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Vaiana

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Seelenarmes Déjà-vu

Vaiana Kritik

Vaiana Kritik
6 Kommentare - 11.07.2026 von Moviejones (Sophia F.)
Wir haben uns "Vaiana" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Vaiana

Bewertung: 2.5 / 5

Disney schippert wieder in bekannten Gewässern. Mit der Realverfilmung von Vaiana bringt Regisseur Thomas Kail das polynesische Abenteuer rund zehn Jahre nach dem gleichnamigen Animationshit Vaiana (Regie: Ron Clements und John Musker) erneut auf die Leinwand. Die Prämisse bleibt identisch: Angetrieben vom Ruf des Ozeans verlässt die junge Vaiana ihre Heimatinsel Motunui, um gemeinsam mit dem Halbgott Maui das Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen.

Doch während die Segel technisch perfekt im Wind stehen, stellt sich im Kinosessel eine ganz andere Frage: Wo ist die Seele dieses Films geblieben?

Trailer zu Vaiana

Dasselbe in Grün – Nur ohne den Zauber

Um es kurz zu machen: Vaiana ist im Grunde exakt derselbe Film wie das Original von 2016 – nur eben mit echten Menschen. Dass Real-Remakes von Animationsklassikern funktionieren können, wurde in der Vergangenheit bereits bewiesen (man denke hier nur an das Real-Remake von Drachenzähmen leicht gemacht von 2025).

Bei Vaiana zündet dieser Funke allerdings nur bedingt. Zwar funktioniert die zeitlose Geschichte auch beim zweiten Mal, doch der ursprüngliche Zauber weigert sich standhaft, auf die Realverfilmung überzuspringen. Wo das Original mit farbprächtigen, lebendigen Animationsbildern verzauberte, regiert hier der typische, etwas unterkühlte Blockbuster-Look.

Technisch ist das Ganze ohne Frage einwandfrei und handwerklich top – aber eben auch seltsam steril. Wer das Original kennt, wird sich hier über weite Strecken schlichtweg wohl eher langweilen.

Eine Newcomerin stiehlt dem "Rock" die Show

Dass Vaiana am Ende nicht komplett im Ozean versinkt, ist einzig und allein dem starken Ensemble zu verdanken – allen voran einer absoluten Entdeckung: Catherine Laga’aia. Die Newcomerin ist als Titelheldin eine Wucht.

Mit einer Leichtigkeit und emotionalen Tiefe spielt sie ihren Co-Star Dwayne "The Rock" Johnson (der wie schon im Animationsfilm die Rolle des Maui übernimmt) meilenweit an die Wand. Während Johnson eher routiniert seine typische Star-Persona abspult, versteht Laga’aia die Zerrissenheit und den Mut ihrer Figur spürbar besser.

Das Dilemma der Figurenzeichnung: Durch Laga’aias starke Performance wird Vaiana zur einzigen tiefgründigen Figur des gesamten Films. Alle anderen Charaktere kratzen lediglich an der Oberfläche und bleiben im Vergleich zum lebhaften Original erschreckend flach.

Was rettet den Kinobesuch noch?

Gibt es also gar keinen Grund, ein Ticket zu lösen? Doch, zwei große Pluspunkte halten das Real-Remake über Wasser:

  • Das Schauspiel-Ensemble: Allen voran die fantastische Catherine Laga’aia, die dem Film in den richtigen Momenten Herz verleiht
  • Die Musik: Die bekannten, mitreißenden Songs funktionieren auch im Jahr 2026 noch genauso fantastisch wie im Jahr 2016. Wenn die bekannten Melodien durch den Kinosaal schallen, flammt er für kurze Momente wieder auf, dieser typische Disney-Zauber

Fazit

Das Real-Remake Vaiana kopiert das Original von 2016 fast eins zu eins, büßt dabei aber viel Farbe und Herz ein. Dass der Kinobesuch dennoch lohnt, ist einzig der fantastischen Catherine Laga’aia zu verdanken, die als Vaiana sogar Weltstar The Rock mühelos an die Wand spielt. Ebenso bewahren die unsterblichen Songs den Film vor dem endgültigen Schiffbruch.

Am Ende bleibt sogar das unterschwellige Gefühl, dass hier vor allem das Studio-Konto gefüllt werden sollte, anstatt der Liebe zum Filmemachen Ausdruck zu verleihen. Ein Film, der nice to have ist, den aber niemand wirklich gebraucht hat.

Vaiana Bewertung
Bewertung des Films
510

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6 Kommentare
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MrBond : : Imperialer Agent
20.07.2026 08:45 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 4.115 | Reviews: 30 | Hüte: 645

@Darkclaw

"Ich bin nicht sicher warum, aber ich hatte auch oftmals den Eindruck, dass man den Hintergrund ganz bewusst sehr unscharf lies, wenn der Fokus auf z.B. Maui liegt, damit man den LED-Screen etwas kaschieren kann."

Das ist grundsätzlich (und eigentlich) eine technische Einstellung, die beim Filmen bewusst genutzt wird, um den Fokus auf eine bestimmte Person oder Objekt zu lenken. Dabei gilt aus technischer Sicht: Wird mit offener Blende gefilmt, verschwimmt der Hintergrund sehr stark, je weiter die Blende geschlossen wird, desto schärfer wird der Hintergrund. Will man dem Zuschauer verdeutlichen, wo wir uns gerade befinden und was sich im Hintergrund abspielt, wird gezielt mit geschlossener Blende gearbeitet. Bei Dialogen dann sehr oft mit offener Blende. Das lässt sich bei animiertem Hintergrund natürlich rekativ einfach faken und ist ein Stilmittel. Aber: Du hast völlig Recht, es wird bei heutigen Produktionen oft übertrieben mit Offenblende(/Äquivalent) gearbeitet, sodass man häufig fast schon die Orientierung verliert. Ich glaube nicht, dass das zum Kaschieren von LED-Screens eingesetzt wird, da man es auch sehr häufig bei echten Kulissen/Hintergründen wahrnimmt... daher würde ich sagen ist es einfach nur ein Zeichen der Zeit... es gibt einfach Filmemacher, die das so wollen, auch wenn es Käse ist.

