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ROMA

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Bloß kein zweites "ROMA"?

Nicht oscarreif: Steven Spielberg will Netflix-Filme ausschließen (Update)

Nicht oscarreif: Steven Spielberg will Netflix-Filme ausschließen (Update)
49 Kommentare - Mo, 11.03.2019 von R. Lukas
Steven Spielberg schießt gegen Netflix, und Netflix schießt zurück. Der Starregisseur spricht sich dafür aus, Filme des Streaming-Giganten von den Oscars zu verbannen, was nicht jedem schmeckt.
Nicht oscarreif: Steven Spielberg will Netflix-Filme ausschließen

++ Update vom 11.03.2019: War die ganze Diskussion etwa überflüssig? Wurde Steven Spielbergs Abneigung gegenüber Netflix völlig übertrieben dargestellt? Es hat fast den Anschein.

Beim derzeit laufenden SXSW-Festival erklärte sein langjähriger Freund und Kollege Jeffrey Katzenberg, er habe gerade erst mit Spielberg gesprochen und ihn direkt danach gefragt, woraufhin der gesagt habe, er habe das absolut nicht gesagt. Sondern gar nichts. Wie aber ist es zu diesem Missverständnis - so es denn wirklich eines ist - gekommen? Ein Journalist sei einer Story darüber auf der Spur gewesen und habe ein Gerücht über Spielberg gehört, meint Katzenberg. Man habe einen Sprecher kontaktiert, um einen Kommentar zu erhalten, und diesen einfach verdreht. Erstens habe Spielberg nichts dergleichen gesagt, und zweitens werde er im April nicht mit irgendeiner Art von Plan zur Academy marschieren. Er habe weder eine Meinung vertreten, noch sich einer bestimmten Sache angeschlossen.

++ News vom 05.03.2019: "Bester Film" wurde ROMA zwar nicht, aber die drei Oscars, die Alfonso Cuaróns zehnfach nominiertes, spanischsprachiges Schwarz-Weiß-Kunstwerk mit nach Hause nehmen durfte, sind aller Ehren wert - für "Beste Regie", "Beste Kamera" und "Bester fremdsprachiger Film". Netflix hat ja auch ein beträchtliches Sümmchen in die Awards-Kampagne investiert (von 25 bis 40 Mio. $ ist die Rede). Einer aber will sicherstellen, dass so etwas nie wieder vorkommen kann.

Steven Spielberg will ein zweites ROMA bei den Academy Awards verhindern, da er der Meinung ist, dass Netflix-Filme nicht nach denselben Regeln wie traditionelle Kinofilme spielen und deshalb nur für die Emmy Awards zugelassen werden sollten, nicht für die Oscars. Als Academy Governor, der den Zweig der Regisseure vertritt, ist Spielberg auf entsprechende Regeländerungen aus. Und wenn Netflix sich dann nicht an diese neuen Regeln hält, droht die Oscar-Disqualifikation. Der Unterschied zwischen der Streaming- und der Kino-Situation liege ihm sehr am Herzen, sagt ein Amblin-Sprecher. Spielberg werde sich freuen, wenn sich andere seiner Kampagne anschließen, wenn dieses Thema beim alljährlichen Meeting des Academy Board of Governors auf den Tisch komme.

Allerdings gibt es schon kräftig Gegenwind aus Hollywood. Spielbergs wiederholte Anti-Netflix-Bemühungen stoßen bei einigen Insidern der Filmindustrie auf Unverständnis und Empörung, darunter auch Regisseurin Ava DuVernay, deren Netflix-Dokumentarfilm Der 13. 2017 für den Oscar nominiert war. Man beachte ihren unten angehängten Tweet. Sogar Netflix selbst setzt sich indirekt gegen seinen Feldzug, Streamingdienste von den Oscars auszuschließen, zur Wehr. Ohne ihn namentlich zu nennen, aber eindeutig an ihn gerichtet, schreibt der offizielle Twitter-Account:

