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Das Ende der Sterne

Kritik Details Trailer News
Schöne Dystopie mit inhaltlichen Mankos

Das Ende der Sterne Kritik

Das Ende der Sterne Kritik
5 Kommentare - 30.08.2026 von Moviejones (Elijah H.)
Wir haben uns "Das Ende der Sterne" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Das Ende der Sterne

Bewertung: 3 / 5

Ein Pilot landet mit seiner gelben Cessna in einer verwüsteten Stadt. Er durchforstet die Häuser nach Vorräten und siehe da – unzählige Paletten mit köstlichen Softgetränken lachen ihn an. Er verstaut die Dosen in seinem Flugzeug und streift weiter. So oder so ähnlich muss es im Drehbuch zum Endzeit-Drama Das Ende der Sterne gestanden haben, dem neuen Werk von Regielegende und Alien-Begründer Sir Ridley Scott.

Vermutlich widerspricht das eingangs genannte Szenario jeder Vorstellung von einer Apokalypse, das uns im namhaft besetzten Streifen präsentiert wird und seit dem 27. August in den deutschen Kinos läuft. Dennoch haben wir uns auf die Geschichte eingelassen, um Jacob Elordi (Saltburn), Josh Brolin (Weapons - Die Stunde des Verschwindens) und Co auf ihrer knapp zweistündigen Mission zu begleiten. Ob es sich schlussendlich doch ausgezahlt hat, ein Ticket zu lösen, erfahrt ihr in dieser Kritik.

Nach einer weltweiten Pandemie sind große Teile der Erdbevölkerung ausgelöscht. Nur einzelne Überlebende konnten sich vor der grassierenden Seuche in Sicherheit bringen, darunter auch der Pilot Big Hig (Jacob Elordi), der zusammen mit dem bis unter die Zähne bewaffneten Marine Bangley (Josh Brolin) und seinem Hund Jasper abgeschieden auf einem verlassenen Flugplatz wohnt. Beide haben unterschiedliche Sichten auf ihr neues Leben, was nicht zuletzt an Higs verstorbener Frau und der damit einhergehenden Trauer liegt. Als eines Tages ein mysteriöser Funkspruch durchkommt, sieht der ehemalige Mechaniker darin einen Hoffnungsschimmer auf eine friedliebende Zivilisation mit der Rückkehr zur alten Normalität und begibt sich auf die Suche, ohne zu ahnen, was wirklich hinter der Nachricht steckt …

Kritik - Das Ende der Sterne

Das Ende der Sterne basiert auf dem Sci-Fi-Roman "The Dog Stars", wie der Film im Original heißt, der 2012 von dem US-Schriftsteller Peter Heller veröffentlicht wurde. Wir haben die Vorlage nicht gelesen und können daher den Film nur an sich bewerten, ohne dabei Vergleiche zu ziehen. Kommen wir daher also erst einmal zur großen Stärke von Scotts neuestem Streich, die in unserer Einleitung leider nicht zur Geltung kommt: die visuelle Ästhetik.

Diese sticht nämlich deutlich hervor und erinnert uns daran, was der Filmemacher doch für ein Gespür für farbenfrohe, atmende Bildkompositionen hat. Von beeindruckenden Panorama-Einstellungen der fliegenden Cessna bis hin zu stimmigen Landschaftsaufnahmen gelingt es dem Kameramann Erik Messerschmidt, die Einöde und das Ende der Welt unglaublich ansprechend und greifbar einzufangen. Diese Konstanz der Bilder dürfte nicht zuletzt auf Ridley Scotts Einsatz mehrerer Kameras und seiner früheren Tätigkeit als effizienter Werbefilmer zurückzuführen sein.

Neben gleitenden Kamerafahrten und intimen Close-ups hält auch die Altersfreigabe was sie verspricht. Denn mit seiner FSK16 schreckt man gerade bei etwaigen Schießtiraden, Kopfschüssen oder einer gewissen Szene, in der die Rotorblätter des Flugzeugs involviert sind, nicht zurück, grafisch zu sein. Der von Harry Gregson-Williams erlesene Score weiß dramatische Szenen zu untermalen, während auch der ein oder andere Countrysong thematisch ins Setting passt.

