
Bewertung: 2.5 / 5
„The End of Oak Street“ ist dann also der nächste Film, der sich großzügig an der 80er Nostalgie bedient, welche so erst richtig durch die Serie „Stranger Things“ Einzug in Filme und Serien hielt. Um das Gesamtpaket noch attraktiver zu machen, packt man halt noch Dinos dazu, die ziehen beim Publikum irgendwie immer.
Auch wenn der Film jetzt von Regisseur David Robert Mitchell stammt, der mit „It Follows“ einen wirklich sehenswerten Indie-Horror-Streifen gedreht hat, reden wir hier immer noch von einer „Bad Robot“ Produktion und damit J.J. Abrams, der sich bereits in der Vergangenheit immer wieder als Blender herausgestellt hat.
Der Film hat zwei Punkte die eindeutig für ihn sprechen. Zum einen die kompakte Spielzeit von etwa 90 Minuten und daraus resultierend die Tatsache, dass der Film die meiste Zeit am Ball bleibt und sich nicht großartig auf irgendwelchen Situationen ausruht. Diesen Film hier auf den neuerdings beliebten Standard des Blockbusters mit 2-3 Stunden aufzublasen, wäre einer Katastrophe gleichgekommen, denn das hätte die Story niemals auch nur im Entferntesten getragen.
Der zweite positive Punkt sind die Dinos, die launig in Szene gesetzt sind und auch gar nicht mal so übel aussehen… wenn auch nicht auf einem Jurassic-Niveau. Schön auch, dass man hier neuere Erkenntnisse über das Aussehen der Dinos mitberücksichtigt hat.
Eigentlich müsste ich hier noch Ewan McGregor und Anne Hathaway aufführen, aber wirklich überzeugen konnte mich im Film keiner der beiden und ich mag McGregor eigentlich in den meisten seiner Filme. Aber interessanter Nebenfakt… von der Seite und mit der Frisur im Film, sieht McGregor einem Bob Odenkirk verdächtig ähnlich. Vielleicht sollten die beiden mal einen Film zusammen machen?
Anne Hathaway als aufgezwungene „Super-Mami“ ist supernervig und komplett unglaubwürdig in ihrer Darstellung und auch McGregor wirkt eher, als wäre hier Ned Flanders aus den Simpsons das Vorbild gewesen.
Überhaupt sind eigentlich alle Figuren „supernervig“ und verhalten sich über die ganze Spielzeit auf die schlimmste anzunehmende Art und Weise, so dass man jedem einzelnen davon den Tod sehnlichst herbeiwünscht, ob dieser dreisten und andauernden Dummheit. Keine blöde Idee wird hier im Film ausgelassen.
Beispiel gefällig? „Wir müssen unbedingt alle zusammenbleiben“…. etwa 60 Sekunden später, läuft jeder in eine andere Richtung.
Vor lauter diskutieren, checken die Figuren in einer Szene auch nicht, dass sich der T-Rex von hinten nähert… der T-Rex… der nicht für schleichen bekannt ist! Erst auf die letzten drei Meter schrecken sie auf und… yep, laufen wieder in verschiedene Richtungen.
Ich will jetzt nicht noch mehr „spoilern“ wenn man es denn so nennen darf. Stellt euch einfach das dümmste Verhalten von Protagonisten in einem Horror- oder Survivalszenario vor und genau das bekommt ihr hier.
Das Hauptproblem denke ich ist, dass sich der Film aber auch viel zu ernst nimmt, dafür dass er so sehr mit diesem ganzen Trash-Setting herumspielt. Um hier aber eine wirklich überzeugende Geschichte zu erzählen, hätte man dann auch konsequenter bleiben müssen und nicht versuchen auch noch braver Blockbuster zu sein, nur um mehr Publikum mitzunehmen.
Außerdem ist der Film dann auch noch unbefriedigend inkonsequent, wenn man dann auch auf sein Ende schaut.
Vor allem der Teil mit der Zeitreise… ok, und die saudumme Szene, in denen sie zu dämlich sind vom Dach in die Blase zu springen, konnte man kaum noch ertragen… aber jedenfalls… das Denise am Ende ihren Mann zurückholt, stellt einen Logikbruch dar. Wie immer bei Filmen mit Zeitreisethematik. Wenn er in der Vergangenheit nicht vor Ort ist, wer rettet dann Denise vor dem T-Rex? Es gibt noch ein paar Szenen, die dann keinen Sinn mehr machen, aber das dürfte die größte Frage im Raum sein. Aber auch das man am Ende alle gestorbenen Nachbarn rettet, ist einfach nicht konsequent. Was will der Film überhaupt sein?
Interessanterweise hatte ich den ganzen Film über den Eindruck, dass der Hund überhaupt nicht echt war, was dann wohl doch nicht stimmte, aber inzwischen wird man mit dem ganzen CGI schon öfter mal gaga. Aber grundsätzlich kann man sagen das der Film zumindest gut aussieht und die Effekte nicht übel aufstoßen, sondern sich gut einfügen. Ist ja auch mal was wert.
„The End of Oak Street“ ist kein Film, den man verdammen muss, aber wirklich toll ist er nicht. Sein größtes Problem ist einfach, das er in vielen Punkten nicht konsequent genug ist, um wirklich zu überzeugen und über diesen „ganz nett“ Status hinauszukommen. Aber „ganz nett“ kann man sich auch auf Netflix anschauen und wenn ich „ganz nett“ sehen will, hätte ich mich auch der breiten Masse anschließen und „Steckerlfischfiasko“ anschauen können, das wäre wenigstens lustig gewesen.
So reiht sich der Film nur recht passend in die Liga der durchwachsenen Produktionen von Bad Robot und J.J. Abrams ein. Was man eigentlich hätte erahnen können.