"Wir lieben Kino, und hier sind ein paar Dinge, die wir auch lieben: Zugänglichkeit für Leute, die sich Kinobesuche nicht immer leisten können oder in Städten ohne Kinos leben. Alle überall Neuveröffentlichungen gleichzeitig genießen zu lassen. Filmemachern mehr Möglichkeiten zu geben, ihre Kunst zu teilen. Diese Dinge schließen sich nicht gegenseitig aus.". Und mit The Irishman bereitet Netflix ja schon den nächsten Oscar-Großangriff vor. Man kann sich denken, wie Spielberg darüber denkt...

Sollten Netflix-Filme weiterhin für die Oscars zugelassen sein?
Gesamt: 212 Stimmen
Quelle: IndieWire
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49 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
15.03.2019 19:17 Uhr | Editiert am 15.03.2019 - 19:19 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.092 | Reviews: 156 | Hüte: 362

@Silencio

"Ich kann seine Filme für gute Vertreter der Formel halten, die Formel aber selbst ablehnen oder ihr ambivalent gegenüberstehen."

Das stimmt natürlich.

"Joa, und weißt du was? Das war auch die kontemporäre Kritik, der sich Spielberg selbst oft genug aussetzen musste."

Das wusste ich tatsächlich noch nicht, danke für den Hinweis.

"das Qualitätsgefälle zwischen "Halloween" und "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" dürfte jedem, der beide Filme nebeneinander betrachtet, ins Auge fallen. Zu sagen, John Carpenter hätte die Slasher-Welle aber nicht losgetreten, weil "Ich weiß [...]" einfach der schlechtere Film ist, wäre ja widersinnig und würde niemand tun."

Das ist in der Tat ein sehr gutes Beispiel, anhanddessen klarer wird, was du meinst. Gerade wegen der Nachahmer habe ich zum Beispiel meine Probleme mit "Halloween", trotz all der Qualitäten als Horrorfilm hat Carpenter hier ja bereits die konservativen Inhalte des Genres etabliert, die in späteren Slashern immer wieder aufgegriffen werden.

"Terminator" mag öfter in die SciFi/Action- als in die Horrorecke gesteckt werden, dass er aber im Modus eines Slasherfilms daherkommt"

Stimmt. Der wahre SciFi-Action-Film ist da ja sowieso "Terminator 2", der zudem auch noch mehr auf Coolness (Arnie mit Sonnenbrille) und Oneliner setzt, obwohl dies nicht wirklich dem Vorgänger entspricht.

"Das wirst du auch mit "Poltergeist" und "Gremlins" nicht wirklich entkräften können, die ja nicht wirklich mehr als ein bisschen leichte Kapitalismus- und Medienkritik bieten. Können sie auch nicht, sie sollen ja möglichst viele Leute erreichen, da können sie keine besonders spezifischen Themen aufgreifen (zu denen ein Großteil potentieller Kartenkäufer keinen Zugang finden würde)"

"Poltergeist" ist vor Allem eine satirische und schwarzhumorige Dekonstruktion der Vorstadt- und Nachbarschaftsidylle. Ansonsten unterläuft der Film das von Spielberg und Lucas erschaffene Eskapismuskino, indem es nun als effektiver Horror oder Grusel pervertiert wird, die Kombination aus Hooper und Spielberg ist da echt Gold wert.

Zu "Gremlins": Auf Teil 1 mag das zutreffen, nicht aber auf Teil 2, der wirklich alles ausreizt was geht, bewusst überall aneckt, und dementsprechend auch bei Weitem nicht so beliebt und erfolgreich war/ist wie der Vorgänger.

