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Wonder Woman

Richard Donner, Captain America und Thor im Snyder-Gewand

Wonder Woman Kritik

16 Kommentar(e) - 28.06.2017 von luhp92
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von luhp92.
Filmkritik

Wonder Woman Bewertung: 4/5

Wonder Woman

oder (Wie man Richard Donners "Superman" gekonnt in die heutige Zeit überträgt und im Snyder-Gewand in das bestehende DCEU eingliedert)

Bis heute hält sich die Mär, DC-Filme dürften nicht lustig sein und Warner Bros habe eine Art Gesetz erlassen, um Humor in den DC-Filmen zu unterbinden. Wer sich die DC-Filme von Nolan und Snyder ansieht, dem dürfte eigentlich ziemlich schnell klar werden, dass jeder dieser Filme von wohldosiertem Humor durchzogen ist. Sicherlich nicht so frequenz und/oder penetrant wie im MCU, aber er ist dort doch vorhanden - von "Suicide Squad" mal ganz zu schweigen!

"Wonder Woman" wird von vielen Kritikern als inoffizieller MCU-Film beschrieben, dem möchte ich gerne widersprechen. Zwar kann man "Wonder Woman" im Vergleich zu MoS und BvS durchaus als leichten und humorvollen Film bezeichnen, der einer Handlung nach Schema F folgt, das macht ihn aber noch lange nicht zu einer poppigen Actionkomödie à la Marvel. Der Humor ergibt sich nicht aus dem Selbstzweck heraus, lustig sein zu wollen, sondern aus Dianas Charakter. Speziell aus ihrer Naivität und Unerfahrenheit in der normalen Welt sowie im Umgang mit dem männlichen Geschlecht. Des Weiteren hält sich der Humor über die Gesamtlaufzeit hinweg angenehm in Grenzen und macht an den richtigen Stellen komplett der Dramatik Platz. Darüberhinaus erinnert "Wonder Woman" mit seiner düsteren Optik, den Sepiafiltern und Slow-Motion-Actionszenen auf visueller und stilistischer Ebene eindeutig an Zack Snyder und lässt einen Vergleich mit Marvel kaum zu.

Ich persönlich musste stattdessen wesentlich öfter an Richard Donners "Superman" denken. Zu Beginn wird Wonder Woman noch als strahlende Heldin mit weißer Weste dargestellt, die am liebsten jedem Menschen zu Hilfe eilen würde. Ein kleines Highlight ist jene Szene, in der Patty Jenkins den ikonischen Superman-Moment umkehrt, in dem er als Clark Kent eine Pistolenkugel abwehrt und somit Lois Lane das Leben rettet. Hier dementsprechend mit Diana in Undercoverkleidung und Steve Trevor. Auch eine klassiche Umziehszene darf nicht fehlen, anstatt allerdings eine Telefonzelle zu nutzen, reißt sich Wonder Woman ihr Kleid auf einem gallopierenden Pferd vom Körper. Zudem werden hier christliche Messias-Smyboliken meiner Einschätzung nach sogar noch häufiger zelebriert als in MoS oder BvS. Erst im Verlauf der Handlung erhält Wonder Woman Ecken und Kanten, erleidet Schmerzen und wird dazu gezwungen, ihr eigenes Weltbild zu hinterfragen.

"Wonder Woman" ist der vierte Eintrag in das DC Cinematic Universe und nach jedem dieser Filme bin ich immer wieder überrascht, wie gut das funktioniert und auf welche Weise dabei ein anderer Weg eingeschlagen wird als im MCU. Das MCU unterteilt sich in mehrere Phasen und jede Phase besteht in der Regel aus mehreren, handlungstechnisch zeitgleich spielenden Solofilmen und einem abschließenden Ensemblefilm. Im DCEU existieren keine Phasen oder besser gesagt: Es existiert nur eine Phase. Die übergreifende Handlung folgt einem linearen roten Faden, auf MoS folgt BvS, auf BvS folgt "Suicide Squad" und auf "Suicide Squad" wird "Justice League" folgen. "Wonder Woman" bricht scheinbar mit diesem Ablauf, aber eben nur scheinbar. Eingebettet in zwei in der DCEU-Gegenwart verankerten Szenen, wird uns Wonder Womans Entstehungsgeschichte als einziger Flashback präsentiert, der ihre Motivation erklärt, warum sie Batman und Superman im Kampf gegen Doomsday unterstützt. Das nenne ich mal einen innovativen CU-Solofilm!

