Ob’s hilft? "Death Note"-Regisseur erklärt Abweichungen vom Manga

Amerikanisierung war unumgänglich

Ob’s hilft? "Death Note"-Regisseur erklärt Abweichungen vom Manga

4 Kommentare - Mo, 03.07.2017 von R. Lukas - "Death Note" als amerikanischer Live-Action-Film, das kommt nicht bei jedem gut an. Adam Wingard rechtfertigt seine Vision und seine Herangehensweise.

Ob’s hilft? "Death Note"-Regisseur erklärt Abweichungen vom Manga

Autsch, für den neuen Death Note-Trailer hagelte es von eurer Seite ja teils heftige Kritik. Damit wir alle auf dem gleichen Stand sind und auch jeder weiß, worum es geht, kommt er hier noch mal:

"Death Note" Trailer 1 (dt.)
Der Videoplayer(13592) wird gestartet

Besonders die Abweichungen von der Manga-Vorlage stießen einigen sauer auf. Am deutlichsten wird es natürlich am Casting und Setting der US-Adaption sichtbar: Nat Wolff spielt Light Turner, der eigentlich Light Yagami heißt und Japaner ist, ebenso verlagerte Regisseur Adam Wingard (You’re Next) die Geschichte von Japan nach Seattle. Je mehr er sich anstrengte, dem Ausgangsmaterial 100%-ig treu zu bleiben, desto mehr fiel alles auseinander, sagt er. Man befinde sich in einem anderen Land, in einer anderen Art von Umgebung, und versuche dann auch noch, eine so ausgedehnte Reihe in einem zweistündigen Film zusammenzufassen.

Also beschloss Wingard, sich darauf zu konzentrieren, was diese Themen fürs moderne Amerika bedeuten und wie das die Erzählweise der Story beeinflusst. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Light und L (Keith Stanfield, Straight Outta Compton), der Kampf zwischen Gut, Böse und dem, was in der Grauzone dazwischen liegt - diese Dinge sieht er als Kernelemente von Death Note an, sie stellt er in den Vordergrund. Nur eben übertragen auf die USA mit ihren aktuellen Problemen, Verschwörungstheorien und Regierungsprogrammen, die er in die Death Note-Welt einzuflechten versuchte.

Wingard nimmt also die gleichen Themen und bringt sie in einen neuen Kontext. Deshalb sind auch die Persönlichkeiten der Charaktere etwas anders. L steht zwar wie im Manga auf Süßigkeiten, läuft gerne mal barfuß rum und ist allgemein ein komischer Kauz, aber trotz vieler solcher Ähnlichkeiten nicht derselbe. Das soll durchweg für fast alle Charaktere gelten. Nur einer komme genauso rüber wie im Original: der Shinigami Ryuk (Stimme Willem Dafoe). Zu den spannendsten Aspekten seines Jobs gehört dabei für Wingard, Ls Hintergrundgeschichte im Kontext von geheimen amerikanischen Untergrund-Operationen und -Programmen weiter auszuarbeiten.

Wen die Amerikanisierung des Stoffs nicht abschreckt, der kann Death Note ab dem 25. August auf Netflix streamen.

Galerie von Death Note
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Quelle: IGN

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MD02GEIST
Godzilla Fan #1
Geschlecht | 04.07.2017 | 07:13 Uhr04.07.2017 | Kontakt
Jonesi

"So kann ich MD02GEIST nicht wirklich zustimmen das der reiz darin lag das es eine japanische Version ist."

Interessante Aussage, denn ich berufe mich ja auch nur auf persönliche Erfahrungen, MacFilm. Das läuft dem zuwider.

"Denn dort entsteht leider auch sehr viel Müll, "
Wenn du das meinst, so empfinde ich das als sehr schade.

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
MacFilm
Moviejones-Fan
Geschlecht | 03.07.2017 | 20:03 Uhr03.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Also ich kann das Gemecker in Bezug auf der Besetztung und des Ortes nicht wirklich nachvollziehen. Ich habe die Mangasereie und sie ist gut, aber außer den NAmen lässt kaum etwas darauf schließen wo sich das ganze abspielt, geschweige denn das die Charakter japanisch sind.

Das einzige was ich kritisiere ist das es nur ein Film ist, wieso haben die Serienkenner Netflix nicht eine kleine Serie daraus gemacht. So ist es eigentlich unmöglich eine Chrakterenwicklung wie im Manga darzustellen. Natürlich kann man vieles aus dem AMnga weglassen(ich fand sogar das er ein kleines bischen zu lang war), aber alles auf ein Film quetschen. Ich bezweifel auch das Light wirklich so böse wie im Orginal gespielt wird(der Tailer lässt nicht gerade darauf schließen). Vermutlich wird es nur ein softe Version der ursprüngliche Geschichte...