Nehmen wir nun mal den Cast von Das Ende der Sterne ein wenig genauer unter der Lupe, der mit Namen wie Jacob Elordi, Margaret Qualley (The Substance), Josh Brolin oder Guy Pearce (Memento) aufwartet. Elordis Big Hig bekommt dank Flashbacks seiner Frau, seinem treuen Hund Jasper und dem Aufsuchen des gemeinsamen Hauses eine schöne Tiefe verliehen. Diese nimmt man dem Charakter dank der Performance des Oscarnominierten auch ab.

Brolins Bangsley dagegen ist eher der mürrische Rüpel, der ab und zu mit seiner Art Leichen loszuwerden für einen Comic Relief sorgt, allerdings erfahren wir sonst nicht viel über dessen Leben vor dem Zusammenbruch. Das von Qualley und Pearce porträtierte Vater-Tochter-Gespann wirkt größtenteils stimmig, obwohl man auch hier viel mehr auf innerfamiliäre Spannungen hätte setzen können, um die Folgen der Pandemie auch psychisch zu bebildern.

Nach dem überwiegend positiven Feedback möchten wir nochmal die Schwächen des Films herausstellen, die zum einen bei einigen Logiklücken und zum anderen bei der seltsamen Dramaturgie deutlich wurden.

Inhaltlich ist schnell erkenntlich, dass die Apokalypse recht widersinnig abgebildet wird und manche Fragen unbeantwortet bleiben. Big Hig, der aus unerklärlicherweise immun gegen die Seuche ist, reist nämlich immer in dieselbe Stadt, wenn es darum geht, Vorräte für sich und seinen Partner ausfindig zu machen. Dass dabei immer prall gefüllte Körbe und sogar ein kompletter Medizinvorrat gänzlich unangetastet zur Wahl stehen, ist in Anbetracht von harten Survival-Serien wie The Walking Dead oder The Last of Us mehr als unrealistisch. Genauso scheint der Sprit für die Cessna nie auszugehen, was man den Zuschauern trotz unzähligen Plünderern weiß machen will. Von den drei Infusionen mitten im Krankenhausgang am Ende möchten wir gar nicht erst anfangen.

Dramaturgisch schlägt man vom Erzähltempo zu Beginn einen gemäßigten Weg ein, bis schließlich der Ursprung des Funkspruchs enthüllt wird. Von da an arbeitet man den dritten Akt samt Finale in einem kurzen Abwasch ab, sodass man sich wundert, was man danach überhaupt noch erzählen will. Hier hätte man sich viel gewissenhafter zum Spannungspunkt hinbewegen müssen, um der letzten Auseinandersetzung Gravitas zu geben. So hätte man als Zuschauer mitbekommen, dass wirklich etwas auf dem Spiel steht und fortan mit den Figuren mitfiebert. Stattdessen läuft das Finale recht unspektakulär ab, was der Geschichte zuvor nicht gerecht wird und uns nach dem Abspann ärgerte.

Fazit

Alles in allem erwartet euch mit Das Ende der Sterne ein visuell beeindruckendes Dystopie-Drama, das mit satten Farben und landschaftlichen Panoramen definitiv im Kopf bleibt. Das Darstellerensemble um Frankenstein-Star Jacob Elordi macht seine Sacht gut, auch wenn zwischenmenschlich noch mehr Drama sicher nicht geschadet hätte. Inhaltlich zeichnet man leider des Öfteren ein unrealistisches Bild vom Ende der Welt, da man bewusst nicht sagt, wie lang die Pandemie schon wütet und uns ein Schlaraffenland an Lebensmitteln auftischt.

Zudem lässt das Werk inhaltlich und dramaturgisch eine Menge Potenzial liegen, das es eventuell gebraucht hätte, um an die herausragende Filme aus Ridley Scotts Filmografie heranzukommen. Fans des Filmemachers bekommen dennoch einen guten, wenn auch nicht fantastischen Streifen zu sehen, weswegen man trotzdem gespannt auf die weiteren Projekte des Gladiator-Regisseurs blicken kann.

