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Digger

Kritik Details Trailer News
Zerstört Tom Cruise die Welt?

Digger Kritik

Digger Kritik
13 Kommentare - 02.10.2026 von Moviejones (MJ-TiiN)
Wir haben uns "Digger" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Digger

Bewertung: 4.5 / 5

Mit Digger startete der neue Film von Alejandro González Iñárritu in den Kinos. Der erfolgreiche mexikanische Regisseur, Autor und Produzent besetzt die Hauptrolle mit Tom Cruise und inszeniert eine bitterböse Realsatire.

Digger Rockwell ist im Ölgeschäft tätig und hat damit Milliarden verdient. Bereits sein Großvater hat damit begonnen und Rockwell gehört inzwischen aufgrund seiner finanziellen Mittel zu den einflussreichsten und mächtigsten Männern der Welt. Jedoch gibt es bei einem Ölprojekt in Grönland massive Probleme und insbesondere Europa, aber auch dem Rest der Welt, droht eine Katastrophe. Das wollen Diggers technische Berater ihm mitteilen.

Trailer zu Digger

Kritik

Der Mexikaner Alejandro González Iñárritu gehört vermutlich zu den erfolgreichsten Filmemachern unserer Zeit. Allein fünfmal wurde er mit dem Oscar ausgezeichnet. Seine populärsten Erfolge feierte er mit Filmen wie Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) und The Revenant - Der Rückkehrer. Mit letzterem gelang es ihm sogar, Leonardo DiCaprio zu seinem bislang einzigen Oscar zu verhelfen.

Mit seinem neuen Film Digger wagt sich Iñárritu an ein neues Genre: Die Satire. Wer die kurze Handlungsbeschreibung gelesen oder zumindest einen Trailer zu Digger gesehen hat, könnte meinen, dass Iñárritu hier einen Film wie Don’t Look Up gedreht hat. Das wirkt zunächst auch so, doch der Schein trügt. Digger entpuppt sich bereits nach knapp einer halben Stunde als etwas anderes und ist damit deutlich stärker mit dem Schaffen des Regisseurs verwurzelt, als man zunächst ahnen möchte. Darauf wird später nochmal eingegangen, jedoch wird in dieser Kritik keine Wendung verraten.

Bleiben wir zunächst bei Tom Cruise in der Hauptrolle als Digger Rockwell. Cruise präsentiert sich hier einmal völlig anders, deutlich verlebter und deutlich älter. Nachdem der stunterprobte Schauspieler in den letzten Jahren von Actionset zu Actionset rannte, wird er hier endlich wieder schauspielerisch gefordert. Dass er so etwas beherrscht, zeigte er bereits in der Vergangenheit in Filmen wie Magnolia oder Geboren am 4. Juli. Zudem kann man Cruise in Digger auch trotz seiner gelungenen Maske gut erkennen. Ein Regisseur wie Iñárritu gibt Tom Cruise natürlich die Bühne, um schauspielerisch abzuliefern. Ob nun lange Einstellungen, Nahaufnahmen oder extrem bissige Dialoge: Cruise bekommt, wie viele andere Schauspieler zuvor, eine eindrucksvolle Plattform geboten, die ihm eine Oscarnominierung als bester Hauptdarsteller einbringen sollte. Es bleibt abzuwarten, ob er es DiCaprio gleich tun kann.

Aber nicht nur Tom Cruise weiß in Digger zu überzeugen. Der Film ist gespickt mit vielen Nebenrollen. Ob nun John Goodman als US-Präsident (wahnsinnig!), Riz Ahmed als wissenschaftlicher Berater oder auch Sandra Hüller als Schwester des Milliardärs. Man könnte noch viele weitere Schauspieler auflisten und sie alle meistern ihre Rollen. Der Part des deutschen Exportschlagers Sandra Hüller ist etwas kleiner ausgefallen, jedoch hat sie insbesondere zu Beginn sehr intensive Szenen mit Cruise.

An Iñárritus Seite führt einmal mehr einer der besten Kameramänner der Welt die Linse, nämlich Emmanuel Lubezki. Dieser überzeugte neben Birdman und The Revenant etwa in Gravity oder Children of Men. Lubezki sorgt erneut für ruhige und lange Einstellungen, die dazu führen, dass das Spiel der Darsteller noch intensiver rüberkommt. Davon profitiert vor allem Cruise im Mittelteil, in einer der stärksten Szenen des Films, die ebenso die Kernbotschaft von Digger beinhaltet.

Die Szenerie, in der die Schauspieler agieren, hat teilweise etwas Groteskes. Manchmal wirkt es bizarr oder surreal, aber im Verlauf des Films machen die Schauorte absolut Sinn. Trotzdem ist der Film in seiner Machart sicherlich nichts für jedermann sondern gehört eher zu den spezielleren Werken. Das betrifft sowohl die Optik, die Art des Schauspiels sowie den Humor.

