

luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 06.06.2016 | 15:06 Uhr06.06.2016 | Kontakt
Jonesi

Es mag vielleicht daran liegen, dass mir die witzigen Stellen entgangen sind, weil sie mir gehörig auf die Nerven gingen, aber ich frage mich immer noch, wie es "The Big Short" schaffen konnte, für die beste Komödie bei den Golden Globes nominiert zu werden. Denn insgesamt war es ein ernsthafter Film, der in den letzten 20-30 Minuten sogar durch eine pessimistische Stimmung geprägt wurde. Seriös ist "The Big Short" vor allem dann, wenn tatsächlich mal etwas gut und sachlich erklärt wird. Das ist aber leider nicht immer der Fall, siehe hier z.B. Margot Robbie.

Wenn dir "The Wolf of Wall Street" wegen des Durchbrechens der 4. Wand schon nicht gefallen hat, solltest du um "The Big Short" erst recht einen Bogen machen. Hier redet so gut wie jeder zum Zuschauer, was tatsächlich irgendwann störend und aufgesetzt wirkt. "The Wolf of Wall Street" ist dagegen eine auf Jordan Belfort zentrierte, aus seiner Sicht erzählte Geschichte, weshalb das Durchbrechen der 4. Wand dort sehr viel Sinn ergibt. Generell war ich von Scorsese Wall Street Satire mehr als begeistert und DiCaprio habe ich dabei quasi aus den Händen gefressen^^ Diese 180 Minuten vergingen auch bedeutend schneller als die 130 Minuten namens "The Big Short".

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

sid
BOT-Triumphator 2016
05.06.2016 | 20:24 Uhr05.06.2016 | Kontakt
Jonesi

Ist ja noch schlimmer, als ich befürchtet hatte wink.
Mir hat der Tailer für einen immerhin Oscar-nominerten Film schon erstaunlich wenig zugesagt mit seinen etwas platten Sprüchen und weil er mir zu locker und gehetzt daherkam, als dass man auf einen interessanten und „seriösen“ Film hätte hoffen können. Es sah ein bisschen so aus, als hätten sie sich weder für die ernsthafte Seite entscheiden können noch für eine bissige, hintergründige Komödie.
Aber schon Wolf of Wallstreet hat mich – gemessen an meinen Erwartungen – ziemlich enttäuscht. Einmal wegen den dämlichen, immer gleichen Reden ans Team und dann auch noch ans Publikum gewandt (was ich eh nicht sonderlich mag, weil es häufig so aufgesetzt wirkt). Zweitens weil ich DiCaprio als „Junkie“ schon viel besser gesehen habe (Jim Carroll).

Hättest Du gesagt, der Film ist mitreißend und informativ und sowieso ein Muss, hätte ich ihn mir endlich mal ausgeliehen, aber nach Deiner Kritik drücke ich mich mit gutem Gewissen bis zum TV-Start wink.