Auch in thematischer Hinsicht unterscheidet sich "Wonder Woman" nicht allzu sehr von den sonstigen DCEU-Filmen. Die griechische Göttermythologie nimmt einen großen Teil der Handlung ein und analog zu den Vorgängern beschäftigt sich Patty Jenkins mit dem Einfluss von Göttern oder göttlichen Wesen auf die Menschheit und hinterfragt zudem deren Existenz und jenen Einfluss auf die Menschen.


oder (Die gelungenere "Captain America"- und "Thor"-Verfilmung)

"Wonder Woman" ist ein fantasylastiger Superheldenfilm im Weltkriegssetting, da lagen/liegen der Vergleich mit oben genannten Werken und der Vorwurf einer billigen Kopie bei Skeptikern und Kritikern natürlich nahe. Zum Teil muss ich ihnen damit auch Recht geben. Die deutschen Soldaten fungieren wie in "Captain America" als gesichtslose Schießbudenfiguren, charakterlich ausgebaut werden nur die Chemikerin Dr. Isabel Maru als weiblicher Armin-Zola-Verschnitt und der wirklich böse Erich Ludendorff. Der erschießt sogar Untergebene, weil sie ihm nicht gehorchen, man ist der böse! Damit enden dann meiner Meinung nach aber schon die negativen Gemeinsamkeiten, in den sonstigen Belangen bewegt sich "Wonder Woman" auf einem qualitativ hochwertigeren Niveau.

Mit Chris Evans und Chris Hemsworth werden Captain America und Thor durch zwei hochsympathische Schauspieler verkörpert, allerdings mussten sie für mich innerhalb des MCUs erst noch nachreifen, um mich vollkommen überzeugen zu können. Gal Gadot geht dagegen schon direkt brachial durch die Decke, was eigentlich schon mit ihrem Drei-Minuten-Auftritt in BvS begann. Eine Amazone mit Minirock, Schwert und Schild - ein solcher Realfilm läuft ziemlich schnell Gefahr, in reine Cheesyness abzudriften. Patty Jenkins, Zack Snyder und Gal Gadot gelingt es jedoch, Wonder Woman mit jeder Faser so selbstverständlich und natürlich darzustellen, dass sie sich mühelos in einer Gruppe von britischen Zivilisten, Militärs oder Soldaten bewegen kann, ohne dass man als Zuschauer einen Gedanken an ihr Outfit verschwendet.

Steve Trevor bringt den Vorteil mit sich, dass er nicht nur als Dianas Love Interest funktioniert, sondern zudem über einen eigenständigen Charakter verfügt. Nichtsdestotrotz liegt der Fokus natürlich mehr auf der Beziehung zwischen den beiden, ihr Verhältnis wird dabei von Jenkins sehr behutsam und organisch auf- und ausgebaut, sodass die Liebe gegen Ende nicht nur eine Behauptung bleibt, sondern sich ebenfalls auf den Zuschauer auswirkt. Gal Gadot und Chris Pine harmonieren perfekt miteinander, dagegen wirkte Natalie Portman als Jane Foster in "Thor" immer etwas Fehl am Platz und von Hayley Atwell als Peggy Carter blieb bei mir nur sehr wenig hängen.

Gleiches gilt für die Hauptschurken und die Darstellung des Krieges. Loki lebt primär von Tom Hiddelstons großartiger Performance und Red Skull verbleibt trotz Hugo Weaving auf dem Niveau eines vergessenswerten 08/15-Schurken. Ganz anders im Kontrast dazu Ares, dessen Schauspieler ich aus Spoilergründen nicht verraten möchte! Allein diese Entscheidung zeichnet den Film schon aus, denn bis zur Offenbarung weiß man nicht genau, mit wem man es hier genau zu tun hat. Wie oben erwähnt, beschäftigt sich "Wonder Woman" wie seine Vorgänger ebenfalls mit der Beziehung zwischen Göttern bzw. göttlichen Wesen und der Menschheit. Existieren diese (griechischen) Götter wirklich oder sind es nur Märchengeschichten, die man sich selbst und den Kindern erzählt, um die Welt und die eigene Existenz zu erklären. Falls die Götter wirklich existieren, welchen Einfluss haben sie auf die Menschen? Einen reellen, einen imaginären oder gar keinen? Sind die Menschen Herr ihres eigenen Schicksals? Falls ja, zerfleischen sie sich im Krieg selbst; ein ewiger Kreislauf, der hier im Ersten Weltkrieg zunächst seinen schrecklichen Höhepunkt findet. Im Gegensatz zu "Captain America" unterteilt "Wonder Woman" nicht in Gut und Böse, sondern in Opfer und Täter des Krieges. Hat die Menschheit, die zu solchen Gräueltaten fähig ist, das Recht auf das Leben verwirkt oder ist da doch noch etwas mehr? Das sind Fragen, mit denen nicht nur Diana und Steve Trevor konfrontiert werden, sondern auch der Zuschauer selbst. Dieser Konflikt mündet letztendlich in einem dramatischen und gewaltigen Showdown, der mich tatsächlich zum Weinen brachte! Ganz großes Kino!