So kann ich MD02GEIST nicht wirklich zustimmen das der reiz darin lag das es eine japanische Version ist. Denn dort entsteht leider auch sehr viel Müll, aber in der Regel sind sie konsequenter als Hollywood und lassen auch keine berühmten Figuren zig tausend mal von Spinnen beißen oder ihre Eltern sterben sehen oder von ein außerirdischen Planet mit übermenschlichen Kräften kommen

MD02GEIST
Godzilla Fan #1
Geschlecht | 03.07.2017 | 13:13 Uhr03.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Na ja dann. Sicher er versucht in einer Adaptation, aber ich glaube der Reiz von DEATH NOTE lag bzw. liegt einfach darin, dass es eben auch ein japanisches Produkt ist.

Und hier kann ich abermals was bestätigen. Warum japanische Produkte überhaupt im Westen Anklang finden ist zu-allererst eben ihrer Herkunft nach geschuldet. In Japan werden Sachen anders gehändelt und diese Form der Abwechslung ist das was Leute wie mich unbewusst und bewusst zum Fan machte.

Die westliche Unterhaltungsindustrie hat sich totgelaufen und natürlich hat auch die japanische ihre Probleme, aber im Vergleich hierzu: ein bekanntes Thema wie es eben in DEATH NOTE behandelt wird: Recht und Gerechtigkeit, wurde eben durch seine japanische Natur nochmal frisch und unkonventionell (für uns Westler) in eine neue Form gegossen und erzeugte dadurch ein Phänomen der Popkultur.

Natürlich hat die japanische Popkultur viele westliche Einflüsse, aber so gestaltet sich die Lage.

Doch wenn schon der Film nur 2h dauern soll, dann kann unter vorläufiger Betrachtung ja nur einiges zu kurz kommen. Diese letzte Aussage treffe ich jetzt nicht als Mensch der DEATH NOTE kennt, sondern allgemein als Filmkenner.

Aber vielleicht gelingt ja Wingard hier ein Spagat, wünschen würde ich es ihm. Weil er ja für GODZILLA VS. KONG (2020) die Regie übernehmen soll, sehe ich hier keine Probleme.

1. Der japanische Originalfight von Big G und Kong von 1962 eh unübertreffen bleiben wird
2. Die US-Produktion vielleicht sich am Original orientiert, aber selber eine eigene Kontinuität darstellt

Und gerade weil das Kaiju Eiga eben ein vielfältiges Genre ist, kann Diversität nur positiv helfen.

Für den Fall, dass hier quasi eine vollkommen 1:1 Verfilmung kommen sollte, dagegen habe ich nichts, doch ich schließe dies erstmal aus. Denn ich glaube die Leute wollen ja bestimmt das Godzilla und Kong sich in einer Großstadt prügeln und nicht am Fuße des Fuji-san.

Kongs Zerstörungsfeldzug in Tokyo innerhalb des 1962er Film ist im Vergleich zu anderen Filmen, doch eher geringfügig.

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
sublim77
Moviejones-Fan
Geschlecht | 03.07.2017 | 09:19 Uhr03.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Da sind wir wieder bei den Erwartungen an einen Film. Jemand wie ich, der die Serei nicht wirklich kennt, wird nicht bemerken, inwiefern sich der Neflix-Film vom Original unterscheidet. Für Fans und Kenner des Originals wird das schon mehr ein Problem sein. Doch ich finde, d´man muss das einfach als etwas eigenese sehen, als eigene Interpretation des Ausgangsmaterials. Es gibt durchaus Verfilmungen, die auch relativ weit weg vom Ausgangsmaterial waren und dennoch für sich alleine gut waren, zumindest habe ich das so empfunden. Mir würden da zum Beispiel die Maze Runner Filme oder auch Harry Potter einfallen. In beiden Fällen war man (je nachdem welcher Teil) schon recht weit von den Büchern weg. Trotzdem haben mir die Filme sehr gut gefallen. Bei Maze Runner 3, der noch kommen wird, wird der Unterschied zum Buch sogar noch größer werden. Ich denke, so lange die Verfilmungen ihre eigene Geschichte erzählen und dem Stil treu bleiben, ist das in Ordnung.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!