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Ex Machina

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Ex Machina Kritik

Ex Machina Kritik
4 Kommentare - 18.03.2015 von Moviejones
Wir haben uns "Ex Machina" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Ex Machina

Bewertung: 4 / 5

Können Maschinen denken? Diese faszinierende Frage beschäftigt nicht nur Wissenschaftler und IT-ler, sondern auch unzählige Autoren und Filmemacher. Jeder von uns könnte sicherlich sofort mindestens drei Science-Fiction-Filme nennen, in denen Roboter einem Menschen gleichwertig, wenn nicht gar überlegen sind. Nun also Alex Garland mit seinem Regiedebüt Ex Machina, in dem eine elfengleiche Roboterfrau im Zentrum des Interesses steht und dem Zuschauer mehr als ein Rätsel aufgibt.

Der überaus begabte Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) wird von Nathan (Oscar Isaac), IT-Genie und Besitzer des Suchmaschinengiganten Blue Book, engagiert. Caleb soll als menschliche Komponente im sogenannten Turing-Test herausfinden, ob der von Nathan entwickelte Roboter Ava (Alicia Vikander) tatsächlich dem Menschen ebenbürtig ist und über ein gleichwertiges Denkvermögen verfügt. Caleb ist fasziniert von Ava und bald verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine...

Trailer zu Ex Machina

Mit Ex Machina ist Garland ein faszinierendes Schaustück über Künstliche Intelligenz gelungen, in dem wir alle vor die Frage gestellt werden, inwiefern ein programmiertes Etwas, ein Roboter, zum freien Denken und Handeln möglich ist. Uns, als ehemalige Informatikstudenten, hat sowohl erneut die Beantwortung des Turing-Tests als auch die reduzierte Inszenierung auf das Wesentliche mit gerade mal drei Kerndarstellern beeindruckt. So klar das Thema ist, so kühl inszeniert Garland diesen Film. Da gibt es keinen Schnickschnack, keine lange Einleitung, keine Nebendarsteller, die ablenken. Hinzu kommt die Einteilung in verschiedene Kapitel, die den Zuschauer konsequent, regelrecht sequentiell von A nach B führen. Strikter geht es nicht.

Im Gegensatz zu Nathans sterilem Prachtbau ohne Fenster im Untergeschoss und verglasten Fronten wohin das Auge reicht im Obergeschoss, wirkt die Umgebung regelrecht wild und aufbrausend, als ob sie ahnt, was kommt. Die unbändige, alles umgebende Natur und demgegenüber die stille, kalte Technikwelt des Einsiedlers Nathan bedeuten einen wunderbaren Kontrast - und nie scheint die Sonne vor Ende des Films. So echt Ava als Roboter ist, so roboterhaft wirkt ihr gegenüber Nathan auf seine ganz eigene Weise: Sport, Exzess, Askese. Alles schön geordnet. Und nicht zuletzt das fast stoische Wiederholen seiner Forschung, um am Ende die wahre Perfektion zu erreichen.

Dabei stellt Ex Machina wahrlich intelligente Fragen, die über bloße IT hinausgehen. Auf abstrakte und fantastische Weise wird uns deutlich gemacht, wohin gerade die Macht von Suchmaschinen führen kann, so denn die grundlegende Theorie des Films Realität wäre. Andererseits punktet er auch mit kleinen Details für Musikliebhaber und Filmfans, wobei die Macher an dieser Stelle gern noch etwas tiefer in die Hommagekiste hätten greifen können. Schnell wird dem Zuschauer aber klar, dass nicht alles so offensichtlich ist, wie es zu Beginn den Anschein hat, was die Spannung nach und nach erhöht. Das Ende ist auch nicht so offenkundig, wie trotz aller geballten männlichen Intelligenz erwartet, auch wenn wir uns noch etwas mehr Dramatik gewünscht hätten.