Zum dritten Absatz:
Da habe ich keine Einwände bzw. keine entkräftigenden Argumente. Zumal es für mich ohnehin so erscheint, als hättest du da eine Lektüre zusammengefasst und mit der müsste ich mich erst näher auseinandersetzen^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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TiiN : : Goldkerlchen 2019
11.03.2019 20:12 Uhr | Editiert am 11.03.2019 - 20:12 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.224 | Reviews: 101 | Hüte: 161

Unabhängig vom Update

Eine Kinovorführung hat schon eine ganz andere Atmosphäre für einen Film, als wenn man ihn zuhause im Wohnzimmer oder gar unterwegs auf dem Smartphone anschaut. Für das schnelllebige Seriengeschäft passt Netflix wie die Faust aufs Auge, aber wirklich gute Filmen brauchen meiner Meinung nach Raum und Zeit um sich zu entfalten.

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : I´M BATMAN
11.03.2019 12:35 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 1.390 | Reviews: 9 | Hüte: 56

Tja, und sollen wir das jetz glauben? Was sollen wir überhaupt noch glauben? Vielleicht sollten wir heutzutage keine News mehr richtig ernst nehmen, es könnten ja alles Fake News sein...anger

Whatever it takes!!

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MisfitsFilms : : Marki Mork
11.03.2019 11:45 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 1.301 | Reviews: 0 | Hüte: 40

Zum Update vom 11.3:

Hatte er das nicht auf seiner Seite schriftlich veröffentlicht? Mir war so, als hätte ich gelesen, dass Spielberg auf seiner Website ein Statement dazu verfasste

www.reissnecker.com

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Silencio : : Moviejones-Fan
11.03.2019 11:32 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.290 | Reviews: 45 | Hüte: 116

luhp:

"Ja, aber es gibt doch solche und solche Blockbuster. Spielberg mag (natürlich zusammen mit George Lucas) die Struktur geschaffen haben, aber es kommt doch auch darauf an, womit diese Struktur gefüllt wird"

Wie ich bereits gesagt habe: als Regisseur sind seine Filme oft (nicht immer) inhaltlich und handwerklich besser. Für das, was wir hier diskutieren, kommt es aber eben genau nicht darauf an, was er an der Struktur aufgehangen hat: Ich kann seine Filme für gute Vertreter der Formel halten, die Formel aber selbst ablehnen oder ihr ambivalent gegenüberstehen.

"Und bei Spielberg sind das eben auf Charaktere und die Geschichte fokussierte Filme (sicherlich im Abenteueraction-Genre) mit hochwertigem Handwerk, während man bei heutigen Blockbustern das Gefühl hat, dass da oft der Bombast und die Action im Vordergrund stehen und alles mit CGI zugekleistert wird."

Joa, und weißt du was? Das war auch die kontemporäre Kritik, der sich Spielberg selbst oft genug aussetzen musste. Der Gedanke, dass das alte "Spektakelkino" mehr zu erzählen hätte als das neue, zieht sich durch die Filmgeschichte, seitdem man in neues und altes Blockbusterkino unterteilen kann. Es ist zusätzlich generell schwer, Spielberg mit dem generellen Blockbusterkino zu messen, weil das ein (relativ) weites (aber kleiner werdendes) Feld ist, in dem es solche und solche gibt. Dass Spielbergsches Blockbusterkino charakterfokussiert sei, stelle ich übrigens in Frage: "Jäger" ist ein toller Film, aber Indy ist kein besonders deeper Charakter. Darum geht es aber auch nur bedingt:

