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Dead Man Down

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Artkino-Thriller, der einen seltsam kalt lässt

Dead Man Down Kritik

Dead Man Down Kritik
1 Kommentar - 21.02.2013 von Moviejones
Wir haben uns "Dead Man Down" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Dead Man Down

Bewertung: 2.5 / 5

"Selbst ein beschädigtes Herz kann geheilt werden", sagt Darcy (Dominic Cooper) zu seinem besten Freund Victor (Colin Farrell), nichtsahnend, dass dieser ein düsteres Geheimnis hat, das diesen Satz gehörig in Frage stellt. Darcy und Victor sind Teil der Gang des skrupellosen Unterweltbosses Alphonse (Terrence Howard) in New York, der seit drei Monaten jedoch ratlos mit ansehen muss, wie ein Gang-Mitglied nach dem anderen von einem Unbekannten ermordet wird - begleitet von rätselhaften Nachrichten in Kombination mit Foto-Puzzleteilen. Darcy mutiert zu Sherlock Holmes und arbeitet besessen daran, den Unbekannten ausfindig zu machen, während Victor genug damit zu hat, Alphonse als dessen "rechte Hand" zu beschützen, der natürlich reichlich Feinde hat.

Victor führt neben seiner Tätigkeit für Alphonse das Leben eines einsamen Wolfs in seinem Apartment, doch weckt eine mysteriöse Frau, die ihm vom Fenster gegenüber zuwinkt, sein Interesse. Diese stellt sich bald als Französin Beatrice (Noomi Rapace) vor und regt ein Date an. Jedoch muss Victor schnell erfahren, dass ihr amouröses Interesse nur vorgeschoben ist und sie ihn mit etwas, was sie von ihm weiß, erpressen will - ihr Schweigen gegen seine Hilfe, ihren Racheplan an einem Mann zu erfüllen, dessen unverantwortliche Tat ihr Leben zerstört hat...

Trailer zu Dead Man Down

Dead Man Down ist das Hollywood-Regiedebüt des Dänen Niels Arden Oplev, der sich bereits mit der Verfilmung von Stieg Larssons Millennium-Trilogie einen Namen machte und sich hier erneut mit dem schwedischen Star der Filmreihe, Noomi Rapace, zusammentut. Den düsteren Touch, ungewöhnliche Dialoge und Szenerien, eine permanent unterschwellig-bedrohliche Stimmung, seltsame Charaktere - all dies, was man an Verblendung und Co. schätzen kann, schafft Oplev auch in Dead Man Down zur Geltung kommen zu lassen. Doch was fehlt, ist tatsächlich ein packender Thrill, ein mitziehender Drive, eine spannende Dramaturgie. Die Darsteller geben zwar allesamt ihr Bestes, kämpfen jedoch gegen die wenig überzeugenden Figurenzeichnungen und die all zu verschachtelte, zum Teil unlogische wie auch unglaubwürdige Dramaturgie der Story an. Was manchen in der Millennium-Trilogie noch faszinieren konnte, bleibt hier ein zwar skurriles, dabei aber wenig mitreißendes Artkino-Schauspiel. Einzelne Sequenzen sind durchaus originell, einzelne Actionszenen wie auch emotionale Momente gut in Szene gesetzt, doch das Gesamtwerk lässt einen seltsam kalt.

Man fühlt sich ein wenig an Drive des ebenfalls Dänen Nicolas Winding Refn erinnert, nur fehlen die Intensität, die Wucht der Bilder sowie eine fesselnde Verbindung aller Elemente, die auch einen ruhiger, eher mit Köpfchen angelegten Neo-Noir-Thriller unter die Haut gehen lassen. Der Vergleich mit Drive drängt sich neben der Inszenierungsart auch ob der Story auf, da Farrells Hauptfigur Victor ähnlich introvertiert daherkommt wie Ryan Goslings Driver, ähnlich geheimnisvoll wirkt und ebenso brutal sein kann, ebenfalls ungeplant in die Geschichte einer Nachbarin verwickelt wird, in die er sich verliebt - und es ähnliche stimmungsvolle Fahrten durch die nächtliche Stadt gibt, ähnlich philosophische Ansätze zu Themen wie Rache, Liebe, Trauer und Schmerz, ähnlich atmosphärische Szenerien in Kombination mit passend-wirkungsvoller Filmmusik. Doch es bleibt bei guten Ansätzen, nach dem Motto "Es hätte ein wirklich toller Film sein können, wenn...".

Die Besetzung mit Top-Darstellern wie Colin Farrell (Total Recall), der französischen Grande Dame Isabelle Huppert als Beatrice' Mutter, Terrence Howard (Iron Man), Dominic Cooper (Captain America - The First Avenger) und der auch in Hollywood derweil erfolgreichen Noomi Rapace (Prometheus) muss man leider als verschenktes Potenzial bezeichnen, was angesichts des wirklich reichlich vorhandenen Potenzials der Story von Fringe-Drehbuchautor J.H. Wyman und der eigentlich originellen, jedoch nicht über die gesamte Filmlänge von 110 Minuten überzeugen könnenden Inszenierungsart doppelt bedauerlich ist.

Ob der darstellerischen Leistung, zum Teil tatsächlich packender Sequenzen und eines insgesamt skurrilen Artkino-Thrillers, der bewusst aus dem Rahmen fallen will, lohnt sich Oplevs Hollywood-Debüt Dead Man Down dennoch anzuschauen - schade nur, dass er den Zuschauer mit einem so unrunden und insgesamt zu wenig unter die Haut gehenden Gefühl zurücklässt.

Dead Man Down Bewertung
Bewertung des Films
510

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