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Mission: Impossible - Phantom Protokoll

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Mission Accomplished - M:I-4

Mission: Impossible - Phantom Protokoll Kritik

Mission: Impossible - Phantom Protokoll Kritik
1 Kommentar - 10.01.2012 von ZSSnake
In dieser Userkritik verrät euch ZSSnake, wie gut "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" ist.

Bewertung: 4.5 / 5

So, nachdem ich den Film am Sonntag endlich gesehen habe, hier nun meine Filmkritik zum vierten Beitrag der Mission Impossible Reihe: Ghost Protocol. Produziert haben hier unter anderem Tom Cruise selbst wie auch J. J. Abrahams, der Mann der sich für Mission Impossible 3 verantwortlich zeigte. Regie übernahm diesmal Brad Bird, der Mann der sich bei Pixar unter anderem für Ratatuille und The Incredibles verantworten durfte. Es war also abzuwarten, ob er es schafft, in seinem ersten Realfilm direkt eine so wichtige Fortsetzung adäquat zu stemmen.

Inhalt:

Ethan Hunt (Tom Cruise), Topagent des IMF, sitzt in einem russischen Gefängnis. Nach einer waghalsigen Flucht wird er direkt wieder in den aktiven Dienst versetzt. Gemeinsam mit einem Team bestehend aus Benji Dunn (Simon Pegg) und Jane Carter (Paula Patton) soll er in den Kreml eindringen und die Startcodes für eine russische Atomraketen besorgen. Die Mission verläuft jedoch alles andere als zufriedenstellend und nachdem ein unbekannter weite Teile des Kreml gesprengt und all dies der IMF-Truppe um Hunt angehängt hat, lässt der Präsident das Ghost Protocol in Kraft treten, welches das gesamte IMF verleugnet und Hunt und seine Crew als Verräter brandmarkt. Hunt denkt jedoch nicht ans Aufgeben und macht sich gemeinsam mit seinem Team und dem undurchsichtigen Analysten Willam Brandt (Jeremy Renner) daran, ohne Rückendeckung die Hintermänner dieses Anschlags zu finden und zu stellen. Eine erneut unmögliche Mission nimmt ihren Lauf…

Kritik:

Was wurde im Vorfeld um diesen Film nicht alles gemunkelt und spekuliert. Ein überbordendes Starvehikel für die kränkelnde Karriere des in Ungnade gefallenen Superstars Tom Cruise sollte es werden. Ein Reboot, in dem Cruise das Ruder aus der Hand gibt. Man war skeptisch wegen der Regie, fragte sich, ob Cruise es überhaupt noch drauf hat und ob es überhaupt einen Teil 4 bräuchte, nachdem der dritte Film ein zufriedenstellendes Ende der Reihe dargestellt hätte. Alles vergessen! Schnee von gestern. Dieser Film präsentiert sich allen Unkenrufen zum Trotz als bester Mission Impossible seit de Palmas furiosem Erstling von 1996. Sehr Figuren, bzw. Darstellerzentriert rockt er sich durch die spektakulären, häufig am Rande des Realitätsverlustes angelegten Actionsequenzen.

Figuren:

Tom Cruise ist und bleibt Ethan Hunt. Dieser Film beweist einmal mehr, dass Cruise ein klasse Darsteller ist. Gebt ihm eine Rolle und er spielt sie euch, zur Not auch gern mit Leib und Seele, wie hier geschehen. Obgleich man ihm in der einen oder anderen Sequenz seine 50 Jahre mittlerweile ansieht, ist er doch weiterhin in beeindruckender physischer Verfassung. Dieses Mal wirkt die Figur allerdings gebrochener, verbitterter und zynischer als zuvor. Mehr denn je ein Einzelgänger, der sich hier nur aus der Notwendigkeit heraus mit seinem Team abgibt. Diese Einstellung lockert erst ganz zum Ende hin auf und wird von Cruise sehr überzeugend eingefangen. Idealbesetzung Cruise und Paraderolle Hunt gehören auch hier wieder einfach zusammen.

