Es liegt momentan keine Beschreibung für diese Serie vor. Die Serie Pluribus entstand ab dem Jahr 2025. Die erste Episode der Serie wurde am 07.11.2025 ausgestrahlt. In der Erstausstrahlung wurde die Serie ab dem 07.11.2025 gezeigt. Insgesamt wurden von Pluribus 9 Episoden produziert.
Habs jetzt auch endlich durch und finde es ebenfalls eine richtig gelungene Serie.
- Spoiler -
Was Gilligan meiner Meinung nach immer sehr gut schafft, ist, dass er "echte" Serien produziert, wo jede Folge ihren Wert hat und die sich nicht einfach wie extrem langgezogene Filme anfühlen.
Das Setting ist auch super spannend. Ich habe versucht, es meinem Vater zu erklären, aber hatte das Gefühl, das klingt jetzt total nach Sci-Fi-Zombie-Horror, oder so. Auf der anderen Seite klangen manche Sachen auch zu sehr nach Comedy. Während das technisch auch alles irgendwie stimmt, trifft es den Kern nicht so ganz. Weil es ist schon noch irgendwie ein gesellschaftskritisches Drama.
Zur Kamera, Bildwelt, Setting usw. muss man vermutlich nicht mehr viel sagen. Das ist alles sehr stilsicher umgesetzt.
Inhaltlich ist es uncanny, wie gut die Serie zu den aktuellen Entwicklungen rund um KI passt, obwohl sie ja entwickelt wurde, ehe das alles so absehbar war. Aber diese beschissene Freundlichkeit, diese Ja-Sagerei, dieses Allwissen, dieses "Do no harm"...das kennt vermutlich jeder, der oder die irgendeine KI nutzt, nur zu gut.
Spannend ist auch, dass die Figuren sich nicht so linear verhalten, wie man es eventuell erwarten würde. Carol ist nicht 24/7 diese verbitterte Widerstandkämpferin. Und als sie auf Manousos trifft, ist das kein "Jawoll, jetzt verbünden wir uns!", sondern erstmal eine ziemliche Shitshow. Hier werden Erwartungen untergraben, wie Rian Johnson es gerne tun würde - nur eben in gut.
Aber! Am Ende stellt mir die Serie - noch - ein bisschen zu wenig die wirklich wichtigen Fragen bzw. fordert einen moralisch nicht so heraus, wie sie es könnte. Bzw. Fragen wie "Was zeichnet das Menschsein aus?", oder "Was ist der Sinn des Lebens?" hätte ich mir noch mehr bearbeitet gewünscht.
Da ist z.B. die Stelle auf der Treppe, wo sie sich über Carols neu geschriebene Seiten unterhalten und Zosia/The Hive ganz begeistert ist. Oder aber, als sie kurz über Carols geklautes Bild sprechen. Kunst, ob geschrieben, gemalt, oder vor allem auch als Musik oder Film, hat im Hive ja eigentlich keine Notwendigkeit mehr. Jeder fühlt jederzeit alles gleichzeitig. Es gibt keine Notwendigkeit mehr, seine Gefühle in Kunst zu verpacken. Es gibt auch keine Notwendigkeit zu singen, wenn man eh nicht mal mehr spricht.
Da hätte ich mir gedacht, bei dieser Begeisterung auf der Treppe sagt Carol vielleicht "Das, was wir genau jetzt erleben, würde es dann nicht mehr geben", und ob da nicht ein Wert drinsteckt, der so wertvoll ist, dass man ihn erhalten sollte...
Und wenn jeder gleichgeschaltet ist und deren Leben komplett durchrationalisiert ist, was ist dann noch der Lebenssinn? Leben ist dann ja irgendwie nur noch ein Selbstzweck.
Da war auch das recht prominente Zitat, als Zosia sagt, wenn man jemandem in einem See ertrinken sieht, würde man ohne zu zögern, ohne Consent einen Rettungsring werfen. Das war natürlich auf Carol bzw. die Menschheit bezogen. Aber trifft das nicht auf den Hive genauso zu? Da sie sich nicht fortpflanzen und letztlich nicht nachhaltig ernähren, kann man ihnen doch genauso dabei zusehen, wie sie ertrinken - und wäre verpflichtet, sie zu retten.
