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Tron - Legacy

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Rückkehr ins Raster

Tron Legacy Kritik

Tron Legacy Kritik
0 Kommentare - 14.02.2011 von Nothlia
In dieser Userkritik verrät euch Nothlia, wie gut "Tron - Legacy" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Nachdem "Tron" nach fast 30 Jahren zum Kultfilm avanciert ist, nahm Disney ein wenig mehr Mut zusammen als bei vielen seiner anderen Produktionen in letzter Zeit und schob mit "Tron Legacy" eine Fortsetzung des als visuellen, computertechnischen Meilenstein geltenden Vorgängers an. In schickem 3D und mit enormem Kostenaufwand sollte ein neuer Meilenstein ins Kino gebracht werden. Wieder dabei: Oscarpreisträger Jeff Bridges und der untergegangene Bruce Boxleitner. Auch das ein Indiz für 30 Jahre. Aber wir schaut der neue Tron aus, mit moderner Technik?

Trailer zu Tron Legacy

Inhalt:

Kevin Flynn (Jeff Bridges), Vorsitzender der Computersoftwareschmiede ENCOM, verschwindet 1989 nach einem Gespräch mit seinem Sohn spurlos. Sein Sohn Sam (Garrett Hedlund) ist heute zwar Hauptaktionär der Firma seines Vaters, interessiert sich für die Geschäfte aber allenfalls am Rande, wenn er den Zentralrechner von ENCOM hackt, um das neueste Betreibessystem im Internet frei zu verbreiten.

Doch eines Abends erhällt Sam Besuch von Alan (Bruce Boxleitner), dem alten Freund seines Vaters, für ihn selbst eine Art Vaterersatz geworden über die Jahre und noch immer bei ENCOM beschäftigt, wenngleich weitgehend vom neuen Vorstand ruhiggestellt. Alan berichtet Sam von einer Pagernachricht, die er aus der alten Spielhalle seines Vaters erreicht hat.

Widerwillig und ungläubig besucht Sam schließlich die Spielhallte und entdeckt einen geheimen Durchgang in ein unterirdischen Raum. Dort findet er einen alten Computer und den Digitalisierer, dem er aktiviert und so in die virtuelle Welt des Rasters gezogen wird.

Verwirrt, wo er sich befindet, stellt er fest, dass in der virtuellen Welt die Programme als menschliche Abbilder ihrer Entwickler bzw. User herumlaufen und unter der Schreckensherrschaft von Clu (Jeff Bridges digitalisiert) leben. Sofort wird Sam gefangen genommen und für die Spiele eingeteilt. In den Diskusrunden schafft er es bis ins Finale und wird verletzt. Weil er blutet, vermutet sein Gegner richtig, dass Sam User und kein Programm ist und bringt ihn zu Clu.

Zuerst glaubt Sam daran, seinen Vater gefunden zu haben, doch schnell klärt Clus Verhalten und Aussagen die Sache auf. Mit jeweiligen Teams sollen sie in einem Lichtradrennen gegeneinander antreten, Clu will so seine Überlegenheit beweisen. Das Rennen beginnt, aber es gibt eine unerwartete Einmischung und Sam weiß, dass sein Vater selbst sich auch hier im Raster aufhalten muss ...

Eigene Meinung: Wie schon beim Vorgänger lässt sich bei "Tron Legacy" bereits über die Genrezugehörigkeit streiten. Für Science-fiction bietet auch "Tron Legacy" wenig Science, aber viel fiction, erfüllt also eher die Vorraussetzungen von Fantasy in einer Science-fiction-Umgebung. Ihn eher als phantastischen Film ohne besondere Betonung auf Wissenschaftlichkeit zu sehen, ist insofern wichtig, weil hiermit das Stolpern über die ein oder andere Logiklücke (USB-Schnittstelle an einem Rechner aus den 1980ern? Nur ein Beispiel) besser hinwegzusehen.

Das Gesamtbild der Handlung wird dadurch zwar stimmiger, trotzdem bleiben einige Handlungsschwächen überdeutlich. Besonders das überzogende "gesellschaftliche" Bild mit den zahlreichen Anspielungen auf Geschichte und Religion ist schlicht zu plump geraten, an einigen Stellen verleidet es deutlich den Spaß am Film. Besonders den Namen Zuse so zu missbrauchen, ist beleidigend. Zwar insgesamt eher eine Kleinigkeit, aber viele dieser Punkte summieren sich doch zu einem Störfaktor, der den Filmgenuss negativ beeinflusst.