Rückkehr feiern darf auch Simon Pegg in seiner Rolle als Benji Dunn. Nachdem er bereits im dritten Film diese noch eher untergeordnete Rolle spielen durfte, bekommt er jetzt als (finally) Außendienst-Agent deutlich mehr Screentime und diese füllt er mehr als überzeugend. Pegg ist ein Charaktergesicht und ein ungeheures Multitalent. Zudem macht er aus jeder Szene einen kleinen Sketch mit sich im Zentrum. Kaum eine Situation, wo er nicht mit seinem Minenspiel, seinen Kommentaren oder seinem ans Naive grenzenden Optimismus für die nötige Auflockerung sorgt. Einfach eine geniale Rolle, die dem ganzen Film das nötige Maß an Augenzwinkern gibt, was er neben all der halsbrecherischen Actionsequenzen benötigt und ein deutlicher Zugewinn für das Franchise.

Wirklich positiver Neuzugang ist allen anderen voran natürlich Jeremy Renner in seiner Rolle als William Brandt. Über die Hintergründe der Figur sei vorab nicht allzu viel verraten, gesagt sei jedoch, dass die Rolle durchaus doppelbödig ist. Renner überzeugt in allen Aspekten. Physisch in hervorragender Verfassung, welche wohl nicht zuletzt seiner Rolle als Hawkeye bei den Avengers und seiner Besetzung im neuen Beitrag zum Bourne-Franchise sehr zugute kommen dürfte, kommt er hier in den Actionsequenzen sehr gut zurecht. Allerdings bringt er auch darstellerisch alles für seine mysteriöse Rolle mit, spielt pointiert und bleibt undurchsichtig. Trotzdem ist auch seine Figur oft so augenzwinkernd humorvoll, dass besonders seine Szenen gemeinsam mit Pegg Renner glänzen lassen. Meine Skepsis gegenüber Renner ist mit diesem Film auf jeden Fall um ein gerüttelt Maß gedämpft worden. Auch er bildet einen wirklichen Gewinn für Mission Impossible und ich würde ihn gern wiedersehen.

Letzter Neuzugang im Team „der Guten“ ist Paula Patton als Jane Carter. Die Figur ist äußerst problembehaftet und zeigt sich mehr als einmal emotional instabil. Von Patton gut dargestellt fügt sie sich nahtlos ins Gesamtbild des Films. Auch sie bekommt ihre Szenen und fällt nicht negativ auf. Trotzdem wird die Frau im Team bis auf einige wenige Sequenzen im Verhältnis zu den Männern um sie herum vergleichsweise stiefmütterlich behandelt. Die Profilierung ist in jedem Fall nicht so groß wie die von Renner und Pegg.BREAKEbenfalls sehr stiefmütterlich behandelt wird hier der Schurke. Von Michael Nyqvist äußerst genial gespielt bleiben die Motive des Kurt Hendricks als Schurken, der fast schon wie aus der Mottenkiste der 60er Jahre Bond-Filme wirkt, eher wenig nachvollziehbar. Man erfährt recht schnell, dass er gerne einen Atomkrieg zwischen Russland und den USA sehen würde, warum allerdings genau, wird nur aus einer kurzen Szene mit einer Fernsehansprache deutlich, neben der die Planung des Einsatzes durch Hunt und das Team weitergeht. Dadurch wird es schwer, sich der Motive Hendricks klar zu werden und es mutet eher so an, als wollte Bird ohnehin kaum das Hauptaugenmerk auf die Story oder die Motivationen setzen. Dadurch kann der geniale Nyqvist als wirkliches Schurkengesicht eher wenig Profil entwickeln und bleibt leider bis zum Schluss eher blass.

Zu erwähnen sei vielleicht noch kurz ein Cameo durch Ving Rhames in seiner Rolle als Luther Stickell, welches wohl eindeutig für die Fans gemacht wurde, aber natürlich auch ein echtes Schmankerl darstellt, auf das ich persönlich den ganzen Film gewartet habe. Zwei weitere, von mir nicht näher genannte Cameos um die Handlung nicht zu verraten, schaden dem Film ebenfalls nicht, sondern werten ihn ebenfalls sehr auf.

________

Also in Sachen Besetzung ist hier nichts falsch gemacht worden, doch wie sieht es mit den Actionsequenzen und den Gimmicks aus, die bislang die Mission Impossible Reihe mit geprägt haben?

