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Frieren - Nach dem Ende der Reise

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Wenn ein Nebencharakter die Story umkrempelt

Frieren - Nach dem Ende der Reise Review

Frieren - Nach dem Ende der Reise Review
0 Kommentare - 30.03.2026 von DrStrange
In dieser Userreview verrät euch DrStrange, wie gut "Frieren - Nach dem Ende der Reise" ist.

Bewertung: 5 / 5

STAFFEL 2

Wenn es überhaupt etwas gibt, über das man sich bei der zweiten Staffel von „Frieren – Nach dem Ende der Reise“ beschweren kann, dann höchstens die deutlich geringere Episodenanzahl von nur noch 10 Stück.

Was die Gründe dafür sind… man will sich noch Abstand zum Manga lassen, gerade weil dessen Autoren aus gesundheitlichen Gründen derzeitig und auf unbestimmte Zeit pausieren, vielleicht auch weil man sich einfach genügend Zeit nehmen wollte, die notwendige Qualität abzuliefern.

Solange jedenfalls die Serie solch hochqualitativen Episoden hervorbringt, die trotz dem Wechsel an der Regie, schlichtweg ein Meisterwerk des Anime und die derzeitige Königsklasse darstellt, kann man nur weiter staunen.

Ob es nun die Geschichte, die Charaktere, der Zeichenstil, die Detailverliebtheit bis in die letzten Winkel und incl. aller Nebenfiguren, oder die zauberhafte Musik ist, „Frieren“ bleibt konkurrenzlos auf weiter Ebene.

Um vielleicht die Größe und die Bedeutung dieser Serie besser einzuordnen, picke ich mir ein Beispiel aus der zweiten Staffel, in Form einer spezifischen Episode und werde ein wenig detaillierter darauf eingehen.

DIES KANN SPOILER ENTHALTEN – WENN AUCH NUR KLEINERE – ABER SPOILER

In der zweiten Episode der zweiten Staffel von "Frieren" wird ein Charakter eingeführt, der nicht nur unglaublich sympathisch ist, sondern auch frühere Ereignisse der Geschichte in einem neuen Licht erscheinen lässt. Für mich ist die Tatsache, dass es den Leuten hinter „Frieren“ immer wieder gelingt, so fantastische Geschichten einzuführen und in so kurzer Zeit abzuschließen, ein Beweis für die Schreibkunst sowohl des ursprünglichen Mangas als auch des Teams, das für die Adaption zum Anime verantwortlich ist.

Was lustig ist, denn ich glaube nicht, dass die zweite Episode der zweiten Staffel von "Frieren" zu meinen ganz großen Favoriten zählt… oder etwa doch?!? Jedenfalls fühle ich mich von diesem Charakter und seiner Geschichte unglaublich angezogen und von dem, was sie über die größere Handlung und die Ausrichtung von „Frieren“ aussagt.

Wenn eine Serie es schafft, in weniger als 10 Minuten so viel zu vermitteln, muss man schon von einer Meisterleistung sprechen. Interessanterweise gibt es hier starke Parallelen zu vorherigen Episoden von „Frieren“.

In Staffel eins haben wir „Kraft“, den Mönch, kennengelernt, einen historischen Helden, der „Frierens“ Leben beeinflusste und einen ziemlich großen Einfluss auf die Richtung der Geschichte von „Frieren“ hatte. Dasselbe lässt sich auf den Fokus der Episode „Der Held des Südens“ anwenden.

Übrigens wurde dieser Charakter bereits in der ersten Staffel angedeutet. Das war eines der ersten Dinge, die mir in den Sinn kamen, als er eingeführt wurde. In einem Rückblick während der sechsten Episode erwähnt „Eisen“ ihn als den stärksten Krieger der Menschheit – jemanden, der trotz seiner Stärke angesichts dieses überwältigenden Bösen scheiterte und gegen die „Sieben Weisen der Zerstörung“ kämpfte und starb.

Aber es stellt sich heraus, dass diese Geschichte weit mehr enthält, als „Eisen“ preisgegeben hat oder wusste. Und besonders, wie es umgesetzt wurde, ist der Teil, an dem ich so sehr hänge, vor allem angesichts der kurzen Laufzeit.

Wenn ich „Frieren“ in einem Satz zusammenfassen müsste, dann ginge es darum, wie sie ihre alte Reise durch eine neue neu einordnet. „Frieren“ macht etwas sehr Einzigartiges: die erste Episode der ersten Staffel spielt nach der Heldenreise. Und im Laufe der Geschichten haben wir nach und nach mehr über diese vergangenen Erfahrungen mitbekommen, betrachtet im Licht der neuen Abenteuer.

Die erste Staffel von "Frieren" drehte sich nach dem klassischen „Shonen-Abenteuer-Standard‘ um eher geringe Risiken. „Frieren“ als übermächtige Protagonistin untergräbt diese Gefahren ein Stück weit, und die niedrigen Einsätze des neuen Abenteuers spiegelten die der vorherigen Heldentruppe wider. Doch im Laufe der Geschichte tauchen wir allmählich in ernstere Themen ein und finden befriedigende Antworten auf Fragen, über die ich anfangs gar nicht nachgedacht hatte – was wunderbar zum Thema „Der Held des Südens“ passt. Jemand, der als der Stärkste der Menschheit gilt – ein Titel, den "Frieren" für mehr als verdient hält.