Das Ende der Sterne Bewertung
Bewertung des Films
610

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5 Kommentare
MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
30.08.2026 10:43 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 9.292 | Reviews: 156 | Hüte: 777

@ GPJ

Guy Pearce und Margaret Qualley sind etwa die Hälfte des Films dabei.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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GPJ : : Popcornologe
30.08.2026 10:40 Uhr
0
Dabei seit: 26.09.24 | Posts: 1.358 | Reviews: 5 | Hüte: 82

ok, ich bin überzeugt, dass es unlogisch ist.

Wie groß sind denn die Rollen von Margaret Qualley und Guy Pearce ?

MJ-Pat
Avatar
Raven13 : : Desert Ranger
30.08.2026 10:20 Uhr | Editiert am 30.08.2026 - 10:33 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 9.292 | Reviews: 156 | Hüte: 777

Ja, der Kritik kann ich mich inhaltlich komplett so anschließen. Die vielen Logikfehler und viele Ungereimtheiten stören meiner Meinung nach stark den Sehgenuss.

@ GPJ

Dass die Seuche aber innerhalb weniger Tage alle dahinrafft, ist mehr als unrealistisch. Und dass beispielsweise nach vielleicht zehn Jahren noch Benzin da ist, welches auch noch verwendbar ist, ist auch absolut unwahrscheinluch und chemisch nicht möglich. Benzin büßt bereits nach einem Jahr seine Qualität ein und kann die Motoren beschädigen. Man sollte daher gelagerten Diesel oder gelagertes Benzin einmal im Jahr komplett verbrauchen oder austauschen.

Und diese Vorratskammer, aus der sich Hig da in der Stadt bedient, ist auch höchst fragwürdig. Die Sachen da drin sind offenbar perfekt in Ordnung und niemand hat diesen Raum je aufgebrochen, kein Plünderer? Auch sehr fraglich. Und dass zwei Personen allein diese ganze Landwirtschaft da betreiben, den Flughafen in Schuss halten und die Flugzeuge ebenfalls, und dazu hat Hig auch offenbar alle Zeit der Welt, um "Zeit totzuschlagen" und einfach mal mit dem Flugzeug durch die Gegend zu fliegen, ist auch sehr dumm. Und dann schießen sie einfach jeden nieder, der noch lebt. Auch sowas ist eigentlich dumm, denn nur gemeinschaftlich können die Menschen wirklich überleben, Stichwort "Arbeitsteilung". Aber offenbar sind alle Menschen in dieser Zeit nur noch dumm. Und wenn da wirklich Plünderer unterwegs sind, ist es das dümmste, mit einem Flugzeug durch die Gegend zu fliegen, denn damit lenkt man ja alle Aufmerksamkeit auf sich.

Weiterhin sehr unlogisch ist, dass Hig in den Bergen ausgerechnet in der Nähe einer Hütte mit noch lebenden Menschen notlanden muss und kann. Und als sie die "Startbahn" von Bäumen und Steinen befreit haben, war sie vielleicht 100 Meter lang. Als sie dann starten und vor den Plünderern zu Pferd (wie haben die denn zufälligerweise gerade dann die Hütte mitten im Gebirge gefunden?) fliehen, ist die "Startbahn" plötzlich 1000 Meter lang.

Oder bei den Kannibalen der Flughafen. Wenn die auf frische Menschenbeute aus sind, warum dann ausgerechnet auf einem Flughafen? Kommen in der Zeit etwa noch so viele Flugzeuge vorbei? Und warum haben sie erst abgelehnt, dass Higs und die anderen dort landen dürfen, wenn sie doch die Menschen dort haben wollen? Das ist alles doch höchst fragwürdig.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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GPJ : : Popcornologe
30.08.2026 10:18 Uhr
0
Dabei seit: 26.09.24 | Posts: 1.358 | Reviews: 5 | Hüte: 82

Zu dem Survivalaspekt: Wenn wirklich, sagen wir mal, 95 % der Menschheit tot sind, und das relativ schnell ging, dann dürften Vorräte, Benzin und Medizin ja in Massen da sein. Zumindest in den ersten Jahren.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
30.08.2026 10:03 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.622 | Reviews: 190 | Hüte: 727

Scheint weiterhin so, dass man auf Ridley Scotts Meisterwerk der 2020er Jahre noch etwas Geduld aufbringen oder starke Abstriche machen muss.


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