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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Darkclaw : : Moviejones-Fan
20.07.2026 08:31 Uhr
0
Dabei seit: 24.04.25 | Posts: 382 | Reviews: 1 | Hüte: 12

wir waren am Samstag drin. Hat uns der Film gefallen? Grundsätzlich ja.

Ist der Cast gut gewählt? Ich finde ja.

Bietet der Film gegenüber dem Animationsfilm einen spürbaren Mehrwert? Nein, absolut nicht.

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, schlägt mein Herz für die Südsee, also Polynesien und insbesondere die hawaiianischen Inseln. Daher, der Film war ein Muss. Ich kenne die Kulturen dort unten recht gut, bin mit Mythen und Legenden vertraut. Auch Anbauarten von Taro etc. kenne ich inzwischen recht gut.

Taro wird auf Motonui auch angebaut. Warum erwähne ich dies? Es gibt die eine oder andere Dorfszene die sehr lebendig ist, üppig möchte ich fast sagen. Das ist sehr schön gemacht.

Und dann haben wir Szenen, bei denen ich mich wirklich fragte, ob die alte Kulissen aus der ersten Staffel Star Trek: die nächste Generation benutzt haben. Ich übertreibe natürlich etwas, aber es gibt auf Motonui den Berg, auf den jeder Chief seinen Stein legt. Und da sieht man einfach, es ist eine ganz klar begrenzte Kulisse und wohl ein LED-Screen drum herum. In der Szene in der Vaiana ihre Muschel auf die Steine legt, dort wird Hula getanzt, es ist lebendig. Und wirkt trotzdem steril.

Gleiches ist mir auch aufgefallen, wenn Vaiana auf ihrem Boot ist. Auch dort hatte ich das Gefühl, dass in einem Wassertank mit LED-Screen gedreht wurde. Das ist verständlich und viele andere Produktion en haben dies auch schon gemacht. Aber es sah nicht so lebendig aus bei Vaiana.

Ich bin nicht sicher warum, aber ich hatte auch oftmals den Eindruck, dass man den Hintergrund ganz bewusst sehr unscharf lies, wenn der Fokus auf z.B. Maui liegt, damit man den LED-Screen etwas kaschieren kann. Ich mag mich täuschen und der Hintergrund ist automatisch etwas verwaschener wenn der Fokus auf einer Person liegt, aber es ist mir irgendwie negativ aufgefallen.

Fazit für mich: wenn ich die Wahl zwischen dem Animationsfilm und der Live-Verfilmung habe, dann bevorzuge ich hier klar den Animationsfilm.

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DrGonzo : : Drachenzähmer
16.07.2026 12:00 Uhr
0
Dabei seit: 02.12.10 | Posts: 3.243 | Reviews: 0 | Hüte: 148

@MrBond
Oh stimmt, daran hab ich gar nicht gedacht dass es evtl auch welche gibt die Animationsfilme ablehnen. Guter Punkt.

"Fuck the kingsguard, fuck the city, fuck the king."

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MrBond : : Imperialer Agent
16.07.2026 09:59 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 4.115 | Reviews: 30 | Hüte: 645

@DrGonzo und @CountDooku

Au contraire mes amis!

Natürlich kann es da einen Mehrwert geben. Mal davon abgesehen, dass es den Filmemachern nicht verboten ist, den ein oder anderen Handlungsstrang zu verändern, oder weitere Hintergrundinformationen zu liefern, um die Motivation eines Protagonisten (oder Antagonisten) zu untermauern, gibt es einen wesentlichen Mehrwert:

Menschen, die generell keine Animationsfilme schauen (wollen) - ja, sogar ablehnen - kommen in den Genuss vermeintlich tolle Filme/Geschichten doch noch genießen zu können, wenn sie als Live-Action herauskommen. Vergleichbar mit Menschen, die niemals ein Theaterstück anschauen würden... Diese würde nie erfahren, welch großartigen Theaterstücke es gibt, wenn sie nicht verfilmt werden würden.

Die Frage nach dem Sinn, wenn die Schauspieler durchweg vor einem grünen Hintergrund stehen, und die Welt um sie herum komplett animiert wird, sei natürlich dahin gestellt.

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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DrGonzo : : Drachenzähmer
16.07.2026 08:53 Uhr
0
Dabei seit: 02.12.10 | Posts: 3.243 | Reviews: 0 | Hüte: 148

@CountDooku
"Ich seh in dem Film keinen Mehrwert gegenüber dem Animationsfilm"
Den hat man nie bei Live-Action-Remakes - egal ob von Disney oder jemand anderen. Ist halt so. Heißt aber nicht dass sie deswegen schlecht sind.

"Fuck the kingsguard, fuck the city, fuck the king."

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CountDooku : : Moviejones-Fan
11.07.2026 19:35 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.11 | Posts: 713 | Reviews: 8 | Hüte: 6

Hab ich mir schon gedacht.

Ich seh in dem Film keinen Mehrwert gegenüber dem Animationsfilm.

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