Abseits des Schauspielerischen und Inhaltlichen trumpht "Wonder Woman" ebenso durch die technischen und musikalischen Aspekte auf. Als Fantasyfilm konnte mich "Thor" nur selten überzeugen, was primär daran liegt, dass die Welt (Asgard, etc) zu sauber und künstlich aussieht. Eben wie am Computer geschaffen, es fehlt das Organische, weswegen ich als Zuschauer kaum Zugang dazu fand. "Wonder Woman" erschafft dieses Organische mit Hilfe von beeindruckenden (Natur)Kulissen, authentischen Kostümen und hervorragenden CGI-Effekten. Bezüglich der Actioninszenierung hat sich Jenkins mehr als nur eine Scheibe von Snyder abgeschnitten, dementsprechend hochwertig fallen auch die Choreographien aus. Wenn sich Wonder Woman mit Schwert, Schild oder Fäusten durch Reihen von deutschen Soldaten kämpft, sieht Captain America im Vergleich ganz schön alt aus. Der Soundtrack aus der Feder Rupert Gregson-Williams steht der visuellen Klasse in nichts nach und vereint erhabene Heldenklänge mit brachialem Actiongetöse (das Wonder-Woman-Thema <3) sowie gefühlvollen Melodien für die dramatischen Momente. Aus musikalischer Sicht bildet "Wonder Woman" den quantitativen Höhepunkt des bisherigen DCEUs, den qualitativen Höhepunkt bildet weiterhin das Superman-Thema aus "Man of Steel".


oder (Ein feministischer Superheldenfilm)

Was nicht bedeuten soll, dass die Frau hier eine Sonderbehandlung erhält, sondern dass sie dem Mann gleichgestellt wird, indem einfach die Rollen vertauscht werden. So darf Diana als Wonder Woman die gleichen Helden-, Action- und Liebesgeschichten erleben wie ihre zahlreichen männlichen Kollegen in den DC- und Marvelfilmen zuvor. Dies wird von Jenkins auf sehr subtile und natürliche Weise eingebaut, weshalb es den meisten Zuschauern wahrscheinlich gar nicht oder nur unbewusst auffällt.


Fazit:
War ich zu Beginn der Produktion und nach BvS noch sehr begeistert von den "Wonder Woman"-Plänen, setzte im weiteren Verlauf schließlich Skepsis ein. Die Trailer erinnerten mich zu sehr an "Captain America" und ich konnte das Setting - eine Fantasygestalt mit Schwert und Schild im Weltkrieg - nicht wirklich ernst nehmen. Erschwerend kam hinzu, dass sich Warner Bros nach mit Enttäuschungen rundum BvS und "Suicide Squad" zu einer Richtungsänderung entschied und humorvollere DC-Filme drehen wollte. Die zahlreichen positiven Kritiken gaben mir wieder Hoffnung, aufgrund mancher negativer bis mittelmäßiger Kritiken bleib meine Skepsis jedoch bestehen. Wie ihr hier lesen könnt, haben sich meine Befürchtungen nicht bestätigt, mir hat "Wonder Woman" sehr gefallen. Das DCEU umfasst bisher vier Filme und keiner davon hat mich enttäuscht, jetzt bin ich mir fast sicher, dass mir auch die kommenden Beiträge zusagen werden. Im Fall der kommenden "Justice League" wurmen mich ja immer noch die zwanghaft auf lustig getrimmten Trailer. Nächstes Jahr dann "Aquaman", yeah!

DC(EU)-Fanbewertung: 8/10 Punkten.
Normale Bewertung: 6-7/10 Punkten.