Meine (die natürlich voll originell ist und die vorher nie jemand anderes geäußert hat :p ) These ist ja folgende: Spielberg hat eine Bewegung losgetreten, die den populären Film simpler gemacht hat. Mit dem Doppelschlag von "Der weiße Hai" und "Star Wars" ist die Ambivalenz aus dem populären amerikanischen Kino verschwunden ("Was ist denn mit [Film x]?" - Ausnahmen bestätigen die Regel...). Wo vorher noch Fragen der Moral verhandelt wurden (deswegen zB oft offene und/oder verstörende Enden), wird plötzlich ein klarer Antagonist, ein unumstößliches Böses zurück ins Kino gebracht, das am Ende auch noch aus der Welt getilgt ist. Wir sehen dann eine Entwicklung, die sich so durch die Blockbustergeschichte zieht. Hinzukommt dann zusätzlich das Spektakel (Spielberg selbst: "Hätte ich den Hai öfter benutzen können, hätte ich es getan"), das den Zuschauer beeindrucken und in seinen Bann ziehen soll. Wir könnten dann noch ein paar andere Faktoren dazurechnen: Da wäre dann zB die Kompatibilität mit den Ansichten des mittleren Westens (bzw. Ansichten, die diesem zugeschrieben werden), die zum einen finanziellen Interessen geschuldet sind und zum anderen auch zu den konservativeren Auswüchsen des Blockbusters geführt haben (bsp: Fragen der Repräsentation, Festhalten an der Nuclear Family). Das sind alles Dinge, die sich in Spielbergs Filmen finden lassen (nein, ich halte ihn deswegen nicht für einen glühenden Faschisten...), die er auch bewusst zusammengeführt hat. Andersum: dass der Vier Quadranten-Film so viel mit Marktanalyse zusammengeschraubt wird, geht (auch) auf Spielberg zurück, der ziemlich stolz Branchenblätter gelesen und analysiert hat, um rauszufinden, was ankommt (bzw. ankommen könnte) und seine Filme daran ausgerichtet hat.

"Mit "zeitlos" meinte ich jetzt speziell, dass z.B. die Effekte eines "Jurassic Park" selbst heutige Effekte noch locker in die Tasche stecken und auch noch gut aussehen werden, wenn jüngere Blockbuster veraltet sind."

Manche in Spielbergs Filmen tun das, manche nicht. Und ob aktuelle Effekte dem Test der Zeit standhalten werden, können wir erst mit zeitlichem Abstand sagen...

""Poltergeist", "Gremlins" und "Zurück in die Zukunft" sind da meiner Meinung nach schlechte Beispiele, weil sie ebenfalls in die Kategorie Blockbuster fallen, die ich oben im Bezug auf "Indiana Jones" beschrieben habe. Bei "Poltergeist" und "Gremlins" fällt aufgrund des gesellschaftskritischen Subtextes dein Gegenargument, Spielberg-Filme hätten nichts zu erzählen, zudem weg."

Die Kategorie Blockbuster, die es ja heute auch noch gibt. Das ändert aber doch wenig daran, wie die funktionieren und dass auch die schlechteren Blockbuster DIESE Formel nachahmen wollen. Um mal ein anderes Beispiel anzuführen, das es vielleicht etwas besser beleuchtet: das Qualitätsgefälle zwischen "Halloween" und "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" dürfte jedem, der beide Filme nebeneinander betrachtet, ins Auge fallen. Zu sagen, John Carpenter hätte die Slasher-Welle aber nicht losgetreten, weil "Ich weiß [...]" einfach der schlechtere Film ist, wäre ja widersinnig und würde niemand tun. Der Vergleich ließe sich übrigens auch über Genregrenzen hinaus ziehen, bevor das Argument kommt: "Terminator" mag öfter in die SciFi/Action- als in die Horrorecke gesteckt werden, dass er aber im Modus eines Slasherfilms daherkommt, ließe sich problemlos argumentieren (und wird auch oft genug gemacht...). Um dann jetzt auch den Haken zu schlagen: Spielberg mag keine Superheldenfilme gedreht haben, seine Fingerabdrücke finden sich aber auch noch hier (zwischen den Infinity Stones und der Ark of the Covenant als MacGuffin besteht funktionell zB kein Unterschied, beide sind aber, in Abgrenzung zum hitchcockschen MacGuffin religiös/mythisch aufgeladen).

