
Bewertung: 3 / 5
Coyote vs. ACME ist ein Hybrid aus Realfilm und Zeichentrick von Regisseur Dave Green, der nach einem Rechtsstreit nun doch weltweit in den Kinos zu sehen ist.
Wile E. Coyote ist eine Zeichentrickfigur, die seit jeher versucht, den Road Runner zu fangen. Dabei setzt er verschiedenste technische Produkte und Hilfsmittel der Firma ACME ein. Doch jeder Versuch scheitert seit Jahrzehnten, üblicherweise, weil die Produkte von ACME versagen. Wile ist frustriert, hadert mit sich selbst und sieht in einem Fernsehspot, wie eine kleine Kanzlei Werbung dafür macht, bei Produktmängeln für seine Rechte einzustehen.
Trailer zu Coyote vs. ACME
Kritik
Bei Coyote vs. ACME handelt es sich um eine Realfilmadaption, die jedoch Zeichentrickelemente enthält. In der Filmwelt leben die Menschen parallel mit den Tunes und diese gehören zu ihrem Alltag. Während der Film in seinen Anfängen primär in der Zeichentrickwelt unterwegs ist, verlagert sich der Fokus schnell auf die uns bekannte Realwelt, in der immer wieder das ein oder andere bekannte Zeichentrickgesicht durchs Bild läuft.
Die Handlung von Coyote vs. ACME ist relativ minimalistisch. Der Jurist Kevin Avery möchte zunächst für Wile E. Coyote wie üblich einen Vergleich herausholen. Dieser lehnt das jedoch ab und es entbrennt ein Rechtsstreit. Ausgerechnet gegen Buddy Crane, den ehemaligen Kommilitonen von Kevin, der weltweit zu den besten Anwälten zählt.
Die beiden Hauptrollen übernehmen Will Forte (Nebraska), John Cena (The Suicide Squad) zudem agiert Lana Condor (X-Men - Apocalypse) in einer Nebenrolle als Nichte des Protagonisten. Diese Figuren bestimmen letztlich auch das Geschehen. So tauchen zwar immer wieder andere reale Personen auf, aber diese bleiben Randerscheinungen. Ähnlich verhält es sich bei den Tunes. Hier gibt es jede Menge von Wile E. Coyote zu sehen, der passend zu seinen Ursprüngen nicht spricht, sondern sich über Schilder ausdrückt. Zwar treten eine Vielzahl weiterer Tunes auf, aber auch diese bleiben Randerscheinungen. Foghorn Leghorn hat neben dem Kojoten möglicherweise die größte Zeichentrickrolle.
Der Film selbst greift zunächst ziemlich direkt den amerikanischen Way of Life auf. Wenn ein Produkt versagt, dann hat ein amerikanischer Bürger das Recht zu klagen und Entschädigung zu verlangen. Diese Prämisse wird ein bisschen plump präsentiert, passt jedoch an sich gut zum Kontext des Films.
Aber Coyote vs. ACME ist keine reine Justizgeschichte. Insbesondere zu Beginn nimmt sich der Film ein bisschen Zeit, die Motive des Kojoten zu beleuchten und das gelingt ihm ausgesprochen gut. Dabei gibt es ein paar Rückblenden zu alten Road-Runner-Episoden, aber auch einige neue Szenen zwischen Wile E. und dem schnellen Vogel.
Dass man mit solchen Cartoons jedoch keinen ganzen Spielfilm füllen kann, war auch den Machern bewusst. So werkelt man in der Realwelt an einer Geschichte, die im Mittelteil deutliche Längen hat und zudem sehr beliebig daherkommt. Hinten raus könnte man meinen, dass sich das große Finale aufbaut, aber dieses fällt auf den letzten Metern etwas in sich zusammen. Das sind die größten Mängel des Films, der insbesondere zu Beginn und zum Ende hin durchaus starke Szenen hat. Aber wenn man als Zuschauer denkt, dass nun der nächste Schritt gemacht wird, lässt man die aufgebaute Atmosphäre einfach im Sande verlaufen. Das geht auf Kosten einer zweckmäßigen Begleithandlung, die nach dem Film aber vermutlich nicht lange in Erinnerung bleiben wird.
Fans der Looney Tunes sollten gewarnt sein, dass Figuren wie Bugs Bunny, Daffy Duck oder der Road Runner zwar durchaus auftauchen, ihre Rollen aber nicht viel Gewicht haben. Der Titel sagt es schon: Der Film gehört von den Tunes allein Wile E. Coyote. Trotzdem sorgen die vielen kleinen Auftritte der beliebten Zeichentrickfiguren natürlich für ein Schmunzeln.
Fazit
Coyote vs. ACME ist ein solider Film, der stellenweise gut zu unterhalten weiß. Die Kernhandlung ist jedoch über weite Strecken zu dünn aufgebaut, um über die relativ kurze Laufzeit von knapp 100 Minuten durchgehend tragen zu können.
Genrevertreter wie Space Jam (nicht dessen Fortsetzung) oder möglicherweise die Referenz Falsches Spiel mit Roger Rabbit sind ein anderes Kaliber. Trotzdem ist Coyote vs. ACME ein netter Spaß, den man sich durchaus anschauen kann.