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Wonder Woman Bewertung
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Duck-Anch-Amun
Moviejones-Fan
Geschlecht | 04.07.2017 | 08:59 Uhr04.07.2017 | Kontakt
Jonesi

@luhp
Haha, das stimmt natürlich. Mein letzter Beitrag war so gesehen auch eher an wiesi gerichtet, denn wenn ich WW und Cap Vergleiche, dann nur an zweiter Stelle wegen dem Schild uns so. Und auch der Vergleich mit Marvel sehe ich berechtigt, doch nicht nur wegen der Leichtigkeit und dem Humor, sondern der Erzählweise.
Jo, für mich war gerade dieses Serum eine krasse "Hau-drauf-Methode" und so gesehen hätte man diese Sache einfach weglassen sollen. War wohl aber wieder ein Versuch, etwas neues für die Zukunft einzuführen.
Bei Iron Man 3 bin ich der gleichen Meinung, wobei es so gesehen ja wie in WW auch eine überraschede Wende mit Charakteren unterschiedlicher Ausstrahlung war. Ich stimm dir aber du, dass Marvel dies nicht wirklich klug umsetzte - bis zuletzt hoffte ich, dass Ben Kingsleys Charakter entkommen könnte und doch der echte Mandarin gewesen wäre.

luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 03.07.2017 | 16:25 Uhr03.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 03.07.2017 16:26 Uhr editiert.

@Duck
Gestern dachte ich, ich könnte dir ausführlich antworten, aber bei den meisten Punkten würden wir uns dann im Kreis drehen oder ich sehe es ähnlich wie du^^

"Iron Man 3" hatte mich mit seinem Twist ebenfalls sehr überrascht, allerdings wurde ich von dieser Wendung sehr enttäuscht. Ein bedrohlicher Ben Kingsley wird als Schurke durch einen albern wirkenden Guy Pearce ersetzt. Die Überraschung in allen Ehren, aber das war für mich nichts.

Die "Hau drauf"-Masche Erich Ludendorffs habe ich oben ja auch schon kritisiert. Zum Einen konnte ich mit ihm deswegen als Schurke rein gar nichts anfangen und es war sofort offensichtlich, dass es sich dabei nicht um Ares handelt, zum Anderen bin ich deswegen auch froh. Denn ein "Ludendorff = Ares"-Twist hätte mir wegen der Realitätsverzerrung rein gar nicht gefallen. Krieg nur aufgrund von Ares und die Menschen werden davon freigesprochen? Alles klar...
Ich habe mal kurz in deine Kritik reingeschaut, die Kräfte erhielt Ludendorff durch ein Serum von Dr. Maru. Wie schon gesagt, das fand ich nach "Spider-Man", "Hulk" und "Captain America" ziemlich lahm.


@wiesi200

Zum Patriotismus: Dass dies in "Wonder Woman" differenzierter dargestellt wird, habe ich oben ja schon geschrieben. Aber es sind wie gesagt Briten und keine US-Amerikaner.


@Uatu

Die erste Hälfte von "Captain America" fand ich ebenfalls toll, aber als dann der Actionteil startete, ging der Film bergab. In "Wonder Woman" wechseln sich ruhige und actionlastige Momente ab. Wenn du auf Synder-artige Action stehst, könnte dir "Wonder Woman" durchaus gefallen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

Duck-Anch-Amun
Moviejones-Fan
Geschlecht | 03.07.2017 | 09:06 Uhr03.07.2017 | Kontakt
Jonesi

@luhp
Danke für den Link - ok das ist ne Erklärung die ich akzeptieren kann. Schade, dass man aber immer öfters erst im Nachhinein durch Regisseure oder Produzenten was erklärt bekommt oder was richtig gestellt wird anstelle es sofort besser zu erklären im Film.

@Chris
Kontroverse stimmt^^ Ich hab aber auch das Gefühl, dass nirgends der Unterschied zwischen "Meisterwerk, 5/5 Sterne-Film" und "kommt mal runter, ist gut, aber nicht brilliant" so krass ist wie bei den bisherigen DCEU-Filmen^^

ChrisGenieNolan
DetectiveComics
Geschlecht | 03.07.2017 | 00:47 Uhr03.07.2017 | Kontakt
Jonesi

DC Filme sorgen immer für kontroverses Diskussion.., aber wir haben die geknackt laughing

Bild zum Beitrag Kritik: Wonder Woman von luhp92
Duck-Anch-Amun
Moviejones-Fan
Geschlecht | 03.07.2017 | 00:16 Uhr03.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 03.07.2017 00:26 Uhr editiert.

