
Bewertung: 3.5 / 5
Es ist wieder Zeit, um zur Therapie zu gehen. Shrinking startet in die mittlerweile dritte Staffel und setzt hier gekonnt das fort, was auch die ersten beiden Staffeln bereits so unterhaltend und herzerwärmend gemacht haben. Alle sind sie wieder dabei, inklusive einiger toller Gaststars. Und auch, wenn wir erneut viel Spaß mit der Serie hatten, so wäre es vielleicht nicht verkehrt, sie mit dieser Staffel enden zu lassen.
Review Shrinking Staffel 3
In der neuen Staffel muss sich Jimmy (Jason Segel) mit vielen Änderungen in seinem Leben auseinandersetzen: Seine Tochter geht aufs College, seine Freunde bekommen ein Baby und sein Mentor (Harrison Ford) verabschiedet sich in den Ruhestand. Hatte er sein Leben gerade erst wieder in den Griff bekommen, muss er jetzt darum kämpfen, bei all den Änderungen auch für sich selbst einen Weg in die Zukunft zu finden, und dabei lernen, die Vergangenheit loszulassen.
Trailer zu Shrinking Staffel 3
Im Großen und Ganzen hält die neue Staffel in Sachen Qualität und Unterhaltung mit den vorherigen beiden mit. Wir wären nahezu genauso begeistert wie die beiden Male zuvor, wenn es diesmal nicht doch einige Kritikpunkte gäbe, wodurch diese dritte Staffel etwas hinter den ersten beiden zurückfällt. Da wäre zum einen der etwas langsame Einstieg in die neuen Folgen. In den ersten beiden Staffeln war jeweils recht klar, was die jeweilige thematische Grundlage ist. Diesmal ist dies anders und vor allem die ersten Folgen fühlen sich etwas ziellos an und plätschern so vor sich hin, ohne direkte Richtung vorzugeben.
Spätestens ab der Mitte der Staffel wird dann langsam ersichtlich, dass es dieses Mal vor allem ums Loslassen geht. Dinge passieren dann jedoch so schnell und Jimmy muss einen Schlag nach dem anderen wegstecken, dass die Situation, in die er gerät, sich einfach nicht natürlich, sondern zu künstlich erzeugt anfühlt. Als hätten die Autoren zu Beginn der Staffel vergessen, dass sie diese Situation ja aufbauen müssen, und jetzt alles ganz schnell gehen muss. Vor allem ein Moment ist uns dabei negativ in Erinnerung geblieben, welcher einfach zu künstlich versucht hat, einen Konflikt zu erzeugen.
Lebte die Serie in ihren ersten beiden Staffeln zudem nicht nur vom Humor, sondern gerade auch von ihren emotionalen Momenten und griff dabei dramatische Themen wie Suizid auf, so fährt man dies in der dritten Staffel deutlich zurück. Alles wirkt leichter und die Serie in ihrer dritten Staffel deutlich mehr wie eine klassische Comedyserie. Man kann dies als negativen Punkt auslegen, oder es so sehen, dass die Geschichte durch die Ereignisse in Staffel 2 sich schlicht dahin entwickelt hat.
Doch trotz dieser Veränderung und mancher kleiner Fehler bleibt Shrinking auch weiterhin eine absolut schöne Serie voller wundervoller Figuren. Der Einstieg in die elf neuen Episoden mag etwas holprig sein, doch man erkennt schnell wieder, warum man so gerne Zeit mit diesen Charakteren verbringt.
Und sie sind auch alle wieder dabei. Was den Cast betrifft, haben wir kaum Kritikpunkte. Jason Segel schafft es erneut, die Höhen und Tiefen von Jimmy gut darzustellen. Harrison Ford brilliert auch diesmal wieder als Jimmys Mentor und er bleibt die grumpy, aber herzerwärmende Seele dieser Serie und wir möchten einfach nur von ihm in den Arm genommen werden.
Kam es in Staffel 2 zur How I Met Your Mother-Reunion zwischen Segel und Cobie Smulders, kehrt sie hier in einer leicht größeren Rolle zurück. Man sollte aber nicht zu viel erwarten. Ihr Charakter dient mehr der Weitererzählung von Jimmys Geschichte, als dass wir sie als Figur wirklich kennenlernen.
