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The Death of Robin Hood

Kritik Details Trailer News
Dekonstruktion einer Legende

The Death of Robin Hood Kritik

The Death of Robin Hood Kritik
9 Kommentare - 17.06.2026 von Moviejones (Sophia F.)
Wir haben uns "The Death of Robin Hood" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
The Death of Robin Hood

Bewertung: 4.5 / 5

Das Bild des edlen Gesetzlosen, der von den Reichen nimmt und den Armen gibt, ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Doch wie sieht das ungeschönte Porträt dieses Mannes aus, wenn man den historischen Schleier des 13. Jahrhunderts lüftet? Regisseur Michael Sarnoski (Pig) liefert mit seinem Werk The Death of Robin Hood eine radikale Antwort, die jegliche Abenteuer-Nostalgie im Keim erstickt.

Unsere Kritik zu The Death of Robin Hood

Nach einem Leben voller Verbrechen und Mord wird Robin Hood (Hugh Jackman) von seiner Vergangenheit eingeholt und nach einer Schlacht, die er für seine letzte hielt, schwer verletzt. In den Händen einer geheimnisvollen Frau (Jodie Comer) erhält er die Chance auf Erlösung.

Trailer zu The Death of Robin Hood

Als lose Inspiration diente für The Death of Robin Hood die anonyme Ballade Robin Hood’s Death aus dem 17. Jahrhundert – jener literarische Stoff, auf dem bereits 1976 Sean Connery in Robin und Marian basierte. Sarnoski nutzt diese Grundlage jedoch für ein kompromissloses Antikino-Statement.

Ein brachialer Auftakt ohne Gnade

Das Eröffnungsdrittel von The Death of Robin Hood fungiert als cineastischer Frontalangriff. Sarnoski wirft das Publikum ohne Vorwarnung mitten hinein in das blutige Gefecht um Little Johns Familie. Jede Form von folkloristischer Verklärung wird hier pulverisiert. Dieser Robin Hood agiert nicht als strahlender Befreier, sondern als abgebrühter, vom Krieg deformierter Schlächter.

Die Kamera schaut schonungslos hin, wenn Menschen – ohne Rücksicht auf Frauen oder Kinder – im Zuge des Konflikts ihr Leben lassen. Dennoch verkommt die Inszenierung nie zum plumpen, selbstzweckhaften Splatter-Spektakel. Die visuelle Brutalität ist dramaturgisches Fundament: Sie spiegelt die historische Realität wider und fundiert das spätere seelische Martyrium der Hauptfigur.

Das leise Drama

Mit der Verwundung des Protagonisten vollzieht The Death of Robin Hood eine fesselnde, stilistische Kehrtwende. Ab dem zweiten Akt drosselt Sarnoski das Tempo merklich und verlagert das Geschehen komplett nach innen. Die physische Konfrontation weicht der existenziellen Reue und dem spirituellen Ringen um das Seelenheil. Nach der Ankunft auf der abgeschiedenen Insel mutiert das rabiate Mittelalter-Epos zu einem minimalistischen, fast sakralen Kammerspiel.

In diesem Segment beweist der Film enormen Mut zur Langsamkeit, um der inneren Transformation Raum zu geben. Auf darstellerischer Ebene entfaltet sich hier ein wahres Gigantentreffen. Hugh Jackman liefert eine Karrierebestleistung ab; abseits jeglicher Action-Attitüde verkörpert er eine gebrochene, von Reue zerfressene Kreatur. An seiner Seite glänzt Jodie Comer als mystische Priorin. Die intensive Dynamik und die greifbare Chemie zwischen diesen beiden verlorenen Seelen bilden das emotionale Rückgrat des Films.

Bildpoesie im Arthouse-Gewand

In visueller und akustischer Hinsicht präsentiert sich The Death of Robin Hood als ästhetisches Meisterwerk. Die raue Kinematografie und der präzise Schnitt fangen die kargen, felsigen Küstenlandschaften Nordirlands in atemberaubenden Bildern ein. Die Natur wirkt hierbei wie ein eigenständiger Charakter, dessen Kälte und Einsamkeit sich direkt auf den Zuschauer übertragen. Perfekt ergänzt wird diese melancholische Grundstimmung durch den klugen Einsatz irischer Folklorestücke, die dem Narrativ eine schmerzhafte, aber wunderschöne Tiefe verleihen.

Fazit

The Death of Robin Hood erteilt den glattgebügelten Blockbustern der Vergangenheit eine klare Absage – und genau deshalb lohnt sich dieser Film so sehr. Wer bereit ist, sich auf die emotionale Schwere, den brutalen Auftakt, das langsame Tempo und die radikale Dekonstruktion einer Legende einzulassen, wird mit einem der intensivsten und ehrlichsten Kinoerlebnisse des Jahres belohnt.

Dank der überragenden Schauspielleistungen und der bildgewaltigen Arthouse-Ästhetik ist diese melancholische Charakterstudie ein absoluter Pflichttermin für Filmliebhaber, die das Besondere abseits des Mainstreams suchen. Rohe Kinopoesie, für die sich das Ticket definitiv lohnt.

