
Update: Inzwischen sind die offiziellen Zahlen bekannt: 335.000 Privatbesucher aus 120 Ländern besuchten die Gamescom 2024, also sogar etwas mehr als im letzten Jahr. Der Freitag wie auch der Samstag waren komplett ausverkauft. Auch online wurde die Messe intensiv verfolgt, insgesamt wurden bis Samstagabend 310 Mio. digitale Zugriffe registriert. Über 40 Mio. dieser Views entfallen dabei auf die Opening Night Live, die ihre digitale Reichweite zum Vergleich des Vorjahres damit verdoppeln konnte.
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Die Gamescom hat erneut ihre Tore geöffnet und Besucher aus aller Welt reisen wieder nach Köln, um die neuesten und kommenden Spielehighlights selbst testen zu können. Noch gibt es keine finalen Besucherzahlen, doch es ist davon auszugehen, dass es ähnlich viele sein werden wie im letzten Jahr, wo 320.000 Privatbesucher die Messe besuchten. Einen Rekord konnte die Gamescom bereits im Vorfeld verzeichnen, da mit über 1400 Ausstellern aus 64 Ländern ein neuer Spitzenwert erreicht wurde, der um 15% über dem Wert vom Vorjahr lag.
Diese durften auf 230.000 Quadratmetern verteilt über mehrere Hallen ihre neuesten Spiele den Besuchern präsentieren. Doch bevor Fans die Hallen stürmen durften, fand am Abend vor dem ersten Tag mittlerweile traditionsgemäß die Opening Night Live statt, gewohnt moderiert von Geoff Keighley.
Opening Night Live
Die ganz großen Ankündigungen darf man auf solchen Events natürlich nicht mehr erwarten. Die Zeiten, in denen die Studios wie zu Hochzeiten der E3 auf solchen Veranstaltungen große Ankündigungen neuer Spiele machten oder gar ihre neuen Konsolen präsentierten, ist schlicht vorbei. Das machen die mittlerweile alle in ihren eigenen Streams, wie der Nintendo Direct oder Sonys State of Play. Bedenkt man dies, war es ganz ordentlich, was auf der ONL alles gezeigt wurde.
Es waren große Namen wie Call of Duty: Black Ops 6 oder Monster Hunter Wilds dabei. Zu Civilization VII gab es einen neuen Trailer, der zudem weiteres Gameplay ankündigte, welches von den Besuchern auf der Messe angesehen werden konnte. Borderlands 4 wurde angekündigt, was mit einem besseren Kinofilm sicher etwas mehr Hype ausgelöst hätte. Und auch zu Indiana Jones und der große Kreis wurde neues Gameplay gezeigt, zusammen mit der Ankündigung, auf die sicherlich viele Gamer gewartet haben: Das Spiel erscheint im Frühling 2025 auch für die Playstation 5. Und dann kam auch noch mit Peter Molyneux eine Legende der Gamesbranche auf die Bühne, um mit Masters of Albion sein neuestes Spiel zu präsentieren, welches nach einem typischen Molyneux-Spiel ausschaut.
Für uns mit das größte Highlight der ONL war der Auftritt von Regisseur Tim Miller (Deadpool), der eine neue Serie für Prime Video ankündigte: Secret Level. Nachdem Miller für Netflix bereits erfolgreich die Anthologie-Animationsserie Love, Death + Robots entwickelte, nutzt er die dort verwendete Formel und wendet sie auf Charaktere bekannter Videospiele an. Kratos oder Mega Man? Kein Problem! Aber schaut euch den Trailer am besten selbst an:
Erscheinen soll Secret Level bereits am 10. Dezember und aus insgesamt 15 Episoden bestehen. Es ist toll zu sehen, wie viele Marken dafür benutzt werden durften und man kann schon jetzt nur hoffen, dass es nicht bei den 15 Episoden bleiben wird. Wir wollen doch alle so einen Kurzfilm aus der Welt von Dark Souls oder Elden Ring sehen, oder? ODER?
Die Spiele der Messe
Auf der Messe selbst waren viele der großen Studios und natürlich noch viel mehr der kleineren vertreten. Sogar eine Größe wie Blizzard kehrte nach Abwesenheit der letzten Jahre wieder zurück. Mit Abwesenheit glänzten dagegen Sony und Nintendo. Dennoch muss man sagen, trotz der Abwesenheit zweier solcher Größen der Branche, konnte sich das Angebot in diesem Jahr durchaus sehen lassen. Aufzählen können wir die natürlich nicht alle, dafür sind es zu viele. Aber bedenkt man, was in den letzten vor allem zwei Jahren alles an tollen Spielen erschienen und was zudem alles in diesem Jahr auf der Gamescom vertreten ist, leben Gamer aktuell in einer richtig tollen Zeit.