Was mich auch zu der Frage bringt, was The Hive denn nun eigentlich ist. Ein Virus hat ja eigentlich nicht die Absicht, den Host zu töten, weil dann stirbt man selber und kann sich nicht mehr verbreiten. Eigentlich wirkt es eher wie eine Massenvernichtungswaffe. Denn ultimativ ist die Menschheit so dem Untergang geweiht.
Jetzt ist es natürlich auch ein Verdienst der Serie, die Grundlage dafür zu liefern, dass man über solche Fragen überhaupt nachdenkt. Aber trotzdem würde ich ihr – vorerst – einen Hut dafür abziehen, dass es in den Bereichen, trotz aller Vorlagen, nicht so wirklich in die Tiefe geht.
Ich denke aber einfach mal, im Verlauf der nächsten Staffeln geht da sicherlich noch einiges und bin gespannt, was wird.
Meine Bewertung
AfD-Verbot (:
@luhp92:
Ja, da hast du wahrscheinlich recht. Da ist ein gewisse Ähnlichkeit vorhanden. Aber wenn ich mir das Haus von Hank und Marie mal online anschaue... da ist natürlich eine ziemliche Übereinstimmung vorhanden, aber andererseits ist dieser Pueblo-Stil in der Tex-Mex Ecke nun so verbreitet, das ist kein ungewöhnlicher Anblick.
"The Wheel weaves as the Wheel wills"
@DrStrange
Ja, wie geschrieben, alles aus dem Video habe ich auch nicht erkannt und manche Parallelen sind zudem etwas stretchy, die Wayfayer-Fluggesellschaft und das Fallen in die Mülltonne konnte ich aber sofort zuordnen. Ferner, was nicht im Video genannt wird, Carols Haus hat finde ich schon starke Ähnlichkeit mit dem Haus von Hank und Marie Schrader.
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
@luhp92
Danke für das Video. Da muss ich aber sagen, auch wenn ich BB und BCS natürlich beide mit Genuss gesehen habe, diese Easter Eggs sind mir nicht aufgefallen. Das Albuquerque Setting ist natürlich offensichtlich, aber die anderen Sachen... da muss man schon gut drin sein um das zu wissen. Möglicherweise öfter gesehen haben.
Nichtsdestotrotz hat "Pluribus" von allen Serien 2025, bei mir den bleibensten Eindruck hinterlassen, was heute bei dem Wust an Serien im Streamingbereich schon als Gütesiegel anzusehen ist.
2027 wahrscheinlich... hm, eine lange Durststrecke, aber wenigstens geht es weiter.
"The Wheel weaves as the Wheel wills"
@DrStrange
Treffend kommentiert, die Staffel hat mir als Anfang auch sehr gefallen. Als SciFi-Mysterydrama von vorne bis hinten spannend, während Vince Gilligan seine ruhige Erzählweise beibehält. Er findet eben wieder zu seiner charakteristischen und außergewöhnlichen Bildsprache, und wie du im Satz über Manousos angedeutet hast, kaum jemand ist so gut darin wie Gilligan, Menschen beim "Sachen machen" zu beobachten, das könnte ich mir ebenfalls ewig ansehen.
Die große Erzählung über den Konflikt zwischen Individuum/Freiheit und Kollektiv/Gleichheit mitsamt der Abwägung von Vor- und Nachteilen finde ich sehr faszinierend und anregend, Carol Sturka geht als vielschichtige und komplexe Figur hervor, die Anderen als Gruppe bzw. in Form von Zosia ebenso, während der ausgefallene und humorvolle Koumba Diabaté das Szenario auflockert und Manousos Oviedo wegen seiner Undurchsichtigkeit auch am Ende noch unheimlich und bedrohlich wirkt.
Rhea Seehorn brilliert wie zu erwarten und wenn man "Breaking Bad" und "Better Call Saul" mag, dann findet man als Zuschauer über Seehorn und über das Albuquerque-Setting ohenhin leicht in "Pluribus" hinein, ferner man kann sich an den Detail-Referenzen und -Parallelen erfreuen.