Eingangs wurde gesagt, dass die Geschichte von Digger zunächst wie eine Adaption von Don’t Look Up wirkt. Aber nach dem ersten Viertel zeigt der Film deutlich stärkere Parallelen zu früheren Werken von Iñárritu. Dabei sei, ohne zu viel zu verraten, u.a. Birdman genannt. Später gibt es Momente, die im Kern an Stanley Kubricks Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben erinnern, ohne diesen nur kopieren zu wollen. Iñárritu versucht nicht, andere Werke nachzuahmen, sondern bleibt sich selbst treu.

Das neue Genre, die Satire, macht sich aber auch im Schaffen von Iñárritu bemerkbar. Waren seine Filme bislang vor allem Dramen, in denen die Bedeutung des Lebens, aber auch des Dahinscheidens thematisiert wurde (etwa 21 Gramm oder Biutiful), gibt es diese Themen gewissermaßen auch in Digger. Sie werden jedoch meist nicht auf der ganz persönlichen Ebene dargestellt, sondern gesellschaftlicher.

In den satirischen Botschaften beschäftigt sich Alejandro González Iñárritu nicht nur mit dem Klimawandel. Er widmet sich der künstlichen Intelligenz und dem Massenkonsum, übt deutliche und sehr derbe Kritik am amerikanischen Selbstverständnis und geht selbstverständlich auch mit Staatsführern unserer Welt hart ins Gericht - natürlich hier in einem fiktiven Szenario. Vieles davon wird in bitterbösen und teilweise einfach nur ehrlichen Dialogen verpackt, sodass die Fiktion durchaus in den Hintergrund rücken kann. Der Witz ist zudem häufig sehr derb geraten und könnte hier und da bitter aufstoßen.

Mit seiner Laufzeit von knapp über zwei Stunden ist Digger verhältnismäßig kurz, verglichen mit den anderen Filmen des Regisseurs. Trotzdem ist der neue Film von Iñárritu nichts, was man schnell wegschaut. Er hat einen Stil gefunden, der Eigen ist und somit sicher nicht alle ansprechen wird. Wenn man sich darauf jedoch einlassen kann, kann man große Freude mit der Geschichte haben.

Fazit

Digger ist nicht allein die große Tom-Cruise-Show. Der Film ist in erster Linie das neue Werk von Alejandro González Iñárritu und fügt sich nahtlos in dessen Filmografie ein. Trotzdem kann Cruise in der Hauptrolle des Digger Rockwell überzeugen, ebenso wie seine zahlreichen Schauspielkollegen. Der Film wagt eine Satire, die durch mehrere kleinere Twists dem Zuschauer ein paar Hiebe in die Magengegend versetzen kann. Dabei ist Digger stellenweise etwas derb, sperrig und untypisch. Als solches ist der Film für Kinoliebhaber und Fans des Regisseurs absolut sehenswert.

Digger Bewertung
Bewertung des Films
910

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13 Kommentare
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Geraldjones : : Moviejones-Fan
10.10.2026 23:33 Uhr
0
Dabei seit: 05.12.22 | Posts: 30 | Reviews: 2 | Hüte: 0

Gerade eben im Kino gewesen da mich die Moviejones Kritik wirklich motiviert hat den Film zu schauen. Und was soll ich sagen: Der Film ist wirklich eine Granate.....................................

Leider gibt es bei Granaten auch Blindgänger.....

Schon lange keinen mehr so schlechten Film gesehen. Wirklich unglaublich. Ich würde ihn auf eine Stufe stellen wie:

1. Hudson Hawk

2. Wild Wild West

3. Highlander 2

4. Er stärker als Feuer und Wasser

Die Story aus den Trailern war totaler Fake.

Die Budgetangabe von >150 Mio ist noch ein größerer Fake. Dieser Film hat niemals mehr wie 30 Mio Dollar gekostet.

So jetzt schaue ich mir die neuste Folge von TED Lasso an da kann ich wieder wenigstens lachen..

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Darkclaw : : Moviejones-Fan
05.10.2026 15:01 Uhr
0
Dabei seit: 24.04.25 | Posts: 443 | Reviews: 1 | Hüte: 12

Ich würde den Film auch als "anders" oder "frisch" bezeichnen. Es ist wirklich mal etwas anderes, das muss man ihm lassen.

Und der Vergleich mit "Doktor Seltsam, oder wie ich lernte die Bombe zu lieben" ist nicht so ganz von der Hand zu weisen.

Aber, anscheinend entwickelt sich der Film zu einem Flop, das ist schade.

