
Bewertung: 4.5 / 5
Es ist eine Fortsetzung, auf welche die Fans seit vielen Jahren gewartet haben. Endlich, 18 Jahre nach dem Ende der Serie Avatar - Der Herr der Elemente, wird nun die Geschichte rund um Aang und seine Freunde fortgesetzt. Ein Film, auf den sich die Fans schon seit Langem freuen, aber auch ein Film, über den in den vergangenen Monaten teils heiß diskutiert wurde. Und dabei ging es oft nicht einmal um den Film selbst. Jetzt wurde er offiziell auf Paramount+ veröffentlicht und wir verraten euch in unserer Kritik, ob sich das lange Warten auf Avatar Aang - Der Herr der Elemente gelohnt hat. Und stellen die Frage: Warum ist dieser wundervolle Film nicht in die Kinos gekommen? Denn dort hätte er hingehört.
Avatar Aang - Der Herr der Elemente Kritik
Mehrere Jahre, nachdem sie den 100-jährigen Krieg gegen die Feuernation beendet und den Frieden zwischen den Nationen wiederhergestellt haben, wartet ein neues Abenteuer auf Team Avatar: Aang, der letzte Luftbändiger der Welt, erfährt von einer uralten Kraft, die seine Kultur vor dem Aussterben bewahren könnte. Gemeinsam mit seinen Freunden begibt er sich auf eine weltweite Suche, um diese Kraft zu finden, bevor sie in die falschen Hände gerät und den mühsam erkämpften Frieden gefährdet.
Trailer zu Avatar Aang - Der Herr der Elemente
Team Avatar ist erwachsen geworden, doch von ihrem Charme haben sie nichts verloren. Keiner von ihnen. Mit Avatar Aang - Der Herr der Elemente ist den Machern ein wundervoller Film gelungen, der vor allem bei Fans des Zeichentrickklassikers für viel Freude sorgen dürfte.
Man spürt dabei von Beginn an, dass mit Michael Dante DiMartino und Bryan Konietzko die beiden Schöpfer des Avatar-Kosmos auch hinter diesem Projekt stehen. Die Liebe für dieses Universum und vor allem für die bekannten Figuren ist zu jeder Zeit zu spüren. Schon der Anfang holt einen wieder direkt in diese Welt und das Intro ist einfach wunderbar gelungen.
Man mag es dabei kaum glauben, dass seit dem Ende der originalen Zeichentrickserie bereits 18 Jahre vergangen sind. Auch dies spricht für den Film: Die Welt, die Charaktere - es ist alles sofort wieder vertraut. Vor allem der Einstieg in den Film dürfte Fans gefallen, aber auch Neueinsteiger abholen.
Innerhalb der Geschichte sind keine 18 Jahre vergangen, aber doch ein paar, sodass unsere liebgewonnenen Helden jetzt erwachsen und in ihren 20ern sind. Und ja, sie sind älter und verhalten sich natürlich auch etwas anders, vor allem Aang. Aber dennoch erkennt man sie sofort wieder. Im Kern sind es immer noch dieselben und die Macher haben hier ganze Arbeit geleistet, eine Mischung aus Vertrautheit und Weiterentwicklung zu kreieren. Auch das Zusammenspiel der Figuren untereinander fühlt sich nahezu unverändert an. Man hätte dies alles kaum besser machen können. In vielen Punkten ist dies genau die Fortsetzung, die sich die Fans seit vielen Jahren gewünscht haben.
So sehr Nostalgie ein Thema hier ist, so ruht sich der Film darauf zu keiner Zeit aus. Dies ist nicht einfach nur ein Wiedersehen mit alten Freunden, der Film erzählt die Geschichte inhaltlich weiter. Er baut die Welt weiter aus, bringt neue Elemente mit ein und wir bekommen sogar Orte der Welt zu sehen, die uns vorher noch unbekannt waren. Auch die Mythologie wird erweitert und wir bekommen interessante neue Figuren präsentiert.
Im Kern erzählt der Film dabei eine emotionale Geschichte und stellt Aangs Gefühlswelt in den Fokus. Er empfindet immer noch Reue und eine Mitschuld am Untergang der Luftbändiger und hat damit sehr zu kämpfen. Diese Schuldgefühle verstärken seinen Wunsch, etwas zu tun, um die Luftbändiger zurückzubringen, und trüben dabei womöglich auch sein Urteilsvermögen.
Dies ist inhaltlich eine sinnvolle Fortsetzung der Serie, und auch eine Weiterentwicklung der Figur von Aang. Gleichzeitig funktioniert die Geschichte aber auch als etwas völlig Eigenständiges und ist so verpackt, dass auch Leute, die bisher noch nicht mit diesem Universum vertraut sind, den Film schauen können.
Offen gesagt haben wir kaum Kritikpunkte und waren von Anfang bis Ende nahezu begeistert. Avatar Aang - Der Herr der Elemente macht einfach verdammt vieles richtig und zeigt, wie eine beliebte Zeichentrickserie nach fast 20 Jahren gekonnt fortgesetzt werden kann.
