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Grand Budapest Hotel

Kritik Details Trailer Galerie News
Grotesk schwarzhumorig und lebendig

Grand Budapest Hotel Kritik

Grand Budapest Hotel Kritik
6 Kommentare - 13.02.2014 von Moviejones
Wir haben uns "Grand Budapest Hotel" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Grand Budapest Hotel

Bewertung: 5 / 5

Ein Schriftsteller (Tom Wilkinson, Jude Law) erzählt 1985 im Rückblick die wahre Geschichte des Lobby-Boys Zero Moustafa (Tony Revolori), der durch skurrile Umstände schließlich der Besitzer des Grand Budapest Hotels im Bergdorf Nebelsbad im ost-europäischen Zubrowka wurde. Der damalige äußerst gestrenge und doch herzensgute Concierge und Liebhaber älterer Damen Gustave H. (Ralph Fiennes) nimmt Zero 1932 unter seine Fittiche, weil er dessen Potenzial erkennt. 

Und so kommt es, dass Zero in den prunkvollsten Zeiten des Hotels auch in die gefährlichen Folgen einer Erbschaft des Concierges, der eine Liebschaft zu einem reichen Stammgast, Madama D. (Tilda Swinton), unterhielt, verwickelt wird und sich schnell vom Angestellten zum besten Freund und Komplizen des Concierges mausert...

Trailer zu Grand Budapest Hotel

Wes Andersons Grand Budapest Hotel eröffnete gerade die 64. Berlinale, und das hat seinen guten Grund - selten hat man ein einerseits im Bildstil und der Zeichnung der Charaktere so künstlerisches Filmwerk gesehen, das dennoch in so hohem Maße nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu ergreifen weiß. Es ist grotesk und schwarzhumorig, dabei aber auch herzerwärmend rührend, flott, spannend und wartet sogar mit Schockmomenten auf. Es ist ein episches Filmgemälde, passend dazu, dass sich die Jagd nach einem 5 Mio. Klubecks werten Gemälde durch den ganzen Film zieht.

Wes Anderson (Moonrise Kingdom), der die Geschichte und das Drehbuch schrieb, produzierte und Regie führte, gelingt es, trotz aller fast märchenhafter Künstlichkeit, eine Welt zu erzeugen, die man sogleich annehmen und den ganzen Film hindurch emotional problemlos mit allen Gefühlsfacetten miterleben kann, obwohl die Überzeichnung überdeutlich ist - manche Szenen haben fast schon grotesken Scherenschnitt-Charakter. Selbst wer künstlerische Filme wie Die Fabelhafte Welt der Amélie nicht mag oder manchen Wes Anderson-Film doch zu überzogen fand, dürfte sich mit Grand Budapest Hotel problemlos anfreunden können, was nicht zuletzt auch einer topbesetzten Darstellerriege bis in die winzigste Nebenrolle zu verdanken ist.

Zwar kommen manche der satten siebzehn Stars in Grand Budapest Hotel nur wenige Sekunden zum Einsatz, dafür aber in einer der kuriosesten und abgedrehtesten Szenen des Films, die durch die Topbesetzung ein wahres Highlight ist. Ralph Fiennes (Skyfall) als wirklich kultiger Concierge Gustave, Tony Revolori (The Perfect Game) als junger, pfiffig-loyaler Zero mit viel Charme und Adrien Brody (Der Pianist) als Bösewicht Dmitri, Sohn und vor den Kopf gestoßener fieser Erbe von Madame D., sind die deutlichen Hauptfiguren. Wichtige Nebenrollen sind noch Zeros erste Liebe Agatha (Saoirse Ronan, Seelen), Edward Norton (Fight Club) als Captain der Militärpolizei von Lutz, Albert Henckels, und Willem Dafoe (Der Fantastische Mr. Fox) als Jopling, die finster-brutale rechte Hand Dmitris.

Wes Anderson hat mit Grand Budapest Hotel ein extrem kultverdächtiges Meisterwerk des Artkinos erschaffen, das zudem mit der bis dato hanebüchensten, witzigsten Fluchtszene aller Zeiten aufwartet. Und schafft es, düstere Historienthemen wie den Zweiten Weltkrieg inklusive SS überzeichnet darzustellen, ohne dass die brutal-grausame Wahrheit dahinter dabei an erschreckender Dramatik verliert. Er schafft es, Komik und Dramatik harmonisch zu verbinden. Diese Balance hinzubekommen, gelingt nicht jedem, Wes Anderson scheint es in diesem Film perfektioniert zu haben.

Die Ideenvielfalt in Grand Budapest Hotel ist beeindruckend, mit der Anderson die Geschichte und ihre verschiedenen Zeitebenen erzählt, möge ihm dieses hohe Maß an Kreativität noch lange erhalten bleiben für noch weitere Filme dieser hervorragenden Qualität! Absolute Filmempfehlung. Einziges Manko: Die temporeiche osteuropäische Musik war manchmal etwas zu laut für unseren Geschmack, doch das fällt nicht wirklich ins Gewicht.

Grand Budapest Hotel Bewertung
Bewertung des Films
1010

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