Dann habe ich nie behauptet, die Filme hätten gar keine Message, ich habe gesagt, sie hätten eine recht simple Message (und deswegen nichts zu sagen haben - wenn dich die Formulierung stört, machen wir es was nuancierter: und deswegen nur ziemlich wenig zu sagen haben). Das wirst du auch mit "Poltergeist" und "Gremlins" nicht wirklich entkräften können (wobei ich beide für ziemlich gut gemachte Filme halte...), die ja nicht wirklich mehr als ein bisschen leichte Kapitalismus- und Medienkritik bieten. Können sie auch nicht, sie sollen ja möglichst viele Leute erreichen, da können sie keine besonders spezifischen Themen aufgreifen (zu denen ein Großteil potentieller Kartenkäufer keinen Zugang finden würde) oder breit geteilte Ansichten (ob sie gut oder schlecht sind, sei dahingestellt) ablehnen.

"Das stimmt, begründet sich aber auch durch die allgemeine Faszination für Dinosaurier."

Ich möchte nicht behaupten, dass das gar keine Rolle gespielt hat, aber das ist auch kein automatischer Garant für Erfolg - sonst würden sich ja mehr Leute an "Carnosaur" erinnern. Und zu sehen, was Leute gut finden und einen Film daraus machen, ist ja ziemlich nah an dem, was ich über ihn sage und was er losgetreten hat.

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ChrisGenieNolan : : DetectiveComics
11.03.2019 10:24 Uhr
0
Dabei seit: 19.08.12 | Posts: 13.218 | Reviews: 3 | Hüte: 280

Der kann sich auch einfach: Back to the Future das Auto leihen und zurück in den Vergangenheit reisen, und die Sachen beheben wink

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MobyDick : : Moviejones-Fan
11.03.2019 10:14 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.706 | Reviews: 48 | Hüte: 247

Vorgefühlt, leichten Shitstorm ertastet und zurück gerudert...

Selbst wenn es diesmal nicht der Fall gewesen sein sollte, so hat er in der Vergnagenheit sehr wohl schon in diese Richtung argumentiert

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
07.03.2019 19:12 Uhr | Editiert am 07.03.2019 - 19:14 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.092 | Reviews: 156 | Hüte: 362

@Silencio

"Gerade "Raiders" zB mit seiner den Serials entliehenen Struktur hangelt sich doch von Cliffhanger zu Cliffhanger, damit von Set Piece zu Set Piece, liefert damit im Grunde zusammen mit "Star Wars" schon die Blaupause für den modernen Blockbuster. Ob die etwas zu erzählen haben, wage ich zu bezweifeln (die Aussagen der Filme ist meist relativ simpel)"

Ja, aber es gibt doch solche und solche Blockbuster. Spielberg mag (natürlich zusammen mit George Lucas) die Struktur geschaffen haben, aber es kommt doch auch darauf an, womit diese Struktur gefüllt wird. Und bei Spielberg sind das eben auf Charaktere und die Geschichte fokussierte Filme (sicherlich im Abenteueraction-Genre) mit hochwertigem Handwerk, während man bei heutigen Blockbustern das Gefühl hat, dass da oft der Bombast und die Action im Vordergrund stehen und alles mit CGI zugekleistert wird.

""zeitlos" sind die aber vor allem, weil sich die Sehgewohnheiten nicht so stark geändert haben, wie du gerade meinst."

Mit "zeitlos" meinte ich jetzt speziell, dass z.B. die Effekte eines "Jurassic Park" selbst heutige Effekte noch locker in die Tasche stecken und auch noch gut aussehen werden, wenn jüngere Blockbuster veraltet sind.

Aber ja, die Sehgewohnheiten sind natürlich ähnlich geblieben.

"Und als Produzent hat er genug Filme in die Kinos gebracht, die vor allem mit ihren Spezialeffekten hausieren gegangen sind ("Poltergeist"? "Gremlins"? "Zurück in die Zukunft"? "TRANSFORMERS"?!?!) - das macht sie nicht automatisch schlecht, aber Spektakel ist schon eines ihrer Hauptverkaufsargumente."