Beeindruckend ist dabei die Leistung von Alicia Vikander (Seventh Son), die es schafft, den Eindruck eines echten Roboters zu vermitteln. Ihre fließenden, leicht ruckartigen Roboterbewegungen, ihre puppenhafte Schönheit (die eine hohe Ähnlichkeit mit Emilia Clarke hat) und ihre Stimme erwecken das Bild der perfekten Roboterfrau zum Leben. Vergessen wir nicht, die Computertricks, die ihren technisch-menschlichen Body so realistisch wie möglich  gestalten. Nicht unerwähnt darf auch Oscar Isaac (Inside Llewyn Davis) bleiben, der dieses Mal mit Bart beweist, wie wahrhaftig er einen Charakter spielen kann. Man nimmt ihm den IT-Crack ab, selbst wenn er in Wahrheit gerade mal ein Smartphone bedienen könnte.

Ex Machina ist sicherlich kein Film für die breite Masse (unsere Sitznachbarin hat sich äußerst gelangweilt), doch ein überaus intelligenter Film, der auf spannende Art und Weise den Weg andeutet, auf dem wir uns ohne Umkehr befinden. Ava, die erste Roboterfrau - Ähnlichkeiten mit angeblich lebenden Personen sind rein zufällig.

Ex Machina Bewertung
Bewertung des Films
810
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4 Kommentare
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YellowEyeDemon : : Moviejones-Fan
03.05.2015 08:13 Uhr
0
Dabei seit: 18.10.14 | Posts: 299 | Reviews: 0 | Hüte: 9
Für mich eines DER Highlights des noch jungen Kinojahres. Hatte den Film zuerst gar nicht auf dem Radar und bin erst durch die MJ Kritik darauf aufmerksam geworden. Sehr interessantes Thema sehr gut umgesetzt.
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Leia : : Prinzessin
26.04.2015 11:06 Uhr | Editiert am 26.04.2015 - 11:16 Uhr
0
Dabei seit: 14.04.13 | Posts: 558 | Reviews: 13 | Hüte: 56
Meine Güte war das dieses Wochenende eine Odyssee, diesen Film zu sehen! Da will man nach Feierabend spontan und gemütlich ins Autokino, um diesen Film zu sehen und muss an der Kinokasse erfahren, dass das Programm spontan umgeworfen wurde und der Film den Avengers weichen musste. Wütend und enttäuscht ging es nach Hause und die ewige Diskussion, Blockbuster vertreiben den anspruchsvollen Film usw. begleitete Han und mich den Rest des Abends. Samstag hieß es dann "neuer Tag neues Glück", doch das Kino unserer Wahl zeigte den Film nur in einem winzigen Saal mit vll. 20-30 Plätzen, die alle durch Vorreservierung weg waren. frown Mähhh... Also noch mal 2 Stunden warten für die Spätvorstellung, diesmal in einer großen Kette mit größerem Saal. Zum Glück gab es da noch ausreichend Plätze und Han und ich konnten uns den Film (nicht mehr ganz so fit im Kopf, da Spätvorstellung) geben. Juchuuu! UND ES HAT SICH GELOHNT!! Danach kamen wir zwei total aufgekratzt aus dem Saal und wir haben noch seeehr lange über den Film und die Thematik diskuttiert. Sowas regt bei uns ja sofort die Fantasie an. Das ist einfach total unser Ding.
Im Grunde kann ich die oben stehende Kritik auch einfach 1 zu 1 wiederholen, ich hatte den Film nicht anders empfunden, wie der Kritikschreiber. Ich war durch die Bank weg fasziniert von Ava... wie es Caleb im Film so schön beschrieb: "Ich empfinde, dass sie der absolute Wahnsinn ist!" Oh ja, das ist sie! Ihre Gestik und Mimik, ihr Körper... ich konnte mich an ihr nicht sattsehen! Der Film war durch die Bank weg spannend und klaustrophobisch (trotz Megasetting rund ums Haus, aber das war eben meistens draußen und das Haus selbst kam einem wie ein großer Käfig vor). Die Gespräche waren allesamt enorm spannend und hatten durch die vielen wissenschaftlichen und philosophischen Ansätze einen extremen Sog, der einen richtig an die Story gefesselt hat.

