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Lone Ranger

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Gelungene Westernkult-Neuauflage

The Lone Ranger Kritik

The Lone Ranger Kritik
20 Kommentare - 20.07.2013 von Moviejones
Wir haben uns "Lone Ranger" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
The Lone Ranger

Bewertung: 4 / 5

Wie fand das ungleiche Western-Paar - der reitende maskierte Rächer, genannt "The Lone Ranger" (Armie Hammer) und sein Indianer-Kumpel Tonto (Johnny Depp) - einst zusammen? Ein Paar, das nicht umsonst an Don Quijote und Sancho Panza erinnert? Die Geschichte der beiden erzählt Tonto in The Lone Ranger und damit lernen die US-Zuschauer die Kultvorlage um den frisch examinierten US-Anwalt John Reid, bezüglich Wild West-Erfahrung ein naives Greenhorn, und einen seltsam stillen, etwas verrückt-weisen Indianer erstmals aus der Sicht von Tonto kennen. Auslöser des Geschehens ist die Rückkehr des zukünftigen Lone Rangers nach dem Staatsexamen nach Hause, in eine Westernstadt, in der der Boss der Eisenbahngesellschaft nicht vor Korruption und dem Gang über Leichen zurückscheut, um sein Projekt voranzutreiben. Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten.

Wer außer klassischem Western und den kultigen Vorlagen nichts anderes sehen will, wird sicher einiges an The Lone Ranger als moderner, actionreicher, humoristischer, aber auch überraschend ernster und kritischer Neuauflage der Westernserie als Kinofilm zu meckern haben. Wer jedoch offen ist, sich unbefangen auf den Film einzulassen, wird positiv überrascht sein, wir zumindest waren es.

Trailer zu The Lone Ranger

Aufgrund von Depps in letzter Zeit schrägen Rollen, die schon zu einer Institution geworden sind, hatten wir bei The Lone Ranger eher einen Klamaukfilm mit ein paar coolen Actionszenen erwartet und einen Johnny Depp in gewohnt schräger Spaßvogel-Manier. Einerseits gibt es diese Elemente, aber der Film bietet wahrlich mehr und Depp interpretiert Tonto sehr zurückhaltend, wenn auch nicht weniger schräg. Aber die eher stoffelig-schräge Art seines Tonto nimmt den witzig-verrückt wirkenden Anteilen die sonst oft zu schrille Note und Armie Hammers naivem, aber tapferen Lone Ranger nicht zu viel Raum. Das Paar ist absolut gleichwertig inszeniert. Somit wird Tonto mit durchaus auch melancholischen Zügen aufgewertet, ohne dabei den Lone Ranger abzuwerten. Ein gelungener Schachzug.

Bezüglich Humor und Action strotzt The Lone Ranger neben klassischen Elementen nur so vor verrückt-frischen Ideen, die in tollen Bildern in Szene gesetzt werden, ob manches einem dabei zu dicke erscheint, wird eine Frage des Geschmacks bleiben, das betrifft vor allem den schon episch-langen Showdown mit einem Klassik-Kultstück als musikalischer Untermalung. Neben den szenischen Ideen kommt der Dialogwitz mit gutem Timing ohne zu übertriebenen Sprüchen und wohldosiert daher, die Paarkonstellation von Hammer und Depp geht im Spiel wie in den Dialogen wunderbar auf und es macht Spaß, zu beobachten, wie sich das ungleiche Duo langsam aber sicher aneinander annähert. Die beiden wirken eher wie Winnetou und Old Shatterhand, nur lustiger, dennoch nicht weniger ernst bis sogar tragisch. Karl May-Bezüge lassen sich auch ansonsten reichlich entdecken, Fans der Westernserie Hell on Wheels werden neben der Eisenbahn-Storyline einen kurzen, aber sehr klaren Hinweis auf diese finden, wer aufmerksam genug hinschaut.

Am überraschendsten ist aber der große Part an Ernst, Tragik und auch deutlicher Kritik an der Eroberermentalität, mit dem die Fluch der Karibik-Macher Gore Verbinski und Jerry Bruckheimer The Lone Ranger zu einem modern-abgedrehten Western-Blockbuster mit Tiefgang machen, ohne sein Gehirn komplett an der Kasse abgeben zu müssen. Man leidet mit, statt nur schräge Figuren in verrückten Szenarien zu beobachten. Liebe, Rache, Tod, Trauer, Umgang mit dem, was einem fremd ist, Vorurteile - all das wird Thema. Einerseits gibt es ganz klar die Guten und die Bösen, so gibt William Fichtner einen schön fies anzuschauenden wie auch schön durchtrieben agierenden Butch Cavendish ab, seines Zeichens Boss einer Ganoventruppe. Andererseits hat jede Figur ihre Grauzonen, Schwächen und Stärken, zumindest die Hauptrollen. Helena Bonham Carter bekommt als Red leider wenig Screentime, wird dafür aber umso cooler in Szene gesetzt, auch ihre Rolle passt wie die Faust aufs Auge. Neben Actionbildern wartet The Lone Ranger auch mit typischen Western-Panoramen auf, die selbst eisernen Klassiker-Westernfans das Herz für The Lone Ranger erwärmen könnten. Auch die Lovestory als tragische Dreiecks-Konstellation ist typisch, geht aber eingebettet in einen oft auch humorigen Film nicht weniger zu Herzen als in einem Drama.

Dabei wundert fast die Freigabe ab 12 Jahren, denn dafür war die Verfilmung mitunter ganz schön traurig, ernst, kritisch, melancholisch und auch durchaus heftig im Sinne von gruselig. Die Länge von The Lone Ranger von fast 150 Minuten ist keinesfalls gestreckt, sondern machte diesen Mix aus einerseits dramatisch-spannendem Westernfilm und andererseits spaßigem Actionkino so gehaltvoll möglich. Die Länge gibt auch den Hauptcharakteren und der Geschichte den Raum, den sie braucht, um sich voll entfalten zu können, und das tut dem Film wirklich gut.

Und wer Tontos Krähe bisher albern findet - nach dem Kinogang bestimmt nicht mehr.

The Lone Ranger Bewertung
Bewertung des Films
810
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