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The Great Wall

Fantasy als Methaper verstehen

The Great Wall Kritik

0 Kommentar(e) - 14.01.2017 von sarasvati26
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von sarasvati26.
Filmkritik

The Great Wall Bewertung: 4/5

Gezeigte Handlung

Zwei Europäer, William Garin und Pero Tovar reisen in den fernen Osten auf der Suche nach Schwarzpulver. Dabei geraten sie in Konfrontation mit einigen Stämmen und finden sich später an der Großen Mauer wieder. Die Chinesen entdecken die Kralle eines Ungeheuers. Es ist eines jener grünen Wesen, wovor die Große Mauer schützen soll. William und Pero sollen dennoch dem Tode geweiht sein. Jedoch werden sie vorerst inhaftiert. Wegen eines Überraschungsangriffs der grünen Wesen gab es nicht viel Zeit beide in eine Zelle zu geleiten, weshalb beide sich mit den chinesischen Kriegern auf der großen Mauer wiederfanden. Später können die beiden die Chinesen jedoch überzeugen, dass ihre Fähigkeiten im Kampf gegen die grünen Wesen nützlich sind. Besonders William zeigt Engagement für den Kampf gegen die Ungeheuer. Zur gleichen Zeit versucht Pero mit einem anderen Europäer das Schwarzpulver zu stehlen. Beim Versuch werden sie von William überrascht. Die beiden anderen Europäer setzen ihn kurzzeitig außer Kraft und flohen. Eine chinesische Wache, welche zuvor von William beim Kampf gegen die grünen Wesen gerettet wurde, beobachtete dies und konnte so die Generälin Lin Mei ihn zu verschonen. William wurde dennoch kurzfristig inhaftiert, aber später wieder freigesetzt, da seine Fähigkeiten gebraucht wurden.Später half er Lin Mei beim Kampf gegen die grünen Wesen in der Hauptstadt. Jene wurde zwischenzeitlich von den Monstern angegriffen. Am Ende wurden die grünen Wesen besiegt. Im Film werden sie Tao Tie genannt.

Effekte und mögliche Bedeutungen

Beim diesem Film bin ich nicht mit der Erwartung hineingegangen einen anspruchsvollen Film zu erwarten sondern einen Film, der mich unterhält. Und genau das ist ihm auch gelungen. Die schönen Bilder und Effekte sorgten für die richtige Stimmung. Da ich schon mehrere chinesische Fantasy Filme gesehen habe kann ich hier Parallelen. Die Farben, Kostüme und Kampfszenen sind auch in anderen chinesischen Fantasyfilmen zu finden. Besonders schön fand ich die Momente, wo die weißen Ballons gen Himmel stiegen. Dies könnte man als einen Aufstieg Chinas verstehen, einen Aufstieg in himmlische Höhen. Sie können aber auch als eine Form der Verbundenheit mit dem Himmel verstanden werden. Anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes fand ich diese Szene passend.

Die Gestaltung der Tao Tei fand ich nicht so prickelnd. Aber warum? Ich bin Filme wie Herr der Ringe gewöhnt. Dort wurden alle CGI Kreaturen detailvoll und als State of the Art entwickelt. Dies liegt aber auch am Geld welches durch Hollywood zur Verfügung steht. Viele chinesische und auch andere asiatische Produktionen verfügen nicht über so viel Geld, dass ihre Animationsstudios entsprechende Effekte erzielen. Aber müssen sie das? Ich fragte mich dann ob der Sinn bei diesem Film nicht vielmehr in der Handlung bestand. Nicht der gezeigten Handlung sondern jener, auf die eventuell angespielt wird.

Handlung als Metapher:

Die Große Mauer sollte die Reitervölker aus dem Norden fern halten. Es waren Stämme aus der Mongolei. Die Mauer verläuft auch dementsprechend, dass sie über Beijing und weiter entlang der Gobi verläuft. Die heutige innere Mongolei war früher noch Teil der mongolischen Steppen. Oftmals haben die Stämme des Nordens versucht das chinesische Reich zu erobern. Wegen der Mauer konnte dies mehr oder weniger verhindert werden. Die späteren Dynastien unter Kublai Khan und Pu Yi sind Fremd-Dynastien. Dort herrschten Völker des Nordens über die Chinesen. Cinggis Khan hatte es irgendwann geschafft Teile des chinesischen Reiches zu erobern.

Eine Möglichkeit die Tao Tei zu verstehen ist es daher sie als Methaper zu verstehen. Als Anspielung auf die wilden Reitervölker aus dem Norden. So braucht man wegen politischer Beziehungen zwischen China und der Mongolei keine Unruhe aufkommen lassen, wenn zentralasiatische Reitervölker einseitig als Bösewichter von China dargestellt werden. Stattdessen bietet sich die Möglichkeit einfach die Tao Tei zu nehmen. So kann man den Film entweder als reine Fantasy betrachten oder eben als historisch angelehnten Film im fantastischen Gewand.

Auch die Geschichte mit der Suche nach dem Schwarzpulver kann als Methapher verstanden werden. Denn sie könnte aus chinesischer Sicht eine Kritik auf die Ignoranz des Westens gegenüber der hohen Entwicklung des chinesischen Reiches in frühesten Zeiten sein. Innerhalb der europäischen, bzw der westlichen Geschichte werden Weltumseglungen und bahnbrechende Erfindungen immer den Europäern oder Amerikanern zu geschrieben. Doch ist dies nicht auch eine einseitige Betrachtung der Welt? Schwarzpulver gab es schon lange in China. Auch besaß China früher schon große Seeflotten, wo Europa gerade mal anfing in See zu stechen.Und die Überlegenheit der chinesischen Armee, wie sie im Film dargestellt wird, symbolisiert auch etwas den Stolz auf die eigene chinesische Vergangenheit und das China früher schon hoch entwickelt war. Und jene, die dann kommen um das Schwarzpulver ihrem Ursprungsort zu nehmen, könnte auf die Fremderfahrung in China hindeuten. Das Europäer den Chinesen zeigten, wie die Welt zu sein hätte. Durch die Inszenierung von William als Helden, der in Kooperation mit der chinesischen Generälin Lin Mei kämpft, zeigt sich doch auch, das trotz Gegensätze die Harmonie gewahrt bleiben soll um gemeinsam etwas größeres zu schaffen. Und sind das nicht auch Teile chinesischer Werte?

Der Weg aus dem Kino

Mit diesem Ansatz betrachtet man die gesamte Story, die der Film zeigt anders. Die Action, die Farben und die schönen Bilder wo die Mauer im Nebel versinkt oder die Ballons gen Himmel steigen sind nur die Transfermedien. Das werden auch die meisten Kinogänger sehen. Die tiefere Story und die Anspielung auf die chinesische Geschichte und den Reitervölkern aus dem Norden werden nicht so viele sehen. Aber genau diese verbirgt sich in diesem Film als Metapher.



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