"Poltergeist", "Gremlins" und "Zurück in die Zukunft" sind da meiner Meinung nach schlechte Beispiele, weil sie ebenfalls in die Kategorie Blockbuster fallen, die ich oben im Bezug auf "Indiana Jones" beschrieben habe. Bei "Poltergeist" und "Gremlins" fällt aufgrund des gesellschaftskritischen Subtextes dein Gegenargument, Spielberg-Filme hätten nichts zu erzählen, zudem weg.

Bei "Transformers" stimme ich dir natürlich zu, die Filme bilden aber immerhin die Speerspitze des CGI-Actionbombastes, die OT zählt für mich zu den wenigen guten in diesem Bereich.

"was wahrscheinlich bedeutet, dass er dem Publikum genau das geliefert hat, was es sehen wollte..."

Das stimmt, begründet sich aber auch durch die allgemeine Faszination für Dinosaurier.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
06.03.2019 15:20 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.290 | Reviews: 45 | Hüte: 116

ZSSnake:

Die wollte ich mir noch aufsparen...

luhp:

"Nein, aber wie ich unten schon andeutete, haben seine Blockbuster eben noch etwas zu erzählen, leben nicht primär vom Effektgewitter und sind vor Allem zeitlos."

Gerade "Raiders" zB mit seiner den Serials entliehenen Struktur hangelt sich doch von Cliffhanger zu Cliffhanger, damit von Set Piece zu Set Piece, liefert damit im Grunde zusammen mit "Star Wars" schon die Blaupause für den modernen Blockbuster. Ob die etwas zu erzählen haben, wage ich zu bezweifeln (die Aussagen der Filme ist meist relativ simpel), "zeitlos" sind die aber vor allem, weil sich die Sehgewohnheiten nicht so stark geändert haben, wie du gerade meinst. Oder denkst du nicht, die 80er Nostalgiewelle (die mittlerweile ja länger dauert, als das Jahrzehnt selbst...) ginge nicht stark auf seinen Einfluss zurück? Die habe ich jetzt mal hervorgekramt, um am spezielleren Trend die größere Bewegung festzumachen...

"Dem aktuellen, allgemeinen Blockbusterkino sind Spielbergs Filme doch haushoch überlegen, er kann als Regisseur - mit Ausnahme von "Ready Player One" - also nichts dafür, dass die Qualitat in den letzten 15 Jahren abgesunken ist."

Dass seine Filme meistens besser sind, habe ich doch gar nicht in Zweifel gezogen. Ob er als Regisseur was dafür kann, da könnten wir uns jetzt tagelang die Argumente um die Ohren hauen (ja, kann er, er weiß ja, dass er kulturellen Einfluss hat...), er ist aber nicht nur Regisseur. Und als Produzent hat er genug Filme in die Kinos gebracht, die vor allem mit ihren Spezialeffekten hausieren gegangen sind ("Poltergeist"? "Gremlins"? "Zurück in die Zukunft"? "TRANSFORMERS"?!?!) - das macht sie nicht automatisch schlecht, aber Spektakel ist schon eines ihrer Hauptverkaufsargumente. Und da sind wir dann beim modernen Blockbuster, der immer noch sein Hauptaugenmerk auf "nie zuvor gesehenes" (*gähn*...) legt, der die gleichen Tricks abziehen will. Spielberg aus der Bewegung rauszunehmen, weil er in den letzten 15 Jahren damit nicht so viel zu tun hatte (aber eigentlich schon), greift zu kurz, weil die Bewegung schon wesentlich länger läuft.

"Das würde ich so unterschreiben, wenn gerade dieses Freizeitparkkonzept im Film nicht kritisiert werden würde. Wenn, dann müsste man Spielberg da für das Drehen von "Jurassic Park 2" kritisieren."

Nö, man kann den schon für "Jurassic Park" kritisieren. Der mag sich mit seiner Ökomessage zwar kritisch geben, ist dann aber doch ziemlich in seine eigenen Effekte verliebt. Und dann auch deswegen nachgeahmt worden - was wahrscheinlich bedeutet, dass er dem Publikum genau das geliefert hat, was es sehen wollte...