Neu dabei ist Jeff Daniels in einer Gastrolle als Jimmys Vater. Und anders als Smulders dürfen wir ihn auch etwas näher kennenlernen und sein Verhältnis zu Jimmy erforschen. Wenngleich uns die Storyline gefallen hat, hätten wir uns etwas mehr Tiefe gewünscht und es hätte hier auch gerne deutlich dramatischer werden können.
Für große Furore hat natürlich die Meldung gesorgt, dass auch Michael J. Fox in einer Gastrolle hier sein Schauspiel-Comeback feiert. In einer Serie, die durch Fords Charakter auch die Krankheit Parkinson zum Thema hat, wirkt der Auftritt von Fox, der seit vielen Jahren mit der Krankheit zu kämpfen hat, natürlich wie ein Ritterschlag. Zuschauer müssen auch nicht lange auf seinen Auftritt warten. Und wirkt es zunächst, als habe Fox eine wichtige Rolle in dieser Staffel, verschwindet er dann erst einmal wieder, nur um später noch einmal aufzutauchen, ohne jedoch wirklich einen größeren Impakt auf die Geschichte zu haben. Es war toll, ihn endlich mal wieder vor der Kamera zu sehen, und er hat absolut nichts von seinem Charme verloren. Wir hätten uns jedoch gewünscht, wenn die Autoren mehr mit seiner Figur anzufangen gewusst hätten.
Damit wir ihn nicht vergessen, wollen wir auch noch kurz Brett Goldstein erwähnen, der in Staffel 2 eine richtig starke Performance abgeliefert hat. Leider taucht er in den neuen Folgen nur sehr kurz auf und es scheint, als sei seine Geschichte innerhalb der Serie damit auch zu Ende erzählt.
Was uns zu einem weiteren Punkt führt, mit dem wir zum Ende der Staffel hin konfrontiert wurden. Offiziell wird nicht von der letzten, sondern lediglich von der dritten Staffel gesprochen. So wie die Geschichte hier aber weiter erzählt und die Staffel abgeschlossen wird, können wir uns gut vorstellen, dass Shrinking hier sein Ende findet. Wenn es so ist, so schafft die Serie in jedem Fall die Landung und beschenkt den Zuschauer mit einem absolut zufriedenstellenden Abschluss für nahezu alle Figuren. Und es fühlt sich so sehr nach einem gelungenen Abschluss an, dass wir nicht wissen, ob wir überhaupt noch eine weitere Staffel möchten. Zumindest sind wir hier sehr zwiegespalten, denn auf der einen Seite gefällt uns diese Serie so sehr, dass wir uns noch über viele weitere Staffeln freuen würden, und wir würden auch noch gerne viele Erlebnisse mit diesen sympathischen Figuren teilen. Aber auf der anderen Seite wirkt schon Staffel 3 etwas gestreckt und wir wollen nicht, dass die Serie schlicht künstlich verlängert wird, obwohl die Geschichte zu Ende erzählt wurde.
Fazit
Zwar nicht ganz so stark wie zuvor, beschert uns Shrinking dennoch erneut eine gelungene Staffel. Etwas weniger dramatisch und emotional, dafür aber genauso herzerwärmend wie zuvor. Es fühlt sich wie ein Abschluss an, und wenn dem so ist, so war es eine Freude, diese Figuren auf ihrem Weg durch den Alltag und durchs Leben begleiten zu dürfen.
Wir wissen jedoch natürlich nicht, was genau der Plan der Macher ist. Vielleicht ist dieses Staffelfinale genauso beabsichtigt und man hat bereits einen entsprechenden Plan für eine vierte Staffel. Wenn diese kommt, würden wir uns freuen und wären erst einmal offen dafür. Doch sollte sich herausstellen, dass dies jetzt tatsächlich das Ende ist, dann möchten wir uns für drei wundervolle Staffeln bedanken und für eine Feelgood-Serie, die zumindest uns mehr als einmal sehr berührt und zum Lächeln gebracht hat. Und danke, dass ihr uns Harrison Ford in dieser Rolle beschert habt, allein für ihn hat sich das Einschalten gelohnt.