Seine erste Vorstellung machte mich zunächst skeptisch, da seine immense Stärke aus einer Fähigkeit stammt, die in Geschichten leicht zu Plotlöchern führen kann. Vorhersehung – die Fähigkeit, die Zukunft zu sehen oder vorherzusagen – ist zwar etwas weniger kompliziert als etwa Zeitreisen, aber diese Einführung ist trotzdem heikel.

Gibt es Einschränkungen dieser Vorhersehungen, oder was umfasst sie genau? Auf diese Fragen erhalten wir eigentlich keine Antworten. Dennoch fühlte ich mich am Ende der Episode unglaublich zufrieden mit der Entscheidung, diesen Charakter und diese Fähigkeit einzuführen.

All das führt aus Sicht des Schreibens zu einer interessanten Frage: Warum führt man so etwas ein, wenn man es nicht nutzen will? Und wurde es dann effektiv eingesetzt? Letztlich führt alles zurück zu einem der grundlegenden Themen von „Frieren“: Was bedeutet es, ein Held zu sein?

Man könnte fast sagen, „Frieren“ hat Helden wieder „cool“ gemacht. Zwar waren Helden so gesehen nie weg, aber in den westlichen Medien gibt es schon seit geraumer Zeit eine Hinwendung zu Anti-Helden, Schurken, Figuren mit vielen Grauzonen, die eben nicht einfach nur „gut“ sind. Wahrscheinlich hat sich einfach mit der Zeit eine Übersättigung eingestellt, denn wenn jeder Protagonist einfach nur gut ist, dann ähneln sich am Ende alle viel zu sehr und bieten kaum etwas Neues.

Aber im Bereich Medien gibt es auch immer diesen Pendeleffekt. Wenn etwas besonders populär wird, geradezu gehypt und zur Norm erklärt wird, kommt eine Umkehr als unumstößliche Antwort darauf.

Was hier eine Serie wie „Frieren“ richtig macht ist, man nimmt typische Archetypen, mit denen man vertraut ist, akzeptiert die Ausgangssituation bzw. die Prämisse, um darauf aufbauend die tieferlegende Bedeutung weiter auszuarbeiten.

Heldentum ist hier ein gutes Beispiel. Viele verschiedene Charaktere in der Geschichte sind heroisch auf verschiedene Weise.

Dabei werden unter anderem Aspekte beleuchtet, wie die Bedeutung kleiner Momente für das Heldentum, die den Großen in nichts nachstehen, sowie die Rolle, ein Symbol der Hoffnung zu verkörpern, dass für die Unterstützung der Menschen ebenso essenziell ist wie konkrete Handlungen und die Aufrechterhaltung dieses Bildes.

Letzteres ist eine besonders spannende Untersuchung eines Helden im Rampenlicht, wie wir sie bei „Himmel“ sehen – einer Figur, die um eine wunderschöne Mischung aus Güte und Eitelkeit aufgebaut ist.

Der Held des Südens zeigt eine weitere Facette von Heldentum, eine, die in der bisherigen Geschichte noch nicht ausführlich beleuchtet wurde: Selbstaufopferung, die sich dabei auf wunderbare Weise wieder auf diese Frage zurückbezieht.

Trägt die Einführung von Vorhersehung zur Geschichte bei? Ist es es wert?

Ja, das denke ich. Absolut. Aber um das zu verstehen, müssen wir uns die Geschichte des Helden des Südens ansehen und wie sie mit den Handlungsbögen von „Himmel“ und „Frieren“ verknüpft ist.

Es vergehen 7 Minuten und 11 Sekunden von dem Moment, in dem wir dem Helden des Südens vorgestellt werden, bis die Episode zur nächsten erzählten Geschichte übergeht.

Und in dieser Episode gibt es drei zentrale Szenen. Die erste ist seine Einführung: ein Monolog von „Frieren“, der anhand einer Puppenspiel-Vorführung erklärt, wer er ist.

Ich bin kein großer Fan von offensichtlicher 3D-Animation in 2D-Projekten. Ich glaube jedoch, dass die Entscheidung, einen Charakter durch ein Puppenspiel vorzustellen, um sein Heldentum darzustellen, wirklich superclever ist – besonders angesichts der Veröffentlichung von „Behind-the-Scenes-Material“, das zeigt, dass diese Puppen tatsächlich hergestellt und als Referenz für die Szene gespielt wurden. Ich finde, das ist nicht nur richtig cool, sondern auch eine meisterhafte Art, diesen Charakter durch eine faszinierende Szene einzuführen.

Was diese Episode hervorragend zeigt, ist dass der Held des Südens es ebenfalls versucht hat, bevor „Himmel“ auf „Frieren“ zuging und sie davon überzeugte, sich auf ein Abenteuer einzulassen.