MJ-Pat
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Kayin : : Schneemann
06.03.2019 00:36 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 1.515 | Reviews: 2 | Hüte: 154

@silencio

Da gebe ich dir vollkommen Recht. Er hat bestimmt das Blockbuster Kino mit etabliert, aber was Hollywood die letzten 10 - 15 Jahren fabriziert (in denen er weder so aktiv noch so erfolgreich war), unterscheidet sich doch signifikant von den 80er und 90er Jahren, als er der Blockbuster Regisseur war. Da war die Blockbuster Genre Vielfalt doch etwas facettenreicher. Heute wird das große Geld in wenige, sich ähnelnde Filme gesteckt, risikoreiche, welche nicht dem bestehenden Muster folgende Filme finden nur das passende Budget in Streamingdiensten. Hollywood hat sich seit den Spielberg Blockbustern selbst in eine Sackgasse manovriert und Netflix und Co sind mMn der einzige Ausweg für neue Ideen und gerade unpopuläre Genres, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Und wenn dieses Medium die Kinolandschaft dann wieder bereichert, dann sollte man bei der Academy doch froh sein und Netflix Filme zu den Oscars zulassen.

Und gerade vor dem Hintergrund, dass viele Filme mit der Absicht gedreht werden, bei den Oscars abzuräumen, welche in den letzten Jahren immer eine ähnliche Message transportieren wollen oder dem gerade geltenden moralischen Kodex folgen wollen, kann die Vielfalt durch andere Medien doch nur gut sein. Immer nur "Bam Bum dumm" oder irgendeine Minderheit bekommt ihren soziokritischen Film (nicht böse gemeint, soll nur die Situation beschreiben, nicht die Art von Filmen kritisieren) kann nicht das sein, was in den nächsten Jahren immer und immer wieder durchgeleiert werden soll. Deshalb bin ich der Meinung, dass Netflix sehr wohl bei den Oscars dabei sein sollte.

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
06.03.2019 00:19 Uhr | Editiert am 06.03.2019 - 00:21 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.092 | Reviews: 156 | Hüte: 362

@Silencio
"Möchtest du jetzt etwa leugnen, dass Spielberg das moderne Blockbusterkino mit aus der Taufe gehoben hat?"

Nein, aber wie ich unten schon andeutete, haben seine Blockbuster eben noch etwas zu erzählen, leben nicht primär vom Effektgewitter und sind vor Allem zeitlos. Dem aktuellen, allgemeinen Blockbusterkino sind Spielbergs Filme doch haushoch überlegen, er kann als Regisseur - mit Ausnahme von "Ready Player One" - also nichts dafür, dass die Qualitat in den letzten 15 Jahren abgesunken ist.

"und warum gerade der eine Schießbudenveranstaltung ist, liegt wohl mit dem ganzen Freizeitparkkonzept nahe"

Das würde ich so unterschreiben, wenn gerade dieses Freizeitparkkonzept im Film nicht kritisiert werden würde. Wenn, dann müsste man Spielberg da für das Drehen von "Jurassic Park 2" kritisieren.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
05.03.2019 21:40 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.679 | Reviews: 146 | Hüte: 397

@ Silencio:

"Und da haben wir auch noch nicht auf die zahlreichen von ihm produzierten Filme der Post 2000er geschaut, die voller Effektgewitter sind."