Action scheint eindeutig Birds Fahrwasser zu sein. Hier stimmt einfach alles, es wird wahrlich geklotzt und nicht gekleckert. Ob die großartige Exposition mit dem Gefängnisausbruch, eine halsbrecherische Klettertour am Burj Khalifa in Dubai, eine unglaubliche und genial inszenierte Verfolgungsjagd mitten in einem Sandsturm oder ein Duell in einem vollautomatisierten Parkhaus, hier wurden geniale Ansätze gewählt und es wurde sehr viel aus den Ideen gemacht. Die richtig genialen Stunts und Sequenzen darf natürlich der Franchise-Primus Cruise spielen, das gehört sich aber meines Erachtens in „seiner Reihe“ auch so. Trotzdem dürfen auch Renner und Patton mitunter ordentlich zulangen. Pegg bleibt als Außendienst-Frischling eher zurückgezogen und kümmert sich mehr um die Gimmicks. Insgesamt ist positiv hervorzuheben, dass sich der Film wieder stärker auf das Teamwork konzentriert und dies auch deutlich betont und weniger eine Cruise-One-Man-Show ist wie in M:I 2 und 3. Ach ja: Und alles ohne nervige Wackelkamera, es geht also doch noch!

Auch von den beliebten Gimmicks gibt es hier wieder neben den mittlerweile als Standard zu bezeichnenden Masken und Kostümen eine Menge tolle Neuerungen zu vermelden. Da sei nur ein Apparat zu nennen, mit dem Ethan und Benji einer Wache vorgaukeln, dass ein Korridor um einige Meter länger sei, als er ist. Mithilfe einer Kamera, einer beweglichen Leinwand und einem ausgeklügelten Mechanismus weiß diese Sequenz wirklich zu beeindrucken. Auch sehr nett sind natürlich die Kletterhandschuhe, mit denen Hunt am Burj Khalifa herumkraxelt. Oder auch ein Magnetanzug, mit dem Brandt durch einen Serverraum „schweben“ darf. Sehr tolle Ideen, genial umgesetzt und das war noch nicht alles. Da spielt Bird in jedem Fall die Stärken der Reihe gekonnt aus und lotet die Winkel der Glaubwürdigkeit so weit aus, dass er mehr als einmal satirisch über das Ziel hinausschießt. Doch diese augenzwinkernde Darstellung tut hier wirklich gut.

Trotz der teils eher hanebüchenen Handlung und des eher blassen Schurken bleibt die Spannung bis zum Ende häufig sehr, sehr hoch. Man kann als Zuschauer in vielen der extrem engen Situationen voll mitgehen und wenn die Spannungsschraube angezogen wird, dann drückt es einen regelrecht in den Sitz. Meine Fingernägel musste ich nach dem Film auf jeden Fall erstmal wieder grade feilen.

Zumindest noch nennen möchte ich die sehr, sehr klasse inszenierten Opening Credits, auf die ich hier nicht näher eingehen werde, die aber Serientypisch mit der brennenden Lunte im Zentrum und dem unvergleichlichen Mission Impossible-Theme versehen wurden und für die erste, wirklich positive, Überraschung sorgen. Nur schwer zu beschreiben, muss man sie einfach selbst gesehen haben. Allerdings spürt man hier bereits die Herkunft der digitale Zaubertricks gewohnten Bird ganz deutlich, was durchaus nicht negativ zu werten ist!

Fazit:

Mission Impossible 4 ist ein mehr als würdiger Eintrag in das Franchise. Die Darsteller stimmen, die Actionsequenzen suchen ihresgleichen, die Gimmicks machen viel Spaß und die Schauplätze rocken auch wirklich. Dazu kommt ein gebührliches Maß an Selbstironie, was der Reihe wirklich sehr gut tut und das es sehr viel leichter macht, all das Gesehene so zu akzeptieren.

Wirklicher Kritikpunkt ist im Grunde lediglich der doch ziemlich blasse Schurke und die daraus resultierend eher in den Hintergrund tretende Handlung, was dem positiven Gesamteindruck des Films jedoch kaum schadet.

Alles in allem bekommt der Film von mir

9/10 Punkten bzw. 4,5/5 Hüten,

weil er mir alles bietet, was ich von einem guten Mission Impossible Film erwarte und mich einfach gefesselt und beeindruckt hat. Für mich der beste Teil seit dem Original von 1996 und Teil 5 kann in jedem Fall gerne kommen, dann aber bitte erneut mit dieser Crew und gerne auch mit Bird am Ruder. Mission Accomplished!

Mission: Impossible - Phantom Protokoll Bewertung
Bewertung des Films
910
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