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Das wundersame Leben von Timothy Green

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Durchkonstruiert und fantasielos

Das wundersame Leben des Timothy Green Kritik

Das wundersame Leben des Timothy Green Kritik
1 Kommentar - 09.05.2013 von Moviejones
Wir haben uns "Das wundersame Leben von Timothy Green" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.

Bewertung: 1.5 / 5

An einem weinduseligen Abend in Stanleyville will das Paar Cindy (Jennifer Garner) und Jim Green (Joel Edgerton) seinen Frust über die Unmöglichkeit, ein eigenes Kind zu bekommen, endgültig begraben. Sie schreiben ihre Wünsche, wie ihr Traumkind sein sollte, auf einzelne Zettel, stecken sie in eine Holzkiste und verbuddeln sie im Gartenbeet. Ein ungewöhnlich heftiges Gewitter mit Blitz und Regen zieht auf und das Wunder passiert - plötzlich sehen sich die beiden einem erdverschmierten 10-Jährigen gegenüber, der sich als Timothy vorstellt. Der einzige Jungenname, der ihnen im Falle eines Sohnes eingefallen war.

Doch das ist noch nicht das einzige Wunder, denn seine Herkunft aus der Erde lässt sich durch eine anatomische Anomalie kaum verbergen. Ansonsten scheint Timothy jedoch ein Kind ganz nach ihrem Wunsche beziehungsweise ihren Wünschen zu sein...

Peter Hedges (Dan - Mitten im Leben) Fantasy-Familienfilm Das wundersame Leben des Timothy Green aus dem Hause Disney bietet zwar einen netten Plot als Fantasybasis, doch kommt dieser so konstruiert, vorhersehbar und oberflächlich moralisch daher, dass aus dem schon recht schlichten von Grimms Märchen "Rapunzel" oder auch "Der Däumling" inspirierten Plot in Verbindung mit dem Spruch: "Sei vorsichtig, was du dir wünschst!" eine seichte Familiengeschichte wird. Bis auf ein paar schöne, zudem von anderen Filmen deutlich abgekupferte Bilder, die nicht viel Fantasie beweisen.

Die Darsteller geben allesamt ihr Bestes und überzeugen absolut in ihren Rollen in Bezug auf die reine darstellerische Leistung - doch die Figuren sind so dermaßen flach bis unpassend, dass der beste Darsteller daraus nicht all zu viel ziehen könnte. Hauptdarsteller Cameron "CJ" Adams (Dan - Mitten im Leben) ist als Timothy Green in seiner ganzen Erscheinung, Mimik und Ausstrahlung eine tolle Neuentdeckung, und sollte aus einem der geplanten diversen Pinocchio- oder Peter Pan-Projekte einmal etwas werden, wäre er die Topbesetzung. In Hedges Das wundersame Leben des Timothy Green kann man nur von verschenktem Potenzial sprechen. Jeglicher Zauber, den Adams reichlich zu verströmen vermag, ist sogleich dahin, wenn der als fertiger 10-jähriger Sohnemann dem Paar präsentierte Frischling den Mund aufmacht und in moderner Jugendsprache mit "nope" etwas verneint und andere auf locker-modern getrimmte Dialogsätze von sich geben muss, die konträr zu seiner wundersamen Erscheinung und seinem wundersamen Verhalten stehen. Märchenhaft und zugleich modern - das geht in den Dialogen einfach nicht auf und wirkt furchtbar aufgesetzt und möchtegern-cool.

Im Bezug auf Timothys Verhalten wurde neben der Wunschkind-Sache herzlich wenig aus der Anomalie herausgeholt, die sich in gerade einmal zwei wunderlichen Dingen äußert. Zum einen recht simpel in seiner anatomischen Anomalie selbst und was diese bedeutet, zum anderen seine Art, "Energie" zu tanken. Das war es auch schon. Statt dessen verplempert man reichlich Zeit mit der Liebesgeschichte zwischen Timothy und ebenfalls natürlich eher Außenseiterin Joni Jerome (Newcomerin Odeya Rush), die zwar im Sinne des Plots notwendig ist, aber ebenso schlicht wie vorhersehbar daherkommt, und daher in ihrer Länge und Breite Raum für tatsächliche Fantasie-Spielereien mit Timothys Figur nimmt. Bis auf die schon erwähnten schönen Bilder, was sich auf vor allem zwei Sequenzen bezieht. Eine davon erinnert stark an Steven Spielbergs E.T. - Der Außerirdische und wird, so schön geklaut sie ist, durch zig Kameraeinstellungen dieser Szene sicherlich nicht innovativer, sondern bloß maßlos überzogen und damit ihrer Wirkung noch mehr beraubt.

Jennifer Garner (DaredevilAlias - Die Agentin) bildet mit Joel Edgerton (WarriorKing Arthur) ein überzeugend frisch gebackenes Elternpaar mit all den vorhersehbaren Problemen und Fehlern, die man als halbwegs normale Eltern so machen kann, aus David Morses (The Green Mile) Rolle als eher negative Vaterfigur und frisch gebackener Großvater ist ebenfalls nicht mehr als ein Klischeebild herausgeholt worden. Die Natürlichkeit, die die Darsteller im Film verströmen, ist rein ihrer darstellerischen Leistung zu verdanken und eher in kleinen Szenen zu erleben, für überzeugenden Figurencharme reichen die puren Klischeefigur-Konstrukte der Story bei aller Mühe einfach nicht aus.

Für Kinder ist der Film im Grunde zu fantasielos und wenig erlebnisreich, die Liebesgeschichte durch ihre Oberflächlichkeit in ihrer Länge nicht fesselnd. Da sich die moralische Botschaft an die Eltern richtet, könnte man Das wundersame Leben des Timothy Green eher als Elternfilm beschreiben für einen kinderlosen Abend mit seichter Unterhaltung, der mit 105 Minuten nicht lang ist, sich aber ob des flachen Inhalts abgearbeitet lang anfühlt. Als Familienfilm geht das Konzept einfach nicht auf. Ohne die tollen Darsteller wäre Das wundersame Leben des Timothy Green keinen Blick wert, dank dieser reicht Hedges Machwerk für ein einmaliges Filmerlebnis gerade noch hin.

Das wundersame Leben des Timothy Green Bewertung
Bewertung des Films
310
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