*Hust Hust* Bayformers *Hust*

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Silencio : : Moviejones-Fan
05.03.2019 21:32 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.290 | Reviews: 45 | Hüte: 116

luhp:

Möchtest du jetzt etwa leugnen, dass Spielberg das moderne Blockbusterkino mit aus der Taufe gehoben hat? "Der weiße Hai"? "Jäger des verlorenen Schatzes"? "Jurassic Park", in dem sogar die Charaktere selbst innehalten, um die Effekte zu bestaunen? Ich mein, spätestens letzter sollte ja auf so vielen verschiedenen Ebenen wegweisend sein, da fällt es schon fast schwer, irgendwo anzufangen (und warum gerade der eine Schießbudenveranstaltung ist, liegt wohl mit dem ganzen Freizeitparkkonzept nahe...). Und da haben wir auch noch nicht auf die zahlreichen von ihm produzierten Filme der 80er geschaut, die voller Effektgewitter sind. Spielberg hat sich mit RPO nicht heutigen Sehgewohnheiten angepasst, der hat sich die Techniken und Bilder wieder zu eigen gemacht, die er maßgeblich (mit-)entwickelt hat. Seine Filme mögen handwerklich meistens und inhaltlich vielleicht etwas öfter besser sein (deswegen hat er auch seinen Ruf, den andere Blockbusterregisseure nicht haben, den spreche ich ihm gar nicht ab), aber zu behaupten, der wäre in einem grundlegend anderem Geschäft und er hätte an der Entwicklung keinen entscheidenden Anteil genommen, ist doch etwas daneben.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
05.03.2019 18:44 Uhr | Editiert am 05.03.2019 - 18:48 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.092 | Reviews: 156 | Hüte: 362

Wenn Streaming-Filme die Vorschriften der Academy erfüllen (Kino für mindestens eine Woche im Raum L.A.), dann ist es für mich vollkommen in Ordnung, wenn sie für die Oscars nominiert werden. Zudem kommt dann noch der Umstand hinzu, dass sich die Hollywood-Studios das mit ihrer Filmpolitik (mehr Blockbuster, weniger Risiko) auch selbst eingebrockt haben. Dass diverse Filmschaffende mit großen Namen in den Streaming- und Serienbereich abwandern, kommt ja nicht von ungefähr. Und Spielberg hat es als Regisseur auch leichter, da er wohl jeden Film blind finanziert bekommt.

Darüberhinaus sind die Emmys als Awards meiner Einschätzung nach ebenso unpassend wie die Oscars. Streaming ist weder klassisches TV noch Kino, strenggenommen müsste man da einen neuen Award schaffen, der Streamingproduktionen auszeichnet.

@Manisch
"Netflix sollte sich lieber trauen, die Filme mit Potenzial selbstbewusst ins Kino zu bringen."

Das ist ja jetzt bei "The Irishman" der Fall, hier planen Netflix und Martin Scorsese einen Kinostart in den kompletten USA.

@Silencio
"Das ist so ziemlich das beste Argument, warum gerade ER sich da geschlossen halten sollte. Bei der Rückentwicklung des populären Kinos zur Schießbudenveranstaltung hat er maßgeblich mitgearbeitet."

Da bin ich anderer Meinung. Welche Filme sollen das sein? An sich nur "Jurassic Park 2" und der für Spielberg untypische "Ready Player One", mit dem er sich den aktuellen Sehgewohnheiten anpasste. Ansonsten stehen seine Blockbuster der 70er, 80er und 90er doch genau für eben jene Qualität, die im aktuellen Mainstream-Kino vermisst wird.

Das merkt man vor Allem an vielen Filmen, die Spielberg seit der Jahrtausenwende gedreht hat. Zum Beispiel "München", "Gefährten", "Bridge of Spies" oder "BFG". Entweder großes Kino und/oder versiertes, Charakter-fokussiertes Geschichtenerzählen, beim Anschauen dieser Filme kommt mir immer wieder der Gedanke, ob das im Hollywood-Mainstream mittlerweile tatsächlich viele Regisseure verlernt haben.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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Nietsewitch : : Moviejones-Fan
05.03.2019 16:17 Uhr
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Dabei seit: 27.10.14 | Posts: 374 | Reviews: 2 | Hüte: 12

Oskars sind komplett überbewertet so wie Steven Spielberga auch.

Zeit Erwachsen zu werden, und dem Irrsinn den Platz einzuräumen, den er sowieso schon hat.

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