
Oblivion Remastered (PC, PS, Xbox)
Es war nur eine Frage der Zeit, denn die Gerüchteküche brodelte schon seit vielen Monaten und kochte in den letzten Wochen geradezu über. Dass dann der Shadow Drop von Oblivion Remastered dennoch einfach so kam und sich die Gerüchte bestätigten, war eine freudige Überraschung.
Oblivion Remastered ist das komplette Spiel, mit allen Erweiterungen und sogar dem berüchtigten Pferderüstung-DLC. Es ist somit gleichzusetzen mit der GOTY-Ausgabe des Originalspiels. Inhaltlich bleibt auch alles beim Alten, nur dass die Grafik modernisiert und die alte Engine gegen die Unreal Engine 5 ausgetauscht wurde. Entsprechend hübscher sieht Cyrodiil somit nun aus. Wer das Original in und auswendig kennt, wird also keine Überraschungen erleben, alles ist da, wo es vorher war und vor allem von der schönen Grafik begeistert sein. Auch die Story bleibt unverändert.
In The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered wird das Kaiserreich Tamriel bedroht, als Kaiser Uriel Septim VII ermordet wird und keine Erben mehr existieren. Ohne einen Drachenblut-Thronfolger öffnen sich Tore zur dämonischen Dimension Oblivion. Der Spieler muss den letzten verbliebenen Erben finden und die Invasion stoppen. Wie aber in allen Elder Scrolls-Spielen, ist die Handlung nur Aufhänger für euer eigenes Abenteuer und ihr könnt die Welt frei erkunden. Die Gegner passen sich dabei wie früher eurem Spielfortschritt an und leveln mit. Was 2006 schon umstritten war, ist es auch im Jahr 2025 und hier wäre eine Anpassung durchaus schön gewesen, aber es ist nun einmal Teil der DNA dieses Spiels. An anderen Stellen gibt es aber dennoch ein paar Optimierungen. So wurde vor allem das nervige Levelsystem des Spielers angepasst. Statt kompliziert rechnen zu müssen, welche Primär- und Sekundärskills man in Oblivion Remastered level muss, um die maximale Anzahl an Skillpunkten beim Levelaufstieg zu erhalten, könnt ihr nun das Spiel völlig frei spielen. Jede Skillverbesserung stärkt euren Charakter und sobald ein Levelaufstieg möglich ist, erhaltet ihr immer 12 Skillpunkte, statt 15 oder deutlich weniger im Original. Eine kleine Änderung mit gewaltiger Wirkung.
Natürlich ist es spannend zu sehen, warum man nach unzähligen Neuauflagen von Skyrim sich nun Oblivion für eine Frischzellenkur vorgenommen hat und nicht das ebenfalls sehr beliebte und noch deutlich ältere Morrowind. Aber vermutlich ist es jetzt nur eine Frage der Zeit, bis auch Morrowind in eine neue Engine wandert, denn der Weg bis zu einem Skyrim-Nachfolger ist noch lang.
Clair Obscur - Expedition 33 (PC, PS, Xbox)
Was passiert, wenn sich Teile von Ubisofts kreativen Köpfen eigenständig machen und ein eigenes Spiel losgelöst von den Fesseln eines großen Studios entwickeln? Dann erwartet uns anscheinend so etwas wie Clair Obscur - Expedition 33. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein faszinierendes Rollenspiel, welches eine malerische und faszinierende Welt vor dem Spieler ausbreitet, in der er oder sie in rundenbasierten Kämpfen bestehen muss. Das Spiel zeigt, den großen Studios fehlen nicht die kreativen Genies, sondern die Studios haben zu viele Manager und Zahlenjongleure, die Kreativität im Keim ersticken.
Wer sich nichts unter Clair Obscur - Expedition 33 vorstellen kann, dem sei gesagt, dass der Titel durchaus einen Sinn ergibt, wenn man sich näher mit der Handlung des Spiels beschäftigt. Die Story dreht sich um eine mächtige Malerin, die einmal im Jahr erwacht und auf ihren Monolithen malt. Sie malt ihre verfluchte Zahl. Und jeder in diesem Alter verwandelt sich in Rauch und verschwindet. Jahr für Jahr wird die Zahl kleiner und mehr von uns werden ausgelöscht. Morgen wird sie erwachen und „33“ malen. Und morgen brechen wir zu unserer letzten Mission auf. Zerstöre die Malerin, damit sie nie wieder den Tod malen kann. Wir sind die Expedition 33.
Mit dieser Beschreibung ist das Setting gelegt, welches uns tief in eine von Frankreich inspirierte Fantasywelt entführt. Der visuelle Stil ist abgedreht und kann nur aus Frankreich kommen, die Musik faszinierend und Gegner und Landschaften haben eine malerische und verstörende Faszination auf den Spieler. Voraussetzung ist hierfür aber, dass man dafür empfänglich ist. Gerade das abgedrehte und surreale Worldbuilding von Clair Obscur - Expedition 33 setzt einen offenen Geist voraus, der sich darauf auch einlassen kann. Doch auch bei den restlichen Elementen muss man offen für Neues sein. Das Spiel hat zwar bei den Spielmechaniken viel mit einem JRPG gemein, doch vor allem beim rundenbasierten Kampfsystem erwarten euch Neuerungen. Es wird abwechseln taktiert, doch die Kämpfe haben durchaus auch eine Echtzeitkomponente, wo Reflexe und Geschick eine genauso wichtige Rolle spielen wie strategische Planung.
Clair Obscur - Expedition 33 ist in so vielen Belangen ein erfrischendes Spiel, dass wir es euch gar nicht schnell genug empfehlen können. Spielen, abtauchen und so ein tolles Produkt und sein Studio belohnen.