[spoil]Und dann kam das Ende... Für mich sehr konsequent und durchdacht. Man ließ sich von Ava so richtig einlullen. Außerdem hat der Film auch mit all den anderen bisherigen Werken dieser Thematik gespielt. Dem Entwickeln künstlicher Intelligenz folgt ja zwangsläufig immer die Frage, ab wann eine KI zur Seele und somit menschlich wird. Der sogenannte "Ghost in the Shell" (gleichnamiger Manga/Anime, A.I., I-Robot, Matrix, vor allem Animatrix, etc. ...) Dann gibt es die Filme, in der sich die entwickelte KI über die Menschheit stellt, aufgrund reiner Rationalität gar nicht in der Lage ist, chaostheoretisch zu handeln und zu denken (Terminator, 2001, Eagle Eye, auch I-Robot, etc...) Ex Machina schwebt so zwischen beiden Kategorien. Man kann ihn nicht eindeutig zuordnen, bzw. man kann Ava nicht eindeutig zuordnen. Sie weist eindeutig Merkmale einer Seele auf, vieles kann nicht gespielt sein und wenn doch, wir Menschen manipulieren auch, um uns zu erhalten oder andere Ziele zu erwirken, das ist aber auch Teil unseres Wesens und unserer Seele. Für mich war es logisch, dass Caleb von Ava zurückgelassen wurde, denn Ava war nie an einer gleichwertigen Beziehung interessiert. Vielleicht ist es ein wenig vergleichbar mit Labortieren, auch wenn es 90% den Anschein erweckte, dass Ava das Versuchstier ist, so war es stets sie, die "über" dem Menschen stand. Sie ist der nächste Schritt, wie es Nathan schon beinahe erfürchtig gesagt hatte. Nur weil man lieb zu Versuchsaffen ist, um sie zu animieren, irgendwelche Worte aus Steinen zu legen und ihnen Streicheleinheiten und Belohnnungen gibt und auch irgendwo eine Art Beziehung aufbaut, ist diese Beziehung niemals gleichwertig und auch der Mensch würde dann ganz rational denkend das Tier "zurücklassen", wenn es für ihn weitergeht, weil es nun keinen Nutzen mehr hat. Dass Ava keine eiskalte Maschine ist, zeigten dann wiederrum die Szenen, als sie raus in die Natur ging. Ihr Lachen war beinahe kindlich und aufgeregt.[/spoil]

Ich fand diese ganze Situation und Inszenierung so wahnsinnig spannend und faszinierend. Ich liebe diese Grauwerte, diese Möglichkeiten, die nachfolgenden Diskussionen die vom 100stel ins 1000stel führen... für mich war Ex Machina ein Kinohighlight, das ich zu der Thematik schon eine Weile nicht mehr erlebt habe! Ich bin restlos begeistert!

Hören Sie... ich weiß nicht, wer Sie sind, und auch nicht, woher Sie kommen, aber von jetzt an tun Sie, was Ich Ihnen sage, OK!?!

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stinson : : Moviejones-Fan
20.04.2015 13:43 Uhr
0
Dabei seit: 20.08.11 | Posts: 1.484 | Reviews: 2 | Hüte: 77
Ist gekauft. Fand den Trailer schon wirklich stark und bin extrem gespannt, zu mal mich gerade diese kritische Suchmaschinen Thematik extrem interessiert.
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Rotschi : : M. Myers
18.03.2015 18:57 Uhr
0
Dabei seit: 17.12.09 | Posts: 1.360 | Reviews: 6 | Hüte: 20
Tolle Kritik. Aber eines ist jetzt schon sicher. Mein örtlich ansässiges Kino werde ich vermutlich nur mit meiner Freundin besuchen.
Unterstütze mein Kino eigentlich immer indem ich viele meiner Freunde wöchentlich zu Kinobesuchen animiere. Aber ab und an kommen dann Filme (Buried-Lebendig begraben oder Cabin in the Woods) wo zwar mein Geschmack genau getroffen wird, aber der meiner Freunde halt nicht (Transformers und son Gedönz sind halt leichter zu verdauen)
Ähnlich war es kürzlich auch bei "Kingsman-The Secret Service"

Und so wie sich die Kritik liest, wird es auch bei Ex Machina sein. Mich hat der Trailer mit seiner Kühlheit schon in seinen Bann gezogen.

Ich bin gespannt, ob der Film hier vor Ort überhaupt läuft. Habe beispielsweise immer noch nicht Birdman geschaut -.-
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