Also ich muss schon sagen, dass jemand, der diese ganze Flugzeugabsturzszene nur als kleines Filmelement bezeichnet, ne riesige Fanbrille auf hat^^ Anders kann ich es nicht sagen sorry, denn auch wenn es vielleicht besser umgesetzt wurde (emotionaler, tragischer, Hauptcharakter und Nebencharakter haben die Position getauscht), so kann man doch alleine schon von der geschriebenen Handlung nicht mal erkennen über welchen Film man redet.
Mit dem Setting meine ich z.B schon, dass alleine an der russischen Front es anders ausgesehen hätte. Oder wieso nicht irgend einen Guerilla-Krieg oder den Vietnam-Krieg im Regenwald? Oder die spannende Story aus der griechischen Mythologie? Auch wenn der Krieg besser umgesetzt wurde als in Cap 1 (sehe dies wie Uatu - Montage = schlechteste MCU-Szene aller Zeiten), so muss man schon sehen, dass es deutliche Paralelen gibt, wenn man Waldszenen hat, wo die Hauptfiguren mit dem Motorrad die feindlichen Linien durchbricht. Oder eben ein Steve ne Flugzeugbombe steuert. Das ist dann vielleicht Nitpicking vom feinsten (sehe ich ehrlich gesagt anders, denn bisher konnte ich trotz aller Ähnlichkeiten oder Anleihen doch immer Alleinstellungsmerkmale finden), aber ich persönlich finde es einfach unkreativ und so gesehen dann auch ziemlich ermüdend. Das macht den Film nicht schlecht, um gottes willen, ist aber bei der Bewertung, vor allem da man ja weiß, dass es ähnliche Filme gibt, schon zu berücksichtigen.
das ist dann auch nicht mit Thor und Superman zu vergleichen, sondern einfach ne andere Liga. Wäre MoS im Thor-Style gewesen oder Thor 2 im MoS-Style, dann wäre hir auch Kritik angebracht. So sind es eben 2 Typen mit rotem Cape. Bei WW und Cap sind die Parallelen eben nicht nur durch die Figur vorhanden, sondern eben durch Setting, Handlungselemente und Darstellung /Bedeutung innerhalb des Universums.

Nochmal, das macht den Film nicht schlechter und ich z.B habe den Film jetzt nicht als Kopie abgetan. Vieles ist sogar deutlich besser umgesetzt, hab ich auch in meiner Kritik geschrieben. Trotzdem sind für mich zumindest deutliche Paralellen vorhanden, die man auch einfach hätte vermeiden können. Das ist kein Nitpicking und das ist sicher kein "hating" (ist ja jetzt sicher der nächste Vorwurf der an mich gerichtet wird), nur schwächt dieser gute Film sich dadurch für mich etwas ab.
Ich bin dann gespannt wenn Spider-Man: Homecoming in die Kinos kommt. Bestimmt ist das Nitpicking dann ebenfalls vorhanden und die Ähnlichkeit zu anderen MCU-Filmen oder den Spider-Vorgängern wird deutlich kritisiert^^

luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 03.07.2017 | 00:10 Uhr03.07.2017 | Kontakt
Jonesi

@Duck

Hier schonmal ein Artikel, der sich vor dem Hintergrund des "Wonder Woman"-Solofilms mit Dianas Aussage in BvS beschäftigt, sie hätte sich für 100 Jahre zurückgezogen.

http://www.cinemablend.com/news/1664739/how-wonder-woman-lines-up-with-dianas-revelation-at-the-end-of-batman-v-superman

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

Uatu
The Watcher
Geschlecht | 02.07.2017 | 17:03 Uhr02.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Die Parallelen zwischen Wonder Woman und Captain America sind doch nicht von der Hand zu weisen. Das war ja auch schon bei den Comicvorlagen so. Angefanen beim Stars and Stripes Kostüm über den Entstehungszeitraum und dem damit Verbundenen Welkriegs-Setting bis hin zum Schild (Okay, ich glaub den gabs im Comic noch nicht).
Von daher ist es auch kein Wunder, daß eben diese Parallelen nun auch erwähnt werden.
Das ist auch kein Nitpicking. Warum gab es dann solche Vergleiche nie bei Thor und Superman oder X und Y? Nur hier auf einmal. Diese Diskussionen kommen doch nicht von ungefähr.

