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Ich bin dann mal weg

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Prädikat: wertvoll

Ich bin dann mal weg Kritik

Ich bin dann mal weg Kritik
0 Kommentare - 20.12.2015 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
Ich bin dann mal weg

Bewertung: 3.5 / 5

Für den Entertainer Hape Kerkeling läuft es 2001 zwar beruflich gut, doch gesundheitlich ist nicht alles wirklich rund. Mehrere Schwächeanfälle nach den Auftritten, eine Gallenblasen-OP und der dringende Rat des Arztes, kürzer zu treten. Hape ist klar: So geht es nicht weiter. Er entscheidet sich zu einem großen Schritt. Besser gesagt, zu einem langen Weg. Er will den Jakobsweg nach Santiago de Compostela laufen, die ganzen 770 Kilometer. Seine Freunde glauben ihm nicht, seine Agentin hat Angst um seine Gesundheit, auch Hape selbst zweifelt, ob er das schaffen kann. Und doch traut er sich. Und trifft im Verlauf der Wanderung auf interessante, skurrile, nette und komische Menschen. Vor allem jedoch trifft er - auf sich selbst.

Im Jahr 2006 veröffentlichte Hape Kerkeling "Ich bin dann mal weg". Das Buch wurde über 3 Mio. Mal verkauft und ist das zweiterfolgreichste deutsche Sachbuch überhaupt. Nun hat Regisseurin Julia von Heinz die Geschichte mit Devid Striesow in der Hauptrolle verfilmt. Eine mutige und konsequente Entscheidung der Filmemacher bestand darin, dass Kerkeling nicht sich selber spielt. Denn wenn er sich selbst gespielt hätte, wäre das Ergebnis zwangsläufig eine Travestie mit irritierenden Unschärfen zwischen dem Hape des Buchs und dem "realen" Hape geworden. Striesow ist als Hape ein wahrer Glücksgriff. Die Sprache, die Gestik und Mimik, der Humor - man vergisst, dass hier jemand Hape Kerkeling spielt. Immer mehr glaubt man, Hape Kerkeling auch wirklich zu sehen. Karoline Schuch und Martina Gedeck verkörpern ebenso überzeugend die Rollen als Hapes Reisebekanntschaften, die immer mehr auch zu Wegbegleiterinnen und Freundinnen werden.

Trailer zu Ich bin dann mal weg

Schön eingeflochten in die Rahmenhandlung werden Hapes Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend. Der kleine, etwas untersetzt wirkende Junge aus Recklinghausen, der am liebsten vor dem Fernseher saß und von seiner „Omma“ Schnittchen vorgesetzt bekam. Doch angetrieben wurde auch der kleine Hape nur von einem Traum: Ins Fernsehen kommen und zeigen, was er kann. Julia von Heinz verwebt in Ich bin dann mal weg geschickt die beiden Erzählebenen, die Klammer bilden dabei Hapes eigene Überlegungen aus dem Buch, die sich als Kommentar aus dem Off über die Handlung legen. Es sind oftmals gar nicht übergroße Gedanken, keine großen philosophischen Betrachtungen. Eher sind es Alltagsreflektionen, kurze Momente der Selbsterkenntnis oder der Beobachtung der Umwelt um ihn herum. Doch genau dies macht den Charme nicht nur der Vorlage, sondern auch dieses Films aus, der zudem mit wunderschön gefilmten Aufnahmen auch die Faszination dieses Weges auf beste Weise bebildert.

Es ist dem großen Erfolg des Buchs von Hape Kerkeling geschuldet, dass Ich bin dann mal weg verfilmt wurde. Auf den ersten Blick ist dies kein Stoff, der sich für eine Kinoadaption anbietet. Die Pilgerreise des Protagonisten ist an sich eher unspektakulär. Interessant wird sie aber durch die Reflexionen des Autors und dessen ganz eigenen Erzählstil. Eine der Herausforderungen bei der Umsetzung des Buches bestand darin, dass die Langeweile bei den langen, einsamen Wanderungen deutlich wird, ohne dass der Film dabei selbst langweilig wird. Es gelingt Julia von Heinz, einen Eindruck sowohl vom Reiz wie auch von den Strapazen der Pilgerreise zu geben, wobei sie nach Ansicht der Jury vielleicht manchmal doch der Versuchung nachgibt, die Landschaften auf Postkartenansichten zu reduzieren. Doch dies passt dann auch wieder zu dem charmant, entspannten Grundton des Films.

Prädikat: wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Ich bin dann mal weg Bewertung
Bewertung des Films
710
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