Alles können wir hier natürlich nicht besprechen und wenngleich einige von uns leidenschaftliche Gamer sind, so ist dies immer noch eine Seite mit dem Fokus auf Filme und Serien. Wir haben uns daher ein paar persönliche Highlights herausgesucht und legen das Augenmerk vor allem auf Spiele mit einer Verbindung zu Filmen.
Beginnen wir mit zwei tollen Highlights, die zudem beide historische Themen behandeln und auch noch beide zeitgleich am 11. Februar des kommenden Jahres erscheinen. Zunächst Civilization VII. Wenngleich es auf der Gamescom nicht anspielbar war, bekam man doch nähere Einblicke in die vielen Neuerungen und auch ins Gameplay präsentiert. Auf den ersten Blick sieht es wie ein weiteres Spiel der Reihe aus, doch müssen sich Fans auf viele Veränderungen einstellen. Im Laufe eines Spiels durchläuft man z.B. drei festgelegte Zeitalter und da man sich noch mehr an historischen Tatsachen orientiert, wechselt auch die zu spielende Zivilisation (nicht jedoch der Anführer) zum Wechsel in ein neues Zeitalter. Hintergrund ist der, dass im Laufe der Geschichte kein Reich ewig Bestand hatte, sondern früher oder später durch verschiedene Gründe entweder unterging oder sich zu etwas anderem weiterentwickelte. Zudem ist man im ersten Zeitalter auf seine Landmasse beschränkt und kann erst ab dem zweiten Zeitalter mit gebauten Schiffen zu großen Entdeckungen aufbrechen. Es warten noch weitere Neuerungen auf euch. Civilization VII wird keine Evolution des Vorgängers, sondern mehr eine Revolution der Reihe.

Historisch geht es auch in Kingdom Come: Deliverence 2 zu. Das Spiel hat nicht ohne Grund den Gamescom Award für das beste PC-Spiel erhalten. Die Mittelalter-Simulation bleibt sich zur Freude sicherlich vieler Fans auch im zweiten Teil treu und verspricht zudem, etwas einsteigerfreundlicher zu sein. Insgesamt wollen wir den Auftritt auf der Gamescom hier loben, da der ganze Stand einen zurück ins Mittelalter versetzt hat, inklusive regelmäßiger toller Schaukämpfe, ehe man dann mittels des Spiels selbst ins 15. Jahrhundert eintauchen konnte.

Ebenfalls positives zu berichten haben wir von Dragon Ball: Sparking! Zero. Das Spiel setzt die einst sehr beliebte Dragon Ball Z: Budokai-Reihe fort, nachdem das letzte Spiel dieser Reihe, Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi 3, bereits vor 17 Jahren erschien. Wer auf einen würdigen Nachfolger gehofft hat, darf sich freuen. Ausgestattet mit der Unreal Engine 5 kann sich das Spiel wirklich sehen lassen. Das Gameplay orientiert sich am gewohnten, jedoch auch Spieler von Dragon Ball Z: Kakarot werden sich schnell zurechtfinden. Die Story konnten wir noch nicht spielen, die Kämpfe machen jedoch richtig viel Spaß. Die Umgebung ist zerstörbar und sogar die Erscheinung der Charaktere ändert sich im Verlauf der Kämpfe. Da kann es schon einmal passieren, dass die Kleidung nur noch in Fetzen am Körper hängt. Auch die Charakterauswahl dürfte jeden Fan zufriedenstellen.

Galaktisch wird es mit Star Wars: Outlaws. Das Spiel erscheint schon kommende Woche, entsprechend gespannt waren wir, als wir es anspielen durften. Überzeugen konnte es uns aber leider nicht. Wir wissen ehrlich gesagt nicht, ob vielleicht schlicht die Einstellungen des Spiels oder des Monitors falsch waren, doch wirklich toll hat es nicht ausgesehen. Anders als beim klaren Bild in den Trailer hatten wir ein sehr körniges Bild und auch die Grafik selbst war zwar ok, aber auch nicht begeisternd. Das Gameplay selbst war dann auch recht Standard und nur wenig fordernd. Bei einem Feuergefecht hatten die Gegner aufgrund ihres nicht so intelligenten Verhaltens keine Chance. Natürlich hat man auf der Gamescom nicht stundenlang die Chance, ein Spiel zu testen, aber zumindest der Ersteindruck war nicht berauschend.