Warum fällt es den Meisten so schwer diese Parallelen einzugestehen? Ist es weil man Angst hat, es könnte als "DC ahmt Marvel nach" ausgelegt werden?
Sätze wie bspw. von Wiesi200:

"Hat das deswegen der eine vom anderen abgeschaut?"

lassen soetwas zumindest erahnen.
Diesen Vorwurf ga es aber mWn kaum. Es gibt halt Ähnlichkeiten und die werden dann auch angesprochen, da sie nunmal offensichtlich sind und nicht so marginal wie bei bspw. Thor und Superman. Ist doch auch gar nichts schlimmes, denn die Meisten sehen es ja wohl wie luhp92:

"Für mich ist das jedoch per se nichts Verwerfliches, letztendlich kommt es auf die Umsetzung an und diesbezüglich macht "Wonder Woman" für mich meistens einen besseren Job als "Captain America"."

Ich selbst habe WonderWoman noch nicht gesehen und hoffe, daß die Kriegsszenen tatsächlich besser sind als in Captain America. Die haben mir nämlich ganz und gar nicht gefallen. Ganz besonders diese furchtbare Montage mit dem Riesenpanzer. Schrecklich.
Ab da ging dann auch der bis dahin recht gute Film down hill.

wiesi200
Moviejones-Fan
02.07.2017 | 16:30 Uhr02.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 02.07.2017 16:33 Uhr editiert.

Zum Flugzeugabsturz

hier ist die einzige Ähnlichkeit auch nur das ein Flugzeug mit Massenvernichtungswaffen explodiert. Bei dem Cap macht das doch etwas mehr vom Film aus. Der Kampf mit Red Skull findet darauf statt. Der Held Opfert sich. Bei WW macht das vielleicht mal 30sec aus. Der Love Interest steigt ein und Sprengt das Teil. Ein Filmelement ist gleich sonst nichts.

Patreotismus Auch WW oder die Brieten hätten so dargestellt werden können, eben als das reine gute das gegen das böse kämpfen muss sprich es geht mir bei dem eher wie die Seiten dargestellt werden. Hier gabs meiner Meinung nach grundlegende unterschiede der beiden Filme

zum Setting. Weder für Amerikaner beim Cap noch Brieten bei WW würde die Russische Front viel Sinn machen. Somit welches Setting hätte man wählen sollen?

Jack-Burton
Truck Driver
02.07.2017 | 14:50 Uhr02.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 02.07.2017 15:01 Uhr editiert.

Grins, Dann ist Thor und eigentlich jeder. Superheld der ein Cape hat und fliegen kann, ein Superman Abklatsch. Wenn man nur tief genug gräbt findet man immer Ähnlichkeiten, das ist Nitpicking vom feinsten.

...And THATS what Jack Burton has to say at this time...
luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 02.07.2017 | 13:58 Uhr02.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 02.07.2017 14:01 Uhr editiert.

@wiesi200

Zunächst möchte erst einmal anmerken, es heißt "der Schild" und nicht "das Schild". Wonder Woman kämpft mit einem Verteidigungsschild in der Hand und nicht mit einen Schriftschild, auf dem als Protest "Nieder mit Ares" steht. Das konnte ich einfach nicht unkommentiert lassen laughing

Ansonsten denke ich, dass die meisten Leute primär dieses oberflächliche Grundgerüst (Setting, Schild) meinen, wenn sie von einer Ähnlichkeit schreiben. Was meiner Meinung nach aber noch hinzukommt, sind manche charakterliche Ähnlichkeiten (siehe Dr. Maru und Armin Zola) und wie Duck es schon beschrieb, inhaltliche Ähnlichkeiten ( Flugzeugabsturz, Opferung ). Für mich ist das jedoch per se nichts Verwerfliches, letztendlich kommt es auf die Umsetzung an und diesbezüglich macht "Wonder Woman" für mich meistens einen besseren Job als "Captain America".

Dein US-Pratriotismus-Argument läuft allerdings ins Leere, da in "Wonder Woman" gar keine US-Amerikaner auftreten sondern nur Briten.

Edit: Duck, während ich diesen Kommentar schrieb, hast du deinen gepostet. Antwort folgt später.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"


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