The Death of Robin Hood Bewertung
Bewertung des Films
910

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9 Kommentare
MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
22.06.2026 13:35 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 9.150 | Reviews: 151 | Hüte: 767

@ DrStrange

Ich bin mal gespannt auf deine Meinung zum Film. Allgemein kommt der ja nicht so gut weg. Ein Kinokumpel von mir fand den auch nicht gut. Ich wiederum finde ihn richtig stark, ich mag die Inszenierung, die Dialoge, das Schauspiel, das Setting, die Musik (die ist sogar richtig stark) und auch die Handlung sehr.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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GPJ : : Popcornologe
22.06.2026 10:36 Uhr
0
Dabei seit: 26.09.24 | Posts: 1.211 | Reviews: 4 | Hüte: 74

Danke für die Anmerkungen, @DrStrange

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DrStrange : : Moviejones-Fan
22.06.2026 01:19 Uhr | Editiert am 22.06.2026 - 01:20 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 3.946 | Reviews: 68 | Hüte: 156

@MJ (just for info und evtl. zu Korrekturzwecken)

Heute war ich dann auch mal im Kino, um mir diesen Film anzuschauen, muss das aber erst mal setzen lassen, bevor ich mich zu einer Meinung hinreißen lasse.

Aber zwei Punkte in der MJ-Kritik will ich dann doch ansprechen, weil sie schlichtweg falsch sind. Vielleicht nicht wichtig, aber unkorrekt.

Dieser Robin Hood agiert nicht als strahlender Befreier, sondern als abgebrühter, vom Krieg deformierter Schlächter.

Im kompletten Film wird zu keinem Zeitpunkt ein Wort darüber erwähnt, das Robin oder John in einem Krieg gekämpft haben oder haben sollen. Mehr als das sie Banditen, Räuber und Mörder waren, also Gesetzlose, erfährt man über ihre „Karriere“ nicht.

…durch den klugen Einsatz irischer Folklorestücke…

Folklore- und Folksongs sind nicht exklusiv eine irische Angelegenheit. Das hat in England eine genauso alte und ehrwürdige Tradition. Der Songwriter der beiden Folkstücke im Film, Jim Ghedi aus Sheffield, ist halt Brite und nicht aus Irland.

Der Film wurde zwar in Nordirland gedreht, aber spielt immer noch in England oder halt einer Insel vor der Küste. Es fallen sogar ein paar Namen, die eindeutig in England verortet sind. John kommt wohl aus Hathersage, was so z.B. auch in der 80er „Robin Hood“ Serie verwendet wurde. Dort hieß er eben „John Litte of Hathersage“.

Kurzum… außer den Drehorten, hat das mit Irland im Film gar nichts zu tun.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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Pixeler : : Moviejones-Fan
18.06.2026 19:18 Uhr
0
Dabei seit: 11.07.23 | Posts: 124 | Reviews: 0 | Hüte: 4

4.5 Punkte von Sophia, das ist mal eine Ansage. Hatten die Männer im Team keine Eier um sich diese Gewaltexzesse anzuschauen, weil sie lieber Filme wie Hoppers und Schneewittchen mit 4.5 Punkten bewerten?
Öfters mal gehe ich mit den Kritiken hier nicht konform, lass es bei dir anders sein.
Der Film ist meiner Meinung nach ein Kinoflopp mit Ansage, könnte mir jedoch gemäss deiner Beschreibung gut gefallen. Zumindest bin ich jetzt gespannt darauf.
Danke für deinen Beitrag, er ist erfrischend mutig geschrieben.
Bleibt zu Hoffen, dass die Welt den Tod von Robin Hood verkraften wird.

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DrStrange : : Moviejones-Fan
18.06.2026 18:07 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 3.946 | Reviews: 68 | Hüte: 156

Habe mich auf den Film gefreut und werde ihn die Tage auch anschauen, aber "Dekonstruktion" klingt nicht nach einem Film der mir gefallen wird. Das hatten wir inzwischen einfach zu oft mit allen möglichen Heldenfiguren.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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Poisonsery : : One Piece Fan
18.06.2026 14:46 Uhr
0
Dabei seit: 02.03.18 | Posts: 2.936 | Reviews: 9 | Hüte: 47

Schaffe ich leider nicht da ist mir Fußball wichtiger. Weiß aber auch nicht ob ich Gewaltexcese mit Reue unbedingt im Kino brauche. Jackman an sich geht aber immer. Aber es gibt keine Nachmittags Vorstellung bei mir also warte ich auf den Stream.

Whitebeard "das One Piece existiert!"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
17.06.2026 22:46 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 9.150 | Reviews: 151 | Hüte: 767

Auch hierauf freue ich mich schon, da gehts m Freitag Abend rein.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
17.06.2026 21:18 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.544 | Reviews: 186 | Hüte: 721

Erinnert ein bisschen an Logan. Ob ich ihn im Kino schaue weiß ich noch nicht, klingt aber jedenfalls interessant.


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CountDooku : : Moviejones-Fan
17.06.2026 20:15 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.11 | Posts: 643 | Reviews: 6 | Hüte: 2

Wenn ich schon Antikino lese weiß ich, dass das kein Film für mich ist.

Dazu kann dieses Dekonstruieren von Filmhelden nicht mehr sehen.

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