Apparition - Dunkle Erscheinung

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Das Spukhaus ohne Geschichte

Apparition - Dunkle Erscheinung Kritik

Apparition - Dunkle Erscheinung Kritik
0 Kommentare - 07.12.2012 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Bewertung: 1.5 / 5

"Unser Haus ist zu neu, als dass es darin spuken könnte" sagt Ben (Sebastian Stan) über das Gebäude in einem spärlich besiedelten Neubaugebiet, in das er und seine Freundin Kelly (Ashley Greene) gerade eingezogen sind. Eigentlich keine schlechte Grundidee für die aberhundertste Spukhaus-Story: ein Haus ohne Geschichte. Den Dämon bringt Kellys Geliebter selbst mit. Als Collegestudent nahm er mit seinen Freunden an einer Seance teil, bei der die unbedarften jungen Leute ihren (Aber)glauben und ihre Konzentrationskraft mit technischen Hilfsmitteln verstärkten. Eine Tür in eine unbekannte Dimension wurde geöffnet, Bens damalige Freundin in eine andere Welt gesogen. Auch eine vielversprechende Idee: Die dunkle Macht wird durch modernste Technik ins Leben gerufen.

Aber eine interessante Prämisse macht noch keine gute Geschichte. Und im Fall von Apparition - Dunkle Erscheinung bekommt es der Zuschauer leider mit einem unausgegorenen, miesen Drehbuch zu tun. Das wurde vermutlich auch dem zuständigen Studio irgendwann bewusst: Der fertige Film lag fast zwei Jahre im Giftschrank, bevor man sich nun doch entschloss, ihn ins Kino zu bringen. Doch die Horror-Entstehungsgeschichte des Debütfilms von Todd Lincoln scheint noch weiterzugehen: Die Kürze des in Babelsberg gedrehten Films, er ist nur 82 Minuten lang, lässt vermuten, dass die Produktionsfirma so manche Szene hat herausschneiden lassen - womöglich um wenigstens noch eine Altersfreigabe für ältere Teenager zu bekommen. Diese wiederum lassen sich vielleicht durch Twilight-Darstellerin Greene und Harry Potter-Mime Tom Felton ins Kino locken.

Doch zu viel Kalkül und ein offensichtlich überforderter Autor/Regisseur, der bislang nur mit drei prämierten Kurzfilmen aufwarten kann, haben die Produktion eindeutig ihrer Seele und leider auch ihrer Spannung beraubt. Erschwerend kommt hinzu, dass im Trailer quasi der komplette Film inklusive der Schlussszene preisgegeben wird.

Ein gestorbener Kaktus, verstellte Möbel, ein Hund, der beim Anblick schimmeliger Wände tot umfällt - das sind beispielhafte Horrorfilm-Ingredienzien, auf die sich Produktionsfirma und Regisseur offensichtlich einigen konnten. Obendrauf gibts eine vollkommen überflüssige, jugendfreie Duschszene, bei der sich die Seife der Badenixe - uuh! - schwarz färbt. Da kann weder die gute Kameraarbeit von Daniel Pearl (Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre) noch der unheimliche Filmscore etwas retten.

Doch wie gehts denn nun weiter mit dem Liebespaar, dessen fade Darsteller es leider viel weniger knistern lassen als die ständig durchschmorende Technik im Film? Nachdem das "unheimliche Wesen" während der Duschszene allen Ernstes alle Klamotten von Kelly verknotet hat, wird es Zeit für den Auftritt des genretypischen verrückten Wissenschaftlers - in Gestalt von Bens altem Freund Patrick (Felton). Sein Plan, wie man den Dämon möglicherweise wieder zurückschicken könnte, ist so dämlich und hanebüchen, dass man sich als Zuschauer ein wenig Schadenfreude nicht verkneifen kann, als "es" Patrick ebenfalls in den Abgrund des Grauens zieht.

Schwamm drüber, jeder verdient eine zweite Chance: So darf man auf den nächsten Film des schlecht beratenen jungen Regisseurs gespannt sein. Ein paar interessante Ansätze ließen sich in seiner Arbeit ja immerhin erkennen.

Apparition - Dunkle Erscheinung bekommt 1,5 von 5 Hüten.


(Quelle: teleschau - der mediendienst | Gabriele Summen)

Apparition - Dunkle Erscheinung Bewertung
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