Eine Wohltätigkeitsveranstaltung voller Stars gerät ins Chaos, als eine radikale Gruppe die Veranstaltung stürmt, die ein mit einer Prophezeiung verbundenes und mystisches Artefakt sucht.
Der neue Film von Romain Gavras ("Athena"), eine Satire auf Öko-Terrorismus, religiösen Fanatismus, Idealismus und die Scheinheiligkeit des Establishments - und als solche entpuppt sie sich der Film als das Werk, welches ich mir eigentlich von "Digger", "Don´t Look Up" und "Knock at the Cabin" erhofft hatte.
Chris Evans als der Oscar-prämierte Hollywood-Star Mike Tyler aka "Osama Bin Sexy", der sich verstärkt von seinem eigenen, pseudo-progressiven Milieu entfremdet fühlt, in Rage verfällt und mit Protestaktionen versucht, echte moralische Standpunkte zu vertreten, zugleich aber immer wieder dem eigenen Ego und der Eitelkeit zum Opfer fällt. Zum Brüllen komisch mit bitterem Hintersinn. Eine der spannendsten Rollen, die Chris Evans bisher gespielt hat.
Unter den Terroristen abseits der Führung durch Anya Taylor-Joy überrascht zum einen der Rapper Yung Lean mit seinen Langfilm-Schauspieldebut als die unsichere Incel-Version von Samweis Gamdschie zwischen ulkig, süß und bedrohlich, den man im Wechselbad der Gefühle entweder umarmen oder ihm eins in die Fresse schlagen möchte. Und zum anderen Jade Croot ("The Death of Robin Hood"), die sich eiskalt und stoisch wie der Terminator vorwärtsarbeitet, in der es innerlich gleichzeitig emotional brodelt, wenn für ihre Überzeugungen Opfer gebracht werden müssen.
Nur des Ende des Films hat mir nicht gefallen. Indem die Terroristen Recht behalten und die Menschenopfer tatsächlich die Naturkatastrophe verhindern, fällt die Auflösung mal wieder zu naturesoterisch aus. Romain Gavras hätte sich für ein offenes Ende entscheiden oder den Vulkan am Ende nichtsdestotrotz ausbrechen lassen sollen.
Und wenn ich oben schon "Digger" erwähne, komme ich im Bezug auf das Visuelle nicht um einen Vergleich herum und hätte mir hier ebenfalls Emmanuel Lubezki als Kameramann gewünscht. Aus dem Szenario und dem Setting (Steinbruch, Vulkaninsel) hätte er noch mehr herausholen können. Auch Gavras´ Vorgängerwerk "Athena" fiel inszenatorisch deutlich radikaler aus.
Es ist ein Wunder und Glück, dass es "Sacrifice" überhaupt in die deutschen Kinos geschafft hat, in Frankreich und den USA wird der Film über Netflix vertrieben.
Meine Bewertung
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."