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The End of Oak Street

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Wie Jurassic World – nur um Lichtjahre besser

The End of Oak Street Kritik

The End of Oak Street Kritik
0 Kommentare - 17.08.2026 von John-Dorian
In dieser Userkritik verrät euch John-Dorian, wie gut "The End of Oak Street" ist.
The End of Oak Street

Bewertung: 3.5 / 5

Gestern war ich spontan im Kino und habe mir The End of Oak Street angeschaut. Beim Trailer habe ich mir bei jeder Sichtung gedacht: „Was für ein Quatsch“, und normalerweise lasse ich mich auch von Kritiken nicht beeinflussen. Ich rege mich weder über hier veröffentlichte Kritiken noch über YouTube-Kritiken auf, nehme sie aber auch nicht als allgemeingültig hin, da sie immer noch die Meinung des Autors widerspiegeln und Meinungen nun einmal unterschiedlich sind. Die Wahrheit liegt ganz oft für mich irgendwo in der Mitte.

Weshalb diese Einleitung? Da mich ein Satz des YouTubers David Hain nun doch zur Sichtung überredet hat und damit der Aufschrei hier bei Erwähnung des Namens nicht allzu groß ist. Dabei hat mich kein inhaltlicher Punkt zur Sichtung überredet, sondern eher seine Wahrnehmung, dass dieser Film eine gewisse Nostalgie bei ihm hervorrief, da er funktioniert wie ein alter Abenteuerfilm. Und da ich sowieso die Unlimited Card besitze, dachte ich mir: Was solls.

Viel Vorgeplänkel für die nun folgende Rezension:

Ich möchte damit einsteigen, dass ich mich zumindest in der ersten Hälfte des Films ebenfalls an alte Abenteuerfilme erinnert gefühlt habe, diese Nostalgie dann aber im Verlauf des Films in meiner Wahrnehmung vollständig abgebaut wurde. Irgendwie hatte ich einen gewissen Jumanji-Vibe im Kino.

Ist es schlimm, dass die Nostalgie ab der Hälfte fehlte? In meinen Augen nicht, denn bis dahin hatte sich für mich ein Film aufgebaut, der durchaus zu unterhalten wusste und wusste, wie er Spaß macht.

Ich muss auch sagen, dass ich die Überschrift „Wie Jurassic Park – nur in herrlich trashig“ absolut nicht nachvollziehen kann. Zumal der letzte Jurassic World schon „Jurassic Park in trashig“ war – nur eben nicht in herrlich trashig, und selbst „trashig“ ist da noch ziemlich wohlwollend formuliert. The End of Oak Street würde ich dieses Label dagegen gar nicht ausstellen wollen. Das Niveau, das Jurassic World: Die Wiedergeburt erreicht hat, ist schon nahezu unmöglich zu unterbieten. Klar, hier sind die Dinos auch reine CGI-Animationen und besonders im Zusammenspiel mit Mensch und Umgebung fällt das hier und da auf, aber es ist eben nicht schlecht und ich würde es hier als angenehmer als bei Jurassic World beschreiben, wo die Dinos einfach lieblos auf mich wirkten. Auch ist das Writing für mich um Längen besser. Klar, in meinen Augen ist das hier nicht die Speerspitze der Erzählkunst, aber wo JW von offensichtlichen Film- bzw. Logikfehlern strotzte, ist das hier ziemlich clean. Ist er frei von Fehlern? Wahrscheinlich nicht, auch wenn ich mich jetzt nicht speziell an einen Fehler erinnern kann. Aber bei JW sind einem die Fehler ins Gesicht gesprungen, und wenn sie einem hier nicht auffallen oder der Unterhaltungswert etwaige Fehler unsichtbar macht, spricht das für mich definitiv für den Film. Und diesen Punkt will ich The End of Oak Street definitiv geben. Verrückt ist an der Geschichte für mich, dass in der Jurassic World-Trilogie alles darauf hinauslief, die Dinos von der Insel herunterzubekommen und in die Zivilisation zu integrieren. Anstatt also diese Entwicklung innerhalb von fünf bis zehn Minuten zunichtezumachen, wieder auf irgendeine Insel zu gehen und ein noch stärker entstelltes Genexperiment ans Filmende zu hauen, wäre das hier – bis auf die Umstände, unter denen die Dinos in der Oak Street landen – doch die wesentlich bessere Herangehensweise für einen Jurassic World-Film gewesen. Aber ich hörte, bei Teil 7 ist da gerade eine relevante Position frei geworden, von daher … who knows …

Auch wenn hier manchmal das Zusammenspiel zwischen Dinos und Umgebung hakt, hat The End of Oak Street einen für mich schönen Look (auch wenn ich mir das Bild persönlich vielleicht etwas körniger und aus dem soeben beschriebenen Grund bei den Dinos auch physische Effekte gewünscht hätte) und immer mal wieder schöne Spielereien in seinen Einstellungen. Besonders eine Konversation innerhalb der Familie, so um die Mitte des Films, ist mir dabei in Erinnerung geblieben.

Aber auch die Kameraarbeit und der Aufbau der Szene, wenn Ewan McGregor das erste Mal vor dem Dino flieht und der Dino noch nicht sichtbar hinter dem Zaun folgt, sind einfach gut gemacht. Auch wenn es für mein Empfinden schon droht, ins Slapstickartige abzurutschen, wie da Wäschespinnen etc. in die Luft fliegen, kann ich das verschmerzen.

Ich finde, der Film führt seine Charaktere ziemlich gut ein, ohne dem Zuschauer durch erzwungene Dialoge irgendeinen State of Mind vorkauen zu müssen, und die schauspielerischen Leistungen sind auch ziemlich solide.

Muss man für den Film ins Kino gehen? Nicht zwingend. Ich denke, er kann auch bei einem Filmabend durchaus unterhalten, aber im Vergleich zu Jurassic World – der sich mir seit dieser Überschrift automatisch immer wieder stellt – wäre dieser hier um Längen die bessere Wahl.

Die Handlung ist natürlich irgendwo generisch. Eine Familie, die vor Dinos flieht, ist jetzt auch keine völlig neue Idee, aber nichtsdestotrotz ist er an ein, zwei Stellen unvorhersehbarer und konsequenter als andere Filme in diese Richtung, auch wenn das Ende einiges davon wieder glattbügelt.

Das Ende ist für mich dann auch in gewisser Weise ein Downer am ganzen Film. Nicht, weil mir die Richtung nicht passt, in die es geht, sondern eher, weil ich mir gewünscht hätte, dass man sich mehr Zeit nimmt, um näher auf alles einzugehen.

Ich muss keine lückenlose Aufklärung haben und will hier nicht zu sehr ins Spoiler-Territorium gehen, aber es blieben mir dann doch einige zu fundamentale Fragen offen. Am Anfang des Films gibt ein Nachrichtenbericht im Radio einen Hinweis, aber alles erklärt er eben doch nicht. Und da der Film in meinen Augen keine Längen besitzt, hätte man auf die 99 Minuten Laufzeit gerne noch einmal fünf bis zehn Minuten draufschlagen dürfen.

Alles in allem ein Film, der sich von der Wertung im Mittelfeld bewegt und mit 3,5 Hüten von mir bewertet wird, aber für mich einen ziemlich hohen Wiedersehwert besitzt.

The End of Oak Street Bewertung
Bewertung des Films
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