Wenngleich die Dialoge deutlich besser geraten sind als im Vorgänger, ist hier auch nicht alles goldig. Hin und wieder werden einfach Standardzeilen ins Geschehen geworfen, die zwar nicht alle unpassend sein mögen, aber doch sehr abgeschmackt. Clus Monologe und Ansprachen fallen dabei schon besonders negativ auf.

Der eigentliche Spannungsbogen und die Handlung sind dabei gar nicht schlecht getroffen, wenngleich großartige Überraschungen nicht erwartet werden dürfen. Motivation, Konflikt und Ziel kommen deutlich heraus, die Figuren sind glaubhaft und mehrdimensional genug, um die Geschichte entsprechend an den Zuschauer zu verkaufen.

Schauspielerisch war ich angesichts des in diesem Punkt etwas schwachen ersten Teils positiv überrascht. Bridges ist durchaus souverän, nicht oscarverdächtig, aber völlig angemessen. Hedlund macht seine Sache ebenfalls durchaus gut, im ersten Moment hatte auf mich noch zu glatt gewirkt, aber er ist durchaus nicht unpassend in der Rolle und kann einen möglichen dritten Teil sicher tragen. Wilde spielte ebenfalls durchaus gekonnt und glaubhaft. Sheen könnten einige zu übertrieben finden, aber er war ein netter Kontrapunkt im Vergleich zu den "überernsteren" anderen. Boxleitners Auftritt war nur sehr kurz, wirkte dort aber ganz erheblich souveräner als im Vorgänger und Cillian Murphys Kurzauftritt ist ein sehr netter Gimmick.

Aber das Entscheidende bei "Tron Legacy" ist sicher wieder die Optik. Und die ist über weite Strecken schlicht grandios. Das 3D war nie angemessener als in diesem Film, "Tron Legacy" ist einer der wenigen Filme, die man im Kino oder gar nicht gucken sollte. Die Welt ist sehr stiril, schwarz, weiß und leuchtende Farbe, alles mit einem Überglanz versehen. Das Klinisch-Sterile ist sicher nicht jedermanns Sache, aber es ist schon ein mitreißender Look. Diskuskämpfe, Lichtrennen sehen entsprechend toll aus. Einziger Wermutstropfen: Der digital verjüngte Jeff Bridges sieht einfach verdammt nach Computer aus. Da hätte man doch auf gute Make-up-Arbeit zurückgreifen sollen.

Wirklich grandios ist auch der Soundtrack von Daft Punk. Nicht immer mein Geschmack, aber dem allgemeinen Lob kann ich mir hier nur anschließen. Selten einen passenderen Soundtrack erlebt.

Optik und Sound kommt natürlich nicht ohne Kamera, Schnitt und Ton aus. Auch da, bis auf ein, zwei Szenen mit Kamerawackelei und Schnellschnitt, gibt es sicher nichts zu meckern. Auch wenn die Kamera sich an dem ein oder anderen Vorbild bedient hat.

Insgesamt sind die Stärken und Schwächen somit ähnlich gelagert wie beim Ur-Tron. Wobei das Tron im Titel im jetzigen Film erst recht kein Sinn mehr macht. Die Schwächen in Story und Konzeption unterscheiden sich dann doch etwas im Vergleich zum ersten Tron. Trotzdem sind sie stellenweise sehr ärgerlich. Eine große Story hätte es nicht gebraucht, sie ist sogar zum guten Teil gelegt, aber undurchdachtes Weltbild und metaphernreiche Nichtssagerei hätten nicht sein müssen. Optisch hervorragend, wenn auch nicht bahnbrechend, 3D lohnt sich endlich mal wieder, und toller Sound.

Fazit:

Wenn, dann Kino in 3D, optisch herausragend, Sound grandios, einige Schwächen im Handlungs- und Konzeptionsbereich, teilweise ärgerlich im Detail. Gute 7/10 Punkte.
Tron Legacy Bewertung
Bewertung des Films
710
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