Aber es gibt Mankos, wenngleich es nur wenige sind. Eines ist die Laufzeit, denn die beträgt nur 100 Minuten. Das klingt für einen Zeichentrickfilm eigentlich ganz ordentlich und man schafft es auch sehr gut, die Story, die man hier erzählen möchte, in diesen 100 Minuten unterzubringen. Dennoch war uns dies zu kurz. Wir wollten schlichtweg mehr. So schön es ist, die alte Truppe endlich wiederzusehen, fühlte sich das Wiedersehen einfach zu kurz an. Gerade Toph und Zuko bleiben eher im Hintergrund und kommen zu kurz. Suki kommt leider gar nicht vor. Und auch wenn man doch viel durch die Welt reist, wirkt es gleichzeitig auch etwas gehetzt. Eine komplette neue Staffel wäre uns da vielleicht lieber gewesen. Oder eben noch viele weitere Filme.
Auch manch andere, vor allem neuere Figur leidet etwas unter der Laufzeit, da hier charakterliche Entwicklungen einfach zu schnell abgehandelt werden müssen und es dadurch auch schnell zu vorhersehbaren Momenten kommt.
Doch das war im Grunde auch schon alles, was wir an dem Film zu kritisieren haben. Bis auf ein größeres Manko noch, doch hat dieses nichts mit dem Film selbst zu tun und entsteht auch überhaupt erst durch die tolle Qualität, die einem hier geliefert wird: Avatar Aang - Der Herr der Elemente gehört auf die große Leinwand und ins Kino!
Ursprünglich war die auch geplant, und wenn man sich den Film anschaut, versteht man auch, warum. Denn er wurde eindeutig als Kinofilm produziert. Wie unfassbar schön sieht das alles bitte aus? Da gibt es Bilder, die kann man sich bedenkenlos zu Hause an die Wand hängen. Momente, die in ihrer visuellen Schönheit an einen Studio Ghibli-Film erinnern. Niemals hat es dieser Film verdient, einfach ins Streaming bei Paramount+ abgeschoben zu werden.
Es ist eine Schande, was hier vorgefallen ist. Und dass Avatar Aang - Der Herr der Elemente bereits vor Monaten auch noch vollständig im Internet geleakt wurde, setzt dem Ganzen die Krone auf. Da ist von Seiten Paramounts so einiges schiefgelaufen und falsch entschieden worden. Vor allem die Macher, die sichtbar Liebe und Schweiß in diesen Film gesteckt haben, haben dies einfach nicht verdient.
Es bleibt nur zu hoffen, dass möglichst wenige sich den Leak angesehen haben, und möglichst viele sich den Film legal im Streaming ansehen werden. Nicht, damit Paramount profitiert, sondern für all die vielen Leute, die Monate und Jahre harter Arbeit in diesen Film gesteckt haben und die immer noch die Hoffnung haben, dass dies nur der erste von noch weiteren Filmen sein wird. Denn bei dieser Qualität muss es einfach eine Fortsetzung geben.
Aus deutscher Sicht gibt es übrigens noch einen zusätzlichen, ganz besonderen Bonus, der vor allem die nostalgischen Gefühle noch einmal zusätzlich befeuern dürfte: Nahezu alle originalen Synchronsprecher sind wieder dabei!
Fazit
18 Jahre mussten Fans auf diesen Film warten, doch es hat sich gelohnt: Avatar Aang - Der Herr der Elemente ist eine tolle Fortsetzung geworden, die kaum Wünsche offen lässt. Man spürt in jedem Moment die Liebe für dieses Universum und für die über Jahre liebgewonnenen Charaktere. Und dass die Macher der originalen Zeichentrickserie, Avatar - Der Herr der Elemente, auch hinter diesem Film stehen, ist ebenfalls spürbar.
Es wäre dabei leicht gewesen, sich schlicht auf Nostalgie zu verlassen, doch das tun sie nicht. Der Film erzählt eine eigenständige Geschichte und behandelt erwachsene Themen wie Reue und Wiedergutmachung. Man schafft es, die Fans durchaus auch in Erinnerungen schwelgen zu lassen, bietet ihnen aber gleichzeitig auch viel Neues. Team Avatar ist erwachsen geworden und das zeigt der Film auch, ohne dabei jedoch auf den vertrauten Charme zu verzichten. Es ist erstaunlich, wie gut den Machern hier diese Mischung aus alt und neu gelungen ist.
Über allem steht dabei die visuelle Pracht des Films. Avatar Aang - Der Herr der Elemente ist ein Kunstwerk, das sich vor keinem anderen Film dieser Art verstecken braucht. Die Animationen sind eine Augenweide und zeigen, wie viel Kraft immer noch im klassischen Zeichentrick steckt. Gerade deswegen muss der größte Kritikpunkt an diesem Film sein, dass er nicht wie ursprünglich geplant ins Kino gekommen ist. Dass Avatar Aang - Der Herr der Elemente nur eine Veröffentlichung im Streaming erhalten hat, ist für uns eines der größten filmischen Verbrechen des Jahres.
Doch vor allem für die vielen kreativen Menschen hinter diesem Projekt hoffen wir, dass der Film im Streaming sein Publikum finden wird. Denn nur so kann eine Fortsetzung garantiert und die Hoffnung am Leben gehalten werden, dass zumindest künftige Avatar-Filme ihren Weg ins Kino finden. Denn bei dieser Qualität gehören solche Filme genau dorthin. Yip Yip!


