
Bewertung: 3.5 / 5
Wie weit würdest du gehen, um deine "große" Liebe zu finden? Mit dieser Frage setzt sich die charmante britische Rom-Com Finding Emily auseinander. Dabei spielt Regisseurin Alicia MacDonald die gesamte RomCom-Palette gekonnt ab. Viel Neues gibt es zwar nicht zu sehen, und doch ist Finding Emily erfrischend herzerwärmend.
Ganze 318 Studentinnen mit dem Namen Emily gibt es an der Universität in Manchester. Doch der über beide Ohren verliebte Musiker Owen (Spike Fearn) will nur seine Emily finden. Er hat seine Traumfrau auf einer Party kennengelernt – für ihn war es Liebe auf den ersten Blick. Zwar konnte er ihre Handynummer "ergattern", doch hier beginnt schon das Problem: Die letzte Ziffer fehlt.
Trailer zu Finding Emily
Zudem weiß Owen erschreckend wenig über sie – außer, dass sie Emily heißt und an der Uni Manchester studiert. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen gestaltet sich dementsprechend schwierig. Die erste Emily, die Owen trifft, ist eine ehrgeizige Psychologiestudentin (Angourie Rice). Sie bietet ihm spontan ihre Hilfe an. Allerdings geschieht das nicht aus reiner Nächstenliebe: In Owen hat sie das perfekte Fallbeispiel für ihre Hausarbeit gefunden, in der sie der Frage nachgeht, ob Liebe wahnsinnig macht.
Wenig Neues, aber durchweg charmant
Das Rad wird bei Finding Emily zwar nicht neu erfunden – das muss es aber auch gar nicht. Die Rom-Com besticht durch ein starkes Drehbuch von Rachel Hirons, ein durchgehend flottes Tempo, eine schöne Kameraarbeit und peppige Musik, die das Geschehen perfekt auflockert.
Im Gegensatz zu vielen Genre-Vertretern bekommen die beiden Hauptfiguren in Finding Emily sogar echten Tiefgang, ohne dass der Film dabei erhobenen Zeigefinger oder Moralapostel spielt. Ein weiterer Pluspunkt ist die Kulisse: Die englische Metropole Manchester avanciert still und leise zum heimlichen dritten Hauptdarsteller des Films – allen voran das pulsierende Nachtleben, in das sich Owen auf seiner Suche stürzt.
Wer sich Finding Emily im Originalton anschaut (was ausdrücklich zu empfehlen ist), darf sich zudem auf den authentischen und charmanten Manchester-Dialekt freuen.
Starke Besetzung mit viel Chemie
Auch der Cast überzeugt auf ganzer Linie. Mit Spike Fearn und Angourie Rice setzt der Film auf zwei unverbrauchte, aber bereits erfahrene Gesichter: Rice ist unter anderem aus Spider-Man - Far from Home bekannt, während Fearn zuletzt in Alien - Romulus zu sehen war.
Spike Fearn verkörpert den etwas trotteligen, aber unglaublich süßen Owen, der vor lauter Suche gar nicht merkt, was – beziehungsweise wer – eigentlich direkt vor seiner Nase steht.
Angourie Rice (im Gegensatz zu Fearns Manchester-Akzent mit amerikanischem Englisch) mimt die ehrgeizige, uneitle und zielstrebige Emily. Man verzeiht ihrer Figur sogar schnell, dass sie Owen wegen ihrer Hausarbeit zunächst anlügt beziehungsweise ihm nichts davon erzählt. Auch ihr Charakter macht eine schöne Entwicklung durch: Schwärmt sie anfangs noch für den typischen Uni-Schönling, realisiert sie erst nach und nach, dass es eigentlich der verpeilte Owen ist, der ihr Herz höherschlagen lässt.
Ein großer Gewinn für Finding Emily ist zudem das Ensemble rund um das Hauptduo: Die zahlreichen Nebencharaktere verkommen zu keiner Zeit zur reinen Staffage oder zu bloßen Stichwortgebern. Egal ob skurrile Uni-Bekanntschaften oder chaotische Wegbegleiter – jede Figur bringt ihren ganz eigenen Charme mit und treibt die Handlung aktiv mit voran, wodurch der Film eine wunderbare Eigendynamik entwickelt.
Insgesamt ist Finding Emily eine hübsch-sympathische Rom-Com, die einfach Spaß macht.
Lohnt sich der Kinobesuch?
Wer Lust auf ein klassisches, aber hervorragend umgesetztes Wohlfühlkino hat, kann bedenkenlos ein Ticket lösen. Finding Emily erfindet das Genre zwar nicht neu, gleicht das aber durch sympathische Charaktere, knackige Dialoge, viel Herz und eine große Portion Manchester-Charme mühelos aus.
Ein herzerwärmendes Filmerlebnis, das perfekt für einen gemütlichen Kinoabend ist!