Ein weiteres Spiel mit großer Lizenz durften wir zwar nicht anspielen, dafür gab es hier eine ausführliche Präsentation. Und das wollen wir sagen: Es war wohl die beste Präsentation, die wir jemals auf der Gamescom hatten und dies lag nicht einmal am gezeigten Material. Bei solchen Präsentationen wird eine große Gruppe von Leuten (ca. 100+) in einen Raum gebracht, wo man auf unbequemen Bänken ohne Lehne Platz nehmen muss. Anschließend wird auf einem sehr großen und grellen Bildschirm das jeweilige Spiel gezeigt, während man Kopfschmerzen vom viel zu lauten und schrillen Sound erhält. Bei Dune: Awakening war dies alles etwas anders. Der Raum, in dem man geführt wurde, war original wie ein Kino aufgebaut. Der Sound war Top. Die Sitze bequem. Und auch das Bild war erträglich. Zudem gab es nach der Präsentation sogar noch eine Fragerunde, auch das ist nicht immer üblich. Insgesamt dauerte dies alles bei uns ca. 40 Minuten. Allein die Präsentation der Präsentation war also absolut gelungen.

Das gute hieran ist, wir müssen unsere Eindrücke gar nicht schildern, ihr könnt es euch selbst ansehen. Und auch das ist nicht üblich. Diese Präsentationen sind normalerweise den Gästen vor Ort vorbehalten, doch hier hat man gestattet, dass das ganze Material online gestellt werden kann. Nils von den Rocketbeans war dort und durfte die ganze Präsentation (deutsche Version) streamen und online stellen. Guckt es euch also einfach selbst an:
Das Beste kommt zum Schluss? Das bleibt noch abzuwarten, doch angetan sind wir vom gezeigten schon. Wir haben uns natürlich auch Indiana Jones und der grosse Kreis angesehen. Anspielen konnte man es nicht, also ging es auch hier in einen großen Raum, wo wir auf (unbequemen) Bänken Platz nahmen. Bevor es jedoch auf ein Abenteuer mit Indy ging, musste man sich erst eine Präsentation zur Starfield-Erweiterung Shattered Space ansehen. Es sagt wohl auch einiges über den Stand von Starfield aus, dass man hier keinen eigenen Stand hatte und die Leute quasi diese Präsentation aufzwang, wenn sie etwas zu Indiana Jones sehen wollten. Wir überspringen dies daher auch und kommen direkt zum größten Abenteurer aller Zeiten.

An sich sah alles gut aus, aber ein wenig gemogelt wurde hier schon. Versprochen wurde eigentlich Gameplay und ja, man bekam auch etwas, doch wurde dieses ständig von Cut-Scenes unterbrochen, sodass es kein durchgängiges Gameplay zu sehen gab. Allein dies macht stutzig. Will man hier etwas verbergen? Wir sind auch nach wie vor nicht so ganz von der Entscheidung der First-Person-Perspektive überzeugt. Zumal diese vor allem bei Kletterpartien in die Thrid-Person wechselt, sodass es ein ständiges hin und her dieser beiden Perspektiven gibt. Auch die Kämpfe wirkten jetzt nicht wirklich abwechslungsreich, es gab im Grunde immer die gleichen Moves zu sehen.
Dennoch haben wir verdammt viel Lust auf das Spiel, denn es schafft vor allem atmosphärisch uns in die Welt von Indy eintauchen zu lassen. Wir gehen mit ihm auf ein Abenteuer, besuchen zum Beispiel die Pyramiden in Kairo, machen Fotos, legen ein Journal an, sammeln Informationen, lernen viel über Geschichte und müssen natürlich Rätsel lösen. Tatsächlich mussten wir oft an die alten LucasArts-Adventures denken, Indiana Jones and the Fate of Atlantis zum Beispiel. Nur eben in First Person und mit weit besserer Grafik.
Crimson Desert, Assasin’s Creed Shadows, Little Nightmares 3, Frostpunk 2, Monster Hunter Wilds - all dies und noch viel mehr gab es auf der diesjährigen Gamescom zu entdecken. Wart ihr vor Ort? Welche Games habt ihr euch angesehen? Was sind eure Highlights? Und was werdet ihr definitiv in den kommenden Monaten zocken? Eines ist klar, Gamer leben aktuell in einer fantastischen Zeit!

