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Spotlight

Kritik Details Trailer Galerie News
Spannender Enthüllungsthriller

Spotlight Kritik

Spotlight Kritik
0 Kommentare - 21.12.2015 von Moviejones
Wir haben uns "Spotlight" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Spotlight

Bewertung: 4 / 5

Man kann auf verschiedene Weise an einen Film über wahre Begebenheiten herangehen. Thomas McCarthys Spotlight beleuchtet den Boston-Skandal von Kindesmissbrauchsvorwürfen in der katholischen Kirche aus Sicht des investigativen "Spotlight"-Journalistenteams des Boston Globe, welches seit 1975 an der Aufdeckung des Skandals arbeitete. Hier spielt daher weder die Opfer- noch Täterseite psychologisch oder inhaltlich tiefergehend eine Rolle, sondern die Wand des Schweigens und der Vertuschung, mit der das Team zu kämpfen hatte.

2003 deckte das Investigativ-Team "Spotlight" vom Boston Globe einen Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche auf, der weiteren Enthüllungen als Vorbild diente, nachdem die Mauer des Schweigens und der Vertuschung einmal gebrochen war. Erste Infos bekam das Team bereits 1975, es dauerte Jahrzehnte der unermüdlichen Recherche und des Widerstands gegen die Vertuschung, bis die Wahrheit beweiskräftig genug ans Licht kam...

Trailer zu Spotlight

Spotlight Kritik

Thomas McCarthy gelingt es, mit Spotlight durch geschickte Dramaturgie und eine Topbesetzung mit hervorragender Ensemblechemie diesen realhistorischen Kirchenskandal als Investigativthriller spannend und dennoch sensibel auf die Leinwand zu bringen. Deutlich geht es hier darum, die Vertuschung einer Institution anzuprangern, deren Macht bis in die rechtlichen und politischen Instanzen nicht nur von Boston reicht, sowie die Opfer zu ermutigen, ihr Schweigen zu brechen, um möglichen weiteren Opfern Leid zu ersparen. Es geht darum, an etwas Heiligem zu rütteln, das davon profitiert, welchen Stellenwert es nicht nur institutionell, sondern auch moralisch hat, nach dem Motto, was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Es geht nicht nur um vertuschende Kirchenführer und ängstliche Richter und Anwälte, es geht auch um den einfachen Polizisten, der keinen Priester verhaften will. Den Homosexuellen, der seine Neigung nicht offenbaren will, indem er aussagt. Oder auch um diejenigen, die ihre größten Charity-Sponsoren nicht verärgern wollen.

Man könnte Spotlight vorwerfen, dass hier eben vor allem die Journalisten als heldenhaftes Team im Vordergrund stehen, während die Opfer- und Täterseite nur marginal beleuchtet wird. Uns jedoch hat es gereicht, denn jeder Film hat das Recht zu wählen, wo er seinen Fokus setzt, und der nennt sich hier Enthüllungsjournalismus. Journalisten sind keine Therapeuten, Investgativ-Journalisten interessiert nicht wirklich, wie etwas geschehen konnte, sondern vorerst einmal zu beweisen, dass etwas geschehen ist. Wie es psychologisch geschehen konnte, ist eine andere Geschichte. Das System der Vertuschung offenzulegen, zu beweisen, kostete das Spotlight-Team genug Arbeit und Mut. Zudem wird in immer wieder eingestreuten Szenen auch bewusst gemacht, dass das Thema natürlich emotionale Folgen für alle Beteiligten hat. Auch im realen Leben laufen Befragungen dieser Art zwar sensibel, aber dennoch sachlich ab, das dient beiden Seiten, leichter über ein solches Thema reden zu können. Uns hat gerade gefallen, dass man nicht versuchte, mit fiktiven szenischen Erlebnisbildern etwas spürbar zu machen, sondern sich fast komplett auf das beschränkt hat, was die Journalisten erzählt bekamen und das entfaltet mehr als genug Eigenwirkung.

Getragen wird Spotlight vor allem von den tollen Darstellern, denn wie man sich denken kann, passiert szenisch im Grunde nicht viel: Es wird viel telefoniert, in Archiven recherchiert, geredet, befragt und vor allem immer wieder - geredet. Selten war Dialogkino so spannend. Birdman-Star Michael Keaton glänzt als Redaktionschef des Boston Globe, "Hulk" Mark Ruffalo als authentisch wirkender engagierter Investigativ-Journalist, Rachel McAdams als Journalistin mit Herz bei der Sache und Liev Schreiber als neuer Herausgeber der Zeitung, um nur einige zu nennen. Auch die Antagonisten und Mittelsmänner sind top besetzt mit unter anderem Stanley Tucci, Ben Bradlee Jr. und Jamey Sheridan. Eine Würdigung bei den Oscars für Regie und Darstellung wäre zu wünschen. Trotz des vorherrschenden Dialogkinos zieht einen der Thriller rasch in seinen Bann und man verfolgt gespannt mit, wie aus den ersten Infos über die Jahrzehnte ein Skandal in einem Ausmaß wird, der einen mit einem geschockten Gefühl in den Sessel drückt.

Spotlight Fazit

Spotlight beschränkt sich immerhin nicht so ganz auf die Heldenseite des "Spotlight"-Teams, es wird auch deutlich, wie im Laufe der Jahre auch bei den journalistischen Ermittlungen Fehler unterlaufen sind oder typische journalistische Entscheidungen getroffen werden nach dem Motto, das ist kein Thema, was man zu Weihnachten bringen kann. Es sind nur kleine Szenen, doch es genügt, diese Helden auch kritisch und authentisch zu sehen. Realhistorisch erntete das "Spotlight"-Team den Pulitzer-Preis dafür - und von uns gibt es eine klare Filmempfehlung.

Spotlight Bewertung
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810
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