Wenn man auf Youtube sucht, erscheinen direkt mehrere Videos dazu^^ Zum Beispiel das hier, manches habe ich selbst erkannt, manches nicht.
https://www.youtube.com/watch?v=ApF3ZSySDPg
Ich vergebe erst einmal 8 von 10 Punkten (wie zu Beginn für die erste Staffel "BCS"), bin aber davon überzeugt, wenn "Pluribus" final abgeschlossen ist und man sich die Serie mit Gesamtkenntnis von vorne ansieht, dass sich die Bewertung auch noch erhöht.
Staffel 2 ist zum Glück schon bestellt, ich würde mal vermuten, dass sie irgendwann im Jahr 2027 erscheinen wird.
Meine Bewertung
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
ENHÄLT SPOILER!!!
Es ist spannend zuzusehen, wie die Leute sich nun aufregen, dass „Pluribus“ nicht „Breaking Bad 2.0" ist und Carol eine komplett unsympathische Figur.
Außerdem sind bereits ein Gros der Leute nach 3-4 Episoden überfordert, weil nicht schon längst alles explodiert und die Alienraumschiffe die Erde eingenommen haben.
„Pluribus“ bedient eine komplett andere Ecke als die vorherigen Produkte von Gilligan, wenn man sich hier im Bereich „SciFi-Horror“ und „Comedy-Drama“ bewegt.
Das Carol so unsympathisch rüberkommt ist ja auch noch der springende Punkt der Serie. Wir haben hier die unglücklichste Frau überhaupt als einen der letzten echten Menschen auf der Erde, umzingelt von einer Ansammlung „schwarmdenkender“, immer lächelnder Menschen, die sie unbedingt glücklich machen wollen. Was sich später noch als recht „hinterfotzig“ herausstellen soll.
Die ersten drei, vielleicht vier Folgen dienen erstmal dem „Worldbuilding“, während die Serie anschließend mit kleinen Geschehnissen und Entwicklungen um Carol, die Story weitererzählt. Dazu bewegte große Bilder, oft in der Totalen und gepaart mit spannenden Kamerafahrten. Das Tempo extrem langsam gehalten, um zu verweilen und die Dinge wirken zu lassen. Was dem geduldigem Zuschauer zugutekommt, denn selbst Kleinigkeiten werden wieder aufgegriffen.
Alleine Episode 7 und die Reise von Manousos, dazu diese entspannte Musik, hätte ich noch ne Stunde anschauen können.
Natürlich ist das alles pures Gift für Leute, die eigentlich nur YT-Shorts und TicToc Videos konsumieren und generell die Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege besitzen. Ich glaube aber auch kaum, dass man dies als Zielpublikum ansieht. Allein dafür hat die Serie schon Respekt verdient, wie man hier einfach seinen erzählerisch gewählten Weg durchzieht.
Das große Highlight bleibt natürlich Rhea Seehorn als Carol. Ihrer Lebensgefährtin beraubt, durch einen Virus bzw. einem intelligentem Schwarmwesen. Es ist großartig hier Seehorn zuzusehen, wie sie in verschiedene Phasen der Veränderung eintaucht. Von Schock, Verwirrung, Ablehnung, bis hin zu Wut und später sogar einer Form von Akzeptanz… temporär sagen wir mal. Ich kann Carol durchaus verstehen, zumindest die meiste Zeit und habe mir hier oft nach jeder Folge meine eigenen Gedanken gemacht und das Gesehene setzen lassen, wie es zu einer guten Serie gehört. Ohne diese krampfhafte Unart des „bingens“, durch die solch eine Serie deutlich an Wertigkeit verliert.
Jedenfalls schlägt für mich „Pluribus“ noch meine bisher beste Serie des Jahres, nämlich die zweite Staffel von „Severance“ und Apple bleibt der König der Streamingplattformen.
Um hier noch Luft nach oben zu haben, vergebe ich noch nicht die Höchstpunktzahl. Gerechtfertigt wäre es aber allemal.
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"