Während ihres Gesprächs gibt es ein paar wirklich spannende Elemente. Das erste ist, dass dieser Held sich dazu entscheidet, „Frieren“ ein Geheimnis zu offenbaren, als er überrascht feststellt, dass es ihr egal ist, dass er bis zu einem gewissen Grad in die Zukunft sehen kann. Er fragt sie, ob sie ihm nicht glaubt, worauf sie antwortet, dass es ihr einfach egal sei. Ich finde, das ist eine sehr clevere Nutzung von "Frierens" Apathie, die die gesamte Situation deutlich weniger wie ein Plotloch wirken lässt.

Es passt vollkommen zu dem, was wir bisher über sie erfahren haben, und zu der Art, wie wir die Geschichte miterleben. Von den Lehren durch „Flamme“ bis hin zu späteren Momenten in ihrem Leben, in denen sie vermeidet, das Thema anzusprechen, dass sie Teil der Heldentruppe war – „Frieren“ war noch nie jemand, der über Autoritätspersonen spottet oder ihnen nachtrauert. Ihre Handlungen bestätigen diesen Charakterzug, dass es ihr wirklich egal ist, was sich gleichzeitig auch als ihr fataler Fehler erweist. Der gesamte Handlungsbogen ihrer Figur ist um diese Prämisse aufgebaut. Ich finde, das ist eine großartige Erklärung, die die Szene besonders unterhaltsam macht.

Als der Held des Südens sagt, dass schließlich eine andere Person, „Himmel“, kommen und sie davon überzeugen wird, sich auf ein Abenteuer einzulassen, entgegnet sie nur, dass das unwahrscheinlich erscheine. Trotz der Vorhersehung und der Informationen, über die sie zu diesem Zeitpunkt verfügte, war sie dennoch überrascht, dass sie tatsächlich dieses Abenteuer antrat.

Diese Szene hätte so leicht Lücken in der Geschichte aufzeigen können, die man lieben gelernt hat, und all die Entscheidungen, von denen wir dachten, dass „Frieren“ sie trifft, doch ich fand, sie funktioniert hier wirklich sehr gut.

Die letzte Szene, die ich noch herauspicken will, ist tatsächlich zwischen dem Gespräch von „Frieren“ und dem Helden des Südens auf der Lichtung eingebettet. Sie dreht sich um die Prämisse, dass während der Herrschaft des Dämonenkönigs die eigentliche größte Bedrohung für die Menschheit die sieben Weisen der Zerstörung waren, von denen „Frieren“ und die Heldentruppe nur zwei besiegt haben.

Es gibt wichtige Implikationen, dass der Dämon, vor dem „Stark’s“ Familie floh, einer der Weisen ist. Wir haben bereits „Qual“ und „Aura“ gesehen – das sind unglaublich mächtige Dämonen. Und dann erfahren wir, dass der Held des Südens wusste, dass er unweigerlich seinem Tod entgegenging, und plante, sich allen sieben Weisen sowie der rechten Hand „Schlacht, dem Allwissenden“, in einem brutalen Kampf zu stellen – zurückführend auf eine der edelsten Formen von Heldentum: weitgehend unerkannte Selbstaufopferung.

Denn es wird angedeutet, dass der Held des Südens Informationen hatte, die nicht nur besagten, dass er in diesem Kampf sterben würde, sondern dass sein Tod die Zukunft vorbereiten würde. Er tauschte sein Leben gegen den Tod von drei Weisen und „Schlacht, dem Allwissenden“, jemandem, der ebenfalls Zugang zu Voraussicht hatte – was tatsächlich sehr interessant ist. Es deutet darauf hin, dass beide in diesen Kampf gingen, in dem Wissen, dass sie ihn nicht überleben würden. Ich interpretiere die Voraussicht dieser Charaktere dabei eher als mögliche Realitäten, denn als festgelegtes Schicksal.

Dass der Held des Südens die Alternativen sehen konnte, was geschehen würde, wenn er sich entschlösse, nicht in diesen Kampf zu gehen und sich selbst zu opfern – und dass er seine Entscheidung gerade deshalb traf. Außerdem erfahren wir, dass er „Frieren“ bat, eine Nachricht an „Himmel“ weiterzugeben. Wir bekommen sogar seine Reaktion zu sehen, bevor wir erfahren, was die Nachricht war. Und dann sagt der Held des Südens in seinen eigenen Worten, dass er, der stärkste Krieger der Menschheit, ihnen den Weg freimachen wird, selbst wenn seine Taten in der Geschichte verloren gehen.

Dann springen wir zu einer Szene mit „Stark“, wie er mit den örtlichen Kindern des Dorfes spielt, die diesen Helden preisen. Daraufhin sagt „Frieren“: „Was für eine Vorhersehung du auch hattest. Die Menschen hier erinnern sich an dich.“

In 7 Minuten und 11 Sekunden wurde ein fantastischer Charakter eingeführt, der unser Verständnis von „Frieren’s“ Handlung stark verändert hat, der Richtung und Spannung verlieh, aber vor allem eine wunderschön abgeschlossene Geschichte erzählte.

Und genau das ist es, was „Frieren“ so einzigartig und großartig macht.

Frieren - Nach dem Ende der Reise Bewertung
Bewertung des Films
1010

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