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ChrisGenieNolan : : DetectiveComics
02.10.2026 18:03 Uhr | Editiert am 02.10.2026 - 18:06 Uhr
0
Dabei seit: 19.08.12 | Posts: 17.810 | Reviews: 21 | Hüte: 415

Ein kumpel von mir und ich, war gestern zusammen ins kino, und haben wir den film auf IMAX reingezogen wink...ok, ich musste ja nicht zahlen. Weil letztes mal hatte ich die Rechnung von Odyssee übernommen. Aber zurück zu den film. Mal was anderes, mal was neues und zugleich gewagt und ich war überrascht, das der film mich doch gefallen hat. Ich hatte total was anders erwartet. So wie der film auch angefang hatte so hatte ich das eigentlich erwartet. Und dann Boom: >>>Okay, alles klar. Nicht schlecht. <<< nur so viel kann ich sagen, um Spoiler zu meiden smile Tom Cruise war seit lange nicht mehr so in bestform als hier. Was sein darbietung angeht. smile

Aber ich bin mir nicht so sicher, ob der film die masse ziehen wird oder die kinokasse überlebt wird. Der film definitv nicht für jedermann.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
02.10.2026 15:24 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.678 | Reviews: 190 | Hüte: 729

Genau so wie luhp92 es gesagt hat. Aber ich denke die Kritik hält sich in diesem Punkt ziemlich zurück.

Ich würde zum Presseecho weniger sagen, dass der Film durchwachsen aufgenommen wird, sondern eher das Digger sehr kontrovers ist und die Meinungen ggf. sehr auseinander gehen.


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DrStrange : : Moviejones-Fan
02.10.2026 12:35 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 4.180 | Reviews: 76 | Hüte: 174

@luhp92

Ups... danke für die Info. Dann werde ich jeder Info zum Film bis nächster Woche aus dem Weg gehen.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
02.10.2026 12:06 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 19.275 | Reviews: 190 | Hüte: 703

@DrStrange / alle
"weil ich eigentlich vorab nichts über den Film wissen will"

Speziell bei "Digger" sollte man vorher auch so wenig wie möglich wissen. Irgendwann im Film erfolgt ein Storyshift und Innaritu setzt am Ende einen Punkt, den/die man ungespoilert erleben sollte.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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DrStrange : : Moviejones-Fan
02.10.2026 09:08 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 4.180 | Reviews: 76 | Hüte: 174

@Raven13

Ebenfalls danke - kann man brauchen!

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
02.10.2026 09:02 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 9.390 | Reviews: 157 | Hüte: 777

@ DrStrange

Danke, auch dir wünsche ich eine gute Besserung!

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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DrStrange : : Moviejones-Fan
02.10.2026 08:59 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 4.180 | Reviews: 76 | Hüte: 174

@Raven13

Bei RT liegt er gerade bei 54% zu gerade mal 63%. Metacritic sogar nur 46. Megahits sehen halt anders aus.

Will ihn aber auch noch anschauen, weil ich Tom Cruise mag und mein Vertrauen in Iñárritu doch recht hoch ist. Aber auch bei mir... liege ebenfalls mehr flach als recht... wird daher auch erst nächste Woche wieder gehen.

Wünsche gute Besserung!

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
02.10.2026 08:16 Uhr | Editiert am 02.10.2026 - 08:16 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 9.390 | Reviews: 157 | Hüte: 777

@ DrStrange

Es zeichnet sich aktuell das Bild ab, dass die meisten Kritiker den Film nicht mögen, während die normalen Zuschauer ihn deutlich mehr mögen. Bei Letterboxd liegt der Userscore bei noch recht guten 7,4/10 und eine 8/10 ist die am häufigsten abgegebene Wertung zur Zeit. Ich bin gespannt drauf, kann aber leider diese Woche nicht mehr ins Kino gehen, da ich krank bin. Nächste Woche werde ich aber ins Kino gehen.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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CreasyX : : Moviejones-Fan
02.10.2026 08:14 Uhr
0
Dabei seit: 30.09.23 | Posts: 414 | Reviews: 0 | Hüte: 10

Ausnahme nicht unbedingt, CSB mag ihn auch sehr z.b. aber metascore 46 % bei 53 Kritiken bisher und Bewertungsportale liegen bei ca. 7 - 7.3 allerdings noch wenige tausend Bewertungen.

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DrStrange : : Moviejones-Fan
02.10.2026 07:44 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 4.180 | Reviews: 76 | Hüte: 174

Ich habe die Kritik jetzt nicht gelesen, weil ich eigentlich vorab nichts über den Film wissen will, aber derzeit fallen die Kritiken ja eher "saumäßig" aus. Diese MJ-Kritik hier, ist schon eine extreme Ausnahme.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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Bibo : : Moviejones-Fan
02.10.2026 06:11 Uhr
0
Dabei seit: 30.04.19 | Posts: 1.066 | Reviews: 0 | Hüte: 12

Den Regisseur mag ich. Aber Cruise meide ich wie der Teufel das Weihwasser. Somit wird dieser Film an mir vorüberziehen. Ich werde irgendwann den Plot auf Wiki lesen. Das war es aber auch schon.

"Zitierst Du da jemanden oder ist das auf Dein Steißbein tätowiert?"

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